Supergirl 1x01

© elissa Benoist ist âSupergirlâ / (c) CBS
Die neue CBS-Serie Supergirl ist die erste DC-Superheldenserie des Senders seit der kurzlebigen Flash-Serie in den 1990ern. Als letztes der groĂen Networks hat der Sender, der vor allem bei der Ă€lteren Zielgruppe groĂe Erfolge feiert, nun also eine Serie auf der Grundlage von DC oder Marvel im Programm.
Obwohl der Pilot schon vorab ins Internet gelangt ist, feierte er wÀhrend der San Diego Comic-Con 2015 dann auch seine offizielle Premiere. Die Serie lÀuft in den USA nun montags als neue Quotenhoffnung des Senders.
Maid aus Stahl - Worum geht es in âSupergirlâ?
Fast zeitgleich mit ihrem berĂŒhmten Cousin Kal-El wird Kara Zor-El (Melissa Benoist) auf Krypton in eine Rakete gesteckt und soll ihn eigentlich im Auge behalten. Doch durch den Schub der Explosion des Heimatplaneten kommt sie von ihrer vorbestimmten Bahn ab und gelangt in die Phantom Zone, wo die Zeit nicht normal vergeht. 24 Erdenjahre verbringt sie dort, bleibt aber ein Teenager. Bis Superman sie findet und auf der Erde zu ihren Pflegeeltern, den Danvers (gespielt von Ex-Superman Dean Cain und Ex-Supergirl Helen Slater), bringt. Die beiden Wissenschaftler sollen ihr, wie die Kents es bei Clark gemacht haben, ein normales Leben ohne SuperkrĂ€fte ermöglichen.
Das gelingt ihnen auch, bis Karas Pflegeschwester Alex (Chyler Leigh) Jahre spĂ€ter bei einem Flug nach Genf in Turbulenzen gerĂ€t und Kara sich zum Eingreifen verpflichtet fĂŒhlt. Ihre Schwester fĂŒrchtet, dass das nicht ohne Konsequenzen fĂŒr Kara bleiben wird. Doch tags darauf weiĂ niemand etwas ĂŒber Karas Taten und ihre wahre IdentitĂ€t, obwohl sie nur eine Brille als Tarnung trug.
Kara arbeitet tagsĂŒber als Assistentin bei CatCo, wo sie die unangenehmen Aufgaben fĂŒr Cat Grant (Calista Flockhart) ĂŒbernimmt. Dazu gehören neben der Kaffeeversorgen auch das Ăberbringen von Hiobsbotschaften. Das Auftauchen der Heldin in National City wirkt sich allerdings positiv auf CatCo auf: Die geplanten Entlassungen werden vorerst abgeblasen, denn plötzlich ist die neue Heldin das GesprĂ€chsthema Nummer 1 und die Chefin daran interessiert, die Story auszuschlachten. Kara muss nun also Privat-, Berufs-, und Heldenleben unter einen Hut bringen und es ihrem Cousin als BeschĂŒtzerin der Stadt gleich tun.
NatĂŒrlich geht das nicht, ohne ein paar Leute ĂŒber ihr Geheimnis einzuweihen und Ărger aus der Phantom Zone anzulocken. So zum Beispiel den des AuĂerirdischen Vartox (Owain Yeoman), der den Auftrag eines mysteriösen Auftraggebers ausfĂŒhrt, nachdem er aus einem kryptonischen GefĂ€ngnis befreit wurde.
Geheime IdentitÀten

Das DEO (Department of Extranormal Operations) und dessen Chef Hank Hanshaw (David Harewood) unterrichtet Supergirl darĂŒber, dass ihre Rakete das GefĂ€ngnis zur Erde bringen und die Gefangenen befreien konnte. AuĂerdem stellt sich heraus, dass ihre Schwester in Wirklichkeit als Agentin hier arbeitet. Etabliert wird durch das DEO auch, dass Kryptonit existiert und eine Schwachstelle fĂŒr Supergirl ist. Auf den Bildschirmen der geheimen Organisation kann man zudem einige Gefangene erhaschen, von denen so mancher die Comicfans glĂŒcklich machen sollte. Wenn ich mich nicht irre, dann sieht einer etwa verdĂ€chtig nach dem Schurken Mongul aus.
Hanshaw lehnt zunĂ€chst eine Zusammenarbeit ab. Doch als Kara Vartox' Herausforderung (die auf einer Frequenz gesendet wird, die nur sie hören kann) annimmt und wegen ihrer fehlenden Erfahrung von ihm besiegt wird, kommt Alex mit einem Hubschrauber zu ihrer Rettung. Alex möchte zunĂ€chst nicht, dass sie zur Heldin wird, ist aber diejenige, die ihr spĂ€ter eine Botschaft ihrer leiblichen Mutter ĂŒberreicht.

Dabei wird explizit gesagt, dass sie ihren eigenen Weg gehen soll, der unabhĂ€ngig von dem Kal-Els ist. Doch wenn eines im Piloten etwas nervt, dann der dauernde Bezug auf den berĂŒhmten Kryptonier. Das wirkt eher wie eine BĂŒrde, die hoffentlich nicht allzu lange mitgeschleppt wird, damit Kara auf ihren eigenen Beinen stehen kann. Dauernd wird er erwĂ€hnt oder stĂ€ndig als ĂŒber allem schwebenden Schatten prĂ€sentiert.
Das Thema starkes versus schwaches Geschlecht wird im Piloten ebenfalls zwangslĂ€ufig erwĂ€hnt. Aber immerhin schwingt hier eine gehörige Portion Girl-Power mit, sodass ein gute Balance zwischen predigendem Ton und Empowerment prĂ€sentiert wird. Die Frage, warum die Figur Supergirl etwa nicht Superwoman heiĂt, wird in einem schönen Moment mit Cat Grant erörtert, bei dem selbst Kara nicht mehr weiĂ, was sie darauf erwidern soll.
Guter Vibe
Der Pilot von Supergirl versprĂŒht gute Laune und einen positiven Vibe. Melissa Benoist erweist sich - Ă€hnlich wie Grant Gustin als The Flash - als ĂŒberraschend passende Wahl fĂŒr die Titelheldin, deren LĂ€cheln und Enthusiasmus ansteckend ist. Mehcad Brooks als James Olsen strotzt ebenfalls nur so vor Charisma und wird als moderner Twist auf Supermans besten Freund prĂ€sentiert. Ob nun mit einem Fotocredit oder der moralischen UnterstĂŒtzung ihres Cousins durch das Ăberreichen seiner Babydecke - Olsen hilft, wo er kann. Dabei ist er ein Jimmy Olsen, der einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat und nicht der stĂ€ndig in Gefahr steckende Sidekick. Man kann gespannt sein, ob Kara, er und Winslow Schott (Jeremy Jordan) in ein Liebesdreieck verstrickt werden oder sich die Macher vielleicht etwas Kreativeres einfallen lassen. Calista Flockhart spielt die Rolle der abgedrehte Chefin ebenfalls gut, hinterfragen muss man hier lediglich die merkwĂŒrdig anmutende Bildschirm-Installation hinter ihrem Schreibtisch und ob sie nicht Gefahr lĂ€uft, zur Karikatur zu verkommen. So wie sie momentan prĂ€sentiert wird, ist sie jedenfalls eine nette Anti-These zu Supermans Chef Perry White.
Eigentlich gibt es im Pilotcast niemanden, der negativ hervorsticht. Es ist schön, Chyler Leigh nach dem Flop Taxi Brooklyn wieder in einer neuen Rolle zu sehen. Die Ex-Grey's Anatomy-Darstellerin darf sich diesmal als DEO-Agentin von ihrer toughen Seite zeigen, wĂ€hrend ihr Chef Hank Hanshaw (David Harewood) den harten Hund spielen darf, der Aliens nicht leiden kann. Ob wir dessen Comicpendant, den Superman-Cyborg sehen werden? Warten wir es ab. Mit den Insassen des kryptonischen GefĂ€ngnisses gibt es erst einmal genug Schurken-der-Woche um die Serie ĂŒber 22 Folgen am Laufen zu halten- wenn denn die Einschaltquoten stimmen. Wovon man aber ausgehen kann.
Es liegt in der Familie
Zum Ende des Serienauftakts lernen wir Supergirls erste wahrlich groĂe Herausforderung kennen. Die stellt sich als ihr eigenes Fleisch und Blut heraus: Ihre Tante Astra (Laura Benanti), die ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist, ist diejenige, die ihr Vartox eingebrockt hat. Warum genau sie ihrer eigenen Nichte den Tod an den Hals wĂŒnscht, ist nicht ganz klar. Womöglich will sie sich die Erde zu Untertan machen und dort Krypton wiederaufbauen (solche Plots gibt es bei den Superman-Titeln ja öfter), weswegen Kara ihr in die Quere kommen könnte und beseitigt werden muss.
Fazit

Der Serienpilot von Supergirl ist ein vielversprechender Start in die Serie der Maid aus Stahl. Als schönes Kontrastprogramm zum bitterernsten „Superman: Man of Steel“ trifft die neue CBS-Serie den optimistischen und inspirierenden Ton, den die Figur in den Comics fĂŒr viele Jahre geliefert hat, vortrefflich. Es ist schön, dass die Macher ihren SpaĂ haben und auch weiblichen Zuschauern eine Identifikationsfigur bieten, wie es die Kollegen von Marvel bereits mit der von Hayley Atwell verkörperten Marvel's Agent Carter getan haben.
Wenn die Emanzipation und das stĂ€ndige name dropping von Superman nun fĂŒr die weiteren Folgen zurĂŒckgefahren wird, Kara sich ihren eigenen Heldenmythos aufbauen und auch im Job etwas weniger MauerblĂŒmchen sein darf, könnte Supergirl eine schöne ErgĂ€nzung zu den bereits vorhandenen Serien aus den HĂ€usern DC und Marvel sein.
Eine meiner Lieblingsszenen im Piloten ist die Montage, in der am KostĂŒm gearbeitet wird und gleichzeitig die SuperkrĂ€fte Supergirls ausgelotet werden. Wenn es unterhaltsam inszeniert ist, kann man mich mit so etwas immer begeistern. Auch sonst gefallen mir die Effekte und der KrĂ€fteeinsatz im Piloten ausgesprochen gut. Ich werde im positiven Sinne an den locker leichten Ton von The Flash erinnert, was sicherlich nicht die schlechteste Referenz ist. Insgesamt wĂŒrde ich Supergirl mit einer CapelĂ€nge vorne sehen. Ich werde jedenfalls weiter dranbleiben und hoffe auf ein langes Serienleben fĂŒr Supergirl.
Trailer zum Rest der ersten Staffel von âSupergirlâ:
Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 27. Oktober 2015Supergirl 1x01 Trailer
(Supergirl 1x01)
Schauspieler in der Episode Supergirl 1x01
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