Star Trek: Picard 2x07

Star Trek: Picard 2x07

In der Folge Monsters der US-Serie Star Trek: Picard begibt sich Tallinn in Picards Gedankenwelt. Seven und Raffi suchen nach Agnes, während Rios in Erklärungsnot gerät als Teresa und Ricardo zur Klinik zurückkehren.

Patrick Stewart in der Serie Star Trek: Picard, (c) Paramount+
Patrick Stewart in der Serie Star Trek: Picard, (c) Paramount+
© atrick Stewart in der Serie Star Trek: Picard, (c) Paramount+

Monsters

Mit Monsters legt Star Trek: Picard ĂŒber weite Teile der Episode eine handlungstechnische Pause ein. Denn es gilt diese Woche, mehr ĂŒber Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) und seine frĂŒhe Vergangenheit zu erfahren. Ein gewisser Maurice (James Callis) stellt unserem „Captain“ dazu unangenehme Fragen, wĂ€hrend Tallinn (Orla Brady) in Picards Gedankenwelt aufbricht, um den „kleinen Prinzen“ (Dylan Von Halle) vor ominösen Monstern zu retten, die dessen Mutter Yvette (Madeline Wise) entfĂŒhrt haben.

Seven (Jeri Ryan) und Raffi (Michelle Hurd) begeben sich wĂ€hrenddessen auf die Suche nach Agnes (Alison Pill), deren Abwesenheit doch noch auffĂ€llt. An Bord der La Sirena mĂŒssen die beiden aber feststellen, dass sie nur wenige Systeme nutzen können, denn das Schiff wurde enkodiert, und zwar mit einem borgtypischen Code, wie Seven schnell bemerkt.

Rios (Santiago Cabrera) muss derweil zusehen, dass Dr. Teresa Ramirez (Sol Rodriguez) und ihr Sohn Ricardo (Steve Gutierrez) nicht mitbekommen, wie Tallinn Picard in seiner Lage helfen möchte. Und scheitert klĂ€glich, womit er schnell in ErklĂ€rungsnot gerĂ€t. Zudem ist er auf ihre Hilfe angewiesen, als sich Jean-Lucs Lage verschlechtert und Teresa dafĂŒr ein futuristisches GerĂ€t verwenden muss.

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Kindheitstrauma?

Dreh- und Angelpunkt dieser Folge ist Jean-Luc Picard oder vielmehr seine Kindheit. In den vorherigen Episoden wurde bereits mehrfach angedeutet, dass er eine starke Bindung zu seiner Mutter Yvette hatte und deren Tipps gefolgt ist, um schließlich zu der Person zu werden, die wir aus Star Trek: The Next Generation kennen. Dabei haben wir bislang angenommen, dass mit dem elterlichen VerhĂ€ltnis „etwas“ nicht stimmte. Genauer betrachtet, dass Jean-Lucs Vater hier der Bösewicht ist, wĂ€hrend Mama Picard als Wegweiserin fĂŒr ihren Sprössling fungiert hat und stets sein Bestes wollte.

Im Verlauf der Folge werden die Rollen der Eltern quasi vertauscht oder zumindest anders dargestellt, als es bislang der Fall war. Papa Picard hat den kleinen Jean-Luc vor grĂ¶ĂŸerem Unheil bewahrt, seine Mutter hat offenbar eine psychische Krankheit, weshalb sie sich (forciert vom Ehemann) in Behandlung geben musste und unser Picard ist in Sachen Erinnerungen ein wenig fehlgeleitet, was mehr oder weniger seine ganze Karriere bei der Sternenflotte betrifft. Oder doch nur sein Herz, welches er angeblich nie mit jemandem geteilt hat, weil er sein Umfeld stets um eine ArmlĂ€nge von persönlichen Einblicken ferngehalten hat?

Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Uff. Ich habe sicher nichts dagegen, wenn ein Jean-Luc Picard etwas nĂ€her betrachtet wird. Kindheitstrauma? Meinetwegen, aber das erzĂ€hlte MĂ€rchen ist jetzt nicht das, was ich erwartet hĂ€tte oder gar den Charakter enorm weiterbringt. Zumal Tallinn auch noch nicht das Ende der Fahnenstange gesehen hat. Da wartet (leider) noch mehr auf uns, was sicher in den nĂ€chsten Folgen noch aufgedeckt wird. Aber freue ich mich darauf? Nein, nicht wirklich. War schon anstrengend genug, dieser Folge beizuwohnen, weil selbst mit den kleinen Twists keine großen Offenbarungen kamen. Stellenweise fĂŒhlt man sich zwar an „Pans Labyrinth“ (2006) erinnert, aber dazu fehlt es hier schlicht an Dramatik.

FĂ€ngt schon damit an, dass die Audienz zwischen Maurice und Jean-Luc, die offenbar den Eindruck vermitteln soll, in der Zukunft zu spielen, direkt durchschaut werden kann. SpĂ€testens, als unser „Captain“ bestimmte GerĂ€usche hört. Aber er trĂ€gt halt den gleichen Anzug wie letzte Woche, daher war dieser Ausflug von vornherein ein Fehlgriff. Da fragt man sich vielmehr, weshalb er seinen Vater nicht direkt erkannt hat. HĂ€tte Maurice sein Aussehen geĂ€ndert, nachdem sich Jean-Luc bewusst wird, wer da mit ihm spricht, okay. Ist aber nicht der Fall.

Tallinn

Positiv kommt bei mir allerdings an, dass Tallinn jetzt diese Einblicke erhalten hat und daher nĂ€her an Jean-Luc dran ist als viele andere Figuren vor ihr. Vielleicht gehört es auch zum Plan von Q (John de Lancie) dazu, dass Picard Charaktere ins persönliche Vertrauen zieht und offener fĂŒr intime Beziehungen wird. Schließlich haben wir noch Laris, die ihre GefĂŒhle gegenĂŒber Jean-Luc bereits ausgedrĂŒckt hat.

Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Oh, zu Tallinn/Laris: Mich hat jetzt nicht ĂŒberrascht, dass Tallinn eine Romulanerin ist. Das war eine willkommene ErklĂ€rung, allerdings direkt angeteasert durch das OhrstĂŒck, welches sie sich aufsetzt, um in Picards Bewusstsein vorzudringen. Zu den Watchern gibt es aber noch ein wenig ErklĂ€rungsbedarf. Erst recht, nachdem Tallinn hier direkt eingegriffen hat. Und die Frage, ob Laris jetzt ein Watcher ist, ist auch noch nicht komplett beantwortet worden, auch wenn es nun so aussieht.

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Und Q?

WÀhrend Renee Picard (Penelope Mitchell) in einem Nebensatz als vorlÀufig sicher eingestuft wird, pausiert der Handlungsstrang um Kore (Isa Briones) und ihren Vater Adam (Brent Spiner) ebenfalls. Ob Q weiterhin plant, den Verlauf der Geschichte zu verÀndern, bleibt nach dieser Folge aber ohnehin abzuwarten. Denn, wie Jean-Luc nun vermutet, könnte der Hintergrund der VerÀnderungen ein anderer sein als bislang angenommen.

Warum aber diesen großen Umweg gehen, wenn Q selbst derjenige ist, der Hilfe benötigt? Andeutungen dafĂŒr gab es bereits zuvor (Stichwort: Fingerschnipsen ohne Wirkung) und es wĂ€re nicht das erste Mal, dass er seiner KrĂ€fte beraubt wurde (Folge 3x13 von TNG). Aber vielleicht ist der Hintergrund jetzt ein anderer? Abwarten, denn der Versuch, Q mit Hilfe von Guinan (Ito Aghayere) herbeizubeschwören, fĂŒhrt nicht zum gewĂŒnschten Auftritt. Stattdessen betritt ein FBI Agent (Jay Karnes) die Bar und lĂ€sst Jean-Luc und Guinan festnehmen. Cliffhanger.

Apropos Guinan, wollte die nicht eigentlich die Erde verlassen? Und klar, sie hat eine „magische“ Flasche zur Hand, die den nĂ€chsten Q herbeizaubern kann. Ich habe sicher nichts dagegen, wenn man den El-Aurianern und dem Q-Kontinuum einen gemeinsamen Hintergrund verpasst, aber derart aus dem Hut gezaubert lĂ€sst sich bloß mit dem Kopf schĂŒtteln. Wechseln wir lieber das Thema.

Seven und Raffi

Besonders viel gibt es an dieser Front leider nicht zu berichten, ebenso wie bei Agnes. Aber immerhin ist den beiden aufgefallen, dass Dr. Jurati abwesend ist und gefunden werden muss. Entsprechend fĂŒhrt der weitere Weg zur La Sirena, deren Systeme aber verschlĂŒsselt wurden und nur marginal nutzbar sind und spĂ€ter wieder zurĂŒck nach L.A., um sich „zu Fuß“ an die Fersen von Agnes zu heften.

Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Raffi und Seven bleiben ein gutes Duo mit zahlreichen ZwiegesprĂ€chen und bleiben dem Fokus auf das aktuelle Abenteuer treu. Hier wird die Schnitzeljagd nach Jurati beziehungsweise der möglichen neuen Borg Queen (Annie Wersching) losgetreten, die unbedingt aufgehalten werden muss. Nicht auszudenken, was passiert, sollte Agnes in diesem Jahrzehnt in vollen Borgmodus ĂŒbergehen und ihr eigenes Hive aufbauen. Die Szene in der Bar, bei der Agnes eine Scheibe zerstört, bleibt allerdings recht sinnfrei. Irgendwas mit Endorphinen, wĂ€hrend ein kurzes Cameo von Sunny Ozell (Patrick Stewarts Ehefrau) der eigentliche Grund dafĂŒr sein dĂŒrfte, weshalb Agnes die Bar ĂŒberhaupt betritt. Schließlich hĂ€tte sie die Scheibe auch von außen zerstören oder anderweitig destruktiv vorgehen können.

Rios

Wie war das noch mit den Schmetterlingen? Wobei Rios zunĂ€chst keine andere Wahl hat, als Teresa zu ihrem „Patienten“ zu lassen. Noch kritischer wird es, als sich Jean-Lucs Zustand verschlechtert und futuristisches GerĂ€t benötigt wird, um ihm zu helfen. Hier muss Rios endgĂŒltig ErklĂ€rungen liefern und entscheidet sich schließlich dazu, Mutter und Sohn die La Sirena zu zeigen.

Dieser Nebenhandlung lĂ€sst sich schon wesentlich mehr abgewinnen. Mir hat jedenfalls gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Teresa und Rios entwickelt, der sich mitunter auch gut um Ricardo kĂŒmmert. In Sachen Schmetterlingen bleibt natĂŒrlich abzuwarten, ob diese Beziehung eine Zukunft (in der Zukunft) hat oder nicht. Schließlich ist es gut möglich, dass Dr. Ramirez (oder ihr Sohn) einen grĂ¶ĂŸeren Fußabdruck in der Geschichte hinterlassen hat und daher in dieser Zeit bleiben muss. Da liegt es in den HĂ€nden der Macher, uns ein Happy End oder eine dramatische Trennung zu prĂ€sentieren.

Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Monsters der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Mit Blick auf die anderen „Schmetterlinge“, wie unsere neue Borg Queen oder die Tatsache, dass das FBI auf Jean-Luc aufmerksam geworden ist, dĂŒrften Rios' ErklĂ€rungen und „Beweise“ aber nur leichte FlĂŒgelschlĂ€ge verursachen, die im Großen und Ganzen (hoffentlich) vernachlĂ€ssigbar sind. Einziger Kritikpunkt meinerseits in dieser Handlung wĂ€re, dass unsere Doktorin besagtes GerĂ€t erfolgreich einsetzen kann, um Jean-Luc zu stabilisieren. Als wenn jeder Arzt automatisch dazu in der Lage wĂ€re, jedwedes medizinische GerĂ€t zu nutzen, was ganz sicher nicht der Fall sein dĂŒrfte.

Fazit

Das war mal ein Schuss in den Ofen. Handlungstechnisch wird auf die Bremse getreten, wĂ€hrend die charakterlichen EnthĂŒllungen bezĂŒglich Jean-Luc zwar einen kleinen Fortschritt bringen, dieser aber oft vorhersehbar gestaltet und obendrein noch unvollstĂ€ndig ist. Bei den anderen Figuren dominieren ebenfalls gemischte GefĂŒhle den weiteren Verlauf. Ich sehe hin und wieder durchaus mehr Licht als Schatten, aber die dunklen Flecken fallen oft derart ins Auge, dass sie nicht wegzuwischen sind. Von mir gibt es diese Woche zwei von fĂŒnf Sternen. Und von Euch?

Promo zur nÀchsten Folge der Serie Star Trek: Picard

Hier abschließend noch die Promo zur nĂ€chsten Episode (2x08) der Serie Star Trek: Picard:

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 16. April 2022
Episode
Staffel 2, Episode 7
(Star Trek: Picard 2x07)
Deutscher Titel der Episode
Monster
Titel der Episode im Original
Monsters
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. April 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 15. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 15. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 15. April 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 2x07

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?