The Originals 2x12

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In der Episode Sanctuary wird wieder einmal deutlich, wie viele Lagen die Story in der Serie The Originals oft hat. Jede Figur hat verschiedene, sich oft in die Quere kommende Ziele. Dafür muss sie unterschiedliche Allianzen eingehen, die oft in Geheimnissen münden. Die Halbwertszeit einer Koalition im French Quarter ist dementsprechend kurz. Oft geraten die Figuren in Gewissenskonflikte, an welchem Ziel sie stärker festhalten wollen und oft zeigen uns die Serienautoren nicht sofort, wie sie sich entscheiden.
Die Episode ist in dieser Hinsicht ein Paradestück, denn unaufhörlich tun sich doppelte Böden auf und hinter jeder Aktion steckt doch immer ein Hintergedanke, den man als Zuschauer mal mehr, mal weniger kommen sieht.
I do trust you, more than you know. I just don't trust Jackson.
Klaus (Joseph Morgan) hat eine lange Veränderung hinter sich, die bestimmt ist von ständigen Vor- und Rückschritten. Man muss bei ihm auch immer unterscheiden, ob er impulsiv oder überlegt handelt, ob er im Team mitspielt oder eine eigene Agenda hat. Seit Beginn der zweiten Staffel hat Klaus sich vom machthungrigen Einzelgänger zum besorgten Mannschaftsspieler entwickelt. In erster Linie ist das der Geburt und der Bedrohung seiner Tochter Hope zu verdanken. Oft wird nicht deutlich, ob er wirklich mit den anderen kämpfen will oder er nur im Moment zufällig dasselbe Ziel wie sie hat.
Beleuchtet man die Figur Klaus von der einen Seite, kommt ein emotionaler Freund zum Vorschein, nähert man sich von der anderen Seite verändert sie sich zum einem ruchlosen Psychopathen. In der Episode Sanctuary bringen die The Originals-Autoren deutlich mehr als eine Glühbirne mit, um Klaus ins rechte Licht zu rücken.
Eines ist aber ganz klar: Sein oberstes Ziel ist die Sicherheit seiner Tochter Hope. Die Frage ist nur, über wie viel und vor allem über wessen Leichen er dafür gehen wird. Seit Beginn der Serie hat Hayley (Phoebe Tonkin) sich immer mehr als Teil der Mikaelson-Familie etabliert. Sie steht dabei ganz klar im Lager von Klaus und Elijah (Daniel Gillies). Und auch Klaus hat über die letzten Episoden immer wieder bewiesen, dass sie für ihn essentielles Mitglied des Teams ist und auch nach der Geburt Hopes nicht zum überflüssigen Ballast wurde. Er nimmt Rücksicht auf sie und ihre Wünsche.
Das ist der Grund, wieso er Jackson (Nathan Parsons) nicht tötet. Am Ende der Szene lassen die Autoren es offen, ob Klaus ihn sowieso verschont hätte oder ob Hayleys Eingreifen Jackson das Leben gerettet hat. Doch eingefleischten Fans dürfte von Anfang an recht klar sein, dass Klaus nicht die Absicht hat, ihn umzubringen.
So sehr er sich auch gerne reden hört, hat Klaus doch ein ziemlich unflexibles Tötungsmuster. Er will keine letzten Worte seiner Opfer hören und ihnen nur sehr selten noch etwas mit auf den Weg geben, denn er weiß ja, dass der sowieso gleich zu Ende gehen wird. Die großen Worte spricht er lieber selbst und das meist erst nach dem Mord. Wenn er in der Vergangenheit einem seiner Opfer eine wichtige Information mit in den Tod gegeben hat, war das oft schon als Anzeichen von Gnade zu werten.
Doch mit Jackson spielt er nicht nur, er diskutiert, er erklärt. Da ist schon klar, dass Jackson alleine schon deswegen weiterleben wird, weil Klaus' Worte sonst überflüssig wären.
Hayley erklärt er Jackson am Ende sehr gut damit, dass Klaus ihn nicht töten kann, weil er sonst seine letzten Freunde verlieren würde. Das ist die Entwicklung, auf die alles hindeutet, Hayleys Analyse ist ziemlich scharfsinnig. Doch Klaus nimmt die Mühe auf sich, Elijah am Ende zu erklären, dass seine Gnade nur Taktik ist und Jackson sich nach der Hochzeit nicht so sicher fühlen solle.
Klaus pendelt immer zwischen Psychose und Vernunft. Es ist fast etwas niedlich, wie er am Ende an seiner Unberechenbarkeit festhält und Jackson mit einem Messer in der Hand droht obwohl wir wissen, dass er sich verändert hat. Er kann es nicht verstecken, seine Tochter hat ihn weicher gemacht. Er lässt mehr Personen in seinen inneren Zirkel, seine Freunde sind ihm wichtiger als zuvor. Aber wenn es ihm besser damit geht, noch ein bisschen durch die Gegend zu drohen, dann soll er das tun. Wir wissen, dass er früher als erwartet wieder Gelegenheit haben wird, seinen Zorn gegen diejenigen zu richten, die im Gegensatz zu Jackson eine echte Gefahr für seine Tochter darstellen.
We could have a whole armee of super wolves.
Es passiert also wirklich, selbst Klaus hat es abgesegnet: Hayley weiht Jackson in das Geheimnis um Hope ein. Das war abzusehen und könnte interessant werden, doch das Vorspiel ist mal wieder ziemlich ermüdend. Nur Klaus' Eingreifen gibt dieser Storyline etwas Sehenswertes. Auf der anderen Seite haben wir Jackson, der sich immer mehr wie ein Liebestrottel aufführt. Jede große Ansprache, die er hält, endet damit, dass er ach so große Gefühle für Hayley hat. Langsam muss man sich fragen, ob hinter seiner vernebelten Verliebtheit nicht doch etwas anderes steckt.
Er erzählt ihr, wer ihre Eltern getötet hat: sein Großvater. Das wird uns als großes Geheimnis verkauft, doch selbst Hayley ist eher weniger beeindruckt von der Offenbarung. Es geht kaum als ebenbürtiges Geheimnis durch, denn Jackson selbst hat er erst vor kurzem von seiner Großmutter erfahren und es hat nichts mit ihm selbst zu tun, es sei denn, man lässt Sippenhaft gelten.
Hayley hingegen sitzt auf einem Geheimnis, das aktuell ist, dessen Verrat extreme Auswirkungen hat - nicht eine Jahrzehnte alte Täteridentifikation, bei der der Mörder selbst schon lange tot und damit aus dem Schneider ist.
Mit der Rückendeckung seiner großartigen Oma hätte Jackson im Moment jede Möglichkeit, sich als interessanter Charakter hervorzuspielen, doch er bleibt weiterhin dabei, nur seine Gefühle für Hayley zu betonen und alles dafür zu tun. Das wäre ja noch okay, wenn er auch noch etwas anderes tun würde, aber da ist nicht viel zu finden.
You should stand beside them.
Interessanter geht es unterdessen in Rebekahs Gefängnis zu, wo sie sich zur feministischen Revolutionsführerin aufschwingt. Vom ersten Moment an war wohl den meisten Zuschauern klar, dass es sich bei dem Mädchen vor dem Fernseher um Freya (Riley Voelkel, The Newsroom) handeln muss.
Dieser Plot ist im Moment der Vielversprechendste. Mit Freya tauchen wir tief in die Geschichte der Mikaelsons ein. Sie hat die Position - und wie wir in der Episode Sanctuary sehen auch die Macht - die einzelnen Plots zusammenzubringen. Wir wissen, dass sie im Kindesalter ihrer Tante übergeben worden ist, doch wir wissen nicht, wo diese Tante jetzt ist und wie es Freya bei ihr ergangen ist. Wir wissen nicht, was sie vorhat, doch Rebekah (Maisie Richardson-Sellers) gegenüber gibt sie einen kleinen, aber wichtigen Einblick in ihre Überzeugungen. Sie sagt ihr, dass man mit Familie nicht kämpfen, sondern zusammenstehen soll. Sie wird sich also aller Voraussicht nach nicht für eines der aktuellen Mikaelson-Lager entscheiden, sondern als vereinende Macht eingreifen. Doch wer darunter leiden wird, ist noch nicht klar.
Dazu kommt, dass der aktuelle Gegenspieler Finncent (Yusuf Gatewood) vor kurzem gezeigt hat, dass er nie über den Verlust der Schwester hinweggekommen ist und sie neben ihm das einzige Mikaelson-Kind ist, das er gelten lässt. Wie muss es den ohnehin verwirrten Finncent gehen, wenn er mit seiner totgeglaubten Schwester Freya konfrontiert wird? Wie wird Freya auf ihre Eltern reagieren? Und was sagt sie zu der Praxis, das älteste Kind abzugeben? Wird sie Hope beschützen oder dafür sorgen, dass die Tradition fortgesetzt wird?
So viele Fragen, auf die die Episode Sanctuary noch keine Antwort liefert, aber kleine Hinweise ins Rennen wirft, die die Wartezeit bis zu nächsten The Originals-Episode noch länger erscheinen lassen.
Now I can see which way the wind is blowing.
Wie unbedeutend sich der drohende Tod eines Mikaelsons anfühlen kann, zeigt Finncents Fluch für Kaleb (Daniel Sharman). Kol war in der Serie The Vampire Diaries immer ein sehr interessanter Charakter, der oft Sympathien und Emotionen wecken konnte, obwohl er sich in der Regel als Gegner der Hauptfiguren in Stellung brachte. Diese gute Vorarbeit fahren die The Originals-Autoren an die Wand. Es ist kaum möglich, sich in der Beziehung zwischen Davina (Danielle Campbell) und Kaleb zu engagieren. Für einen Moment konnte Kaleb vor kurzem ein bisschen Mitgefühl wecken, als er mit den hungrigen Vampiren eingeschlossen war. Doch schon kurz darauf flachte das alles wieder ab. Das Problem mit Kalebs Figur ist, dass er keine eigenen Überzeugungen zu haben scheint. Er arbeitet mit seiner Mutter zusammen, dann aber doch wieder nicht, er betrügt Rebekah, irgendwie ist er dann aber doch gegen Finn. Seine einzige deutliche Motivation scheinen seine Gefühle für Davina zu sein, und selbst die sind ziemlich langweilig. Darüber hinaus sehen wir ihn einfach zu oft um sein Leben betteln.
Fazit
Die Episode Sanctuary arbeitet sich vor allem an den Wechselwählern der Story ab. So richtig ist nie klar, aus wessen Seite Klaus eigentlich steht. Diese Unsicherheit wird nur noch von der Figur Kaleb übertroffen. Richtig interessant wird es jedoch erst mit dem neuen, uneinschätzbaren Faktor: Freya kehrt zurück, doch nicht als Opfer, sondern als mächtige Hexe mit einer eigenen Agenda, die wohl niemandem so richtig schmecken wird.
Promo zur Episode „The Devil Is Damned“ (2x13) der Serie „The Originals“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 3. Februar 2015The Originals 2x12 Trailer
(The Originals 2x12)
Schauspieler in der Episode The Originals 2x12
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