The Shannara Chronicles 1x08

In Gefangenschaft der Elfenjäger wird Eretria (Ivana Baquero) zu einem Dorf gebracht, welches den unverheißungsvollen Namen Utopia trägt, nach dem diese Episode benannt ist. Mal ehrlich, wann hat sich jemals ein Ort nicht ironisch Utpia genannt und hatte kein düsteres Geheimnis, auf dessen das scheinbar harmonische Miteinander fußte? Der Ort gibt jedenfalls von Anfang an keine guten Schwingungen ab und der schmierige Hipsterhäuptling Tye (Josh McKenzie), der Eretria samt einiger Verkaufsgegenstände ersteht, lässt ebenfalls nicht besonders viel Zuversicht aufkommen.
Purpose and Control
Nach der Konfrontation mit dem Dagda Mor nimmt sich Allanon in der Sicherheit des Elfenpalasts Bandon (Marcus Vanco) zur Brust, dessen Geist nun wieder frei ist. Es wird deutlich, dass der Druide den jungen Hellseher als seinen Nachfolger ausbilden möchte und mich beschleicht das ungute Gefühl, dass Manu Bennett als einer der letzten gestandenen Darsteller von „Shannara“ nun auch noch durch ein jüngeres Modell ersetzt werden soll. So richtig schmackhaft kann er dem Elfen das Angebot aber nicht machen, auch wenn es vor allem auch für seine Sicherheit von Vorteil wäre.

Wie klein die Welt doch ist (oder wie sehr die etablierten Charaktere „vom Schicksal zusammengehalten“ werden, um ein Fantasyklischee zu bemühen), zeigt sich abermals, als der Versuch eines ersten Schäferstündchens von Amberle (Poppy Drayton) und Wil (Austin Butler) von Cephalo (James Remar) unterbrochen wird, der in eine Falle der Trolle geraten ist. Er behauptet zu wissen, wo die Elf Hunters ihren Handel betreiben und bietet an, sie zu Eretria zu führen. WilBerle (wie einige Fans wohl schon sagen) sind trotz der Erkenntnis, dem Räuberhalunken, der sie den eisigen Abgrund hat herunterstürzen lassen, nicht trauen zu können, bereit, sich darauf einzulassen. Ein kleines „d'oh!“ ist hier wohl angebracht.
They called it a gun
In der Menschensiedlung Utopia rührt Tye unterdessen mächtig die Werbetrommel für die menschliche Rasse, was bedeutet, dass er sich früher oder später als Riesenrassist entpuppen muss und vermutlich Sticker und Buttons mit runden Ohren drauf verteilt. Eretria überzeugt er aber nicht durch seine galante Art oder die Vorzüge der Siedlung, sondern mit einer Schusswaffe, die er sich einiges hat kosten lassen und mit welcher der Rower sich selbstverständlich sofort als Naturtalent entpuppt. Von Eretria hätte ich auch nichts anderes erwartet, aber das ist trotzdem kein Grund, den zwielichtigen Gesellen in die Safehold-Pläne einzuweihen.
Am Abend fährt Tye dann die ganz großen Geschütze auf. Nein, keine weiteren Waffen: „Star Trek“ und Electropop. Die Siedlung hat es wohl irgendwie geschafft, einen alten Generator in Gang zu setzen und eine intakte Filmrolle der Filmabenteuer des Raumschiff Enterprise aufgetrieben. Abgesehen von der Glaubwürdigkeit des Ganzen ist es schon sehr witzig, wie die menschliche Meute Mr. Spock für einen Elfen hält und ihn verdächtigerweise ausbuht. Eretria, die eigentlich nur die Klänge von Schalmeien, Lauten und Kuhfelltrommeln gewohnt sein dürfte, kommt außerdem ziemlich gut mit dem plötzlich einsetzenden Beat der Anlage zurecht.
#AllHailTheKing
In Arborlon sucht der rechtmäßige Thronfolger Ander Elessedil (Aaron Jakubenko) Trost auf dem Grund einer Weinflasche und ist drauf und dran, seinen Anspruch auf die Krone abzutreten, wogegen Allanon lautstark protestiert. Erst, als er sich während der Zeremonie für seinen gefallenen Bruder und Vater daran erinnert, wie heldenhaft sie ihr Leben für die Four Lands gelassen haben, fasst er sich ein Herz und lässt sich zum neuen König krönen.
Es kommt, wie es kommen muss, als Amberle und Wil zur Party stoßen und trotz der brillanten Hutverkleidung als Elfen enttarnt werden. „Utopia's peace has its price“, beichtet Tye, als er erklärt, dass die Trolle für den Waffenstillstand stets ein Menschenopfer überreicht bekommen. Auf Eretria ist jedoch wie immer Verlass und so rettet sie, auch dank des mysteriösen Tipps eines traumatisierten Menschen, ihre Freunde im letzten Moment mit einem treffsicheren Schuss aus der gestohlenen Pistole. Cephalo, der versucht hatte, Wil die Elfstones abzunehmen und ebenfalls gefangen wurde, opfert sich anschließend, als die Utopianer aufkreuzen und das Feuer eröffnen. Der Frieden zwischen den Trollen und Utopia ist nun jedenfalls passé, weshalb es die Menschen als Ersatzmahl gibt.
Die drei Auserwählten machen sich nun endlich weiter Richtung Safehold auf, um ihre Bestimmung zu erfüllen.

Fazit
Utopia ist wie Pykon eine weitere Umwegsfolge, mit der ich so kurz vor dem Finale nicht mehr gerechnet hätte. Trotz all der Dinge, die die hier anzukreiden wären - wie die Vorhersehbarkeit von Tyes Gesinnung oder die Glaubwürdigkeit der nach tausenden Jahren noch funktionierenden Geräte und Medien - kam sie um einiges unterhaltsamer daher als der Ausflug in die Folterfestung. Die Beziehungskonstellation zwischen Wil, Eretria und Amberle wurde nach den erneuten Eifersüchteleien wieder neu durchgemischt, was dem Charakterdrama für die abschließenden zwei Folgen noch mal neues Feuer verleiht.
Auf den Heldentod von Cephalo hätte man gut verzichten können. Die Einsicht, doch väterliche Gefühle für Eretria zu haben, kam typischerweise erst auf, als er die fatale Wunde erhielt und insgesamt würde ich sagen: too little, too late. Da hätte ich es doch lieber gesehen, wenn sich der Halunke bis zum bitteren Ende treu geblieben wäre, anstatt ihn mit dieser letzten, ungläubigen Aktion noch reinwaschen zu wollen.
Die beiden nächsten Episodentitel - Safehold und Ellcrys - lassen jedenfalls vermuten, dass es ab der nächsten Woche ans Eingemachte geht.
Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 17. Februar 2016(The Shannara Chronicles 1x08)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 1x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?