The Walking Dead 11x04

The Walking Dead 11x04

In der Folge Ansichten der Serie The Walking Dead folgen wir Daryl und Dog auf ein eigenes Abenteuer. Dabei trifft man auf ein bekanntes Gesicht, das sich jedoch etwas verändert hat. Zudem erfahren die Zuschauer mehr über die Reapers.

Szenenfoto aus der Folge Rendition der Serie The Walking Dead (c) AMC
Szenenfoto aus der Folge Rendition der Serie The Walking Dead (c) AMC
© zenenfoto aus der Folge Rendition der Serie The Walking Dead (c) AMC

Die Reapers bleiben im ersten Drittel der finalen elften Staffel der Serie The Walking Dead weiterhin ein präsenter Gegenspieler, der bisher ohne große Motivation präsentiert wurde. Das ändert sich in der Folge Rendition. Allein: Ist das eine gute oder eher eine schlechte Sache? Denn beim Anschauen der Folge werde ich das Gefühl nicht los, dass ich das genauso oder besser schon mal gesehen habe - sowohl in der Mutterserie als auch bei Fear the Walking Dead, was zu einer frustrierenden Seherfahrung führt...

Daryl und Dog vs die Reapers

Wir starten wieder einmal beim Hinterhalt der Reapers auf die Gruppe aus Alexandria. Diesmal sehen wir, wie es Daryl (Norman Reedus) und dem Hund Dog ergangen ist. Daryl versucht, sich zu verteidigen, kämpft sich also durch und gerät in ein Handgemenge. Darüber hinaus darf der obligatorische Messerwurf nicht fehlen. Als sein Herrchen angegriffen wird, gibt Dog natürlich Laut, wobei das wohl eher die Aufmerksamkeit weiterer Reapers auf sich zieht. Die ersten fünf Minuten laufen ziemlich nonverbal ab, was immerhin ganz nett ist.

Etwas später ist Daryl aus der Gefahrenlage gekommen und nutzt die etablierte Zombieschleimtaktik. Aber warum eigentlich? Untote sehen wir eigentlich keine. Die Reapers wird man so nicht unbedingt täuschen können. Wahrscheinlich ist das also nur für den Fall der Fälle, falls sich Beißer zeigen. Daryl, der sonst gut im Verwischen von Spuren ist, hat einen Verfolger. Die Inszenierung ist dabei so eindeutig, dass man sich eigentlich noch vor der Demaskierung denken kann, wer es ist, wenn man aufmerksam zu- und den Augenbereich der Maske genau anschaut. Andererseits: Für viele dürfte die Figur in ihrem bisher einzigen Auftritt wahrscheinlich keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, weil er in den sechs Bonusepisoden stattfand, die viele nicht besonders mochten...

Who the eff is Leah again?

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Es ist Dogs ursprüngliches Frauchen: Leah (Lynn Collins), bekannt aus der Folge Happy Monday nur mit blonden statt rötlich-braunen Haaren, was manche Zuschauer vielleicht zusätzlich verwirren könnte. An dieser Stelle Grüße an Kollegin Hanna, die sie kurz für Beth (Emily Kinney) hielt. Leider machen die Dialoge, die ich in den vorherigen Folgen ganz ordentlich fand, in dieser Folge einen Rückschritt und drehen sich mehrfach im Kreis. Es findet eine Art Schuldzuschiebung darüber statt, wer damals eigentlich wen verlassen hatte, die hier aber nicht geklärt werden möchte, wie es scheint. Als Daryl bemerkt, dass sie bei den Reapers gelandet ist, schaltet er zudem in den Überlebensmodus und schützt seine Freunde durch Lügen, damit er ja keine zentralen Infos fallen lässt. Mit einem Sack über den Kopf wird Daryl nach Meridian befördert, das die Reapers übernommen haben. Das Ganze sieht leider aus wie eine Art Sanctuary light, das die Söldner nach ihren Ansprüchen „dekoriert“ haben. Mit aufgehängten Leichen oder den bekannten „Judas“-Schriftzügen.

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Star-Highlights

Meridian als Guantanamo Bay?

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Daryl wird dort zunächst kurz von Leah selbst befragt, ehe sie ihn betäubt und dann ein Waterboarding beaufsichtigt. Weiterhin geht es um Informationen rund um Strukturen der Gruppenführung und ähnliche taktische Details, die Daryl aber tapfer für sich behält, trotz aller Torturen. Allerdings ist er inzwischen auch Profi darin, wenngleich seine letzte Gefangenschaft in Serienzeit wohl mehr als sechs Jahre zurückliegt, ist das für uns als Zuschauer nicht so, weswegen es wie ein müder und auch zäher Abklatsch von der Gefangenschaft im Sanctuary wirkt. Wer aber Gefangenschaft in Leinensäcken und mit Easy-Street-Dauerbeschallung aushält, kann wohl auch das Programm der Reapers ab. Das ändert nichts daran, dass ich das Ganze ein wenig müßig beim Ansehen fand.

Daryl behält so gut wie immer die Fassung und Übersicht, denn selbst, als ein Mitgefangener ihn anspricht, kann er die Rolle weiterspielen, die ihn als Alleingänger ohne Freunde und Familie gegenüber Leah inszeniert.

Religiöse Söldner und Trauerbekundung in Zungen

Als ein Reaper Leah dann vom Ableben eines gewissen Michael Turners berichtet, nutzen die Autoren die Gelegenheit, um uns die Organisation und die Glaubenssysteme der Reapers vorzustellen. Dabei sehen wir erneut diverse religiöse Symboliken, die auch frühere Episoden in anderen Kontext setzen, etwa die kurze Gabriel-Konfrontation oder den bereits erwähnten Judas-Untoten, den Negan erblickt hatte. Zudem möchte man den gefallenen Kameraden eine Beisetzung gewähren und an einer Stelle sehen wir, wie ein Verlust betrauert wird, indem in einem Kauderwelsch gesprochen wird, was manche wohl als Zungenrede bezeichnen würden.

Der bereits zuvor erwähnte Boss Pope (Ritchie Coster) zeigt sich dabei erbost, dass die Leute aus Alexandria seine Gefährten respektive Familienmitglieder erledigt haben, wobei man hier wirklich von nichts anderem als Selbstverteidigung reden kann, weil die Reapers mit viel Hinterhalt und Aggression (Stichwort: Granaten und Wurfmesser) attackierten.

Auch Leah spricht, wie schon bei ihrem ersten Auftritt, oft von Kameraden als Familienmitgliedern. So auch Michael Turner, den sie wohl aus dem alten Leben und Kriegseinsätzen kannte. Zunächst war man im Auftrag der Regierung aktiv und später als Söldner unterwegs. Zudem ist es offenbar ihr erster großer Verlust seit langem, wobei sie dann ihre Zeit mit Daryl ausklammert. Allerdings ist sie so realistisch zu glauben, dass die Beziehung der beiden wohl nicht hätte sein sollen. Zumal sie viel auf dem Kerbholz hat. Irgendwie hat sie den Anschluss zu den Kameraden also zufällig gefunden und sich ihnen in der Zwischenzeit wieder angeschlossen. Dass sie dabei viele Warnzeichen übersehen hatte, spricht nicht unbedingt für ihre Menschenkenntnis. Sicherlich könnte man hier auch argumentieren, dass die Kameradschaft für solche Personen sehr wichtig ist. Aber die Autoren sind dabei leider erneut wenig überzeugend.

Mir als Zuschauer sind die Reapers komplett und völlig unsympathisch und haben kaum bis gar keine positiven Charaktereigenschaften. Wahrscheinlich hoffen Kang und Co, dass man als Daryl-Sympathisant wenigstens Interesse an Leahs Schicksal hat, aber das gelingt auch nur so suboptimal. Das liegt sicherlich auch irgendwo an der fanatischen Gefolgschaft, die uns hier vorgesetzt wird und der Tatsache, dass Daryl zwar beobachtet und analysiert, aber sicherlich auch, um heil aus der Angelegenheit zu kommen. Tatsächlich gibt er später ein paar Infos zu den angeblichen Anführern, wobei Maggie (Lauren Cohan), Negan (Jeffrey Dean Morgan) und Gabriel (Seth Gilliam) beschrieben werden. Doch reicht eine oberflächliche Beschreibung, um einen taktischen Vorteil zu haben? Ich bin mir unschlüssig.

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Star-Highlights

Habemus Psycho Papam

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Nach dem selbsternannten Governor (David Morrissey), dem größenwahnsinnigen Personenkult um Negan, den maskentragenden Alpha (Samantha Morton) und Beta (Ryan Hurst) und einigen anderen kleineren Schurken gibt es nun also auch noch einen Möchtegern-Papst und es ist leider ziemlich unterwältigend. Alles, was Pope so von sich gibt, interessiert mich leider kaum. Seine Figur schreit geradezu nach Platzhalter/Filler und eben nach jemandem, der hoffentlich noch im ersten Drittel aus dem Verkehr gezogen wird. Das sorgt dann im besten Fall für kurzzeitige Befriedigung, aber eigentlich habe ich kaum Lust auf alles rund um die Reapers in der Staffel. Wie sieht das bei Euch aus?

Hinzu kommt ein Aufnahmeritual, das so dumm, hirnrissig und gemeingefährlich ist, dass man sich fragen muss, warum Leah und Co überhaupt noch zur Gruppe gehören. Wer lässt sich freiwillig in ein brennendes Holzhaus sperren, wenn da zu jeder Sekunde der Zufall für den Tod sorgen könnte? Natürlich ist das irgendwo auch ein Skilltest, aber ein ziemlich wahnwitziger. Weil Daryl involviert ist, muss man sich im Prinzip wenig Sorgen um sein körperliches Wohl machen, weil er so ziemlich die sicherste Figur der ganzen Serie ist, was das Überleben angeht. Trotzdem nervt es irgendwie, dass man ihn ständig durch solche Situationen scheucht. Dann spricht Pope auch noch von Wundern und fehlenden Wunden und ich habe die Schnauze endgültig voll...

Forged by Fire - We Run through Fire. Always.

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Die Glaubenskomponente des Ganzen ist so etwas von fanatisch, das nun selbst Negan auf seiner höchsten Machtstufe wie ein rationales Wesen wirkt. Und das ist irgendwo auch mein großes Problem: Die Parallelen zu einem Negan sind nicht von der Hand zu weisen und in jeglichem Belang schwächer: Der Darsteller ist schwächer als JDM, der Charakter ist weniger gut geschrieben, was Motivation und Backstory angeht, und seine Methoden sind einfach nur gaga.

Daryl hat das Aufnahmeritual dennoch bestanden und darf nun auch mit der Gruppe essen. Doch damit ist die Sache noch längst nicht überstanden. Denn Pope mag den Eindruck nicht, dass man ihn anlügt, wie im Falle von Michael Turner, dessen Leiche von einer Figur namens Bossie (Michael Shenefelt) zurückgebracht wurde. Pope fragt sich nämlich, wo Bossie eigentlich beim Angriff war. Für ihn gibt es wohl kaum etwas Schlimmeres als einen Feigling, weswegen er ihn vor versammelter Mannschaft ins Feuer drückt und bei lebendigem Leib verbrennen lässt. Das ist ohne Frage eine schockierende Reaktion und schwer zu ertragen, aber irgendwie nach elf Staffeln und zahlreichen Ablegern auch keine Handlung, die davon überzeugt, diese Figur nun als Gefahr wahrzunehmen. Dafür ist der Rando zu willkürlich, der geopfert wird. Es soll auch eher Leah, Daryl und den Zuschauern verdeutlichen, dass sie sich entscheiden müssen, ob es eine gute Idee ist, auf Dauer in dieser Gruppe zu bleiben oder vielleicht doch eigene Wege zu gehen, so meine Vermutung. Das Feuer-Mantra ist eine weitere Sache und erinnert an eine lahme Version des Schwurs der Whisperers. Pope und die Reapers können auch hier einfach nicht mithalten. Ich kann nur wiederholen, dass diese Sache hoffentlich recht schnell abgehandelt wird...

Fazit

Rendition ist eine - in meinen Augen - sehr schwache, weil repetitive Folge von The Walking Dead. Nicht nur innerhalb der Episoden selbst, sondern auch im Kontext der Serie, weil längst bekannte Muster lauwarm zum x-ten Mal aufgewärmt werden und nicht überzeugen. Die Reapers sind eine schwache Gruppierung, deren Motivation mich zu keiner Sekunde überzeugt, außer dass ich mir wünsche, dass es vorbei ist und wir wieder zur eigentlichen Kernhandlung zurückkehren: dem Commonwealth. Auch die Figur der Leah finden die Autoren wohl deutlich faszinierender als die Zuschauer. Oder gibt es da draußen tatsächlich große Fans, die sie lieber an Daryls Seite sehen möchten, als eine Carol (Melissa McBride), Connie (Lauren Ridloff) oder eben auch Beth?

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, Out of the Ashes (11x05), der Serie The Walking Dead:

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Star-Highlights

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 13. September 2021

The Walking Dead 11x04 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 4
(The Walking Dead 11x04)
Deutscher Titel der Episode
Ansichten
Titel der Episode im Original
Rendition
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 5. September 2021 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 13. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 13. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 13. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 13. September 2021
Autoren
Frank Darabont, Robert Kirkman, Tony Moore
Regisseur
Fred Toye

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 11x04

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?