The Walking Dead 11x03

The Walking Dead 11x03

In der dritten Folge der elften Staffel von The Walking Dead bieten die Macher der Zombieserie den Zuschauern nicht nur Slasher-Action, sondern auch ein Herz für Pferde an. Doch kann dieser krude Mix überzeugen? Und: Wie steht es um Maggie und Negan?

Szenenfoto aus der Episode Hunted der Serie The Walking Dead (c) AMC
Szenenfoto aus der Episode Hunted der Serie The Walking Dead (c) AMC
© zenenfoto aus der Episode Hunted der Serie The Walking Dead (c) AMC

Do Fear the Reapers!?

Die The Walking Dead-Episode Hunted beginnt mit der Konfrontation der Gruppe rund um Maggie (Lauren Cohan), Negan (Jeffrey Dean Morgan), Gabriel (Seth Gilliam), Daryl (Norman Reedus), Dog und Alden (Callan McAuliffe) sowie den Reapers, die in Meridian schon für Tod und Verderben gesorgt hatten. Man entscheidet sich für eine Inszenierung, die an einen Kriegsfilm erinnert und unsere Protagonisten ordentlich in Mitleidenschaft zieht. Ein paar Randos segnen das Zeitliche (RIP bärtiger Man-Bun-Guy) und auch Alden, Negan und Gabriel holen sich Blessuren ab, die mal mehr und mal weniger ernst sind. Irgendwann verschwinden Dog und Daryl mal wieder spurlos, während Maggie mit einem Lasso gefangen wird, was auch Elijah (Okea Eme-Akwari), dem maskierten Begleiter Maggies, geschieht. Alles ziemlich chaotisch und irgendwie auch gefährlicher für unsere Helden als sonst. Maggie hat in ihrer Zeit in Meridian wohl einige Wurfskills dazugelernt, denn diese nutzt sie in dieser Folge gleich mehrfach.

Innerhalb weniger Sekunden ist der Angriff vorerst vorbei und von Maggies Freunden fehlt jede Spur. Sie selbst schlägt sich allein durch, geht in den Keller eines Hauses und setzt sich gegen ein paar Slasher-artige Reaper zur Wehr. Doch wie in einem mittelmäßigen Slasherfilm erscheinen die Angreifer zwar direkt neben oder hinter ihr, aber posieren lieber, statt den Killshot zu setzen. Na ja. Plot Armor ist manchmal schon nötig. Man hätte aber - wie so oft in „TWD“ - auch mit kleinen Stellschrauben eine bessere Lösung präsentieren können. Was Maggie im Versteck gut macht: Flaschenalarmanlagen aufstellen, die sie vor Schleichern warnen sollen. Und auch die Reaper sind übrigens sehr gut im Werfen von Messern und anderen Waffen...

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Wegen der Art und Weise, wie die Reapers bisher dargestellt wurden (Stichwort #Granatengate), habe ich den Eindruck, dass sie eine Art Beschäftigungstherapie darstellen und außerdem dazu dienen sollen, die Differenzen zwischen Maggie und Negan langsam, aber stetig zu beseitigen. Mir fehlt es weiterhin an Motivation, die es bei den Whisperers oder den Saviors zumindest gab. Diese wirken eher wie Spaßmörder oder Jäger, die Langeweile haben. Das überzeugt mich nicht.

Irgendwann findet Alden dann zu Maggie, wird aber schnell mit einem Tackle umgehauen. Dann heißt es Maggie vs Sichel-Reaper. Hierbei kommt die Sichel nicht nur sehr nah an Maggies Kehle, sondern auch eine Flasche wieder effektiv zum Einsatz. Es ist aber dann ausgerechnet Negan, der Maggie rettet, was er in dieser Episode gleich mehrfach machen muss. Und dennoch hat Maggie sehr viel Groll ihm gegenüber übrig.

Wurfmesser-Maggie erwischt einen Reaper mit einem Messer. Dieser zieht anschließend seine Jacke ab und zündet so - ob beabsichtigt oder nicht - die Granaten zum Explodieren. Ist das nun schon Granatenaktion Nummer drei innerhalb von fünf Episoden? Die Reaper lieben ihre Granaten offenbar. Negan sorgt dafür, dass Maggie in Deckung geht. Persönlich finde ich, dass in dieser Episode bei der Action teilweise ein Zurückspulen nötig ist, weil nicht immer auf Anhieb klarwird, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.

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Verletzte überall

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Gabriel hat sich ebenfalls eins dieser vermaledeiten Wurfmesser eingefangen. Nach einem kleinen Gebet zieht er es heraus, damit er weiterlaufen kann. Was sagen eigentlich die Ärzte dazu? Ist das eine gute Idee? Insgesamt vermittelt mir dieser Part der Episode komische Vibes, die an „The Purge“, Slasherfilme oder Killerclowns (wegen der Masken) erinnern. Geht es Euch da ähnlich? Während Gabriel weiterzieht, trifft er dann auf einen verletzten Reaper, der ihn darum bittet, für ihn zu beten. Doch Gabriel sind die Gebete ausgegangen und Gott ist sowieso längst weg. Darum kümmert er sich um den Angreifer und zieht ihn aus dem Verkehr, statt Gnade oder Empathie für ihn aufzubringen. Gabriel wird also durchaus immer gnadenloser, was Leute außerhalb der eigenen Gruppe angeht.

Apropos verletzt: Auch Engelsstimme Alden hat es ziemlich schlimm in der Bauchgegend erwischt. Allerdings muss man in dieser Welt die Zähne zusammenbeißen und auch solche Verletzungen irgendwie ertragen, denn die Reapers könnten überall lauern und wieder attackieren. Negan will eine Besprechungsauszeit und Maggies Plan hören. Sie meint, dass die Vorräte und die Radio-Tower-Mission weiterhin immens wichtig sind. Dort möchte sie dann auf die anderen warten. Negan ist nicht überzeugt und weiß nicht einmal, ob und wer das alles überhaupt überlebt hat. Er kennt aber dramatische Einschüchterungstaktiken und ist von der Verrücktheit der Reaper überzeugt. Außerdem beteuert er gegenüber Maggie, dass er auf ihrer Seite ist. Darum will er die Hauptwege erst einmal meiden. Man einigt sich schließlich darauf, unauffällig mit Alden unter den Armen weiterzugehen.

It was Agatha all along?

Kurz darauf hört das Trio den Schrei einer Frau, dem Maggie ganz instinktiv folgt, was Negan sarkastisch kommentiert. Denn ja, Maggie ist in den letzten Folgen nicht ganz stringent oder rational in ihrem Verhalten. Oder doch? Gage (Jackson Pace) ließ sie sterben und läuft nun direkt in eine potentielle Gefahr. Die Person stellt sich als Agatha (Laurie Fortier) heraus, die Maggie aus Meridian kennt, aber uns als Zuschauern eigentlich ziemlich egal und sogar unsympathisch präsentiert wurde bisher. Warum sollten wir also irgendwie an ihrem Schicksal interessiert sein? Ich bin es jedenfalls nicht und fühle auch nicht wirklich viel, wenn Duncan (Marcus Lewis) ausblutet, den wir ebenfalls erst seit dem elf Staffelauftakt kennen. So bestätigt sich mein Gefühl, dass diese Begleiter fast alle nichts anderes als red shirts sind, um Maggie leiden zu lassen. Bei Duncan verhindert sie zumindest, dass er zum Untoten wird. Doch sein Versprechen wird sie nicht erfüllen können, denn später erwischt es auch Agatha. Aber: Who cares?

Denn auch bei Maggie fällt es mir schon sehr schwer, Sympathie für sie aufzubringen, seit sie wieder zurückgekehrt ist. In einem ruhigen Moment nutzt sie ihre Kraft lieber, um Negan verbal eine reinzudrücken und ihm die Schuld für die Misere zu geben, weil die Saviors vor vielen Jahren Alexandria, Kingdom und Hilltop unterjochen mussten. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber dieser Angriff auf die Satellitenstation fand, glaube ich, vor jeder Begegnung mit Negan statt, oder? So leicht ist das „Blame Game“ also wahrscheinlich nicht. Es ist aber eine Teilwahrheit und eine, die gewisse Dinge in einem bequemen Logikvakuum betrachtet, denn auch ohne die Saviors hätten Gruppen wie die Whisperers oder Reapers entstehen können. Natürlich hatte sie bei der Rückkehr wohl nicht erwartet, dass das Kingdom und vor allem Hilltop nicht mehr existent sind. Doch Optimist Alden meint, dass man so etwas wieder aufbauen könne - und zwar besser als je zuvor. Zu Maggies Verteidigung muss man aber auch sagen, dass das Autoren-Team ihr und Hershel (Kien Michael Spiller) schon ganz schön viele Traumata andichtet. An einer Stelle spricht der Jr. etwa davon, dass er Spinnen als Snacks gegessen hat.

Maggie, Alden, Negan und Agatha werden bald von Zombies überrascht (die Situation wirkte für mich merkwürdig plötzlich und zufällig), wobei Agatha, wie bereits angedeutet, gebissen wird. Doch auch hier will Maggie instinktiv zu ihr rennen und ihr Leben riskieren und schlimmstenfalls Hershel Jr. zur Waisen machen, wenn da nicht Negan wäre, der sie fortschleift...

Was tun mit Alden?

Negan pocht erneut darauf, dass man sich eine Pause gönnen sowie überlegen sollte und tatsächlich befinden sich die Überlebenden der Reaper-Attacke in der Nähe einer Hütte. Alden leidet sichtlich und fühlt sich selbst als Ballast für die Begleiter. Er meint gegenüber Maggie, dass er Negans Saviors einst verlassen hatte, weil er Maggies Urteilsvermögen getraut hatte. Er betont, dass die Nahrung für die Gruppe sehr wichtig ist und spricht seinen Ziehsohn Adam an, den ich, ehrlich gesagt, ziemlich vergessen hatte. Zur Erinnerung: Es ist der Sohn der weiblichen Whisperers-Frau, den die Gruppe gerettet hatte. Die nachtragende Maggie lässt gegenüber Negan, der auf eine Entscheidung drängt, weil die Sonne untergeht, erneut ihre Vorwürfe heraus. Und es ist leider weiterhin richtig, aber auch anstrengend für alle Beteiligten. Ich möchte ihr zurufen: „Wir haben es begriffen! Werd' erwachsen!“ Denn die Verlustgefühle sind nachvollziehbar und die Trauer, die in ihren Knochen steckt. Und es ist auch eher ein Problem der Kreativen sowie der Serie, weswegen sich lange Zeitsprünge für diese Charaktere anfühlen, als hätten manche Ereignisse erst vor wenigen Monaten stattgefunden, obwohl mehr als sechs oder sieben Jahre inzwischen ins Land gezogen sind...

Alden bleibt also in der Hütte, kriegt einen Snack und ein Messer - falls die Reapers kommen. Eigentlich sieht es aber stark danach aus, als wäre es ein Abschied für immer. Nun müssen Maggie und Negan also mal ganz allein zurechtkommen und sind dazu gezwungen, sich aufeinander zu verlassen. Wie schon erwartet, wird dieser Konflikt uns also mindestens im ersten Drittel der Season begleiten.

Heartland TWD-Edition

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Magna (Nadia Hilker), die länger keinen Sprechpart mehr hatte, hält in Alexandria Wache und sieht genau, wie Carol (Melissa McBride) und Kelly (Angel Theory) von einem Ausflug zurückkommen. Kelly hat zwar ihre Wachschicht verpasst, aber auch keine Lust darauf - und auch nach Reden ist ihr ebenso nicht.

Derweil wird die Mauer-Instandsetzung von Aaron (Ross Marquandt) und einer lokalen Crew vorangetrieben. Carol wäre zwar gerne dabei gewesen, hat aber ihre eigene Aufgabe, nämlich die Nutztiere suchen, die entlaufen sind beziehungsweise von den Whisperers verscheucht wurden. In klassischer Carol-Manier scheint sie die Einzige zu sein, die glaubt, dass eine Rückführung möglich ist. Dafür holt sie zudem Rosita (Christian Seratos) in ihren Stall. Aaron erwähnt derweil das prominente „TWD“-Pferd überhaupt: Buttons (RIP!). Man kann also erahnen, wohin die Reise geht. Denn es gibt Pferde-Content.

Mein Eindruck von dieser tierischen Side-Quest ist, dass das so in etwa rüberkommt wie der VW-Bully-Exkurs in Lost. Kelly, Carol, Magna und Rosita erhalten so zumindest endlich mal wieder Screentime und können ihre Fähigkeiten demonstrieren, die fraglos vorhanden sind. Es ist auch ein bisschen die Lasso-Season von „TWD“, oder? Es klappt natürlich nicht auf Anhieb und auch der Weg ist leider mit Pferdekadavern gepflastert. Doch am Ende des Tages findet man einige Hottehüs, die man zähmen und nach Alexandria bringen kann, damit man auch wieder diese Fortbewegungsoption hat.

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Nebenbei erfahren wir, dass Rosita Albträume respektive Visionen von Abraham (Michael Cudlitz) hat, der ihr wohl etwas mitteilen möchte. Die Kinder rund um Judith (Cailey Fleming), RJ (Antony Azor), Gracie (Anabelle Holloway) und Hershel Jr. vertreiben sich die Zeit mit Spielen und hoffen auf die Rückkehr der Eltern. Und später gibt es auch noch einen Pferdesnack, weil es ein Pferdchen nicht schafft, so dass Carol keine andere Wahl hat, als es von seinen Qualen zu erlösen. Oder kommt hier die pragmatische Carol doch wieder durch, die das Tier für die Gruppe opfert? Immerhin zeigt Carol hier einige Emotionen, die beide Lesarten zulassen, wie ich finde. So gibt es immerhin Essen für die Gruppe...

Eine Umarmung von Magna und Carol gibt es obendrein, aber auch Magnas Bitte an Carol, Kelly nicht falsche Hoffnung wegen ihrer Schwester Connie (Lauren Riddloff) zu geben. Doch ist Hoffnung wirklich so unangebracht, in der Situation, in der die Überlebenden stecken? Jedenfalls scheinen Carol und Kelly vorerst weiterhin ein Erkundungsduo zu bleiben und gehen kurz danach zusammen wieder auf Reisen. Denn die Schuld nagt an Carol, wohl auch wegen der Verstimmungen mit Daryl.

Fazit

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Obwohl die The Walking Dead-Folge Hunted um einige Minuten kürzer als die ersten beiden Episoden der Staffel war, fand ich sie zäher als beide Premierenkapitel. Maggies Verhalten missfällt mir weiterhin, aber auch die fehlende Motivation und die unsinnigen Slasher-Attacken der Reapers sorgen bei mir für Wertungsabzüge. Dazu kommen Randos, die keinen interessieren, womit keinesfalls Alden gemeint ist, und entsprechend Screentime horten. Und ein Pferdeausflug, der zwar nett und deutlich besser als #Steinsuppe und #Granatengate ist, aber mich auch nur bedingt befriedigen kann. Sehe ich das zu streng? Was meint Ihr?

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode Rendition (11x04) der Serie The Walking Dead:

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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 6. September 2021

The Walking Dead 11x03 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 3
(The Walking Dead 11x03)
Deutscher Titel der Episode
Gejagt
Titel der Episode im Original
Hunted
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 29. August 2021 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 6. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 6. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 6. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 6. September 2021
Autoren
Frank Darabont, Robert Kirkman, Tony Moore
Regisseur
Fred Toye

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 11x03

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