Star Trek: Picard 2x04

Star Trek: Picard 2x04

In der Folge Watcher der US-Serie Star Trek: Picard wird weiterhin versucht, die Zukunft zu retten. Während Raffi und Seven nach Rios suchen, trifft Picard auf eine alte (junge) Bekannte. Dr. Jurati verhandelt derweil mit der Borg Queen, um die Schiffssysteme wieder funktionsfähig zu kriegen.

Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
Patrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+
© atrick Stewart in Star Trek: Picard, (c) Paramount+

Watcher

Mit Watcher wird das Tempo ein wenig zurückgeschraubt, denn es findet diese Woche kein kontrastreicher Wechsel mehr statt. Unsere Crew ist dort angekommen, wo es gilt, die Veränderungen durch Q (John de Lancie) rückgängig zu machen beziehungsweise aufzuhalten, aber hat bis dato noch keine konkreten Hinweise darauf, wie das geschehen soll. Der ominöse Watcher, hier auch titelgebend, soll zwar gefunden werden, und zwar von Jean-Luc Picard (Patrick Stewart), aber noch gibt es keine großen Antworten auf das „Wie?“ und „Warum?“ der Veränderungen, denen wir in den letzten zwei Wochen beiwohnen konnten.

Wir haben drei bis vier Handlungsstränge, denen es zu folgen gilt. Raffi (Michelle Hurd) und Seven (Jeri Ryan) auf der Suche nach Rios (Santiago Cabrera), wobei es hier den größten Actionanteil in Form einer Verfolgungsjagd gibt. Rios selbst in Haft, der kleinere Dialoge mit einem Immigrationsbeamten (Leif Gantvoort) und Teresa (Sol Rodriguez) erhält und mit der Aussicht auf Deportation zu kämpfen hat. Und außerdem Jurati (Alison Pill) und Picard, welcher sich schließlich nach L.A. begibt, um den Watcher zu finden, während Agnes mit der Borg Queen (Annie Wersching) an Bord der La Sirena zurückbleibt.

Hier kannst Du „Star Trek Picard - Staffel 1 - Limited Steelbook (Blu-ray)“ bei Amazon.de kaufen

Du kannst Star Trek Picard - Staffel 1 - Limited Steelbook (Blu-ray) jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen

Butterflies

Raffi und Seven sind auf der Suche nach Rios und nehmen dafür diverse „Schmetterlinge“ in Kauf, wenn sie schließlich in ein Polizeiauto eindringen und eine wilde Verfolgungsjagd erfolgt. Eigentlich sollten die beiden etwas besonnener vorgehen, um eben den Schmetterlingseffekt zu verhindern, der sich in der Zukunft niederschlagen könnte. Und außerdem hätten die beiden sicher etwas direkter zur ICE (nein, nicht Intercity Express, sondern United States Immigration and Customs Enforcement) vordringen und sich den Zwischenstopp bei der Polizei sparen können. Aber naja, so vertraut sind die beiden dann offenbar doch nicht mit der Vergangenheit und ein bisschen Action mit Verfolgungsjagd ist sicher willkommen.

Das gesagt, habe ich das Cameo von Kirk Thatcher als Punk im Bus sowas von gefeiert, dass ich euch dieses Video nicht vorenthalten möchte. In der Szene mit Raffi und Seven fasst er sich sogar kurz an den Hals und ahnt vermutlich, was auf ihn zukommen könnte, sollte er die „Musik“ nicht leiser drehen oder abstellen. Übrigens nur eine von zahlreichen Referenzen, die man in der Folge entdecken kann.

Aber zurück zu Raffi und Seven. Mir gefällt die Chemie zwischen den beiden, auch wenn die eher „ruppig“ daherkommt. Der Fokus gilt auf jeden Fall der Rettung von Rios, wofür diverse Risiken in Kauf genommen werden. Kleines Manko sehe ich derweil in Sevens Fahrkünsten, die ihr offenbar von den Drehbuchautoren gegeben wurden und mindestens eine kleine Erklärung erfordert hätten (ein Nebensatz hätte gereicht). Ansonsten war die Reise sehr unterhaltsam und endet in einem kleineren Cliffhanger, der nächste Woche sicher aufgelöst wird.

Rios

Für Rios heißt es derweil, sich mit der Zollbehörde herumzuschlagen, die gerne mal den Taser einsetzt und Leute ohne Papiere in den Bus zur Grenze steckt. Entsprechend machtlos ist er und somit auf die Hilfe von Raffi und Seven angewiesen, die nächste Woche sicher kommen wird. Unsereins hält es für wichtig, dass das Immigrationsthema angesprochen und auch aufgezeigt wird, wie die „aktuelle Lage“ dazu ist. Von daher hätte dieses Thema auch gerne prominenter in der Folge sein können, weil mein nächster Kritikpunkt so ausschaut, dass „unsere“ gesellschaftlichen Themen insgesamt doch etwas kurz in der Episode kommen und der Ausflug unserer Crew vermutlich nur ein Ausflug bleiben wird.

Du kannst die Serie Star Trek: Picard jetzt sofort bei Amazon Prime Video oder iTunes streamen.

Gefreut hat mich hingegen, dass auch Teresa einen kurzen Austausch mit Rios erhält. Da knistert es definitiv, weshalb Cristobal in Erwägung ziehen könnte, in dieser Zeit(linie) zu bleiben. Ob die Schmetterlinge (im Bauch oder anders) da mitspielen, bleibt allerdings abzuwarten. Ich hoffe aber, dass es besser laufen wird als im Fall von Edith Keeler (Joan Collins) in The City on the Edge of Forever, denn irgendwie habe ich das ungute Gefühl, dass sich die Beziehung zwischen Teresa und Rios in eine ähnliche Richtung entwickeln könnte.

Ausschnitt aus der Episode Watcher der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Watcher der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Dr. Agnes Jurati

Nachdem Agnes bereits die Koordinaten von der Borg Queen „stibitzen“ und diese damit beeindrucken konnte, findet sie zusammen mit Jean-Luc auch den verbleibenden Zeitrahmen heraus, ehe das Ereignis eintritt, welches den Weg für die Konföderation ebnen soll. Viel Zeit bleibt erwartungsgemäß nicht und da der Kontakt zu den anderen abgerissen ist, begibt Picard sich schließlich nach Los Angeles, wo er sich an einem bekannten Ort wiederfindet.

Dr. Jurati bleibt mit der Borg Queen auf der La Sirena zurück, deren Systeme sich im Reparaturmodus befinden. Ihre Aufgabe ist es, den Vorgang zu beschleunigen, wozu sie aber auf die Queen angewiesen ist und mit ihr verhandeln muss. Auch hier dominiert ein ungutes Gefühl, wenn Annie Wersching und Alison Pill miteinander diskutieren und es schließlich zu einem Deal kommt. Dabei wird Juratis Persönlichkeit angesprochen, in welche die Borg Queen Einblicke erhalten hat. Gefährlich, denn wenn Agnes in der Lage war, bei ihrem Ausflug letzte Woche Informationen von der Queen zu erhalten, kann das umgekehrt ähnlich verlaufen sein, womit eine Assimilierung noch nicht vom Tisch ist. Unheimlich ist es auf jeden Fall, wenn die Borg Queen versucht, in Juratis Persönlichkeit vorzudringen und sie mit dem Thema Einsamkeit zu manipulieren. Da dürfen wir gespannt sein, wo die weitere Reise hingeht.

Jean-Luc Picard

Der Ausflug ins verlassene Chateau Picard soll uns erneut kurz in Jean-Lucs Kindheit zurückführen und setzt fort, was der Staffelauftakt bereits offenbart hat. Nebenbei gibt es eine Erklärung dafür, weshalb der Franzose Picard stets mit britischem Akzent spricht. Wohin uns aber diese Eindrücke, insbesondere von Jean-Lucs Kindheit und dem Verhältnis zu seiner Mutter Yvette (Madeline Wise), führen sollen und in welchem Zusammenhang sie mit der „Lektion“ von Q stehen werden oder nicht, bleibt noch ungewiss. Ersichtlich bleibt derweil, dass die Person Jean-Luc Picard im Staffelverlauf weiter ergründet werden soll, und zwar tiefer als es in Star Trek: The Next Generation der Fall war. Das lässt sich bestimmt skeptisch betrachten, aber vorerst bin ich neugierig auf mehr.

Ausschnitt aus der Episode Watcher der US-Serie Star Trek: Picard
Ausschnitt aus der Episode Watcher der US-Serie Star Trek: Picard - © Paramount+

Die Koordinaten führen Picard derweil zur Bar von Guinan (Ito Aghayere spielt hier eine jüngere Version), die im Begriff ist, unseren Planeten zu verlassen. Es werden die Probleme der Menschheit genannt und aufgezeigt, während Jean-Luc versucht, sie zum Bleiben zu überreden und hinter ihr den Watcher vermutet. Dabei ist unser ehemaliger Captain gezwungen, immer mehr über sich und die Zukunft preiszugeben, ehe Guinan schließlich einwilligt, den Kontakt zwischen Picard und dem ominösen Watcher herzustellen.

Mir hat der Besuch der 10 Forward Ave beziehungsweise Bar ausgesprochen gut gefallen. Guinan mit anderem Gesicht mag gewöhnungsbedürftig sein, aber Aghayere spielt die Rolle verdammt gut. Gewöhnungsbedürftiger ist da die Sichtweise, die Guinan auf die Menschheit entwickelt hat, denn wir kennen sie nur mit wesentlich positiver Einstellung und hilfreichen wie mysteriösen Tipps. Die einzige größere Frage, die mich beschäftigt, ist das ausbleibende Wiedererkennen ihres Gegenübers, der sich erst noch offenbaren muss, ehe sie weiterhilft. Sollte sie Picard nicht bereits aus der Doppelfolge Time's Arrow (5x26 und 6x01 von TNG) kennen, die teilweise im 19. Jahrhundert spielte und wo die Crew der Enterprise D bereits auf besagte El-Aurianerin traf? Gerade mit Blick auf das „Zeitempfinden“ der El-Aurianer, auf das diese Woche abermals zurückgegriffen wird, scheint mir hier eine kleine Erklärung zu fehlen. Aber vielleicht trügt mich auch mein Gedächtnis.

Zurück zu Picard. Der trifft schließlich auf den Watcher, was ihm wie uns einen WTF-Moment beschert. Laris (Orla Brady) in menschlicher Form habe ich jedenfalls nicht erwartet, aber vielleicht ist das Aussehen hier wiederum beabsichtigt und auf Picards Persönlichkeit abgestimmt. Da heißt es, die nächste Folge abzuwarten, in der es an dieser Front sicher weitergehen wird.

Und Q?

Die Bonusszene mit Q soll natürlich nicht unerwähnt bleiben. Einen echten Reim kann ich mir darauf noch nicht machen, denn ein wenig genauer betrachtet, ist die Zeitung, die er da liest, auf den Januar 2024 datiert, während unsere Crew sich im April des Jahres befindet. Die Weltraumforschung steht auf der Titelseite der Los Angeles Times zur Debatte und das Emblem auf Qs Jacke lässt vermuten, dass die „Europa Mission“, zu der es letzte Woche bereits einen plakativen Hinweis gab, für die kommende Veränderung wichtig ist. Aber Qs Fingerschnipsen erzielt nicht die gewünschte Wirkung bei der Dame, die er beeinflussen möchte. Alles in allem ein wenig rätselhaft, diese Bonusszene.

Fazit

Unterm Strich mag nicht besonders viel passieren, was die größere Geschichte angeht. Dennoch sind Fortschritte bemerkbar und der Fokus auf einzelne Figuren äußerst gut getroffen. Zusammen mit größeren Portionen Fanservice und zahlreichen Referenzen werden die verschiedenen Werdegänge weitergestrickt, was aus Watcher eine gute bis sehr gute Folge macht. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?

Promo zur nächsten Folge der Serie Star Trek - Picard:

Hier abschließend noch eine Promo zur nächsten Episode (2x05) der Serie Star Trek: Picard:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 26. März 2022
Episode
Staffel 2, Episode 4
(Star Trek: Picard 2x04)
Deutscher Titel der Episode
Wächter
Titel der Episode im Original
Watcher
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. März 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 25. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 25. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 25. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 25. März 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 2x04

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?