The Walking Dead 11x13

The Walking Dead 11x13

Die Episode Warlords aus der US-Serie The Walking Dead deckt eine weitere Schattenseite des Commonwealth auf - und diesmal sind zahlreiche uns bekannte Figuren direkt in einen blutigen Konflikt verwickelt.

Szenenfoto aus der Episode Warlords der Serie The Walking Dead (c) AMC
Szenenfoto aus der Episode Warlords der Serie The Walking Dead (c) AMC
© zenenfoto aus der Episode Warlords der Serie The Walking Dead (c) AMC

Die The Walking Dead-Episode Warlords ist überraschend verschachtelt und offenbart erst spät die vollen Hintergründe für eine Mission, in die zahlreiche Figuren außerhalb des Commonwealth verwickelt werden.

Zweifel an Maggies Entscheidungen

Nach der letzten Episode werden die Zweifel an Maggies (Lauren Cohan) Entscheidung von ihren Gefährten größer. Denn im Commonwealth scheint es allen irgendwie besser zu gehen und man muss nicht jeden Tag ums blanke Überleben kämpfen oder daran denken, ob es genug zu essen für alle gibt.

Es fängt jedoch harmlos an - und zwar mit einem Elijah (Okea Eme-Akwari), der in einem Wettstreit mit einem Jugendlichen aus Hilltop ist. Beim Wachehalten geht es darum, wer mehr Beißer erwischt. Dann taucht Lydia (Cassady McClincy) auf, die sich doch gerne mal das Angebot vom Commonwealth anschauen möchte, wobei der wohl in sie verschossene Elijah ihr Begleitung anbietet, ehe ein verletzter Fremder in Richtung Ortschaft reitet. Er bringt eine Landkarte mit und wenig später diskutieren die jungen Überlebenden mit Maggie, ob man helfen sollte. Maggie ist aktuell der Meinung, dass man mit der Gruppenstärke nur wenig Hilfe bieten kann, doch Lydia und Co sind da idealistischer eingestellt...

Noch vor kurzer Zeit war Maggie nämlich immer für Hilfe offen. So wird sie quasi überstimmt und man macht sich gemeinsam im Auto auf den Weg. Während der Fahrt wird diskutiert, wie man den aktuellen Führungsstil von Maggie einschätzt. Denn Lydia will aktiv werden, weil eine so kleine, schwache Gruppe genau diejenige gewesen wäre, die ihre Mutter Alpha (Samantha Morton) ins Visier genommen hätte. Das führt auch zur Nachfrage, warum das Commonwealth-Angebot abgelehnt wurde. Dies begründet Maggie wiederum mit einem Schwank aus der Jugend, als sie noch auf Hershels (Scott Wilson) Farm lebte und große Firmen den väterlichen Bauernhof zu einem Spottpreis kaufen wollten. Doch Hershel lehnte jegliches Angebot ab. Obwohl es teilweise schlecht für das Vieh lief, ließ ihr Vater damals sogar Nahrung, die ungefragt geliefert wurde, verderben, um zu signalisieren, dass man auch ohne die Hilfe von außen überstehen könnte. So ähnlich sieht Maggie wohl das Commonwealth, weswegen sie lieber den härteren Überlebenskampf weiter durchzieht, zumal die Commonwealth-Gruppe an sich wohl längst nicht in einen Ernstfall verwickelt wurde.

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Lydia bringt sie immerhin kurz zum Überlegen, als sie einwirft, dass man wenigstens die anderen fragen könnte, was sie sich in so einer Situation wünschen, statt einfach für alle zu entscheiden. Im Endeffekt wünscht sie sich wohl, dass nicht jeder Tag der gleiche Kampf gegen die Windmühlen ist, was man sicherlich nachvollziehen kann.

Bevor ausdiskutiert werden kann, sehen sie auf der Straße einige Zombies in der Kluft der Commonwealth-Soldaten und Aaron (Ross Marquand), der zu Maggie und Co aufschließt.

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Gabriel hat zurück zu Gott gefunden

Eine Woche vorher: Gabriel (Seth Gilliam) ist im Commonwealth wieder als Priester aktiv und hält die Messe. Dabei geht es darum, dass auch Fremde mit der Zeit zu so etwas wie Familie werden können. Also ein klassisches Motiv aus „TWD“. Die Kirchengänger sollten sich nämlich einfach mal neben wildfremde Menschen setzen. Das Commonwealth scheint Gabriel wieder etwas mehr Hoffnung und wohl auch wieder näher an Gott gebracht zu haben. Da kommt Aaron mit einer Mission zu ihm, die sich um etwa 40 Menschen aus einem Gebäudekomplex dreht, die das Commonwealth aufnehmen soll. So zumindest die offizielle Version. Gabriel und Aaron sehen schon aus der Ferne, dass das wahrscheinlich keine weise Idee ist, denn ihre Erfahrung mit solchen Gruppen signalisiert ihnen allerhand Gefahren, die man schwer einschätzen kann.

Davon will Aarons Chef Carlson (Jason Butler Harner) jedoch nichts hören. Wie schon Sebastian Milton (Teo Rapp-Olsson) gehört dieser zu den unsympathischeren Zeitgenossen aus dem Commonwealth. Gabriel geht sogar so weit, dass er unmissverständlich deutlich macht, diese Mission nicht antreten zu wollen, weil er nicht sterben möchte. Carlson meint, dass man bisher nur deutlich kleinere Gruppen rekrutiert habe. Gabriel willigt zähneknirschend ein, nimmt aber den Priesterkragen ab.

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Aaron zieht sein Ding durch, dabei werden wir daran erinnert, dass er einst für eine NGO gearbeitet hat und vom Commonwealth außerdem damit betraut wurde, einen Blick auf ihre bisherigen Migrationsprozesse zu werfen.

Bald öffnet eine weibliche Person mit großer Sense die Tür und sammelt die Waffen der Gäste ein. Wenig später wird noch einmal hinter verschlossenen Türen geschaut, ob andere Waffen am Körper getragen werden. Dann geht es zum Gespräch mit dem Anführer Ian (Michael Biehn), der dem Quartett - der junge Jesse (Connor Hammond) aka der verletzte Reiter vom Anfang gehört ebenfalls dazu - Sitzplätze anbietet und lauscht.

Aaron zählt also die Vorteile vom Commonwealth auf, wird aber offenbar nicht ganz so ernst genommen und die Situation, die schon von Anfang an unheimlich ist, wird immer bedrohlicher. Ian spricht über die Schattenseiten der Gemeinschaft, wie zum Beispiel Prostitution und Glücksspiel und selbst Aarons digitale Bilder können wohl nicht, wie sonst üblich, überzeugen. Als Ian nach dem Standort fragt, mischt sich Carlson ein und das Gespräch eskaliert, denn Ian verweist auf ein Regal voller Schädel im Besprechungsraum. Dort sind angeblich die Personen „verewigt“, die dem Gebäudekomplex etwas Böses wollten - Mörder und Kannibalen beispielsweise. Das erinnert mich ein wenig an das Aquarium, das der Governor (David Morrissey) einst in Woodbury hatte...

Hält Ian sie etwa auch für Menschenfresser? Zumindest glaubt er an Wölfe im Schafspelz, die böse Absichten verbergen. Gabriel versucht, Aaron zu unterstützen, nennt den Ort ein shithole, das eigentlich wenig Wert hat, um es auf diese Weise zu überfallen, um so eine Good-Cop-Bad-Cop-Dynamik zu schaffen. Dabei kommen außerdem verbale Einschüchterungstaktiken rund um die Soldaten zum Einsatz, die natürlich Rache nehmen würden, wenn ihnen etwas passieren würde. Doch dann sieht man Carlsons wahres Gesicht und er ergreift die Initiative, indem er nicht nur Ian, sondern auch die Wachen im Raum attackiert und erschießt.

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Wieder mal Hornsby

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Ein weiterer Flashback in einer fast schon unnötig kompliziert strukturieren Folge verrät uns, wer Carlson beauftragt hat. Es ist natürlich der Hansdampf in allen Commonwealth-Gassen: Lance Hornsby (Josh Hamilton). Ein Konvoi wurde überfallen und Hornsby schiebt den Menschen aus dem Gebäudekomplex die Schuld zu. Carlson soll tätig werden, zunächst undercover, aber in Wirklichkeit in seiner Funktion als Ex-CIA-Agent. Doch dieses Leben hat der bald vier Jahre trockene Mann eigentlich schon lange hinter sich gelassen. Hornsby scheint jedoch, wie immer, Belastendes zu wissen und zwingt ihn quasi in den Job. Vor allem die Worte, dass die gestorbenen Soldaten fast alle in ihren 20ern waren, scheinen bei Carlson anzukommen.

Carlson und die Soldaten schalten in der Gegenwart also die meisten Wachen im Gebäude aus und verhören Ian wegen der Waffen. Doch der zeigt sich wenig kooperativ und wird dann doch kurzerhand erschossen. Gabriel hält sich nicht zurück und schlägt den „Kollegen“, weswegen er verhaftet wird und auch Aaron ist schockiert über die Wendung. Carlson lässt die Maske fallen und meint gegenüber Aaron, dass das dazugehört, um die Welt zu einem sicheren Ort zu machen. Er richtet die Waffe auf Aaron und drückt sogar ab, hat aber keine Kugeln mehr übrig, so dass Aaron vordergründig durch Glück mit seinem Leben davonkommt.

Glück und bequemes writing sind derweil Gründe dafür, dass ausgerechnet Negan (Jeffrey Dean Morgan) hier wieder auftaucht und sich wohl mit dieser Gebäudekomplex-Gruppe angefreundet hatte. Er ist derjenige, der Jesse trifft und ihm die Anweisungen gibt, zum Hilltop zu reiten. Außerdem befreit Negan Gabriel von seinen Fesseln.

Währenddessen will Carlson vom Rest der Geiseln erfahren, wo die Waffen sind, doch keiner kann oder will etwas sagen, so dass mehrere wehrlose Personen von einer Erhöhung in den Tod geworfen werden. Etwas Hoffnung gibt es dennoch für die Bewohner des Gebäudes, denn Maggie und Co sind da und werden bestimmt bald mit Negan und Gabriel wiedervereint werden, um den Aggressor Carlson zu bekämpfen. Damit hätten wir wahrscheinlich auch schon den Ursprung des Konflikts, den wir in Folge No Other Way (11x09) im Flashforward gesehen haben, welcher Maggie und Daryl (Norman Reedus) auf Konfrontationskurs schickt.

Fazit

Die TV-Version von The Walking Dead macht das Commonwealth (oder zumindest Splitterbewegungen davon) durch diverse Handlungen viel eindeutiger zu einer gegnerischen Gruppe, als die Comic-Vorlage es darstellt, in welchem eher interne Faktoren für Unzufriedenheit und Unruhe sorgen. Die Episode Warlords offenbart in einer verschachtelten Erzählung, warum Maggie sich wohl zu Recht Gedanken gemacht hat, muss sich das aber irgendwie auch arg zurechtkonstruieren. Ich bin dankbar dafür, dass wir immerhin nicht noch eine weitere Gegnergruppe kurz vor Schluss eingeführt bekommen haben, wobei man sich bei dieser Serie in der Hinsicht wahrscheinlich nicht wirklich sicher sein kann...

Die Idee, dass ein Ex-CIA-Agent eingesetzt wird, um eine feindliche Siedlung zu infiltrieren, finde ich sogar recht spannend, aber schnell muss man die Person wieder zum Bwahaha-Bösen machen, der unschuldige Geiseln tötet und unsere Protagonisten sind mittendrin. Zudem gibt es einfach zu viele Zufälle, wie zum Beispiel die Beteiligung von Negan, die die Welt dann doch kleiner machen, als sie ist...

Hier noch der Trailer zur nächsten Episode, The Rotten (11x14), der Serie The Walking Dead:

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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 21. März 2022

The Walking Dead 11x13 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 13
(The Walking Dead 11x13)
Titel der Episode im Original
Warlords
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 13. März 2022 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 20. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Sonntag, 20. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 20. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Sonntag, 20. März 2022
Autoren
Frank Darabont, Robert Kirkman, Tony Moore
Regisseur
Loren S. Yaconelli

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 11x13

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