The Americans 2x12

The Americans 2x12

Mit großen Schritten eilen die The Americans-Autoren dem Staffelfinale entgegen und Larrick seinem Rachefeldzug. Für alle Beteiligten wird das Eis dünner in der Episode Operation Chronicle während Stan die Zeit findet, einen Gebrauchtwagen zu kaufen.

Elizabeth (Keri Russell) auf Hilfsmission für Jared (Owen Campbell) in der Serie „The Americans“ / (c) FX
Elizabeth (Keri Russell) auf Hilfsmission für Jared (Owen Campbell) in der Serie „The Americans“ / (c) FX

Das The Americans-Staffelfinale steht nun unmittelbar bevor und die lange so gut gehüteten Geheimnisse auf allen Seiten stehen auf immer dünnerem Eis. In der letzten Episode hat die Entwicklung bereits erste Opfer gefordert, in der Episode Operation Chronicle werden die Weichen für den ganz großen Zusammenbruch gestellt. Bleibt nur noch die Frage, wen es erwischt und wer sein Leben am Ende doch noch knapp retten kann.

Der verlorene Sohn

Elizabeth (Keri Russell) beschäftigt sich in der Episode Operation Chronicle damit, Jared (Owen Campbell) in Sicherheit zu bringen. Das bringt einige emotionale Momente hervor. Das letzte Mal, dass wir Elizabeth in der beschützenden Mutterrolle gesehen haben, war gegenüber Lucia, doch die hat sich ihr eigenes Grab geschaufelt. Jared ist ganz offensichtlich weder dumm noch naiv, für seine Lage schlägt er sich fast unmenschlich gut. Vor nicht allzu langer Zeit sind seine Eltern und seine Schwester ermordet worden und nun treten von allen Seiten mysteriöse Menschen an ihn heran, die geheimnisvolle Andeutungen machen und ihn in ihre Richtung ziehen wollen. Wir wissen nicht, wieso er sich entschieden hat, Kate (Wrenn Schmidt) und Elizabeth anstatt Stan (Noah Emmerich) zu vertrauen, doch im Moment scheint es so als wenn er wirklich genau das tut.

Obwohl das bedeutet, dass er sein komplettes Leben hinter sich lassen muss um in der Hand einer Organisation, von der er erst seit kurzer Zeit weiß, an einem fremden Ort neu anzufangen. Schließlich kommt er in der Hütte an, in der auch Elizabeth ihre Verletzung auskuriert hat. Er gibt uns im Moment keinen Grund, zu vermuten, dass er mehr weiß oder ein eigenes Geheimnis hat. Doch seine Wichtigkeit für die russischen Verantwortlichen und auch für Larrick (Lee Tergesen) wirft Fragen auf. Seine Anwesenheit erinnert uns auch daran, dass nach wie vor niemand zu wissen scheint, wer hinter dem Mord an seiner Familie steckt. Irgendjemand hat ein großes Geheimnis, dass wir an der Seite der Jennings wohl im Staffelfinale lüften werden.

Der Geheimnisvolle

Philip (Matthew Rhys) und Elizabeth dürfen als Mörder wohl ausgeschlossen werden. Stan scheint ebenfalls erst seit kurzem die Punkte zu verbinden. Eine Zeit lang konnte man Larrick verdächtigen, auch Claudias ominöse Liebhaber wurden als mögliche Mörder aufgeworfen und dann seltsamerweise nicht weiter erwähnt. Auf Seiten der Russen ist seit einiger Zeit nur selten klar, wer eigentlich welche Ziele verfolgt, Arkady (Lev Gorn), Oleg (Costa Ronin) und selbst Nina (Annet Mahendru) bleiben geheimnisvoll.

Doch jemand anders hat sich über die zweite Staffel immer weiter in den Mittelpunkt gespielt ohne uns etwas von sich zu offenbaren: Emmets ehemaliger und Philips aktueller Kontakt Fred (John Carroll Lynch). Philip selbst sagt, dieser habe keine Freunde, keine Beziehung, und gibt zu ihn zu mögen. Auch wenn nach zwei Staffeln an der Seite der Jennings Paranoia um sich greift (Spricht der Pastor absichtlich in Andeutungen oder wird Paige (Holly Taylor) gerade überwacht, rekrutiert oder ausgehorcht?), aber bei der kleinen Unterhaltung zwischen Elizabeth und Philip über Fred gehen alle Warnleuchten an. Ist er der Mörder? Ist er Claudias Lover? Steht er mit dem russischen Center oder dem FBI in Verbindung? Trifft das vielleicht alles gleichzeitig zu? Fred hat Philip um den Finger gewickelt, mit seiner harmlos wirkenden Art, seiner leichten Tendenz Aktionen zu vergeigen, aber aus irgendeiner Quelle Überzeugung zu ziehen. Doch irgendwie wirkt es im Moment als wenn er noch gefährlicher als Larrick für die Jennings werden könnte.

Liebe oder Macht

Im russischen Lager wird es unterdessen immer heikler. Ninas doppeltes Spiel hat sie schon vor langer Zeit in eine schwierige Lage gebracht und das zweite Staffelfinale scheint ein Wendepunkt für sie zu werden. Auch wenn sie in der letzten Zeit großartige Resultate für die Russen eingefahren hat, die Verantwortlichen vergeben nicht so schnell. Sollte die Aktion um das Computerprogramm ECHO schiefgehen, wird das wohl ihr Todesurteil sein. Das darf man durchaus ungerecht finden, immerhin liegt es nicht wirklich in ihrer Macht oder Schuld, ob die Aktion gelingt oder nicht. Ungerecht findet das auch Oleg, der über die zweite Staffel zu einer sehr interessanten Figur geworden ist. Er scheint aufrichtige Gefühle für Nina zu hegen, zumindest soweit, dass er ihr Überleben sichern möchte. Dafür begibt er sich selbst auf einen gefährlichen Weg und steckt ihr in einem überwachten Raum Geld für die Flucht zu. Nina, die geheimnisvolle, aber oft bedroht wirkende Frau ist zur Männerfalle geworden. Oleg hat glasklar erkannt, wie man über seine Gefühle an den FBI-Mann Stan herankommt und nun ist er nicht weit davon entfernt, diesen Weg selbst zu gehen. Oleg ist privilegiert aufgewachsen, das gibt ihm Zugang zu Informationen, die die anderen nicht haben. Er denkt für sich selbst, hat eigene Moralansichten und vertraut dem Staat nicht so blind wie Arkady. Doch was denkt und fühlt Nina eigentlich? Die konstante Gefahr über ihrem Kopf täuscht darüber hinweg, dass sie auch eigene Pläne, abgesehen vom Überleben, verfolgen könnte.

Vertrauen

Die Frage nach dem Vertrauen in die eigenen Vorgesetzten und Verbündeten zieht sich durch die ganze Episode Operation Chronicle. Jared vertraut sich Elizabeth an, die wiederum hinterfragt, wieso ihre Vorgesetzten diesen Weg mit Jared gehen. Philip unterdessen scheint sein Urvertrauen wiedergefunden zu haben, zumindest geht er davon aus, dass das Center ihnen sagen würde, wenn sie in Gefahr wären. Nach allem, was wir an der Seite der Agenten erlebt haben, wirkt das schon ein bisschen naiv.

Jemand anders, dem man lange Zeit Naivität unterstellen konnte, rafft sich in der Episode Operation Chronicle jedoch zu einer überraschenden Einsicht auf. Marthas Kommentar über Clarks Perücke ist zwar keine große Sache, beweist aber, dass sie durchaus Dinge weiß und bemerkt, die sie nicht sofort sagt.

Fazit

Die Episode Operation Chronicle bringt uns interessante Einblicke in die emotionalen Beweggründe vieler Figuren und wirft einige spannende Fragen für das Finale auf.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 15. Mai 2014
Episode
Staffel 2, Episode 12
(The Americans 2x12)
Deutscher Titel der Episode
Auf der Flucht
Titel der Episode im Original
Operation Chronicle
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 14. Mai 2014 (FX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 9. Juni 2015
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 11. Mai 2015
Autoren
Joel Fields, Joseph Weisberg
Regisseur
Andrew Bernstein

Schauspieler in der Episode The Americans 2x12

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