The Walking Dead 11x12

The Walking Dead 11x12

Die Episode The Lucky Ones der US-Serie The Walking Dead zeigt uns, wie das Commonwealth mit Alexandria und Maggies Hilltop verhandelt. Dabei ist vor allem Maggie nicht so einfach von einer Zusammenarbeit zu überzeugen. Scheitert das gesamte Bündnis deswegen?

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge The Lucky Ones (c) AMC
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge The Lucky Ones (c) AMC
© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge The Lucky Ones (c) AMC

Was will der Commonwealth? Diese Frage sollen sich die Zuschauer von The Walking Dead wohl im zweiten Drittel der elften Staffel fragen. Die Episode The Lucky Ones gibt in manchen Belangen etwas mehr Aufschluss, es kommen aber auch viele neue Fragen auf.

Die wahre Geschichte von Max

Max fka Funk-Stephanie (Margot Bingham) erklärt Eugene (Josh McDermitt), wie sie den Funkkontakt herstellte, lange Zeit mit ihm kommunizierte und sich damit Ärger einbrachte, als der eigene Bruder Mercer (Michael James Shaw) von einem Sicherheitsleck erfuhr, was es zu finden galt. Er warnte sie vor Horsby (Josh Hamilton), der hoffentlich nicht ihre Stimme zuordnen konnte, so dass sie nach dem arrangierten Treffen ihre Aktivität eingestellt hatte und Shira/Fake-Stephanie (Chelle Ramos) eingesetzt wurde. Eugene hat zwar beim Eisholen wohl einen leisen Verdacht geschöpft, war aber nicht in der Lage, die Zeichen zu erkennen. Er lässt Max stehen und muss erst einmal verarbeiten, was ihm mitgeteilt wurde.

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Später spricht er mit Rosita (Christian Serratos), wobei er sich an seine eigenen Lügen erinnert, was seine Position und den Ort Washington, D.C. angeht, doch Rosita hat ihm das längst verziehen, weil man dadurch immerhin so lange überleben konnte und alles irgendwie doch für die Überlebenden geklappt hat. Rosita hat sich gut ins Commonwealth eingelebt, vermisst aber ab und zu die Welt außerhalb der Mauern sowie eine gewisse Freiheit. Bis Alexandria jedoch renoviert ist, stellt dieser Ort ein sicheres Zuhause da. Nur hatte sie es eher nicht erwartet, nun zum Cop zu werden. Sie möchte dennoch wissen, was Eugene auf der Seele brennt. Er rückt nur die halbe Wahrheit heraus und meint, dass „Stephenie“ nicht vermisst wird, sondern sich von ihm getrennt habe. Sie ermutigt ihren langjährigen Gefährten, dass er sich davon nicht unterkriegen lassen sollte und die richtige Person für ihn da draußen sein dürfte.

Inspiriert davon erscheint Eugene mit einer Leckerei bei Max und entschuldigt sich für sein Verhalten und erklärt sich. Max kann nicht ganz verstehen, wie Eugene nicht wissen konnte, dass Shira eine ganz andere Person ist. Doch Eugene erklärt das mit der ständigen Ablehnung, die er in seinem Leben kassiert hat und deswegen hat er wohl einige Warnzeichen ignoriert. Zu seiner Verteidigung: Wie hätte er das meiste auch anhand der ihm bekannten Funkstimme erkennen sollen? Es ist etwas unfair, Eugene hier die Schuld zuzuschieben. Zumal das Commonwealth eine relativ fremde Umgebung mit ganz eigenen Regeln darstellt. Max meint: Es gab nie eine Stephanie, das war nur der Name der Mutter, den sie als Tarnidentität genutzt hat.

Doch die Zeichen deuten in Richtung Versöhnung, denn Max würde gerne den Roman lesen. Nur hat Eugene die einzige Kopie verbrannt, als er die Wahrheit über die falsche Stephanie erfahren hat... Er hätte die Geschichte aber wohl sehr präsent im Kopf, so dass er die wichtigsten Eckdaten mühelos nacherzählen könnte. Dabei sehen die Zuschauer, dass die beiden sich - zumindest, was Fiktion angeht - voll auf einer Wellenlänge befinden. Sehr viel schlauer über Hornsbys geheime Machenschaften sind wir aber dank dieses Teils der Episode nicht.

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Carol gegen das Gesundheitssystem

Ezekiel (Khary Payton) wird von Dr. Tomi (Ian Anthony Dale) überrascht, denn eine Routine-Untersuchung ist tatsächlich eine, die ihn auf eine baldige OP vorbereiten soll. Sein Tumor soll entfernt werden und er wurde dank Carols (Melissa McBride) Mitwirken an die Spitze der Liste gebracht, was er erst bei ihrem Besuch begreift. Er freut sich zwar, findet es aber auch unfair, weil er das Leid im Krankenhaus sieht und nun plötzlich eine bevorzugte Behandlung erfährt. Allerdings ist Carol der Meinung, dass er sich das verdient habe, denn er hatte in den letzten Jahren viel für seine Mitmenschen getan.

Etwas widerwillig nimmt er die glückliche Fügung des Schicksals ein wenig später an und disst nebenbei noch Ananas als Pizzabelag.

Update aus Alexandria und Oceanside

Hornsby und Pamela Milton (Laila Robins) geben sich die Ehre, um die langjährigen Communitys der Überlebenden zu besuchen. Milton musste sich dazu wohl erst überreden lassen, weil es im Commonwealth eigentlich genug zu tun gibt.

In Alexandria versucht Aaron (Ross Marquand), den Ort, der sich dank der Hilfe von außen im Wiederaufbau befindet, gut aussehen zu lassen. Dabei kommt heraus, dass Pamela und Deanna (Tovah Feldshuh) sich früher offenbar kannten. Daryl (Norman Reedus) meint, dass Deanna der Gruppe eine Zukunft ermöglichte und man so Alexandria viele Jahre zu einem Zufluchtsort machen konnte, den man immer wieder vor Angreifern beschützen musste. Pamela scheint ein wenig verwundert zu sein, dass er davon spricht, dass es mehrfach große Gefahren gab.

Ihre Alarmglocken scheinen zu läuten, als ein Beißer sich ins Ortsinnere verirrt. Mercer interessiert sich gegenüber Daryl dafür, was dieser vorher gemacht habe, doch das wischt Daryl damit weg, dass das keine Rolle mehr spiele. Das soll wohl die Unterschiede zum Commonwealth deutlich machen, in welchem die unmittelbare Vergangenheit vor der Seuche die Gegenwart der Figuren bestimmt und man offenbar größtenteils unbehelligt leben konnte. Warum sonst sollte Pamela derart darauf reagieren, dass Alexandria Ziel mehrerer Gegnergruppen war?

Nach langer Zeit sehen wir auch Oceanside und Anführerin Rachel (Avianna Mynhier) mal wieder (aber keinen Luke (Dan Fogler), den ich hier vermutet hatte...). Hilltop und Oceanside sind weiterhin Verbündete, aber hier wird deutlich, dass Maggie (Lauren Cohan) bisher nicht zu einem Deal mit dem Commonwealth bereit war. Solange sich das nicht ändert, wird auch Oceanside vorerst nicht als Bündnispartner zur Verfügung stehen, was vor allem Hornsbys Pläne verkompliziert. Seine Laune lässt er an Aaron ab, der allerdings auch nichts dafür kann, wenn andere sich nicht überzeugen lassen.

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Wie geht es dem Hilltop?

Bei einer Zombiebegegnung auf dem Weg nach Hilltop treffen sie dann auf Maggie und ihre Gefährten Dianne (Kerry Cahill), Lydia (Cassady McClincy), Elijah (Okea Eme-Akwari) sowie einige andere. Seit den Zeitsprüngen haben wir sie nicht mehr gesehen. Die Bewohner des Hilltops kommen wohl gerade so um die Runden, weswegen es natürlich verlockend wäre, wenn man Hilfe bekäme oder ebenfalls ins Commonwealth ziehen könnte. Doch Maggie stellt sich quer.

Maggie hat in Meridian wohl gelernt, dass man immer misstrauisch sein sollte. Im Gespräch mit Daryl sagt er bei ihrem Wiedersehen, dass er dem Commonwealth noch nicht unbedingt über den Weg traut. Aaron legt derweil ein gutes Wort ein, weil er den Deal für Alexandria wohl nicht riskieren möchte.

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Pamela möchte Maggie bei einer kleinen Essensjagd (ihr Aussehen bei dem Ausflug erinnert mich irgendwie an den klassischen Film „The Most Dangerous Game“) kennenlernen und ihre Position nachvollziehen. Dabei merkt Maggie an, dass ihrer Erfahrung nach nur die wenigsten Gemeinschaften Glück hatten, aber sie kein klares Muster erkennt, wo ein Überleben gelingt und wo nicht. Pamela vertritt die Ansicht, dass Partner einander stark machen und Einzelkämpfer es schwerer haben, da die frühere natürliche Ordnung weggefallen ist, die sie gerne wieder herstellen würde. Deswegen bietet sie eine Partnerschaft an, die beiden helfen würde.

Verbal bringt Maggie einige Punkte vor, die zwar Sinn ergeben, nämlich dass sie von Frauen wie Deanna oder Georgie gelernt habe, doch die Handlungen der letzten Zeit zeigen, dass sie eher im Selbsterhaltungsmodus ist und Schwierigkeiten hat, anderen Vertrauen entgegenzubringen. Pamelas Führungsstil nennt sie autokratisch, wobei die Unterschiede zu sich selbst wahrscheinlich marginal sind.

Maggie glaubt offenbar, dass Pamela eine Führungsperson ist, die sich nie die Hände schmutzig macht, als jedoch Untote sich ihnen nähern, zeigt Pamela, dass sie mit ihrer Waffe durchaus umgehen kann.

Die Zufriedenheit im Hilltop ist nicht besonders hoch. So wird Daryl von Lydia gefragt, wann man etwas verändern sollte. Besonders Lydia, die als Teil der Whisperers mit wenig recht lange überlebt hat, zeigt wohl, dass es nicht sonderlich gut läuft. Die Jagd bringt jedenfalls mehr Essen als in den letzten Wochen und auch sonst bringt das Commonwealth Luxusgüter mit, die man so wahrscheinlich in letzter Zeit nicht hatte. Verführungen gibt es also in Hülle und Fülle und doch will Maggie den Deal nicht eingehen...

Als das Warnsystem anschlägt, rücken sie und die Gefährten aus und erhalten Hilfe der Soldaten. Doch gerade diese organisierte Miliz scheint Maggie Sorgen zu bereiten. Vielleicht sind die Erinnerungen an die Reapers zu frisch? Anders kann ich mir Maggies Bedenken bislang nicht wirklich erklären und die Autoren der Serie wohl auch nicht, denn wenig später wollen Dianne und ein paar andere das Angebot annehmen.

Etwas, das merkwürdig bleibt, sind Mercers Andeutungen, wenn er allein mit Daryl ist. Es sind kleine Spitzen in Richtung der Führungskräfte, die irgendwie immer warnend sind, so zum Beispiel, dass Wert auf die Erscheinung oder vielleicht den Schein und die Regeln gelegt werden sollen. Dabei hat man Daryl absichtlich nicht in Soldatendress anreisen lassen. Vielleicht ist also bewusst so, wie es ist.

Es ist wahrscheinlich Maggies Vier-Augen-Gespräch mit Horsby, das Maggie zu ihrer Entscheidung kommen lässt. Vielleicht erinnert Hornsby sie auch ein wenig an Gregory (Xander Berkeley) aus Hilltop. Der war letztlich ein Mann, dem vor allem sein Machterhalt sehr wichtig war, auch wenn es dem Ort an sich nicht gutging. Parallelen zum Commonwealth könnte man hier durchaus sehen, wobei Maggie den Ort ja bisher offenbar nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Nur ist das Zwischen-den-Zeilen-Lesen, was ich hier abliefere, und was die Serie einem nicht unbedingt mitgibt.

Hornsby schwärmt jedenfalls von einer Rückkehr zur alten Normalität, in der es beispielsweise ein College für Hershel Jr. (Kien Michael Spiller) geben könnte. Auch Georgie (Jayne Atkinson) hatte einst ambitionierte Pläne, die von bewaffneten Kräften bei der ersten Gelegenheit jedoch zerschmettert wurden. Vielleicht ist es nur die Tendenz zur Vorsicht bei Maggie? Doch man muss sich die Frage stellen: Was ist ihre Alternative? Als kleine Gruppe durch die Gegend zu streifen und zu hoffen, genug Essen zu finden und nicht durch Untote weiter verkleinert zu werden, wie in den vergangenen Wochen? Ich werde aus dem Standpunkt nicht so recht schlau. Ihr vielleicht?

Hornsby sieht durch Maggies Nein seine Ambitionen in Gefahr. Doch Pamela gibt ihm eine Chance, sofern das Wohl des Commonwealth an erster Stelle steht. Übernimmt er bald das Management von Alexandria und Co? Aaron sieht, wie er mit voller Absicht einige Untote mit Pistolenschüssen herauslockt und sich an ihnen abreagiert. Er plant, wie er Aaron versichert, nichts anderes, als die alte Welt wiederherzustellen. Ob das so gelingen kann?

Fazit

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Auch nach The Lucky Ones tappen wir im Dunkeln, warum Alexandria, Hilltop und Oceanside eine wichtige Rolle für das Commonwealth spielen. Natürlich kann man sich das als eine Art Expansion in neue Regionen zurechtlegen, in denen die Bewohner des Ortes über kurz oder lang ansiedeln können oder vielleicht manche Lektion bezüglich Ackerbau oder Ähnlichem mitnehmen können, aber richtig überzeugende Argumente fehlen mir bisher noch. Man würde nämlich annehmen, dass ein Ort mit 50.000 Bewohnern unter diesen Umständen bereits viele logistische Hürden selbstständig gelöst hat. Die Verwunderung gilt auf der anderen Seite aber auch Maggies Ablehnung eines Bündnisses, besonders in ihrer derzeitigen Lage. Darum bin ich diesmal ziemlich ratlos, was ich von der Folge halten soll, die weder hanebüchen schlecht war noch positive Überraschungen präsentiert hat.

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, Warlords (11x13), der Serie The Walking Dead (11x13):

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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 14. März 2022

The Walking Dead 11x12 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 12
(The Walking Dead 11x12)
Deutscher Titel der Episode
Die Glücklichen
Titel der Episode im Original
The Lucky Ones
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 6. März 2022 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 13. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 7. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 7. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 7. März 2022
Autoren
Frank Darabont, Robert Kirkman, Tony Moore
Regisseur
Tawnia McKiernan

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 11x12

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