The Originals 2x11

Marcel (Charles Michael Davis) erinnert sich in der Episode Brotherhood of the Damned an seine Tage als Soldat im Ersten Weltkrieg. Das führt zu interessanten Rückschlüssen auf die Gegenwart und zeigt die Unterschiede zwischen Klaus und seinem Ziehsohn auf. Doch auch Finncent (Yusuf Gatewood) kann sich eindrucksvoll in Stellung bringen, hat jedoch nicht mit Klaus' Talent für große Gesten und gutes Timing gerechnet.
I have been at war!
In der letzten Episode war der Verbleib der Vampire im Anwesen eher ein nebensächliches Übel, in erster Linie interessant weil es Kaleb (Daniel Sharman) weiter in unmittelbarer Gefahr hielt. Überhaupt ist seit Beginn der zweiten Staffel der Fokus in der Serie The Originals in beachtlichem Maße von Marcel abgerückt und hat sich auf die Mikaelson-Familie verlagert. Das ist an und für sich folgerichtig, schließlich wird mindestens einmal pro Episode betont, dass Familie das Wichtigste sei, in jeder Hinsicht.
Doch auch die Figuren, die nicht unmittelbar zur Original-Sippe um Esther gehören, finden immer wieder ihren Platz in der Story. Die Episode Brotherhood of the Damned ist Marcels große Stunde. Er und seine Vampirgang sind nach wie vor im Anwesen gefangen, zunehmend hungrig, als einzige mögliche Nahrungsquelle einen in Ungnade gefallenen Mikaelson, der jedoch auch die einzige Spur zu Rebekah ist. Keine einfache Situation für den Anführer der Bande, der auch Rebekahs große Liebe ist.
Doch Marcel meistert die Situation mit Hilfe seiner Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Die aktuelle Situation ist weniger interessant und schon gar nicht spannend. Dass Kaleb nicht auf diese Weise draufgeht, ist von Beginn an klar. Doch die Ereignisse in der Episode Brotherhood of the Damned bringen uns näher an den Charakter Marcel und zeigen uns auf, wie groß die Unterschiede zwischen Marcel und seinem Ziehvater Klaus (Joseph Morgan) sind.
Als Klaus nach New Orleans zurückkehrt, findet er Marcel an der Spitze der Vampire vor. Ein guter Teil der ersten Staffel handelt von dem Machtkampf um das French Quarter zwischen diesen beiden. Doch mittlerweile ist das alles etwas nuancierter. Klaus fällt auf offenbar natürliche Art und Weise immer wieder in die Machtposition, vor allem seit es nicht mehr auf die Koalition mit den Menschen und anderen Gruppen ankommt. Klaus hat zahlreiche mitgelieferte Feinde, schon familienhalber. Frieden kann er nicht finden. Sein Ziel ist - je nach Situation und Anspruchsmöglichkeit - die eigene Machtsicherung oder die Sicherheit seiner Familienmitglieder. Zumindest der Mitglieder seiner eigenen, handverlesenen Familie - die mit Hayley (Phoebe Tonkin) als Mutter seiner Tochter - im Unterschied zur Mikaleson-Familie mit Esther und Mikael an der Spitze. Und hin und wieder ist es auch offenbar reiner Sadismus, der Klaus überkommt.
Sein Ziehsohn ist anders. Klaus sieht sich als Anführer einer großen Masse mit einem kleinen Führungszirkel um sich herum. Marcel ist anders. Er strebt nicht die Weltmacht an und er bevorzugt keinen Einzelnen seiner Untergebenen, zumindest nicht in dem Maße wie Klaus.
Marcel baut sich sein eigenes kleines Volk auf. Er hat es im ersten Weltkrieg mit seinen untergebenen Soldaten getan und er tut es im Moment mit der Gruppe von Vampiren um Gia (Nishi Munshi) , die er kreiert hat. Beide verbindet das Bedürfnis, nicht alleine zu sein, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Doch während Klaus sich als Kopf einer Elite sieht, stehen für Marcel Prinzipien und Moral an vorderster Stelle. Er sieht sich als Anführer unter Gleichen. Er versucht mit Vernunft zu überzeugen statt sich mit Gewalt durchzusetzen. Was nicht bedeutet, dass er nicht ebenso erbarmungslos dem Feind gegenüber sein kann, wenn es sein muss.
Mit dieser Art hat Marcel sich zum Anführer aller uns bekannter Vampire hervorgetan, was letztendlich bedeutet, dass Klaus den ursprünglichen Machtkampf verloren hat, oder, um genauer zu sein, hat sich mit Hopes Geburt und der Rückkehr seiner Eltern sein Augenmerk verschoben. Ohne dass es eine Entscheidung gegeben hätte, haben die beiden wieder zusammengefunden. Beide wollen Hope schützen - Klaus wieder mal aus persönlichen Motiven, Marcel aus seinem Prinzip heraus, dass Kindern nicht geschadet werden darf - und beide wollen die gemeinsamen Feinde wie Finncent loswerden. In der Serie The Originals schießen die Gegner so sehr aus dem Boden, dass man manchmal die Übersicht verliert, wer eigentlich was gewonnen hat. Das kann frustrierend sein, wenn ursprünglich große Gefahren plötzlich unwichtig werden. Doch mit Blick auf die Beziehung von Marcel und Klaus haben die Serienautoren einen guten Job abgeliefert.
I must confess!
Zu Beginn der Episode Brotherhood of the Damned sieht es so aus als wenn Cami (Leah Pipes) doch noch ihren Willen bekommt und Elijah (Daniel Gillies) sich therapieren lässt. Doch die echte Therapie findet er später statt, zwischen den Brüdern. Das kurze Gespräch mit Cami dient lediglich dazu, noch einmal zu erwähnen, wieso es Elijah so schwer fällt, mit Klaus über das zu sprechen, was ihn verfolgt.
Kaleb wird von den Brüdern schnell wieder aus dem Gesprächskreis entfernt, was sich gut trifft, weil er in dem Moment logischer Weise in erster Linie an seinem reinen Überleben und weniger an seinem Seelenheil interessiert ist. Das gibt den anderen drei die Gelegenheit, die wirklich heißen Eisen anzufassen, die großen Geheimnisse der Mikaelson-Sippe.
Finncent hat da so ein Gefühl, dass Klaus nicht ehrlich ist. Er hat beste Voraussetzungen, dieses Geheimnis aus ihm herauszukitzeln in seinem kleinen Hexenraum jenseits der realen Welt. Doch Klaus und Elijah machen aus der Bedrohung eine wunderbare Geste gegenseitiger Unterstützung. Um von Klaus' Geheimnis um Hope abzulenken, gibt Elijah sein großes Geheimnis auf. Er beichtet den Mord an Tatia, von dem er weiß, dass er auch Klaus schwer getroffen hat. Doch Klaus gibt die große Geste zurück und befreit Elijah von seinen Gewissensbissen, er verzeiht ihm. Ganz nebenbei bedrohen die beiden mit dieser Offenbarung auch Finncents Zauberraum und befreien sich selbst.
Auch mit Hayleys Plot gerät das Geheimnis um Hope in die Gefahr der Offenbarung. Sie will die Ehe mit Jackson (Nathan Parsons) eingehen, um die Werwölfe zu befreien. Auf dem Weg zu Jacksons Großmutter, bei der einige Rituale vollzogen werden müssen, scherzen die beiden wie ein echtes Paar. Die Geschichte zwischen den beiden gewinnt auch in der Episode Brotherhood of the Damned nicht an Chemie. Es bleibt ein am Reißbrett fies zusammengeschusterter Plot, der als Hindernis in die große Romanze von Hayley und Elijah platzen muss.
Jetzt wird auch noch das Geheimnis um Hope mit in den Topf geworfen. Hayley und Jackson müssen an einem Ritual teilnehmen, das die Gedanken und Gefühle der beiden verknüpft und ihnen damit die Geheimnisse des anderen offenbart. Hayley muss sich zwischen ihrer Werwolf-Gang und ihrer Tochter entscheiden. Zumindest wirkt das im ersten Moment so auf sie. Nach einer Ansprache, die sicher rührender gewesen wäre, wenn wir Jackson ein bisschen besser kennen würden, scheint sie zu glauben, dass der charmante Anführer ihre Tochter nicht ausliefern wird.
Im Moment ist die Figur Jackson an einem toten Punkt angekommen. Er hat nur ein Ziel, nur einen Zweck und nur eine Charaktereigenschaft: er liebt Hayley und will mit ihr zusammen sein. Das Ritual könnte ihn zumindest interessanter machen. Doch nicht durch seine Reaktion auf Hayleys Hope-Offenbarung, sondern weil die Möglichkeit besteht, dass er selbst ein halbwegs interessantes Geheimnis zu bieten hat.
Vielversprechend an dieser Storyline ist immerhin die Werwolf-Matriarchin Mary ( Debra Mooney, Scandal, Everwood), die sicher auch eine eigene Meinung zu den Ereignissen haben wird.
Fazit
In der Episode Brotherhood of the Damned wird das Geheimnis um Hope gleich auf doppelte Weise bedroht. Auf der einen Seite ist Finncent wild dazu entschlossen, Klaus zu durchleuchten. Er startet mit einem guten Versuch, der aber von Elijah und Klaus mit einer großen Geste abgeschmettert werden kann. Sie behalten vor Augen, was wirklich wichtig ist und lassen sich nicht von einem Mord aus der Vorzeit ablenken. Hayley ist dabei weniger standfest in ihren Überzeugungen. Als sie sich entscheiden muss, ob sie ihr Geheimnis für das Wohl ihres Packs aufgibt, entscheidet sie sich für die Wölfe. Zumindest sieht es zum Ende der Episode so aus, dass sie das Ritual durchziehen will, auch wenn das bedeutet, dass mindestens Jackson in ihr Geheimnis eingeweiht wird. Fairerweise muss man dazu sagen, dass nicht davon auszugehen ist, dass Jackson das Geheimnis zu Hayleys Schaden ausnutzen wird.
Vielleicht könnte das auch alles ohnehin unwichtig werden wenn Finncent seine Trümpfe Marcel gegenüber ausspielt. In der Episode Brotherhood of the Damned haben wir noch einmal unter dem Brennglas vorgeführt bekommen, wie Klaus' Ziehsohn tickt. Er hält nicht viel von Eliten und Entourage, er baut seine Gruppe um sich herum auf, in der alle gleich sein sollen. Sein Führungsanspruch baut auch auf Vernunft auf, seine Prinzipien sind ihm heilig.
Finncents Angriff bringt ihn in eine furchtbare Bedrängnis. Einerseits will er seine Leute retten, er hat eine Verantwortung übernommen, die er nicht auf die leichte Schulter nimmt und vor allem nicht hinter die eigenen Vorteile stellt, wie Klaus es schon öfter man getan hat. Doch er hat auch eine große Moral, besonders was die Bedrohung von Kindern betrifft. Er hat Hayley am Leben gelassen, weil sie zum Zeitpunkt seines Angriffs ein Kind war, er kümmert sich mit Hingabe um Davina (Danielle Campbell). Sollte es also soweit kommen, dass er sich zwischen Hope und seinen Leuten entscheiden muss, wird er wohl anschließend der sein, der dringend auf Camis Couch muss.
Promo zur Episode „Sanctuary“ (2x12) der Serie „The Originals“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 27. Januar 2015The Originals 2x11 Trailer
(The Originals 2x11)
Schauspieler in der Episode The Originals 2x11
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