The Americans 2x01

Die Episode Comrades eröffnet die zweite Staffel der Serie The Americans mit überraschender Brutalität. In der ersten Staffel haben wir gelernt, dass Elizabeth (Keri Russell) die Kaltblütigere des Duos ist, zumindest wenn es darum geht, Menschen für das Vaterland zu töten. Phillip (Matthews Rhys) würde zwar vermutlich für seine Familie über Leichen gehen, aber sein moralischer Kompass schien immer ein Stückchen weiter Richtung Erbarmen gedreht als der seiner Frau. Nun sehen wir ihn, wie er sich mit zwei afghanischen Kämpfern trifft, die er anschließend ermordet.
Das gehört zum Job, das haben wir bereits öfter gesehen. Doch den Ton setzt die kurze Szene mit dem Küchenhelfer, dem Phillip erst Vertrauen einflößt, indem er ihm sagt, dass alles okay ist und aus dem Bild verschwindet. Einen kurzen Moment lang erinnert man sich, wieso die Jennings es trotz ihres Agentenstatus in der ersten Staffel zu Sympathieträgern geschafft haben. Doch dann erschießt Phillip den Jungen im Weggehen und plötzlich weiß man wieder, wieso die Serie so eine bestechende erste Staffel hingelegt hat: Die Autoren spielen mit den Sympathien, die wir für alle Figuren haben, nichts ist je sicher, nie weiß man, was hinter der nächsten Ecke lauern könnte und Moral ist reine Ansichtssache.
Privatleben
Als Familie starten die Jennings ziemlich idyllisch in die zweite Staffel, sie sind wieder zusammen, scheinen damit beide glücklich zu sein, gemeinsam wird Henrys Geburtstag begangen, alle sind froh, dass Elizabeth wieder zurück ist. Wenn da nur nicht die plötzlich reingeschnittenen Sexszenen wären, in denen wir einen der beiden mit anderen sehen. Ein kurzer Überraschungsmoment, die Überlegung, dass das auf dem Bett nicht Phillip ist, mit dem Elizabeth und eine weitere Frau sich vergnügen. Das ist alles, was es braucht um uns zurück in diese verdrehte Agentenwelt zu holen.
Das zweite Agentenpaar bringt eine interessante Ebene in die Geschichte, die wir in der ersten Staffel kaum gesehen haben. Elizabeth und Philip haben Freunde, die ihr Geheimnis kennen, nicht nur Kollegen, bei denen man nie weiß, wie sehr man ihnen eigentlich vertrauen kann. Es ist eine Parallelwelt, die über die kleine Jennings-Familie hinausgeht. Elizabeth und ihre Freundin auf dem Auto, ihre Probleme besprechend, das hat etwas wunderbar Normales. Man kann sich schnell daran gewöhnen, die beiden nun häufiger zu sehen. Die Anwesenheit eines befreundeten Agentenpaares hätte viele Möglichkeiten eröffnet, weiter in das Privatleben der Jennings einzusteigen. Doch noch bevor die Episode Comrades vorüber ist, endet diese Idylle mit einem Schock.
Die The Americans-Autoren haben das zweite Paar nicht dazu geholt um den Kreis der Jennings zu erweitern, sondern um uns und ihnen zu zeigen, wie groß das Risiko ist, das sie jeden Tag leben. Nicht nur Elizabeth und Philip bringen sich in Gefahr, es kann auch ihre Kinder treffen. Paige (Holly Taylor) und Henry (Keidrich Sellati) könnten umgebracht werden, wie die Tochter der anderen, oder sie könnten plötzlich ins Hotelzimmer kommen und ihre toten Eltern finden, wie der Sohn.
Doch den Jennings-Kindern bleibt dieses Trauma fürs Erste erspart. Paige findet kein schreckliches Geheimnis als sie ihren Eltern hinterherspioniert sondern erleidet einen für uns eher amüsanten Schock als sie ihre Eltern beim Sex überrascht.
Agenten und Liebe
Stan (Noah Emmerich) tut sich in der Episode Comrades mehr durch sein Privatleben als durch seinen Job hervor. Nach wie vor ist er Nina (Annet Mahendru) verfallen, die mittlerweile zur Doppelagentin zugunsten der Russen geworden ist. In seinem eigenen Zuhause herrscht weiterhin Kälte, die sich jedoch nicht mehr durch Streit äußert sondern durch stille Verzweiflung auf seiner Seite. Von seiner Frau Sandra (Susan Misner) haben wir in der ersten Staffel nicht besonders viel gesehen, doch mit der Beförderung der Figur dürften hier einige Änderungen anstehen. Sandra ist die einzige Figur, neben den Kindern, die bisher keinen Kontakt zur Agentenszene hat. Doch das könnte sich schnell ändern, wenn die richtigen Personen erkennen, wie viel sie wert sein kann.
Beruflich löst sich im FBI-Lager der Konflikt aus dem Staffelfinale in recht enttäuschender Weise einfach auf. Sanford (Tim Hopper), die Quelle der Jennings, wird getötet und damit löst sich dieses Problem fürs Erste in Luft auf. Ob es hier noch weitergehen wird, ist bisher unklar.
Dafür tut sich mit dem Mord an der befreundeten Agentenfamilie eine neue Gefahr auf, denn in der Episode Comrades wird für die Jennings und uns nicht klar, wer genau dahinter steckt. Dieser Mord schockt nicht nur, er könnte auch der Startpunkt zu einem neuen Plot sein.
Fazit
Die Episode Comrades ist kein seichter Wiedereinstieg in die Welt der Agenten. Mit mehreren Toten, darunter vermutlich Unschuldige und Unbeteiligte, wie der Küchenjunge und die Tochter, machen die The Americans-Macher direkt klar, dass die Einsätze in der zweiten Staffel noch einmal erhöht worden sind.
Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 27. Februar 2014The Americans 2x01 Trailer
(The Americans 2x01)
Schauspieler in der Episode The Americans 2x01
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