The Americans 1x12

Kurz vor dem Finale dreht die Serie The Americans die Situation noch einmal um. Die Episode The Oath handelt von Treueschwüren und Täuschung. Und der Frage, wie weit eine Person gegen ihre Überzeugungen gehen kann, bis sie zusammenbricht. Oder in Marthas Fall, die Augen endlich öffnet.
Punktesieg
Nach der anfänglichen Positionierung aller Beteiligten sind wir durch die erste Staffel der Serie The Americans in bequem aufgeteilten Lagern gegangen. Die Episode The Oath zerrüttet diese Sicherheit. Sowohl das FBI als auch der KGB erringen einen Punktesieg. Und beiden fällt dieser Erfolg mehr oder weniger in den Schoß. Es ist nicht die Arbeit der Agenten, die sie in diesem Fall weiterbringt. Es ist die Schuld, an der die Verräter nagen. Und es sind die Appelle an den Glauben, an die eigenen Überzeugungen, die Viola (Tonye Patano) und Nina (Annet Mahendru) zum Reden bringen. Sie wollen sich reinwaschen und zurück in den Schoß der Gemeinschaft kehren, zu der sie einst gehörten. Für Viola ist es die Predigt, die sie so tief in Schuldgefühle stürzt, dass sie nicht anders kann.
Für Nina scheint es unter anderem die Tatsache zu sein, dass Arkady (Lev Gorn) an sie glaubt, auf sie baut. Im Gegensatz zu Viola sehen wir mehr von ihr. Wir wissen, dass das Vertrauen zwischen ihr und Stan schon länger bröckelt. Sie hat ihn im Verdacht, ihren Freund Vlad getötet zu haben und sie ist clever genug, die ausweichende Antwort, die Stan ihr gibt, als Agentenmanöver zu erkennen. Zunächst beginnt sie in der Episode The Oath damit, Stan (Noah Emmerich) nicht alle Informationen zukommen zu lassen, die sie wirklich hat. Und alleine das wäre schon eine absolute Kehrtwende. Doch die Serienmacher gehen noch weiter und führen Nina auf den Weg zur Doppelagentin. Sie beichtet Arkady alles und die Tatsache, dass der FBI-Mann ihr auf eine spezielle Art verbunden ist, wird sie vor der Auslieferung an Russland fürs Erste retten können.
Für Arkady ist sie viel mehr wert, wenn sie in Amerika bleibt und sich weiterhin mit Stan trifft. Auf Dauer muss Nina sich entscheiden, wo ihre Loyalität liegt. Eine Doppelagentin verspricht auf jeden Fall einiges an Stimmung für das Staffelfinale.
Nur Worte
Wie Nina legt auch Philip (Matthew Rhys) einen Eid ab. Allerdings ist es ein Ehegelöbnis. Martha (Alison Wright) bei der Stange zu halten wird immer schwieriger für „Clark“. Und so greift er zu dem Mittel, von dem er weiß, dass Martha alles dafür tun würde: Eine Ehe. Doch abgesehen von dem Titel einer Ehefrau kann er ihr nicht geben, was sie sich wünscht und das erkennt die Verliebte auch. Mit Martha hat Philip einen schwierigen Weg beschritten und die Möglichkeit, dass sie plötzlich zum Verstand kommt, hängt wie ein Damoklesschwert über den Jennings.
In der Trauungsszene wird mit der Frage gespielt: Was ist echt? Martha geht eine Ehe mit einer Erfindung ein, Clark existiert nicht einmal. Stattdessen jedoch stellen Elisabeth (Keri Russell) und Philip unter dem Eindruck der Trauung fest, dass sie keine echte Ehe geführt haben, auch wenn sie unter einem Dach wohnten, gemeinsam Kinder aufziehen und sich verliebt haben. In der letzten Episode wollte Elisabeth ihren Mann nach Hause holen, nun scheinen die beiden weiter voneinander entfernt als jemals zuvor. Das ist der traurige Part der Veranstaltung.
Doch die Sache hat auch einen extrem amüsanten Teil. Immer wieder spielt die Serie The Americans mit der Absurdität, die die Agentengespräche in den Alltag der Deckidentitäten bringen: Wenn zum Beispiel Elisabeth und Philip nach dem Frühstück mit den Kindern aufstehen und beim Abwaschen über mögliche Spionagestrategien sprechen. Oder Grannie Claudia (Margo Martindale) und Elisabeth, wie sie in bester Sonntagsmontur die Verhaftung des Verbindungsmannes diskutieren bevor Philip alias Clark mit seiner Verlobten hereinkommt und sie als seine Mutter und seine Schwester vorstellt, das ist der vielleicht komischste Moment der Staffel bisher.
Die andere Seite
Unterdessen ist das FBI nicht untätig. Von dem Wissen, was in der Uhr versteckt ist, haben sie noch nicht profitieren können. Doch sie haben Phantomzeichnungen. Die sind zwar bisher nicht besonders treffend, aber Stans Anwesenheit in dem Raum zeigt, auf welch schmalem Grat die Jennings wandern. Wenn diese Zeichnungen treffender werden, muss das FBI sie nicht einmal verteilen, der Nachbar der Spione sitzt bereits mit im Konferenzraum.
Fazit
Diese The Americans-Episode hat vieles herumgedreht. Das Staffelfinale steht unmittelbar vor der Tür und es deutet darauf hin, dass weder Stan noch die Jennings so bequem aus dieser Staffel gehen werden, wie sie über lange Strecken in ihr gelebt haben. Obwohl es immer die eine oder andere Art von Bedrohung gab, waren einige Grundsätze fest, die Teams definiert. Das hat sich nun geändert. Das FBI hat Kenntnis von der Wanze, die Philip und Elisabeth mit Violas erzwungener Hilfe platziert haben. Doch der KGB hat nun eine Wanze in Gaads Büro. Und vermutlich nun eine Doppelspionin auf ihrer Seite. Die Vorzeichen für ein großes Chaos sind gesetzt.
Die Episode The Oath fühlt sich an wie das, was sie hoffentlich auch ist: Der Auftakt zu einem großen Staffelfinale.
Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 25. April 2013(The Americans 1x12)
Schauspieler in der Episode The Americans 1x12
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