The Originals 3x14

A Streetcar Names Desire ist ein preisgekröntes Schauspiel aus dem Jahr 1948 von Tennessee Williams. Wer mit den Großen spielen will, der sollte seine besten Züge mitbringen. The Originals erfüllt alle Versprechen und lässt die Mutterserie The Vampire Diaries damit wohl endgültig hinter sich zurück.
Brüder
Bekanntermaßen versucht man in Mystic Falls nach Elenas Abschied wieder zurück zur Story über zwei Brüder zurückzukehren. Brüderpaare werden damit zu einem der Themen, die das Crossover auf seiner Fahne stehen hat. Doch während Stefan und Damon im Grunde viel stärker im Zusammenspiel mit anderen Figuren sind, fahren Elijah (Daniel Gillies) und Klaus (Joseph Morgan) alles auf und nehmen die Trophäe als beste Brüder mit nach Hause.
Nach großem Theater riecht nicht nur der Titel der Episode sondern auch der erste Akt, in dem Klaus und Elijah in eine magische Welt mit ihren Erzfeinden gesperrt werden. In einem intensiven Kammerspiel werden die beiden Mikaelsons mit den Fehlern ihrer Vergangenheit konfrontiert. Und weder Aurora (Rebecca Breeds) noch Tristan (Oliver Ackland) lassen sich einfach ausspielen. In diesem Raum, in den Aya (Tracy Ifeachor) sie mit Hilfe der Stryx-Hexen gesperrt hat, können sie sich körperlich nichts antun. Stärke gilt nur auf mentaler Ebene. Aurora fährt die ersten Punkte ein, denn wie ein Kind tritt sie um sich, fischt in allen Wassern, die ihr zur Verfügung stehen und landet schließlich unweigerlich bei wunden Punkten. Doch der erste Etappensieg geht an Elijah, der eine neue Strategie ausprobiert. Während Tristan ihm vorwirft, ein schlechter Urvampir für seine Nachkommen gewesen zu sein, entgegnet der Original eiskalt: „Would you mind terribly if you spared me the deadbeat dad lecture?“ Das sitzt. Tristan ist ganz deutlich verletzt von Elijahs Betrug und Verstoß. Anders als im Fall von Klaus und Aurora haben die beiden wirklich eine Art Eltern-Kind-Beziehung. Und eine der schmerzhaftesten Sachen, was man einem Kind mental antun kann, ist ihm das Gefühl zu geben, es sei zu unwichtig, um sich mit ihm und seinen Problemen zu beschäftigen. Elijah, der für gewöhnlich so emotional und verständig ist, landet hier einen fast schon sadistischen Punkt, nach dem einem Tristan richtig leid tun kann.
Denn er hat Recht. Hier stehen sich zwei Geschwisterpaare gegenüber, die beiden ihren Teil von Rache, Betrug und Loyalität mitbekommen haben. Dass wir für die Mikaelsons jubeln, liegt nur an der Ausrichtung der Serie, nicht daran, dass sie eine moralische Überhand hätten oder etwas Ähnliches.
Schmerzlich bewusst wird das als Elijah am Ende der Episode A Streetcar Named Desire Aya gegenüber zugibt, dass er sich nicht verzeihen könne, was er ihr und seinem Orden angetan habe. Schade, dass Tristan da schon wieder auf dem Meeresboden angekommen ist.
Der Freund, der sie betrügt
Auch wenn es im ersten Teil so aussieht, so schnell entkommt Stefan (Paul Wesley) New Orleans dann doch nicht. Wie ein kleiner Stich kann man bemerken, dass der einzige schwache Aspekt der Story, der ist, den wir aus Mystic Falls mitgebracht haben. Und zwar die Lösung für die Ablenkung der Vampirjägerin. Dass Bonnie (Kat Graham) auf die Idee mit der Paste nicht gekommen ist, wirkt seltsam. Aber so ist es halt im Moment. Die neuen Ideen der The Vampire Diaries-Macher wirken alle etwas an den Haaren herbeigezogen. Konzentrieren wir uns auf das, was funktioniert: Stefan, der Herzensbrecher. Er begeistert nicht nur Freya (Riley Voelkel) direkt, sondern landet auch noch mit Hayley (Phoebe Tonkin, Wesleys Lebensgefährtin im echten Leben) in einem Kofferraum, wo er sich als perfekter Gesprächspartner zeigt. Stefan ist eine der stärksten TVD-Figuren und man könnte sich im Moment wünschen, dass sie ihn einfach rüberschieben nach New Orleans und das Desaster in Mystic Falls sich selbst überlassen.
Nicht nur Stefan, auch Lucien (Andrew Lees) glänzt in der Episode A Streetcar Named Desire. Selbst die Nebenfiguren sind in New Orleans mittlerweile um Längen stärker als in Mystic Falls. Die stärkste Szene der Episode und vielleicht der ganzen Serie bisher, haben dann jedoch wieder Klaus und Elijah auf ihrer Seite. Der ältere Mikaelson beweist schon Eleganz und Entschlossenheit als er kurz nachdem Freya ihn zurück seinen Körper geholt hat, zwei der Hexen ausschaltet. In kurzer Abfolge passiert so viel Spannendes, was in der Story verankert ist. Unter anderem Marcels Entscheidung, für Hayley und die Mikaelsons zu kämpfen.
Und dann erst Klaus! Davinas Anteil an dieser Szene macht alle Durchhänger ihrerseits vergessen. Sie bleibt ihrem großen Plan treu, lässt sich nicht ablenken oder von Mitgefühl ablenken, sie zieht es durch und das führt zu einer besonderen Szene zwischen den zwei Brüdern. „I felt them leave. My sire line is broken.“
Das ist das Ende des Klaus Mikaelsons wie wir ihn kennen, auch wenn sich das erst auf lange Sicht zeigen wird. Denn auf der Kurzstrecke ist natürlich etwas anderes interessanter: Kols Rückkehr unter die Lebenden. Davina hat gesiegt und zum ersten Mal eine Liebe, die ihr aus den Armen gerissen wurde, zurückgeholt.
Fazit
Die Welt im French Quarter steht Kopf und alles scheint möglich. Doch in Richtung der Mutterserie muss dazu gesagt werden: auf eine gute Art. Denn Chaos erzeugt nur Spannung, wenn es auf der Story und den Charakteren aufgebaut ist. Statt wahllos neue Figuren auf uns zu werfen, die dann durch überraschende Verwandtschaftsgrade gerechtfertigt werden, schaut man bei The Originals auf die Vergangenheit und die Motivationen der Figuren um daraus großartige Unterhaltung zu kreieren.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 27. Februar 2016(The Originals 3x14)
Schauspieler in der Episode The Originals 3x14
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