The Killing 3x06

The Killing 3x06

Mit der Episode Eminent Domain erweitert sich das Feld der Verdächtigen in der Serie The Killing. Außerdem werden die Vorgänge im Todestrakt endlich weiter mit den anderen Ereignissen verbunden.

Linden (Mireille Enos) und Holder (Joel Kinnaman) arbeiten am Fall eines Serienmörders in der Serie „The Killing“. / (c) AMC
Linden (Mireille Enos) und Holder (Joel Kinnaman) arbeiten am Fall eines Serienmörders in der Serie „The Killing“. / (c) AMC

Bisher präsentierte die dritte Staffel der Krimiserie The Killing sich als Jagd auf Joe Mills. Die Episode Eminent Domain bringt nun gleich mehrere potentielle Verdächtige ins Spiel. Einige sind zu offensichtlich um spannend zu sein, andere könnten die Tür zu einer ganz neuen Geschichte aufstoßen.

Große Fragezeichen

In einer Sache ist die Serie The Killing sich wieder einmal treu geblieben: Der Cliffhanger aus der letzten Episode, der doch so entscheidend schien, löst sich in Wohlgefallen auf. Wir werden weder darüber aufgeklärt, wieso Joe Mills (Ryan Robbins) das Handy der Tochter seiner Freundin hat, noch sehen wir, wie er auf Danettes Entdeckung reagiert hat. Das und das völlige Desinteresse der Polizei an Danettes Aussage lässt den Cliffhanger im Nebel verschwinden.

Das ist nicht neu. Wir sehen einen Cliffhanger, der so groß und wichtig erscheint, dass man davon ausgehen könnte, der Showdown stehe unmittelbar bevor und dann plätschert in der nächsten Episode alles unverändert vor sich hin.

Doch irgendwann werden wir es erfahren, woher Joe das Handy hat und was Danette (Amy Seimetz) damit meint, wenn sie sagt, dass sie nur knapp mit dem Leben aus diesem Hotelzimmer entkommen konnte. Schade ist es immer, wenn die Autoren ihre Zuschauer eine Woche mit diesen Fragen alleine lassen, nur um ihre Auflösung anschließend ungerührt zu vertagen.

Schön ist aber, dass Danette endlich den Ernst der Lage erkennt und sich an Bullet (Bex Taylor-Klaus) wendet. Das führt zu einer emotionalen Szene, in der die Freundin und die Mutter ihre Erinnerungen an die Verschwundene teilen. Und die stehen in engem Zusammenhang mit dem Wasser. So haben wir Kallie (Cate Sproule) kennengelernt, von der Brücke auf das Wasser blickend, gefährlich nahe am Abgrund. Im Wasser hat Linden (Mireille Enos) auch die Toten gefunden, die Leichen der Mädchen, die dem Serienkiller schon zum Opfer gefallen waren.

Solche beiläufig erscheinenden Motive sind eine der Stärken der Serie The Killing. Sie tauchen immer wieder auf, und wer genau aufpasst, kann hin und wieder einen Schlüssel finden, der diese Momente verbindet und im Rückblick eine neue Sichtweise eröffnet.

Willkommen im Club

Eine solche Offenbarung überkommt in der Episode Eminent Domain auch Holder (Joel Kinnaman). Er versucht sich in den Kopf, die Gedanken des Killers zu versetzen und endet mit Redewendungen, die einen neuen Verdächtigen ins Feld führen: Pastor Mike (Ben Cotton), der Heilige aus dem Heim für obdachlose Mädchen. Das einzig Überraschende an dieser neuen Wendung ist im Grunde, wie verblüfft Holder über seine Entdeckung ist. Als Zuschauer konnte man es weit kommen sehen, Pastor Mike war von der ersten Sekunde an geradezu prädestiniert dafür, einen Verdächtigen abzugeben. Doch im Grunde ist es gut, dass er jetzt ins Visier der Ermittler gerät, wie damals Rosie Larsens Lehrer. Es ist zu früh für eine Lösung, das, was wir uns von Pastor Mike versprechen können sind einige dunkle Geheimnisse, vielleicht der bösen Art. Überraschender und spannender wäre es jedoch, wenn dieses Geheimnis nichts damit zu tun hat, dass er junge Mädchen, die Schutz bei ihm suchen, ausnutzt.

Doch nicht nur Pastor Mike ist neu auf der Liste. Die Episode Eminent Domain bringt auch zwei weitere Personen ins Rennen um den Täterposten. Die sind zwar noch nicht Teil der offiziellen Polizeifahndung, aber die Serienautoren scheinen uns zumindest kleine Hinweise hinzustreuen.

Der erste, der in Frage kommt, ist Becker (Hugh Dillon), der seinem Arbeitsplatz ohne weitere Erklärung fern bleibt. Ein Umstand, auf den mehrfach, unter anderem von Seward (Peter Sarsgaard), hingewiesen wird und der alleine dadurch größere Bedeutung erhält. Wenn Becker in die Ermittlungen gerät, als Verdächtiger oder auch anders, dann würde das auch die beiden Handlungsstränge - im Todestrakt und die Killersuche - miteinander verbinden. Und es würde erklären, wieso wir so viel Zeit mit den Wärtern Becker und dem überforderten Evan (Aaron Douglas) verbringen.

Einer, der ebenfalls ins Visier der Ermittler geraten könnte, ist Reddick (Gregg Henry). Dass er der Täter ist, ist eher unwahrscheinlich, vor allem, da er den Fall zu Beginn einfach an einen anderen Detective abschieben wollte, also die Kontrolle völlig aufgeben wollte. Doch er verliert die einzige Zeugin und so etwas passiert - zumindest in der Serie The Killing - nicht zufällig. Er mag nicht der Mörder sein, aber die Möglichkeit, dass er sich durch Erpressung oder Bestechung dazu hat hinreißen lassen, Angie aus den Augen zu verlieren, könnte eine völlig neue Theorie eröffnen. Bisher spielt der Fall sich rund um das Milieu der obdachlosen Jugendlichen ab. Doch der Täter könnte aus einer ganz anderen Richtung kommen. In den ersten zwei Staffeln haben wir die Spitze der lokalen Politik und der Wirtschaft unter Verdacht gesehen. Ähnliches könnte sich hier wieder entspinnen. Jemand, der die Möglichkeit hat, einen Detective zu bestechen, wird eine gewisse Macht haben.

Klarer sehen

Das Thema der Episode Eminent Domain ist das Sehen. Angie (Laine MacNeil) sagt aus, dass der Täter ihr versprach, sie zu retten, dass sie endlich klar sehen würde. Sie hat den Täter gesehen, im Rückspiegel. Sewards Sohn Adrian hat den Killer gesehen. Zu guter Letzt sieht Lyric (Julia Sarah Stone) endlich Bullet.

Das Motiv Sehen passt zu einem Fall im Milieu von Menschen, die für gewöhnlich nicht oder allenfalls am Rande der Gesellschaft gesehen werden.

Etwas klarer sehen können wir nun auch in Bezug auf Seward. Bisher schien er unnahbar, hatte sich von allen verschlossen. Doch der Selbstmord seines einzigen Freundes bringt ihn uns näher. Alton (Little JJ) hat sich nach der Vergebung seiner Familie gesehnt und das bringt Seward dazu, seinem ebenfalls inhaftierten Vater einen Besuch abzustatten. Und schließlich zeigt er endlich Gefühle als die Polizistin, die ihn hinter Gitter gebracht hat, ihm endlich seine Unschuld glaubt.

Die neue Erkenntnis, dass Adrian den Mörder gesehen hat, bringt die beiden Plots endlich näher zusammen. Doch geschickt gemacht ist es nicht. Seward wusste, dass sein Sohn oft in dem Schrank schläft und hat bisher nichts gesagt. Sein Bett war gemacht und trotzdem ist vor Jahren niemand darauf gekommen, dass er schon während des Mordes in dem Schrank gewesen sein könnte. Das können die The Killing-Autoren für gewöhnlich besser.

Fazit

Die Episode Eminent Domain treibt die beiden Storys, die im Todestrakt und die der Killersuche, endlich näher zusammen. Diese Entwicklung macht Lust auf mehr. Bis auf einzelne Schwachstellen zeigt diese The Killing-Episode sich gewohnt stark und spannend.

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 1. Juli 2013
Episode
Staffel 3, Episode 6
(The Killing 3x06)
Deutscher Titel der Episode
Wandschrank
Titel der Episode im Original
Eminent Domain
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 30. Juni 2013 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 16. September 2014
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 16. September 2014
Autor
David Wiener
Regisseur
Keith Gordon

Schauspieler in der Episode The Killing 3x06

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