The Killing 3x07

Die Episode Hope Kills zeigt, dass Schutz nichts ist, was man durch puren Willen erzwingen kann. Die traurige Wahrheit, die Bullet (Bex Taylor-Klaus) und Linden (Mireille Enos) lernen, ist, dass man auch Macht braucht, um jemanden schützen zu können. In der Serie The Killing geht es um Verbrechen, um das Leid, das Menschen anderen Menschen zufügen - auch denen, auf die sie eigentlich aufpassen sollten. Und anders als im ersten Fall scheint Zufall keine Option zu sein. Es handelt sich nicht um unkontrollierbare Schicksalsschläge - Schutz ist möglich. Doch diese Tatsache lässt die Beschützer noch verzweifelter zurück, wenn die mögliche Hilfe nicht rechtzeitig kommt oder nicht im eigenen Machtbereich liegt.
Schutzbedürftig
Bullet ist endlich am Ziel: Twitch (Max Fowler) ist als Idiot entlarvt, so dass sie und Lyric (Julia Sarah Stone) nun eine Art Paar sein können. Bullet versucht die so zart wirkende Lyric zu schützen. Doch was tun, wenn man nicht viel mehr Möglichkeiten? Bullet wendet sich an den einzigen, den sie kennt, der den Straßenmädchen helfen will: Pastor Mike (Ben Cotton). Doch der ist bereits ins Visier der Ermittler geraten. Und das führt zu einer unheilvollen Zusammenkunft.
Wir haben bereits gesehen, was Linden alles aufs Spiel setzt, wenn es darum geht, andere zu schützen. Sie kann die Belastung ihres Berufes nicht abstreifen und nach der Schicht in ihr Privatleben zurückkehren. Sie hängt an den Fällen, lässt nicht ab, bis sie das Gefühl hat, die ganze Wahrheit ans Licht gezerrt zu haben. Doch sie hat ihre Lektion gelernt.
Anders Holder (Joel Kinnaman). Der schicke Anzug konnte eines verbergen, was nun wieder ans Licht kommt: Er ist noch immer der Neue, der viel zu lernen hat, er ist oft zu impulsiv, handelt unüberlegt. So auch im zweiten Zusammentreffen mit Pastor Mike, oder besser gesagt Mark Elwood aus Arizona: Während Holder versucht, ihm Angst einzujagen oder zu einer unüberlegten Äußerung zu treiben, tut er in Wirklichkeit nur eines: Er warnt den Pastor und gibt ihm die Möglichkeit zu fliehen, bevor die Polizei zugreifen kann. In dem verzweifelten Versuch, die Opfer zu schützen, hilft er dem Verdächtigen.
Doch auch Linden hat mit der eigenen Machtlosigkeit zu kämpfen: Sie hat bisher keinen Weg gefunden, Seward vor seiner Hinrichtung zu retten, auch wenn sie weiterhin an seine Unschuld glaubt.
Einen Sinneswandel erlebt auch Kallies Mutter Danette (Amy Seimetz). Als sie die Möglichkeit gehabt hätte, ihre Tochter zu schützen, war sie nicht da. Nun versucht sie es, aber ist mehr oder weniger machtlos.
Der Lügner
Von Anfang an war er schon fast zu gut, um echt zu sein. Pastor Mike ist in das Visier der Ermittler geraten und erscheint auch nicht wie ein Unschuldslamm: Er lebt mit falscher Identität in Seattle, denn eigentlich ist er Mark Elwood aus Arizona, ein Jugendpastor, der als Entführer eines 16-jährigen Mädchens angeklagt wurde. Der Prozess fand nicht statt, nachdem das entführte Mädchen an einer Überdosis verstarb. Der Unschuldsvermutung hilft das nicht gerade. Auch die Tatsache, dass der Pastor es schafft, selbst Lyric Angst zu machen, wirkt bedrohlich. Gar nicht davon zu sprechen, dass er Linden ein Messer an den Hals hält.
Die undurchsichtige Vergangenheit und das mysteriöse Verhalten sind die zwei Aspekte, die die Serienautoren uns sehen lassen wollen. Doch in die Tiefe gehen wollen sie nicht. Und das ist eine Erzählweise, die wir bereits aus den ersten Staffeln kennen. Wenn man einen zweiten Blick auf die Ereignisse der Episode Hope Kills wirft, könnte alles ganz anders sein - und sollte es sogar sein. Schließlich haben wir mit dieser Episode gerade einmal die Halbzeit der Staffel überschritten.
Pastor Mike hat ein Geheimnis, das ist klar. Doch was genau in Arizona geschehen ist, wissen wir nicht. Vielleicht hat er das drogenabhängige Mädchen schützen wollen. Und er lügt auch über sein Zusammentreffen mit Angie. Doch woher wissen wir, dass er damit nicht nur das erste Geheimnis schützen will? Er könnte durchaus der sein, der sie zum Arzt gefahren hat. Wir haben bereits gesehen, wie Angie vor einem zufällig Vorbeikommenden fortgelaufen ist, sie hätte auch ohne Zusammenhang vor Pastor Mike weglaufen können, schließlich muss sie in einer Art Schock gewesen sein.
Er verfängt sich in einem Netz aus Lügen, doch die Ausgangslüge muss nicht bedeuten, dass er der Killer ist. Er selbst sagt zu Lyric, dass so viele Hinweise mittlerweile auch auf ihn zeigen, eines bleibt seltsam: Wieso sollte der Killer Linden entführen, wenn die Polizei ihm sowieso schon so dicht auf den Fersen ist? Sicher, es könnte der perfide Plan für einen großen Abgang sein...
Aber in einer Welt, in der man durchaus offenbar unschuldig im Todestrakt landen kann, versucht er nur, sich in eine Position zu bringen, in der er seine Unschuld beweisen kann. Und eine Polizistin in der Gewalt zu haben, ist ein zuverlässiger Weg, ihr Dinge zu zeigen.
Fazit
Die Episode Hope Kills findet einen neuen Verdächtigen Nummer Eins: Pastor Mike, der in Wirklichkeit Mark heißt. Die Serie The Killing hat es schon in den ersten Staffeln verstanden, den Blick der Zuschauer zu lenken. Alle Beweise führen unweigerlich zu Pastor Mike als Killer. Alles andere fällt dagegen aus dem Rahmen. Wie hängen die Morde dann mit den Pornovideos und Joe Mills zusammen? Wie hat Letzterer das Handy der Tochter seiner Freundin bekommen?
Es ist eine spannende Episode, man muss nun hoffen, dass sich alle hier gesammelten Beweise nicht einfach wieder in Wohlgefallen auflösen, wie wir es in der ersten Staffel ärgerlicherweise häufig gesehen haben.
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 8. Juli 2013(The Killing 3x07)
Schauspieler in der Episode The Killing 3x07
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