The Shannara Chronicles 1x05

Ein zehn Jahre in die Vergangenheit springender Flashback lĂ€sst uns endlich Prince Aine (Roy Snow) kennenlernen, den Vater von Amberle (Poppy Drayton), dessen Schwert sie in der letzten Episode geerbt hat. Leider bleibt er uns nicht lange erhalten, denn garstige Gnome infiltrieren den Elfenpalast und ermorden ihn. Besonders bedauerlich, da mit Aine noch einer der wenigen Elfen ins Gras biss, der keinen Vollbart tragen muss. Mir ist schon klar, dass diese gerade ungeheuer angesagt sind und ich möchte ganz sicher John Rhys-Davies nicht in seiner Rolle missen, aber ich persönlich ĂŒberlasse doch lieber Zwergen die schmĂŒckende Gesichtsbehaarung. Mit den Shuriken werfenden Trollen, die bereits fĂŒr einige negative Reaktionen gesorgt haben, hatte ich hingegen kaum ein Problem. Aber zurĂŒck in die Gegenwart und zu weniger oberflĂ€chlichen Dingen.
Be honest, you missed me
Die angespannte Situation zwischen der Prinzessin, ihrem Begleiter Wil (Austin Butler) und ihrer Gefangenen Eretria (Ivana Baquero) droht auf dem Weg zum Safekeep zu eskalieren, als Cephalo (James Remar) und seine Rover-Bande die ĂŒberschaubare Gruppe ĂŒberfallen. Nur wenige Elfenwachen wurden mit auf die Reise genommen, weshalb es ein Leichtes fĂŒr die Rover ist, sie auĂer Gefecht zu setzen, Wil erneut die Elfstones abzunehmen, Amberle zu verschleppen und die MĂ€nner zum Sterben im Gebiet der Marsh Wolves zurĂŒckzulassen. Eretria hat sich somit ihre Freiheit und Belohnung verdient. Ihr Ziehvater Cephalo ist ein raubender Bastard, aber immerhin hĂ€lt er sich an sein Wort.

In Arborlon werden die Prinzen Ander (Aaron Jakubenko) und Arion (Daniel MacPherson) unruhig, was die DĂ€monensituation im Land angeht und legen sich mit ihrem König und Vater an, der es fĂŒr besser hĂ€lt, die KrĂ€fte um den Palast herum zu bĂŒndeln, um den Ellcrys zu beschĂŒtzen, anstatt die nördlichen Breakline-Berge zu erforschen. Beim heiligen Baum wird der Druide Allanon (Manu Bennett) schlieĂlich zum persönlichen Mr. Miyagi von Bandon (Marcus Vanco), der seine seherischen FĂ€higkeiten trainieren soll, um ĂŒber den Ellcrys Kontakt zu Amberle aufnehmen zu können. Das Wahrsagen scheint jedoch ebenso gefĂ€hrlich zu sein, wie die Palantir-Kristallkugeln aus „Lord of the Rings“, denn der Dagda Mor (Jed Brophy) entert die Vision des Sehers und korrumpiert seinen Geist.
The value of a good double-cross
Weil heutzutage scheinbar jede Fantasyserie, egal wie seicht sie zunĂ€chst daherkommt, Vergewaltigungsszenen braucht, versucht Cephalo in der folgenden Nacht sich ĂŒber Amberle herzumachen, weil es wohl nicht ausreicht, ein RĂ€uber zu sein, der mit Menschen handelt. Nun werden einige sicherlich argumentieren, dass es nun mal zum Realismus eines mittelalterlichen Settings gehört, doch diesen Anspruch hat „Shannara“ im Gegensatz zu Game of Thrones nun wirklich nicht. Eine ausgedachte Welt kann auĂerdem nach belieben dĂŒster oder hell gestaltet werden und diese unnötige Szene schien ein tonaler Fehltritt - zumal wir Cephalo im Showdown plötzlich anfeuern sollen, wenn er Wil im Kampf unter die Arme greift.
Eretria darf in dieser Episode mehrfach zeigen, was sie drauf hat und verhindert die versuchte Vergewaltigung, nachdem sie bereits sĂ€mtliche Rover schlafen geschickt hat (zum GlĂŒck haben alle brav den von ihr gemixten K.O-Tropfen-Cocktail getrunken) und rettet dann auch noch Wil und die anderen vor den Wölfen, die wir leider nicht richtig zu Gesicht bekommen. Dankbarerweise wird nach wie vor daran festgehalten, dass sie vor allem aus ProfitgrĂŒnden die Seiten gewechselt hat und nicht wegen einer verfrĂŒht erzwungenen Freundschaft zu den beiden anderen Hauptcharakteren.
Nach einem Abstecher auf einem vergifteten Feld, welches einen der Elfen das Leben kostet - wohl ein Ăberbleibsel der Waffen, die den Untergang unserer Zivilisation verursacht haben - gelangt die Gruppe mit Cephalo im Schlepptau zum Safehold, doch die Freude hĂ€lt nicht lange an. Wer sich bisher gefragt hat, wer oder was der Episode den Titel Reaper beschert hat, bekommt hier seine Antwort: Die Tore der Festung öffnen sich und ein riesiger DĂ€mon in Form eines gigantischen Kriegers kommt dampfend auf die Abenteurer zu. Die Soldaten haben keine Chance gegen das UngetĂŒm und auch die Elfstones versagen, doch ein paar von Cephalo improvisierte Gasmasken erlauben ihnen, den Reaper auf das verseuchte Feld zu locken, wo ein gezieltes Feuer das Monster lichterloh verpuffen lĂ€sst.
Im Flashback zu Beginn der Folge erfuhren wir vom damaligen Techtelmechtel zwischen Ander und Commander Tilton (Emilia Burns), die nun offenbar mit dessen Bruder Arion liiert ist oder zumindest sehr intim mit ihm umgeht. Gemeinsam plant das zweite Liebesdreieck der Serie, den König zu hintergehen und mit dem seit damals gefangenen Troll Slanter (Jared Turner) Richtung Breakline zu reisen. Wenn das nur das Schlimmste wÀre, was dem Oberhaupt der Elfen heute widerfahren soll....

Der Cliffhanger dieser bereits starken Folge setzt nĂ€mlich noch einen drauf: Arion ersucht eine Audienz bei seinem Vater - scheinbar um die Wogen zu glĂ€tten, die durch die Thronfolgefrage entstanden. Dann zieht er plötzlich einen Dolch und ermordet Eventine. Ich bin nur nicht sicher, ob ich es nicht lieber bei diesem heel turn belassen hĂ€tte, anstatt herauszufinden, dass es sich abermals um den Formwandler aus der letzten Episode handelt. Mit dem nun auf dem Thron sitzenden DoppelgĂ€nger bestehen jedoch ebenso viele Möglichkeiten fĂŒr verheerende Konflikte im Elfenpalast.
Fazit
Reaper ist mit Sicherheit das bisher stĂ€rkste Kapitel von The Shannara Chronicles. Das in den vorigen Episoden in Gang gesetzte Charakterdrama unserer Hauptfiguren zahlt sich endlich aus, das Abenteuer um die Ellcrys-Rettungsaktion ist in vollem Gange, wir sehen neue SchauplĂ€tze und die Intrigen in Arborlon konnten sich schon vor der ĂŒberraschenden Cliffhanger-Wendung sehen lassen. Zudem kamen Eretria-Fans diese Woche voll und ganz auf ihre Kosten.
Der Einsatz des Formwandler-DĂ€mons wird mittlerweile ein wenig ĂŒberstrapaziert - ich hatte ehrlich gesagt vermutet, der Dagda Mor wĂŒrde ihn endlich persönlich âseiner Pflichten enthebenâ - aber so bleibt uns immerhin John Rhys-Davies trotz des Ablebens seiner Serienfigur noch eine Weile erhalten.
Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 27. Januar 2016(The Shannara Chronicles 1x05)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 1x05
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