The Americans 1x13

The Americans 1x13

Die Serie The Americans schließt ihre erste Staffel in der Episode The Colonel mit einer gelungenen Mischung aus Spannung und Drama. Ein großer Coup steht bevor, der alle Figuren beeinflusst.

Es geht um alles: Eine angespannte Elizabeth (Keri Russell) in der Serie „The Americans“. / (c) FX
Es geht um alles: Eine angespannte Elizabeth (Keri Russell) in der Serie „The Americans“. / (c) FX

Die Serie The Americans hat viele überrascht und sicher schnell eine ganze Menge Fans gewonnen. Mit The Colonel zeigen die Autoren, dass dieses Vertrauen gerechtfertigt war: Die bereits für eine zweite Staffel verlängerte Serie verabschiedet sich mit einer großartigen Episode in die Pause.

Der große Coup

Eines hat uns das Staffelfinale The Colonel nicht gegeben: Einen großen Knall, der alle Beteiligten aufwirbelt. Und das ist gut. Denn diese Art von Finale eignet sich für Thriller-Serien. The Americans scheint sich etwas anderes zum Ziel gesetzt zu haben: Die Autoren verknüpfen die Spannung gekonnt mit der Emotionalität. Die Menschen, die wir als Spione kennen lernen, die bedrohen, manchmal gar töten, diese Menschen sind auch Eltern, Ehepartner und Freunde. Und hin und wieder sind sie auch alleine mit ihren Gedanken und Erinnerungen.

Ein Finale braucht einen großen Moment, eine Aussicht auf Veränderung, darauf, dass die vergangenen Erlebnisse immerhin auf etwas zugelaufen sind. Für das erste Staffelfinale der Serie The Americans ist das Elizabeths Bitte an Philip (Matthew Rhys), nach Hause zu kommen. Der Coup der Episode ist nicht aus dem Bereich der Spionage, es ist aus dem Bereich der Gefühle. Es ist das Bedürfnis, die gemeinsame Ehe zu retten, unter welchen Vorzeichen auch immer sie einst eingegangen worden ist.

Doch auch die Spionageseite der Geschichte kommt nicht zu kurz. Zwei Aktionen sind geplant, eine könnte eine Falle sein - und ist es auch. Doch es ist nicht die, die die Jennings in Verdacht haben, es ist die scheinbar einfache Aufgabe, das Tonband abzuholen. Vor der Mattscheibe konnte man es kommen sehen, denn wir hatten mehr Informationen als Philip und Elizabeth (Keri Russell).

Im Verhältnis gesehen ist die Episode The Colonel sehr actiongeladen - eine Verfolgungsjagd per Auto, eine angeschossene Agentin. Es gab außerdem das erste direkte Aufeinandertreffen zwischen den Jennings und Stan (Noah Emmerich) als Agenten. Doch wenn sich der Staub der Verfolgungsjagd legt, stellen wir fest: Nichts hat sich großartig verschoben. Es ist nicht das passiert, was wir von einem Finale vielleicht erwartet hätten, keine große Offenbarung, kein Showdown, kein Cliffhanger.

Das Nachspiel

Es war eine weitere Operation, wie wir viele gesehen haben. Bei jeder dieser Aktionen ging es für Elizabeth und Philip um alles. Das tut es auch dieses Mal. Nur dieses Mal ist der Verdacht einer Falle schon da. Es fühlt sich zwischenzeitlich an, als wenn sie auf einen großen Knall zusteuern. Doch dann retten Claudia (Margo Martindale) und Philip die Situation. Zurück bleibt eine angeschossene Elizabeth, die nach allem, was wir erahnen können, sicherlich überleben wird.

Die Serie The Americans bietet ihren Zuschauern Spannung, ohne den Bogen zu überspannen. Es bleibt immer in einem Rahmen, der als realistisch, zumindest nachvollziehbar hingenommen werden kann. Was die Serie sein will, das mussten wir im Laufe der ersten Staffel erst erforschen. Nun bekommen wir ein Finale, das endlich einen vorhersehbaren, effektheischenden Thriller von einer interessanten Charakterstudie über den Kalten Krieg unterscheidet. Ersteres hätte wohl mit einem großen Showdown, der kein Stein auf dem anderen lässt punkten wollen. Doch The Americans geht einen anderen Weg, und treibt die Figuren in einem verzwickten Spiel aus Freund und Feind mit einer dicht erzählten Episode einen wackeligen Schritt weiter ins Ungewisse.

Das Ende

Besonders hervorzuheben ist das Ende der Episode, eine lange Szene, unterlegt mit einem Lied, wie es passender nicht hätte ausgewählt werden können: „Games Without Frontiers“ von Peter Gabriel. Bisher hat die Serie The Americans nicht durch außergewöhnlich gute Songauswahl auf sich aufmerksam gemacht. Was vielleicht auch Absicht ist, mit Rücksicht auf die Zeit, in der die Geschichte angesiedelt ist. Vielleicht haben die Serienmacher es sich auch aufgespart, für diesen einen Moment am Ende des Staffelfinales, an dem man überrascht feststellt, wie sehr dieser Peter-Gabriel-Song aus dem Jahr 1980 den Nagel auf den Kopf trifft.

Über die Staffel ist deutlich geworden: Es sind Spiele, die die Agenten da miteinander treiben, tödliche Spiele, in denen die Mitspieler durch Geburt einer Gruppe zugeteilt werden. Und auch wenn es die Grenzen sind, die die Zugehörigkeit entscheiden, so scheinen sie doch immer weniger Bedeutung zu haben. Philip und Elizabeth haben sich an die Beemans geschlichen um sich eventuelle Vorteile zu erarbeiten. Nun ruft der russische Spion den amerikanischen Agenten an, damit dieser seine Kinder beherbergt.

Das zeigt auch eine andere Grenzenlosigkeit, die diesen Spielen zu eigen ist: Eigentlich sind es nur Elizabeth, Philip und Stan, die sich zum Spielen entschieden haben. Doch es geht weit darüber hinaus, es berührt und beeinflusst die Leben der Kinder, der Partner und anderer Unbeteiligter entscheidend. Bei Paige hat das teenagerhafte Misstrauen eingesetzt, auch wenn sie wohl noch nicht auf einer heißen Spur ist.

Fazit

Niemand wird gefangen genommen, getötet oder verraten in der Episode The Colonel. Es ist einfach ein weiterer verrückter Tag im Leben der Agenten im Kalten Krieg. Und macht schon jetzt Lust auf weitere Abenteuer der Jennings und Beemans.

Schade wäre es, wenn Claudia wirklich ausgedient hätte. Wir haben großartige Kämpfe mit Elizabeth gesehen, und in dieser Episode nun haben wir erfahren, dass sie nicht das ist, was sie oft von sich zeigt. Sie hat selbst Bedenken bezüglich der Operation und bemüht sich, Elizabeth und Philip zu retten. Sie ist nicht das Gesicht der Maschine, die willenlose Befehlsweiterträgerin oder bösartige Intrigantin, die man in ihr sehen konnte. Wenn ihre Geschichte damit auserzählt sein sollte, dann hat sie immerhin wesentlich zu einem großartigen Staffelfinale beigetragen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 2. Mai 2013
Episode
Staffel 1, Episode 13
(The Americans 1x13)
Deutscher Titel der Episode
Der Colonel
Titel der Episode im Original
The Colonel
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 1. Mai 2013 (FX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 12. März 2014
Autoren
Joel Fields, Joseph Weisberg
Regisseur
Adam Arkin

Schauspieler in der Episode The Americans 1x13

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