The Americans 2x10

Keine Figur, keine Storyline geht in The Americans verloren. Und das bedeutet, dass manchmal alte Geschichten aufgegriffen werden. Gar nicht so einfach, da mitzukommen. In der Episode Yousaf aktiviert Philip (Matthew Rhys) einen alten Kontakt, den wir das letzte Mal zu Beginn der ersten Staffel gesehen haben.
Der neue Auftrag
Über die zweite Staffel haben wir einige Szenen gesehen, in der Elizabeth (Keri Russell) Probleme mit Intimität hatte, mit anderen Männern, aber auch mit Philip an einigen Stellen. Daraus zieht Philip als mitfühlender Ehemann in der Episode Yousaf die Konsequenz und holt eine Andere ins Spiel, als es darum geht, einen Mann zu verführen. Doch seine Wahl ist nicht die beste.
Annelise (Gillian Alexy, Damages) hat nicht das emotionale Rüstzeug, um eine sexuelle Affäre als Mittel im Kampf der Spione einzusetzen. Das Drama kommt mit Ankündigung, immerhin hat sie Philip direkt erzählt, dass sie ernsthaft an ihrer Ehe arbeitet. Um Elizabeth zu schützen trifft Philip eine gefährliche Entscheidung.
Oberflächlich ist er zurück zu seinem alten, ausgeglichenen Ich. Nachdem er in der letzten Episode noch den Pfarrer bedroht hat, scheint er nun sogar gewillt zu sein, seine Tochter in ein christliches Sommercamp fahren zu lassen. Anders als Elizabeth, die zwar mit den Anforderungen des Agentenlebens hadert, hat Philip keinen Weg, kein Ziel, an dem er sich festhalten kann. Er versucht Menschenleben zu schonen, wenn möglich, er will seine Familie glücklich sehen, er will seine Aufgaben erfüllen. Es scheint, dass Philip die Art Mensch ist, die von Fall zu Fall entscheidet, was richtig ist. Doch das bringt ihn in der letzten Zeit immer wieder dazu, fragwürdige Entscheidungen zu treffen, die alles in Gefahr bringen könnten.
Nun ist Yousaf (Rahul Khanna, 24) also genau dort, wo die Agenten ihn haben wollen: an der Macht. Das Interessante daran ist, dass wir den Namensgeber der Episode so gut wie gar nicht kennenlernen.
Agentenkinder
Paige (Holly Taylor) gibt ihren Traum von der Religion nicht auf und abgesehen von der überreichlichen Spende geht sie dabei relativ erwachsen vor. Das stößt bei Philip auf Anerkennung, sie hat die Sache mit dem Sommercamp durchdacht, will kein Geld, sondern nur die Möglichkeit, zu fahren. Doch gegen ihre Mutter kommt Paige nicht an. Elizabeth vermischt typische Familienprobleme wie die Tatsache, dass Philip als Vater eine Art „blinden Fleck“ an den Tag legt hinsichtlich seiner Tochter, mit ihrer ideologischen Überzeugung. Sie will verhindern, dass Paige sich in eine ihr entgegengesetzte Richtung entwickelt, doch sie gibt Paige nicht die Gelegenheit, zu erkennen, wie gegensätzlich ihre Überzeugungen sind.
Ein Problem der anderen Art mit einem Agentensohn hat unterdessen Stan (Noah Emmerich). Sein Treffen mit Jared (Owen Campbell), dem Sohn der getöteten Spione, ist eine spannende Szene. Stan weiß bereits, dass dessen Eltern ein Geheimnis haben, und er versucht den Trauernden davon zu überzeugen, ihm in dieser Hinsicht weiterzuhelfen. Auch wenn wir in der Episode Yousaf noch nicht erfahren, ob Jared sich darauf einlässt, dürfte der Fortgang dieser Story interessant werden. Als Schwachstelle der Spione scheint sich in der zweiten Staffel die Unwissenheit der Kinder herauszukristallisieren. Sowohl die Jennings als auch Jareds Eltern haben ihren Kinder nichts von ihrem Doppelleben erzählt, doch so einfach ist das nicht zu verstecken. Innerhalb einer so engen Gemeinschaft wie einer Familie sind Brüche auch zu spüren, wenn sie nicht angesprochen werden. Dass das zum Niedergang des Spionnetzwerks beitragen könnte, ist nicht unwahrscheinlich.
Auf der Spur
Stan arbeitet sich auf diesem Wege langsam an die Jennings heran. Unterdessen verfolgt Larrick (Lee Tergesen) seinen ganz eigenen Rachefeldzug gegen dieselben Leute. Er ist zurück in den USA und offenbar auf der Suche nach den Killern der Soldaten. Larrick ist kein von Vorschriften und Vorgesetzten geknebelter FBI-Mann wie Stan, der noch dazu durch Oleg (Costa Ronin) und Nina (Annet Mahendru) unterwandert wird. Larrick ist ein gerissener Killer, der seinen ganz privaten Rachegelüsten folgt. Er hat die Mittel und das Know-How, um mit Elizabeth und Philip mithalten zu können.
Fazit
Drei Episoden vor dem Staffelfinale zieht sich das Netz um die Jennings enger zusammen als je zuvor. Yousaf bringt neue Gefahren, alte Gesichter und jede Menge interessante Gespräche. Nicht zuletzt der Blick in Ninas und Olegs Vergangenheit kann mit Intensität bestechen. Nina war in den Sommerlagern und wünscht sich aus dem Spionageleben in ein einfaches Leben zurück. Oleg durfte nicht in die Camps fahren und ist trotzdem - oder gerade deswegen - zum glühenden Idealisten geworden. Vielleicht sollte das jemand Elizabeth erzählen, damit sie ihre Entscheidung über ihre eigene Tochter noch einmal überdenken kann.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 2. Mai 2014(The Americans 2x10)
Schauspieler in der Episode The Americans 2x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?