Star Trek: Picard 2x05

Star Trek: Picard 2x05

In der Folge Fly Me to the Moon der US-Serie Star Trek: Picard entdeckt Jean-Luc eine wichtige Person, die die Ursache für die Veränderungen sein könnte. Q setzt seine Manipulationen fort, Agnes wird erneut mit der Borg Queen konfrontiert und Rios erhält Hilfe von Raffi und Seven.

Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
© atrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+

Fly Me to the Moon

Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) findet sich in der Wohnung von Tallinn (Orla Brady) wieder, wo er mehr über ihre Rolle des Watchers erfährt. Hier erfahren wir auch, wen die Dame, die Laris zum Verwechseln ähnlich sieht, bereits über Jahrzehnte im Auge hat: Renee Picard (Penelope Mitchell), der wir letzte Woche bereits kurz begegnet sind und die sich aktuell für die Europa Mission vorbereitet. Ob sie teilnimmt oder nicht, könnte wegweisend für die Zukunft sein, wobei sich der Konjunktiv vermutlich streichen lässt, wenn wir einen Blick auf Q (John de Lancie) und sein Treiben werfen.

Raffi (Michelle Hurd) und Seven (Jeri Ryan) beschäftigen sich derweil mit der Rettung von Rios (Santiago Cabrera) und haben unterschiedliche Standpunkte, was das „Wie“ der Rettung angeht. Ob die Sorgen über mögliche Schmetterlinge angebracht sind, lässt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Ebenso wie der kleine Auftritt von Evan Evagora oder wie wichtig das Immigrationsthema und Teresa (Sol Rodriguez) für die weitere Handlung noch sein werden.

Die Borg Queen (Annie Wersching) sorgt währenddessen in Frankreich für Probleme und setzt bei der Polizei einen Notruf ab, der Leclerc (Ivo Nandi) zum heruntergekommenen Anwesen der Picards führt. Jurati (Alison Pill) hält dort ein Schläfchen und wird erst geweckt, als es um den Polizisten schlecht bestellt ist.

Ein neuer Handlungsbogen dreht sich um Adam Soong (Brent Spiner) und dessen Tochter Kore (Isa Briones), die unter einer tödlichen Krankheit leidet. Der Genetiker, der bereits in der zweiten Folge angeteasert wurde, ist offenbar auf der Suche nach einer Lösung für zahlreiche Krankheiten der Menschheit, beschreitet dafür aber unethische Wege, weshalb ihm sein Budget (mitsamt der Profession) gestrichen wird. Und dann kommt Q mit einer vermeintlichen Lösung daher, die natürlich einen Haken hat.

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Watcher

Die Referenz an Gary Seven (Robert Lansing) hat mich natürlich gefreut. Ich hatte da letzte Woche bereits eine Vermutung, als Picard den Brotkrumen mit den weißen Augen gefolgt ist, aber diese nicht ausformuliert. Jedenfalls ist es ziemlich cool von Autorin Cindy Appel, diese Referenz einfließen zu lassen und entsprechend zu erweitern. Von mir aus könnte zwar alles, was in Star Trek: Picard gezeigt wird, auch ohne Bezüge zu den alten Serien auskommen, aber ich schätze es durchaus, wenn die Schreiberlinge sich die Mühe geben, irgendwie noch alles unter einen Hut zu bekommen. Müssten sie nicht, tun es aber trotzdem, was eben einen gewissen Mehrwert liefert (zumindest bei denen, die mit den alten Folgen vertraut sind).

Für Picard kommt die Erkenntnis, dass Tallinn nicht Laris ist, ziemlich schnell. Dennoch müssen wir uns fragen, weshalb hier die gleiche Darstellerin gewählt wurde. Sinn und Zweck dahinter bleibt weiterhin ungewiss, könnte aber mit Q zu tun haben, der uns diese Woche öfter begegnet und noch eine Antwort auf die Frage liefern muss, weshalb er Picard (mitsamt Crew) in diese Situation befördert hat.

Ansonsten ist dieser Handlungsstrang aber der, dem eine größere Bedeutung zukommt. Ich hatte ja oben bereits erwähnt, dass sich der Konjunktiv leicht streichen lässt, weil Renee und ihr (zukünftiger) Einsatz jetzt als Notwendigkeit eingestuft wird, um die „richtige“ Zeitlinie zu erhalten. Q steuert dagegen, von daher plausibel, dass Jean-Luc alles daransetzt, um die Europa Mission mitsamt Renee zum Erfolg zu führen. Weshalb jetzt ausgerechnet eine Vorfahrin von Jean-Luc so wichtig ist, lässt sich so oder so betrachten. Erstaunt bin ich derweil darüber, dass Picard nur wenig über sie weiß, schließlich sollte die Geschichtsschreibung des Jahres 2024 viel detailreicher ausfallen und insbesondere die Europa Mission als bedeutsames Ereignis ausführlicher in die Geschichtsbücher eingegangen sein.

Rios

Die Suche nach Rios wurde letzte Woche bereits vorangetrieben. Nach dem Cliffhanger müssen Raffi und Seven bloß noch entscheiden, wie sie Rios aus dem Bus holen. Ich hätte ja den Transporter bevorzugt, weil der letzte Woche bereits zum Einsatz kam, wo vor zahlreichen Zeugen Raffi und Seven spurlos verschwunden sind. Hier wurden bereits Schmetterlinge in Kauf genommen und wenn man die potenziellen Veränderungen durch Eingriffe knapphalten möchte, ist doch ein chirurgischer Einsatz des Transporters besser, als den gesamten Bus zu stoppen, oder?

Ausschnitt aus der Episode Fly Me to the Moon der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Fly Me to the Moon der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Die Rettung von Rios durch Lahmlegen des Busses bewirkt jedenfalls, dass alle anderen Insassen ebenfalls fliehen können. Deren Werdegänge werden somit verändert. Mit Blick auf die bevorstehende Deportation ein erfreulicher Ausgang, dennoch hätten unsere Protagonisten in Erwägung ziehen müssen, damit eventuell folgenschwere Veränderungen in Gang zu setzen. Aber immerhin werden die Wachen an dieser Stelle bloß ausgeknockt und nicht getötet, womit sich der Einsatz von Raffi und Seven noch verschmerzen lässt.

Ich mag übrigens nach wie vor die Chemie zwischen Raffi und Seven, die Rios raushauen wollen. Ebenso hat mir gefallen, dass Rios mit Pedro (Oscar Camacho) auf Spanisch über die kommenden Momente diskutiert. Aber im Endeffekt wird das Immigrationsthema, womöglich auch Teresa, damit zu den Akten gelegt. Denn im Anschluss geht es für unsere drei Abtrünnigen wieder um das Staffelthema und nicht mehr um Einwanderungsbehörden oder das mögliche love interest von Rios. Was ich derweil davon halten soll, dass Raffi unter den Insassen Elnor erblickt? Keine Ahnung. Ihre Motivation wurde uns bereits mehrfach erklärt, von daher sind Halluzinationen zur Unterstreichung eigentlich unnötig.

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Agnes vs. Borg Queen

Es war sicher keine gute Idee von Agnes, die Borg Queen allein an Bord der La Sirena zurückzulassen. Andererseits hat sie vermutlich eine Pause von den verbalen Manipulationsversuchen der Queen benötigt und nicht geahnt, dass diese einen Weg finden wird, um „Hilfe“ in Form von Leclerc herbeizuholen. Dieser macht derweil nicht gerade den besten Eindruck. Erst übersieht er die schlafende Jurati im Anwesen und als er das Schiff entdeckt, kommt er nicht auf die Idee, Verstärkung anzufordern. Klar, es wäre nicht einfach zu erklären, weshalb er Verstärkung benötigt. Aber allein an Bord zu gehen ist sicher die schlechtere Wahl, wie sich auch schnell bewahrheiten soll, weil Leclerc sich außerdem noch schnell überrumpeln lässt.

Der anschließende Auftritt von Jurati, die sich aus dem Anwesen eine Schrotflinte mitnimmt (sollte sie nicht über einen Phaser verfügen?), führt schließlich zum Showdown. Es kommt zwar Spannung auf, aber das später gezeigte Ergebnis ist nicht wirklich überraschend. Der Twist, der uns in den letzten Sekunden der Folge präsentiert wird, ließ sich jedenfalls meilenweit gegen den Wind riechen. Was aber wiederum auf den weiteren Werdegang von Jurati mit Spannung blicken lässt. Ich bin jedenfalls hin- und hergerissen, was diesen Verlauf betrifft. Und Ihr?

Zuletzt sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass unsere Crew plus Tallinn zusammenfindet und einen Plan entwickelt, um den Werdegang von Renee zu sichern. Keine leichte Aufgabe, zumal ein wichtiges Element des Plans auf Jurati basiert und außerdem noch Q seine Finger im Spiel hat, der zwar nicht wie gewohnt Schnipsen kann, aber neben seiner Rolle als Psycho-Doktor noch ein anderes Ass im Ärmel hat.

Adam Soong und Tochter

Adam Soong ist der Verzweiflung nahe, weil seine Tochter Kore unter einer (merkwürdigen) Krankheit leidet, die ihren baldigen Tod bedeutet. Sein Vorsprechen beim Komitee um Dr. Diane Werner (Lea Thompson) bedeutet einen weiteren Rückschlag, wobei es bestimmt keine gute Idee gewesen ist, mit einem Satz wie „Imagine, if you will, I am a God.“ zu starten. Da schwingt von vornherein eine große Portion Wahnsinn mit, auch wenn sich sein Bestreben (gerade mit Blick auf Kore) sicher nachvollziehen lässt. Vielleicht wäre es anders ausgegangen, wenn er bereits vielversprechende Resultate seiner Forschungen vorweisen könnte, aber das ist offenbar noch nicht der Fall.

Ausschnitt aus der Episode Fly Me to the Moon der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Fly Me to the Moon der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Insgesamt betrachte ich diesen Handlungsbogen aber aus anderen Gründen skeptisch. Eine weitere Inkarnation von Soong, die erneut von Brent Spiner gespielt wird, mag okay sein, ebenso wie Isa Briones als Tochter Kore. Aber der Computer von Soong ist viel zu weit entwickelt mit den Analysen. Jedenfalls, wenn es um Kores Lebenserwartung oder die mögliche Wirkung von Qs Heilmittel geht. In Bezug auf letzteres kommt auch direkt die Frage auf, weshalb Adam das Zeug nicht analysieren und reproduzieren oder gar verbessern kann - schließlich hat ein solches Mittel oberste Priorität für ihn. Obendrein setzt die Wirkung bei Kore sofort ein, was ich ebenfalls für fragwürdig halte. Zumindest hätte Adam nicht erwarten sollen, dass die Spritze direkt Wirkung zeigt. So funktioniert moderne Medizin nicht, auch mit Blick auf die Art der Krankheit und dass die Handlung im Jahr 2024 spielt.

Aber gut, zumindest wird die Motivation von Adam deutlich aufgezeigt und die Abhängigkeit von Q etabliert. Ich verstehe zwar noch nicht, weshalb Q gerade auf Adam zurückgreift, um sein „Hindernis“ aus dem Weg zu räumen, aber darauf gibt es vielleicht nächste Woche eine Antwort.

Fazit

Ich bin jetzt nicht unbedingt enttäuscht von Fly Me to the Moon, denn im Vergleich zur Woche passiert wieder wesentlich mehr, womit einzelne Charaktere aber auch die große Rahmenhandlung vorangetrieben werden, was mit Spannung auf die nächste Episode blicken lässt. Aber das „Wie“ wirft tatsächlich mehrere kritische Fragen und Punkte auf, die sich nur schwer verdauen lassen und in nahezu jedem Handlungsbogen präsent sind. Von mir gibt es diese Woche durchwachsene zweieinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

Promo zur nächsten Folge der Serie Star Trek - Picard:

Hier abschließend noch eine Promo zur nächsten Episode (2x06) der Serie Star Trek: Picard:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 2. April 2022
Episode
Staffel 2, Episode 5
(Star Trek: Picard 2x05)
Deutscher Titel der Episode
Flieg mich zum Mond
Titel der Episode im Original
Fly Me to the Moon
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 31. März 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 1. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 1. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 1. April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 1. April 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 2x05

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