Star Trek: Picard 2x09

Star Trek: Picard 2x09

In der Folge Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard sehen sich Jean-Luc und seine Crew einem Überlebenskampf gegenüber. Agnes bleibt vorerst als Hindernis des scheinbar übermächtigen Gegners bestehen, während Picard uns in Rückblicken die letzte Tür zu seinen verdrängten Erinnerungen öffnet.

Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
© atrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+

Hide and Seek

Der Pakt zwischen Adam Soong (Brent Spiner) und der Borg Queen (Annie Wersching), die den Körper von Dr. Jurati (Alison Pill) übernommen hat, sorgt in Windeseile für Früchte beziehungsweise zahlreiche Drohnen, die sich prompt zum alten Picard-Anwesen beamen, um jeglichen Widerstand zu beseitigen und die La Sirena einzunehmen. Rios (Santiago Cabrera), Teresa (Sol Rodriguez) und Ricardo (Steve Gutierrez) können von Bord fliehen und finden Picard (Patrick Stewart), Tallinn (Orla Brady), Raffi (Michelle Hurd) und Seven (Jeri Ryan) auf dem Rückzug zum Chateau vor, während Queen Jurati und ihre Borg-Schergen offenbar die La Sirena erobern.

Aber halt, Agnes schlummert noch immer im Kopf der Borg Queen und hat ein paar Vorkehrungen getroffen, um ihrerseits Widerstand zu leisten. Denn den Schlüssel zur Kontrolle über das Schiff hat Holo-Elnor (Evan Evagora), das von Jurati im „Schlaf“ entwickelte Emergency Combat Hologram, welches alle Erinnerungen von Elnor in sich trägt und die Eindringlinge mühelos in Schach hält und immer wieder etwas dezimiert.

Vor dem Herrenhaus der Picards stößt derweil Adam Soong zur angreifenden, borgifizierten Gegner-Armee, um in bester Bond-Bösewicht-Manier mit „tödlichen“ Monologen aufzuwarten und anschließend am Versteckspiel teilzunehmen, welches uns mitunter in Picards Kindheit zurückführt. Schließlich fehlt hier noch das letzte, tragische Puzzleteil, welches unser Captain/Admiral verdrängt hatte. Denn der kleine Junge (Dylan Von Halle) hat damals den Raum geöffnet, in dem Papa Maurice (James Callis) Mama Yvette (Madeline Wise) eingeschlossen hatte. Hier erfahren wir auch, weshalb Yvette nicht mehr geholfen werden konnte.

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Jean-Luc Picard

Grundsätzlich ist Hide and Seek keine schlechte Episode. Das Drama um Picards Kindheit wird mit dem Selbstmord seiner Mutter abgeschlossen, die er über alles geliebt hat und die ihm den Weg zu den Sternen nahelegte. Ob es diese Offenbarung gebraucht hat? Vermutlich nicht, aber dennoch wird uns zumindest halbwegs plausibel erklärt, weshalb diese verdrängte Erinnerung so wichtig für den weiteren Werdegang Jean-Lucs war und weshalb er sich auf eine intimere Beziehung mit Laris im Auftakt (noch?) nicht eingelassen hat. Da wird ein Staffelbogen abgeschlossen, was unabhängig davon, ob man den als gut oder schlecht bezeichnen möchte, zumindest mit Blick auf die Staffel recht stimmig erscheint. Denn die Verarbeitung dieser Geschehnisse, die Jean-Luc verdrängt hatte, war wichtig und gibt unserer Hauptfigur eine Entwicklung - etwas, was beim episodischen Star Trek: The Next Generation äußerst selten der Fall war und wenn doch, dann bloß für eine Woche. Jedenfalls, was Picard betrifft.

Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Mich hat übrigens gefreut, dass Tallinn zum Teil dieser Reise wird, die tieferen Einblicke in Jean-Lucs Vergangenheit wahrnimmt und sogar Tipps geben darf. Sollte Laris sich als Watcher entpuppen, wissen wir, weshalb diese Watcher jetzt „näher“ an ihren beobachteten Figuren dran sind als vorher. Und Jean-Luc wird sich ihr gegenüber sicher anders als im Auftakt verhalten. Des Weiteren können die Darsteller dieser Rückblicke sicher einmal gelobt werden. James Callis war eine perfekte Wahl für Picards Vater, ebenso wie Madeline Wise in ihrer Mutterrolle brilliert hat. Ob wir von Dylan Von Halle, der sich als junger Picard gut schlägt, mehr sehen werden, bleibt abzuwarten, schließlich war das seine erste (große) Rolle.

Was diese Woche leider nicht fortgesetzt wird, ist die Handlung um Q (John de Lancie) und dessen Motivation, die die gesamte Geschichte erst ins Rollen brachte. Erhofft er sich vom (sicher kommenden) Ausweg Picards aus der aktuellen Situation einen Ausweg aus seiner, mittlerweile relativ machtlosen Position und somit einen Hinweis für sich selbst? Das Finale nächste Woche wird hoffentlich darauf zurückkommen.

Und Action!

Nächster Punkt wäre generell die Action und die Fortsetzung der Haupthandlung. Natürlich musste es mit Blick darauf, dass uns in dieser Staffel nur noch eine Episode erwartet (und die letzten Folgen uns nicht viel weitergebracht haben), jetzt schneller vorangehen. Die kleine Borg-Armee, die nicht über die Fähigkeiten zukünftiger, uns bekannter Borgs verfügt und hier bloß (leicht zu treffendes) Kanonenfutter abgibt, ist aber dennoch nicht ohne und hält unsere Protagonisten ordentlich in Schach. So wird Rios schnell verwundet, aber auch die anderen Figuren wirken weniger „sicher“. Bestes Beispiel ist Seven, die nach der Auseinandersetzung mit der Borg Queen im Sterben liegt. Spannung ist somit garantiert.

Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

In Sachen Holo-Elnor hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Die La Sirena kann also aus jedem, der sich einmal an Bord aufgehalten hat, ein Hologramm erstellen, welches mit dem gesamten Wissen dieser Person ausgestattet ist. Praktisch, das erspart natürlich aufwendige Programmierung wie früher und mit Blick darauf, dass Holo-Elnor den Schlüssel zum Schiff verkörpert, sogar eine Idee, mit der ich mich anfreunden kann. Als Hologramm sollte Elnor sich allerdings kaum Sorgen über seine eigene Existenz machen, sondern im Nu die verwundbaren Feinde ausschalten, während er gegen Schaden immun sein sollte - oder funktioniert so ein Combat Hologram anders?

Schade übrigens, dass an dieser Stelle nicht ein Emergency Medical Hologram in Form von Robert Picardo oder das Hologramm von Rios zum Einsatz kam. Das wäre gefühlt „logischer“ gewesen, um die Eindringlinge so lange (und durch Flucht quer durchs Schiff ohne Kämpfe) aufzuhalten, bis Hilfe in Form von Raffi und Seven auftaucht. Aber naja, offenbar sollte es auch an Bord der La Sirena Schwert-Action geben und Raffi ein kurzes Holo-Wiedersehen mit Elnor beschert werden.

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Raffi und Seven

Unser kleines Damen-Team kommt zwar zusammen mit Picard und Tallinn am Anwesen an, aber nachdem die Borg-Armee angreift, trennen sich Raffi und Seven vom Rest, um einen eigenen Weg zur La Sirena zu finden. Divide and Conquer oder so. Und schließlich wird beschlossen, sich zu zweit durch die Borghorde zu kämpfen, was irgendwie auch gelingt. Äh, was?

Während die Action um Holo-Elnor auf mich überflüssig wirkte, hätte ich von Raffi und Seven gerne gesehen, wie sie sich zur La Sirena durchschlagen. Das muss schließlich eine gut funktionierende Taktik gewesen sein, wenn beide relativ unversehrt an Bord ankommen. Plausibler wäre allerdings gewesen, wenn sie den Transporter von Tallinn genutzt hätten, um sich in einem Lagerraum oder ähnliches der La Sirena wiederzufinden. Picard und Tallinn hätten Soong und die anderen Angreifer ablenken können, während Raffi und Seven sich an Bord langsam durchschlagen. Doch, das hätte mir gefallen.

Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Was die Dialoge zwischen den beiden angeht, sind die auch diese Woche wieder im Programm. Seven als Captain? Da wäre ich vermutlich an Bord. Ich frage mich allerdings, weshalb man ihr den Zugang zur Sternenflotte (mit Unterstützung Janeways (Kate Mulgrew)) verwehrt hat, wenn ein Icheb (Casey King) in der ersten Staffel von Star Trek: Picard durchaus (und bereits länger) dazugehört.

Soong

Auf mich wirkte es oft peinlich, wenn Adam Soong den Dialog mit Picard sucht und Versuche anstellt, unsere Helden zur Aufgabe zu bewegen. Später sind es bloß noch die Phrasen, die er von sich gibt. Dass Soong kein 08/15-Bösewicht sein soll, ist kaum noch zu spüren. Ansätze zeigen sich lediglich darin, wie er sich im „Versteckspiel“ schlägt, aber die sind sicher zu vernachlässigen.

Für das Finale müssen wir aber leider erneut mit ihm rechnen, denn er kann entkommen und wird sicher bemüht sein, die Europa Mission noch irgendwie zu verhindern. Welche Rolle der Hinweis (der mit den beiden Renees (Penelope Mitchell), von denen eine leben und eine sterben muss) von Queen Jurati hier spielen wird, bleibt mir erstmal rätselhaft. Insofern abwarten, was das Finale bringt. Neugierig bin ich aber hauptsächlich darauf, wie Picard und Crew zurück in die Zukunft kommen und die Handlung dort ausgeht.

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Rios

Wenn eine Figur etwas vernachlässigt wird, dann ist es Rios, der sich einen Treffer einfängt und zusammen mit Teresa und Ricardo in Sicherheit gebracht wird. Seine Bemühungen, wieder zurück zu den anderen zu kommen, sollen später von Erfolg gekrönt sein und Picard vor Soong retten. Aber bis dahin gibt es nur wenige Szenen mit Teresa, die nach wie vor mehrere Ausgänge zulassen.

Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Am plausibelsten wäre es vermutlich, wenn Rios in der Vergangenheit bleibt und seine neue „Familie“ unterstützt. Vielleicht muss er das sogar und verbessert damit die Welt, also, steuert seinen Teil dazu bei, die uns bekannte Zukunft (ohne Konföderation) einzuleiten, indem er Teresa bei ihrer Arbeit unterstützt. Andererseits, um Schmetterlinge macht sich ohnehin niemand Gedanken mehr, weshalb noch immer die Möglichkeit besteht, dass Teresa und Ricardo mit ihm in die Zukunft reisen. Abwarten.

Queen Jurati

Was mich durchweg begeistert hat, ist die (innere) Auseinandersetzung zwischen Agnes und der Borg Queen. Dieser Konflikt, bei dem der Borg-Anteil oft dominiert, während Agnes immer nur dann eingreifen kann, wenn es wie bei Raffi letzte Woche oder bei Seven hier um ein (vertrautes) Leben geht, ist sicher der beste Handlungsbogen der Staffel. Und dieser soll nun in einer neuen (Borg-)Spezies enden, in der Queen Jurati die Prinzipien der Borg grundlegend verändert, wo Emotionen als Stärke statt Schwäche gewertet werden und wo die Assimilierung auf Wunsch erfolgt. Widerstand ist somit nicht mehr zwecklos, vielmehr wird der Gedanke verfolgt, das Kollektiv zu einer Basis derjenigen zu machen, die den Kontakt zu anderen suchen (aber nie gefunden haben), sich verbessern wollen (obwohl ihnen die Möglichkeit dafür fehlt) und in besagtem Kollektiv den Rückhalt dafür finden sollen (den sie nie hatten).

Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Hide and Seek der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Ich finde den Gedanken sehr interessant, die Borg ein wenig (oder sehr stark) umzukrempeln. Wenn es ins Finale und die Zukunft geht, wird sicher Queen Jurati als diejenige offenbart werden, die im Auftakt für Wirbel gesorgt hat. Fraglich bleibt derweil, ob und wie der Kanon noch eine Rolle spielt, wenn die Borg bereits im 21. Jahrhundert einen anderen Weg eingeschlagen haben als bisher. Denn damit wird die Zeitlinie verändert, die wir in Star Trek: The Next Generation und späteren Serien gesehen haben. Wobei bereits die Aussage über zwei Renees wittern lässt, dass die Serie auf ein Multiverse (ist ja gerade in) zusteuern könnte. Aber halt (!), die La Sirena benötigt doch ein wenig Zeit (etwa 400 Jahre, oder?), um im Delta-Quadranten anzukommen. Von daher könnte es tatsächlich sein, dass diese neue Entwicklung der Borg erst im Auftakt dieser Staffel bedeutend, alles Vorherige beibehalten und es fortan freundliche wie feindliche Borg geben wird.

Aber wie auch immer. Ich freue mich auf das Finale und werde sicher auch die dritte Staffel verfolgen. Gut möglich übrigens, dass die dritte Staffel diese Handlung(en) fortsetzt, denn irgendwie will mir aktuell noch nicht in den Kopf, wie man nächste Woche alles abschließen will, ohne Abkürzungen zu nehmen. Ich erwarte da eher einen Cliffhanger, der nahtlos zur dritten Staffel überleitet. Aber naja, abwarten.

Fazit

Schwierig. Mit Blick auf die ganzen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge „da oben im Artikel“ könnte man meinen, die Episode war ein Tiefpunkt der Staffel. Ist sie aber nicht. Denn ungleich der vorherigen Folgen nimmt sie wieder Fahrt auf, ist durchweg unterhaltsam und weckt Neugierde aufs Finale nächste Woche. Ganz zu schweigen von den Darsteller-Leistungen, die leider nicht alle inkludieren. Von meiner Seite gibt es drei von fünf Sternen. Und von Euch?

Promo zur nächsten Folge der Serie Star Trek: Picard

Hier abschließend noch die Promo zur nächsten Episode (2x10) der Serie Star Trek: Picard:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 30. April 2022
Episode
Staffel 2, Episode 9
(Star Trek: Picard 2x09)
Deutscher Titel der Episode
Das Versteckspiel
Titel der Episode im Original
Hide and Seek
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 28. April 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 29. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 29. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 29. April 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 2x09

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?