Star Trek: Picard 2x08

Star Trek: Picard 2x08

In der Folge Mercy der US-Serie Star Trek: Picard werden Picard und Guinan von Agent Wells verhört. Raffi und Seven suchen weiter nach Agnes, die eine erste Leiche hinterlässt. Rios versucht, die La Sirena einsatzfähig zu machen, während er seine Gäste bedient. Kore konfrontiert ihren Vater.

Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
© atrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+

Mercy

So allmählich laufen die Fäden zusammen. Handlungstechnisch geht es in Mercy zwar noch immer recht langsam voran, aber dafür können wir uns über mehrere charakterliche Auseinandersetzungen an nahezu allen Fronten freuen. Wenn die Folge zu Ende ist, tickt die Uhr lauter als zuvor und lässt die Spannung auf die beiden finalen Episoden der Staffel steigen.

Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) und Guinan (Ito Aghayere) finden sich im „Interview“ mit Agent Wells (Jay Karnes) wieder, der bereits ermittlungstechnisch diverse Schlussfolgerungen gezogen hat und die beiden „Aliens“ entlarven möchte. Picard erkennt, dass die Europa Mission damit erneut auf dem Spiel steht und sucht nach einem Ausweg, während Q (John de Lancie) schließlich Guinan einen Besuch abstattet.

Raffi (Michelle Hurd) und Seven (Jeri Ryan) folgen den Spuren von Agnes (Alison Pill) und sollen auch kurz auf „Queen Jurati“ treffen. Beiden wird klar, dass Agnes noch nicht komplett verloren ist, aber die Borg Queen (Annie Wersching) am Steuer sitzt und nach einem Weg sucht, Drohnen herzustellen. Begleitet wird diese Handlung von verbalen Auseinandersetzungen zwischen Raffi und Seven, die diese Woche aber bedeutungsvoller erscheinen.

Rios (Santiago Cabrera) soll sicherstellen, dass die La Sirena „entborgifiziert“ und wieder einsatzfähig wird, lässt sich aber gerne durch Teresa (Sol Rodriguez) und Ricardo (Steve Gutierrez) ablenken. An anderer Stelle stellt Kore (Isa Briones) ihren „Vater“ Adam Soong (Brent Spiner) zur Rede, nachdem ihr zuvor ein Geschenk von Q zugestellt wurde.

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Akte X lässt grüßen

Na, wer musste nicht an The X-Files denken, als Agent Mulder, äh, Wells Picard und Guinan verhört? Es fällt natürlich schwer zu glauben, dass ein FBI Agent sich mit der Existenz von Außerirdischen beschäftigt und (seit Jahrzehnten) Spuren dafür sucht, indem ihm beispielsweise Bilder von öffentlichen Überwachungskameras zugespielt werden, die unerklärliche Phänomene zeigen. Glaubt man den allgemeinen Verschwörungstheorien, wäre es sicher realistischer, wenn die Bundesbehörden alles daransetzen würden, um die Existenz von Außerirdischen geheim zu halten. Aber in dieses Thema möchte ich jetzt gar nicht eintauchen, denn das gehört in eben genannte Serie hinein und nicht hier.

Hier wird vielmehr eine Hommage an die X-Akten geliefert, wofür bereits das „Büro“ von Agent Wells spricht. Es geht aber noch viel weiter, wenn uns schließlich in Rückblicken offenbart wird, dass Wells als Kind (Jackson Garner) bereits Kontakt mit Außerirdischen (ein paar Vulcanier, die irgendwelche Messungen vorgenommen haben) hatte und diese einen furchteinflößenden Eindruck beim Jungen hinterließen. Diverse Parallelen zwischen ihm und Mulder (David Duchovny) sind jedenfalls unverkennbar und unsereins hat diese Ausflüge durchweg genossen. Denn die kamen unerwartet, sind irgendwie amüsant und dennoch recht gut eingeflochten in die übergreifende Geschichte, die Star Trek: Picard mit der zweiten Staffel abliefern möchte. Das i-Tüpfelchen wäre natürlich ein Casting von David Duchovny als Agent Wells gewesen, aber das hätte die Überraschung letzte Woche ganz sicher schon gespoilert. Übrigens ist die Wahl von Jay Karnes nicht zufällig. Nein, er nimmt hier nicht die Rolle seines Voyager-Charakters Ducane (oder eines Vorfahren) auf, der in Relativity etabliert wurde. Vielmehr ist es wohl Showrunner Terry Matalas zu verdanken, dass Jay Karnes hier erneut als FBI Agent auftritt - eine Rolle, die ihm (beim gleichen Showrunner) bereits in 12 Monkeys vergönnt war.

Aber zurück zu Picard. Er und Guinan müssen feststellen, dass Agent Wells bereits diverse Verbindungen festgestellt hat und nun die Europa Mission erneut auf der Kippe steht. Witzigerweise kommt Q mit der Lösung daher, wobei „Stuck in the Past“ vermutlich der bessere Titel der Folge gewesen wäre. Aber dieser Handlungsstrang bietet doch jede Menge Offenbarungen. Q liegt quasi im Sterben, womit seine Motivation etwas untermauert wird (wenngleich fraglich bleibt, welche Lektion hier transportiert werden soll) und durch seinen Auftritt mit Guinan wird deutlich, dass er nach einer Art Erlösung sucht. Ganz zu schweigen davon, dass seine Spezies eigentlich unsterblich ist. Aber vielleicht hat sein Kontakt mit Picard und anderen Figuren aus dem Star Trek Universum dafür gesorgt, dass er jetzt einen sterblichen Pfad beschreitet? Unsereins ist jedenfalls auf die Auflösung gespannt, die sicher noch kommen wird.

Was mir in diesem Handlungsstrang weniger gefallen hat, sind Guinans Fähigkeiten. Bei Wells und Picards Analyse zur Figur bin ich dabei, weil hier Hommage und aktuelles Thema Hand in Hand gehen. Aber bei Guinan frage ich mich wirklich, wie sie Picard den Hinweis geben konnte und weshalb dieser den aufgenommen und auf Wells ausgelegt hat. Also, so ganz rund ist dieser Handlungsstrang sicher nicht, auch wenn er zum gewünschten Ergebnis führt, der Picard und Guinan dazu befähigt, wieder auf freien Fuß zu kommen.

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Raffi und Seven

Die Ermittlungen, um Agnes zu finden, laufen auf Hochtouren und fördern auch unsere Antagonistin zu Tage, die es darauf abgesehen hat, neue Borg-Drohnen zu kreieren. Letztlich auch mit Erfolg, wie die letzten Minuten zeigen, aber die Diskussion wird sicher nächste Woche aufgegriffen werden.

Vorerst bleibe ich bei Raffi und Seven, deren übliche Diskussionen diese Woche viel persönlicher werden. Fängt bereits damit an, dass Seven in Raffis Augen den weiteren Werdegang von Agnes kennen sollte, weil sie ja einmal zum Kollektiv gehörte und somit weiß, wie die Borg Queen tickt. Äh, nein, Seven mag zwar auch „stuck in the past“ sein, aber sie ist ganz sicher nicht in der Lage, jeden Schritt der angehenden Borg Queen zu antizipieren. Das Kollektiv liegt in der Vergangenheit und von daher ist auch Seven auf herkömmliche Ermittlungsmethoden angewiesen. Sie mag tiefere Einblicke haben und kann diese auch gut umschreiben (also, die „Vorteile“ des Kollektivs), aber für die aktuelle Verfolgungsjagd sind tatsächlich „analoge“ Ermittlungswege nützlicher.

Ausschnitt aus der Episode Mercy der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Mercy der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Raffi auf der anderen Seite wird von Seven mit Manipulationsversuchen konfrontiert, die uns Einblicke darauf geben, weshalb sie sich für Elnors (Evan Evagora) Tod verantwortlich fühlt. Bislang war es noch einigermaßen rätselhaft, weshalb sie Elnor in Halluzinationen wahrgenommen hat. Jetzt wird deutlich, dass sie seine Laufbahn auf der Sternenflottenakademie eingeleitet hat und somit (indirekt) für sein Schicksal verantwortlich ist. Naja, nicht wirklich, weil Elnors Entscheidungen ganz sicher seine eigenen bleiben werden, manipulatives Handeln von Raffi hin oder her. Aber immerhin verstehen wir jetzt, weshalb Raffi sich nach Elnors Tod schuldig fühlt und meint, ihn des Öfteren mal irgendwo zu sehen.

Ansonsten liefern die Ermittlungen hier einiges ab und erläutern uns, welchen Weg Agnes einschlägt und warum. Hopfen und Malz sind noch nicht verloren, weil sie Raffi verschont. Bei anderen Figuren sieht das allerdings anders aus und wenn sie da gegen Ende und mit Soongs Hilfe neue Drohnen erhält, lässt sich vorhersehen, wer da hinter dem Borg Queen Kostüm der Auftaktfolge steckt. Oder stecken müsste, noch haben wir zwei Folgen vor uns und da kann sich durchaus noch einiges ändern.

Rios

Mir gefällt die Beziehung zwischen Rios und Teresa, weshalb ich an dieser Stelle auch gerne ein Auge zudrücke. Zugegeben, Rios sollte die aktuelle Mission im Auge haben und sich weniger auf Teresa und Ricardo fokussieren. Aber er hat die beiden an Bord gebracht, von daher muss es an dieser Front auch weitergehen - ganz egal, ob und wie die Romanze endet.

Wichtiger sind letztlich auch die Ergebnisse, wie der nicht einsatzfähige Transporter, der darauf schließen lassen, dass Queen Jurati die La Sirena im Auge hat. Aber die Bemühungen der angehenden Borg Queen sind weitaus größer angelegt, als nur dieses eine Schiff unter Kontrolle zu bekommen. Von daher sollte Rios alles tun, um diesen einen Punkt zu verhindern. Ob er das schaffen wird, bleibt ebenso rätselhaft wie die mögliche Beziehung zu Teresa, die diese Woche durchaus gefestigt wird, aber eben auch von Hindernissen geprägt ist.

Ausschnitt aus der Episode Mercy der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Mercy der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Soong und Kore

Es gibt nun keinen Zweifel mehr daran, dass Adam Soong ein Bösewicht ist. Die Konfrontation mit Kore, in der er mehr oder weniger erklärt, dass sie nur durch seinen Willen existiert, spricht förmlich Bände. Das ist keine väterliche Entschuldigung und schon gar nicht eine Liebeserklärung an die „Tochter“. Wir haben hier einen Wissenschaftler mit Gottkomplex vor uns, der aufgehalten gehört. Daran besteht schon länger kein Zweifel mehr.

Bei Kore werden derweil durch Q und sein Heilungsextrakt andere Wege aufgezeigt, um sich von Adam loszusagen. Ob es nun besonders schlau ist, das bisherige Heim ohne Schuhe und monetäre Mittel zu verlassen, sei an dieser Stelle nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass sie sich von Adam lossagt und einer neuen Zukunft/Freiheit entgegengeht. Gut möglich, dass sich ihr Weg noch mit dem von Picard & Co. kreuzen wird, aber darauf würde ich aktuell nicht wetten.

Adam hingegen wird uns sicher noch länger begleiten, denn er soll derjenige sein, der sich von Queen Jurati um den Finger wickeln lässt. Natürlich mit der Aussicht auf eine Zukunft, wie wir sie bereits gesehen haben (mit Statuen und so), aber die sicher nicht eintreten wird, wenn die Borg Queen tatsächlich in der Lage ist, neue Drohnen zu erstellen. Denn mit Blick auf die Zukunft bleibt vorerst vieles ungewiss, was eine Stärke der Folge ist. Darunter zählen Qs Absichten, die weiterhin relativ schleierhaft bleiben, ebenso wie die Europa Mission, die noch immer gefährdet bleibt oder auch der weitere Werdegang von Queen Jurati.

Fazit

Die Hommage an „Akte X“ nehme ich gerne mit, aber was diese Folge sehenswert macht, ist das übergreifende Thema, welches sich mit vergangenen Konflikten der Charaktere beschäftigt. Und charakterlich geht es in der Tat gut zur Sache. Mehr noch, die charakterlichen Fäden laufen hier zusammen und ergeben ein klares Bild davon, was unsere Protagonisten in den kommenden Folgen noch leisten müssen. Wie immer gibt es Licht und Schatten und ich bin mir überhaupt nicht sicher, wie ich diese Folge bewerten soll. Aus der Hüfte geschossen sind aber dreieinhalb von fünf Sternen sicher drin. Was meint Ihr?

Promo zur nächsten Folge der Serie Star Trek: Picard

Hier abschließend noch die Promo zur nächsten Episode (2x09) der Serie Star Trek: Picard:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 23. April 2022
Episode
Staffel 2, Episode 8
(Star Trek: Picard 2x08)
Deutscher Titel der Episode
Gnade
Titel der Episode im Original
Mercy
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 21. April 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 22. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 22. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 22. April 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 2x08

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