The Shannara Chronicles 1x07

Überraschenderweise haben unsere Helden den Cliffhanger-Sturz aus der letzten Folge überlebt, doch ehe Wil (Austin Butler) mit Amberle (Poppy Drayton) und Eretria (Ivana Baquero) wiedervereint wird, muss er erst einen jungen Elfen davon überzeugen, dass er nicht zu jenen Jägern gehört, die Elfen in dieser Gegend die Ohren absäbeln. Glücklicherweise genügt ein Paar spitze Lauscher als Leumundszeugnis. Eretria gibt der Prinzessin nicht weit entfernt den Hinweis, sich mit ihren charakteristischen Ohren nicht von den Elf Hunters erwischen zu lassen. Diese finden ihre Kunden unter den Gnomen, welche den Ohren medizinische Eigenschaften zusprechen. Amberles verlorenes Schwert macht die Jäger allerdings noch ehrgeiziger, denn die Anführerin identifiziert es als adlige Waffe.
Die Prinzen Arion (Daniel MacPherson) und Ander (Aaron Jakubenko) sind im heimatlichen Elfenpalast noch immer nicht dahinter gekommen, dass ihr Vater (John Rhys-Davies) durch einen Formwandler ersetzt wurde. Doch der Dämon macht sich langsam verdächtig, indem er nicht nur einen, sondern beide Söhne gleichzeitig mit dem Zauberschwert namens Warlock Blade, das Allanon (Manu Bennett) vermeintlich (aber nicht wirklich) den Garaus gemacht hat, Richtung Dagda Mor (Jed Brophy) entsenden möchte. So hegt Arion mittlerweile Pläne, sich dem Befehl des Königs zu widersetzen und im Alleingang ins Dämonenhauptquartier aufzubrechen - etwas, das Commander Tilton (Emilia Burns) für selbstmörderisch hält.
Like a Butterfly Caught in Amber
Auf der Flucht vor den Elfenjägern stürzen Amberle und Eretria in einen versiegelten Raum, der abermals einen Einblick in die Welt vor dem kataklystischen Ereignis, welches unsere Welt in einen feuchten Traum für Tolkien-Fans verwandelt hat, gewährt. Eine Schulabschlussfeier hätte hier stattfinden sollen, die unter dem Motto „We Can Be Heroes“ stand. Ist dies vielleicht ein Hinweis darauf, dass sich die USA im Krieg befanden, der schließlich zum Weltuntergang führte, oder handelt es sich lediglich um einen in Zuversicht getränkten Motivationsspruch? Pen & Paper-Rollenspieler werden sich an dieser Stelle kaum ein Schmunzeln verkneifen können, wenn Amberle drei blaue RPG-Würfel findet, die den Elfstones nicht unähnlich sehen.

Fans von Manu Bennet werden sich hingegen über die Szene freuen, in welcher Allanons bereits verstorbener Meister Bremen (Kevin J. Wilson, der auch schon in Legend of the Seeker zugegen war) ihm am Regenerationszauberaltar erscheint. Offenbar wurde er nach dem tödlichen Angriff mit dem Zauberschwert, welches ihn entmaterialisieren ließ, in seine Druidenhöhle zurücktransportiert. Er wünscht sich, seinem Ausbilder endlich im Jenseits Gesellschaft leisten zu dürfen, doch seine Zeit auf Erden sei, wie dieser zur Freude der Zuschauer verkündet, noch nicht gekommen. Regeneriert steht der Druide, scheinbar mit noch mehr Macht ausgestattet, auf und macht sich frisch ans Werk.
Dass Elfenohren doch auch Statussymbol sind, beweist Wils neuer Begleiter Perk (Stuart Shacklock), der es sich nicht verkneifen kann, auf den Elf Hunter loszugehen, der sein abgeschnittenes Organ noch bei sich trägt. Der schmächtige Elf hat zwar keine Chance gegen den kräftigen Menschen, doch Wil eilt zur Rettung, was er vielleicht eher gelassen hätte, wenn er gewusst hätte, wie kaltblütig sich Perk im Anschluss für sein Ohr rächen wird. Auch bei Amberle und Eretria geht es nach einer kleinen Bonding-Session (wieder einmal einer der besseren Dialoge) zur Action über, denn die Jäger machen sie ausfindig. Gemeinsam stellen die Angreifer aber kaum eine Bedrohung für die kampferprobte Rover-Frau dar, die einfach zu viele Tricks im Ärmel hat. Als Beute gibt es dafür das zur Flucht benötigte Seil.
Weiteren Aufschluss über die alte Welt gibt ein Zeitungsausschnitt, welcher ein Foto des von Amberle in der Vision gesehenen Buntglasfensters enthält. Dabei handelt es sich um ein kontroverses Friedenskunstwerk, welches andernorts ein Erdbeben überstanden hat und schließlich nach San Francisco umgezogen ist. Die Freude über die zusätzliche Karte zum Safehold-Fenster wird jedoch jäh unterbrochen, als Elfenjägeranführerin Zora (Zoe Robins) hinzukommt und sich auch noch als Exfreundin von Eretria vorstellt. Sie ist drauf und dran ihre alte Liebhaberin mit dem Bogen hinzurichten, als Wil einen Heldenauftritt hinlegt, der sich gewaschen hat. Perk entpuppt sich nämlich als sogenannter Wind Rider und lässt den Halbelfen im richtigen Moment von seinem Riesenvogel herab. Ein gezielter Bogenschuss lässt Eretria leider dennoch in die Hände der Jäger geraten.

Der verfrühte Showdown gegen den Dagda Mor, zu welchem Arion und Ander dann doch als brüderliches Team auftauchen, endet genauso ungut, wie es sich die meisten wohl vorgestellt haben. Schließlich waren die beiden so gütig, ihrem dämonischen Erzfeind mit der Warlock Blade sein Equipment zu liefern, welches er prompt dazu verwendet, den Thronfolger zu durchbohren. Ander wird daraufhin nur deshalb verschont, weil Allanon im letzten Moment auftaucht und sich mit Magie in die Angelegenheit einmischt. Zurück in Arborlon bekommt der neue König immerhin die Gelegenheit, sich endlich des Formwandlers zu entledigen und seine Familie zu rächen.
Fazit
Der langwierige Betrug durch den Formwandler wurde endlich aufgelöst, doch das bedeutet gleichzeitig Abschied nehmen von Schauspieler Jonathan Rhys-Davies, der an der bösen Doppelgängerrolle scheinbar noch mehr Spaß hatte als an der des guten Elfenkönigs. Dafür haben wir in Breakline Manu Bennett als Druiden Allanon wiederbekommen, dessen Rückkehr von der Schwelle des Todes (in mächtigerer Form, weil Gandalf) zwar nicht überraschend daherkam, aber äußerst gern gesehen wurde.
Die Charakterdynamik des Heldentrios könnte sich nun, da sich auch Eretria und Amberle langsam ausgesprochen und ihre Zuneigung für Wil eingestanden haben, etwas ändern, und auch die Entwicklung des Liebesdreiecks gerät dank der weiter ausgearbeiteten Charaktere nicht unbedingt uninteressant. Zwar sieht es im Moment schon so aus, als würden der Halbelf und die Prinzessin in den Sonnenuntergang reiten, doch wenn es nach Eretria ginge, wäre vermutlich auch ein polyamouröses Dreiergespann denkbar. Nach der Rettungsaktion - dem vielleicht epischsten Auftritt seit Yor eine Flugsaurierleiche als Hang-Glider benutzte - möchte man es Wil nur gönnen.
Mit Eretria in den Händen der Elfenjäger scheint es allerdings nun noch einen kleinen Umweg zu geben, ehe der erste (richtige) Showdown der Serie ansteht. Dies scheint aber auch notwendig zu sein, da das Trio mit dem Flugtier-Express sonst etwas verfrüht am Zielort gelandet wäre.
Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 10. Februar 2016(The Shannara Chronicles 1x07)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 1x07
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