Star Trek: Picard 2x06

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Two of One
Der Episodentitel ist recht eindeutig Dr. Agnes Jurati (Alison Pill) gewidmet, deren „Hausgast“ a.k.a. die Borg Queen (Annie Wersching) nun als geistige Begleiterin stets präsent ist. Noch hat Agnes die Kontrolle über den eigenen Körper, aber bereits in den ersten Minuten benötigt sie „Hilfe“, um dem Rest des Teams den Zutritt zur Party zu verschaffen. Kein gutes Omen, welches uns später auch den Cliffhanger der Woche verschaffen soll.
Tallinn (Orla Brady) und Jean-Luc (Patrick Stewart) beobachten Renee (Penelope Mitchell), die erneut von Q (John de Lancie) beeinflusst wird. Picard beschließt, direkt einzuschreiten, doch Adam Soong (Brent Spiner) soll zunächst intervenieren und später dafür sorgen, dass es um den ehemaligen Captain nicht gutsteht. Ferner spielen Laris und Picards Kindheitsrückblicke eine Rolle.
Der Rest des Teams versucht sich derweil ein wenig zu amüsieren. Seven (Jeri Ryan) bleibt hier eher im Hintergrund, während Rios (Santiago Cabrera) und Raffi (Michelle Hurd) wesentlich mehr Screentime erhalten, die mitunter auch der Mission gilt. Die drei sollen aber wieder am gleichen Strang ziehen, wenn es um Jean-Luc schlecht steht und die Hilfe von Dr. Teresa Ramirez (Sol Rodriguez) gefragt ist.
Während Q diese Woche nur indirekt auftritt, ist Adam direkt in die Ereignisse involviert, kann sein vorgegebenes Ziel aber nicht erfüllen. Als er niedergeschlagen zu Hause eintrifft, kommt Kore (Isa Briones) auf die Idee, über ihren Vater ein wenig zu recherchieren und gräbt dabei für sie Unglaubliches aus. Nicht nur, dass diverse News über ihren Vater äußerst negativ ausfallen, auch die Frage nach der eigenen Existenz spielt hier eine Rolle.
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Jean-Luc Picard
Fangen wir mit den „kleinen Ereignissen“ an, die noch vor den Opening Credits stattfinden. Jean-Luc hat Tallinn erneut als Laris angesprochen, was beim Watcher mehrere Fragen nach dieser ominösen Laris nach sich zieht. Denn offensichtlich lügt Picard, wenn er Laris als nicht erwähnenswert einstuft. Aber weshalb lügt unser Captain/Admiral in dieser Sache?

Es gibt sicher mehrere Theorien, die das Aussehen von Tallinn/Laris erklären könnten, die sich abgesehen von den Ohren wie ein Ei dem anderen ähneln. Eine davon wäre, dass unser Watcher im Jahr 2024 eben auch später und in romulanischer Form ein Watcher ist, weil die Picards für diese Spezies eine gewisse Wichtigkeit haben. Da Laris im Auftakt (und auch zuvor in der ersten Staffel) aber bereits sehr persönlich involviert ist, was den merkwürdigen Regeln dieser Beobachter offenbar entgegenspricht, erschließt sich mir noch kein Zusammenhang. Aber vielleicht denke ich dafür auch nicht vierdimensional genug, denn es wäre gut möglich, dass sich durch diesen Ausflug in die Vergangenheit erst eine Änderung ergibt, die diese ominösen Watcher dazu bringt, sich stärker ins Geschehen einfließen zu lassen.
Nächster Punkt wären die Rückblicke in Picards Kindheit. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Mama Yvette (Madeline Wise) war offenbar wichtig, wie uns zuvor bereits gezeigt wurde. In Sachen Reue scheint es hier neue Anhaltspunkte zu geben, aber die sind für den jungen Jean-Luc offenbar nicht zu vermeiden gewesen. Die nächste Episode wird aber sicher etwas Licht in diesen Teil bringen, wenn Tallinn sich in Picards Bewusstsein begibt.
Sehr positiv empfinde ich das Gespräch zwischen Renee und Jean-Luc, der schließlich eingreift als seine Vorfahrin die Party verlassen will. Das Thema Angst wird dabei angesprochen und es gelingt Picard mit seiner einfühlsamen Art und Weise, Renee umzustimmen. Mein persönliches Highlight der Woche, dem allerdings sogleich das weniger gelungene Schockmoment, verursacht durch Adam Soong, folgen soll.
Adam Soong
Konnte man in der Vorwoche noch halbwegs nachvollziehen, wie Adam tickt und dass er aus der Verzweiflung heraus einen Deal mit Q eingeht, wird das diese Woche wesentlich schwieriger. Dass Jean-Luc schwerverletzt wird, ist kein Geheimnis, denn uns wird immer wieder aufgezeigt, wie die Party für ihn endet. Adam sorgt zunächst für Unruhe, wenn er auf den unerwünschten Gast der Veranstaltung aufmerksam macht und Agnes die Situation durch ein ungewöhnliches Ablenkungsmanöver retten muss - mehr dazu gleich.
Diese Art von Eingriff soll aber noch die harmlosere sein und würde einigermaßen zu jemandem passen, der seinen Einfluss geltend macht, um einen Störfaktor möglichst gewaltlos zu entfernen. Wäre es ihm gelungen und die Sicherheitskräfte hätten Jean-Luc entfernt, wäre Adams Mission bereits erfüllt. Später erfahren wir aber, dass das „Hindernis“, von dem Q gesprochen hat, Renee ist und Adam dort wesentlich rabiater vorgehen soll. Die Rede ist von kaltblütigem Mord, wozu Soong sich hinter das Steuer seines Wagens setzt und sie ins Visier nimmt.
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Woher er wusste, dass sie außerhalb des Gebäudes herumspazieren würde, bleibt ebenso ein Rätsel wie der Zeitpunkt, den er auswählt. Abgesehen davon laufen genug Zeugen herum, um Fahrer wie Fahrzeug zu identifizieren, was diesen Plan von vornherein sehr dämlich wirken lässt. Da wird Soong von einem möglicherweise gewitzten Gegner direkt zum mörderischen Bösewicht befördert, der selbst aus dem Verkehr gezogen gehört.
Kores Entdeckungen verstärken diesen Eindruck noch. Adam Soong ist ein verrückter Wissenschaftler, der über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen. Seine Forschungen, die angeblich ein höheres Ziel haben, lassen ihn schließlich als modernen Frankenstein dastehen. Kore ist nicht seine erste „Kreatur“, wie sie entsetzt feststellen darf. Vor ihr gab es bereits mehrere „Töchter“, die allesamt im Ordner der gescheiterten Projekte gelandet sind. Diese Grausamkeit, mit der Adam sein Ziel verfolgt, ist mit nichts zu rechtfertigen. Mit einer solchen Figur lässt sich auch nicht mehr mitfiebern, weil aus dem verzweifelten Vater, der sich an Strohhalme klammert, um seine Tochter zu retten, plötzlich ein skrupelloses Monster wird. Diese Wendung hat mir jedenfalls überhaupt nicht gefallen.
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Dr. Agnes Jurati
Der Cliffhanger der letzten Woche hat uns gezeigt, dass die Borg Queen in Agnes ein neues Zuhause gefunden hat. Der Konflikt zwischen den beiden kann somit in Two of One weitergehen, was uns amüsante wie fragwürdige Momente beschert. Grundsätzlich gefällt mir diese Vorgehensweise, denn sie fühlt sich noch immer frisch genug an, um dem weiteren Verlauf beizuwohnen, wie auch immer der für dieses neue „Kollektiv“ ausgehen mag. Alison Pill und Annie Wersching geben ohnehin ein gutes Duo ab, gerne mehr davon.
Kurz zurückgespult, hängt anfangs alles an Jurati, die die Identitäten unseres Teams ins System einspeisen muss, damit Picard & Co. sich ungehindert unter den anderen Gästen der Gala bewegen können. Dazu muss sie allerdings auf ihren „Gast“ zurückgreifen, um sich von den Fesseln zu befreien. Ein erster Hinweis darauf, dass die Borg Queen sich auch physisch bemerkbar machen kann, was durchaus reizvoll ist. Anschließend hadert Agnes mit der inneren Begleiterin und bekommt nicht mit, als sie vom Team erneut gefordert wird. Rios fungiert hier als Bote, wobei die Borg Queen abermals kurz die Kontrolle übernimmt und uns daran erinnert, dass Jurati und Rios mal zusammen waren. Würde ich ebenfalls noch unter amüsant einstufen.
Das Ablenkungsmanöver, welches anschließend stattfindet, um Picard vor den Sicherheitskräften zu schützen, stößt bei mir auf gemischte Gefühle. Die Gesangseinlage von Alison Pill mit Shadows of the Night fand ich durchaus stimmig und originell, allerdings darf man sich fragen, weshalb die Band da mitmacht und Agnes im Spotlight steht, wenn es doch einen Stromausfall zu verzeichnen gibt. Außerdem wundert mich ein wenig, dass der Rest des Teams im weiteren Verlauf nicht die Abwesenheit von Agnes bemerkt. Klar, als Jean-Luc am Boden liegt, ist die Sorge groß und schnelle Hilfe gefragt, die sich durch Teresa ergibt. Aber spätestens in der Klinik hätte sich jemand mal fragen sollen, wo denn Agnes unterwegs ist.
Sonstiges
Raffi und Rios erhalten ein paar Szenen, die darauf hindeuten könnten, dass Rios in dieser Zeit gut aufgehoben ist. „Echte“ Zigarren und das Essen sind da neben love interest Teresa, deren Fähigkeiten später gefragt sind, wesentliche Punkte, die darauf hindeuten könnten, dass Rios in dieser Gegenwart verweilen wird. Um Raffi dürfen wir uns weiterhin Sorgen machen, weil sie wieder kurz Elnor (Evan Evagora) erblickt.

Die kurze Laufzeit der Episode unter der Regie von Jonathan Frakes könnte darauf zurückzuführen sein, dass wir von Seven nicht sonderlich viel zu sehen bekommen. Vielleicht wurde dort etwas gedreht, was letztlich keinen Platz in der Episode gefunden hat? Neben Rios und Raffi hätte ich jedenfalls gerne gesehen, wie Seven sich auf der Party schlägt, denn die kommt diese Woche viel zu kurz daher, was mit Blick auf das restliche Team schon schade ist.
Fazit
Deutlich besser als letzte Woche, was in meinen Augen vor allem an Jean-Luc und Agnes liegt, deren Auftritte zu den Highlights gehören. Es gibt allerdings erneut zahlreiche Schatten zu verzeichnen, die teils sinnlos oder zumindest fragwürdig wirken. Von mir gibt es diese Woche dreieinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?
Sneek Peak zur nächsten Folge der Serie Star Trek - Picard:
Hier abschließend noch ein Sneek Peak zur nächsten Episode (2x07) der Serie Star Trek: Picard:
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 9. April 2022(Star Trek: Picard 2x06)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 2x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?