The Shannara Chronicles 1x04

Amberle (Poppy Drayton) stellt sich dem Ellcrys und bietet sich als Auserwählte an, den Samen des Baumes zum Zielort zu geleiten. Die anspruchsvolle Pflanze lässt allerdings nicht jederelf so einfach Champion sein und so wird die Prinzessin zunächst per halluzinogenem Blütenstaub in eine Traumwelt transportiert, in der sie sich ihrer größten Angst stellen muss.
Als Erstes schaut ihr verstorbener Exfreund Lorin (Mattias Inwood) in einer postapokalyptischen Szenerie vorbei und konfrontiert sie mit der Wahrheit über ihre Beziehung. Sie muss sich eingestehen, dass sie ihn nie wirklich geliebt hat und in Wirklichkeit Gefühle für Wil (Austin Butler) hegt, in den sich ihr Gegenüber als Nächstes verwandelt. Diese mit Lederjacke bestückte Düsterversion des Halbelfen scheint sich Modetipps bei den Kollegen aus Shadowhunters abgeholt zu haben und geht auf Amberle los. Allanon (Manu Bennett) spürt, dass sie drauf und dran ist, den Test nicht zu bestehen, ehe ihr Schwert den vom Ellcrys erschaffenen Dunkel-Wil durchbohrt, der ihr die wichtigste Lektion ihrer Mission mitteilt: Weder Angst noch Liebe darf sie von ihrem Auftrag ablenken.
The Ellcrys has spoken
Mit dem ihr anvertrauten Samen kehrt Amberle aus dem Ellcrys zurück, doch ehe das Abenteuer Richtung Bloodfire losgehen kann, müssen noch einige Angelegenheiten im Arborlon-Palast bewältigt werden, welche mit Sicherheit emotionale Konsequenzen auf der Reise haben werden. Zum einen befindet sich der zu Beginn der Serie vom Dagda Mor (Jed Brophy) entsandte Formwandler, welcher der Episode den Titel Changeling verleiht, im Palast und ist bemüht, der Prinzessin noch vor Abenteuerantritt den Garaus zu machen. Zum anderen sind Eretria (Ivana Baquero), Cephalo (James Remar) und die Rover in der Nähe der Elfenhochburg angelangt und darauf erpicht, die Elfstones zurückzustehlen. Was für ein Verwechslungsheckmeck uns ins Haus steht, ist also nicht schwer zu erraten...
Im Palast angelangt, versucht es Eretria zunächst auf die direkt Weise bei Wil und bietet ihm die Wahrheit an: Sie wurde von Cephalo (der übrigens nicht ihr Vater ist, sondern sie lediglich als Kind erstanden hat) geschickt, um die Steine zu mopsen und bittet um seine Hilfe. Als sie jedoch mitbekommt, dass der Halbelf eher gewillt ist, die Palastwachen einzuschalten, greift sie zu anderen Mitteln. Es braucht auch nicht viel, um den Burschen zu verführen, zumal Amberle ihn zuletzt recht kalt hat abblitzen lassen. Die Warnung des Ellcrys scheint angekommen zu sein, weshalb sie sich demonstrativ distanziert hält.

Während Wil postkoital am Schlummern ist, macht Eretria sich mit den Elfstones aus dem Staub. Der Seher Bandon (Marcus Vanco), der in der letzten Episode aufgegabelt wurde, hat unterdessen eine Vision, wie die junge Rover-Dame eine Elfin ersticht. Dies ist die einzige Art und Weise, wie er in die Zukunft blicken kann - bei Berührung anderer deren Tod sehen zu können. Eine Fähigkeit, die auch Allanons Meister hatte, wie wir erfahren. Dass wir diesen Visionen ohne Kontext nicht trauen dürfen, wissen wir ja bereits aus dem zweiteiligen Piloten und hier wird genau das gleiche Spiel gespielt: Nicht Eretria macht sich (beinahe - der Mord kann nach der Vision verhindert werden) schuldig, sondern der Formwandler.
Der Diebin gelingt es beinahe zu fliehen, doch eine Modesünde (Elfenrobe plus Rover-Stiefel, pfui!) lässt sie auffliegen. Die Anklage wäre schon schlimm genug, hätte sie - beziehungsweise die Doppelgängerin - nur die Prinzessin angegriffen, aber der Formwandler hat auch den Palastgärtner auf dem Gewissen und somit darf eine vom Elfengericht verhangene Todesstrafe erwartet werden. Weder Amberle noch Wil fühlen sich in diesem Moment dazu angehalten, ihrer flüchtigen Bekanntschaft unter die Arme zu greifen. Das Schäferstündchen mit der Menschenfrau wird darüber hinaus als Angriff verpackt, um es sich nicht mit der Prinzessin zu verbauen. Classy!
Einer weiß es natürlich wieder besser und das ist wie immer der Druide, der mit seinen Gedankenleserkräften auch einen unfairen Vorteil besitzt. Bandons Fähigkeit, den Tod anderer Leute zu sehen, funktioniert zum Glück nicht nur in eine Richtung und so wird mithilfe von Lorins Leiche und einer Vision in die Vergangenheit der Mörder des Elfen ermittelt. Dieser kam, wir erinnern uns, in Gestalt von Amberle daher, wodurch der Verdacht eines anwesenden Formwandlers bestätigt wird. Vielleicht wäre es cleverer gewesen, diese Infiltration dem Zuschauer gegenüber ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu offenbaren, aber dieses Pulver wurde, wie gesagt, bereits im Piloten verschossen.
Das Kleingedruckte
Um den Formwandler aus der Reserve zu locken, wird Eretria angeboten, im Gegenzug für ihre Freiheit zum Köder zu werden. Sie lässt sich auf den Deal ein, aber nicht, ohne vorher über den „Angriff“ aufzuklären, der in Wils Kemenate stattgefunden hat, woraufhin Amberle vor Eifersucht beinahe Dampf aus den spitzen Ohren kommt. Eretria gibt sich schließlich für Amberle aus, doch als eine weitere Leiche in der Nähe des Ellcrys gefunden wird, kommt heraus, dass der Formwandler womöglich von dem Plan weiß. Wil macht sich sofort daran, die Prinzessin zu warnen, doch derjenige, der zunächst bei ihr ankommt ist ein Doppelgänger-Wil. Ein Problem, dessen Lösung natürlich wieder in die Hände von Alleskönner Allanon fällt.

Nun kann endlich die Hauptquest vorbereitet werden, für welche Amberle vom Elfenkönig (John Rhys-Davies) bereits das Schwert ihres Vater erhalten hat, aber die Sache hat einen aberwitzigen Haken: Allanon, der vermeintlich größte badass der vier Länder, für den das Abenteuer vermutlich selbst im Alleingang ein Spaziergang wäre, muss zu Hause bleiben. Warum? Weil er nicht Teil von Amberles Vision war und im Falle weiterer Dämonenangriffe in Aborlon verweilen soll. Stattdessen ist aber Eretria an dem Ort, den wir für das Safehold-Ziel beim Bloodfire halten müssen, darin aufgetaucht und ist nun, ob sie will oder nicht, Teil der Abenteurergruppe. Herzlichen Glückwunsch, die Party ist endlich komplett versammelt.
Zum Abschluss entpuppt sich der Formwandler noch als wackeres Dämonenexemplar und entgeht knapp seiner Verbrennung.
Fazit
Die erste Staffel von The Shannara Chronicles ist nach der vierten Episode namens Changeling schon fast zur Hälfte vorüber, doch jetzt kann das Hauptabenteuer mit den drei jungen Helden und ihrem neu erworbenen, emotionalen Ballast endlich losgehen. Im Gegensatz zu den vorigen Folgen wurde dieses Mal zugunsten einer fokussierteren Handlung innerhalb der Palastmauern kaum in der Weltgeschichte herumgereist. Dadurch fühlt es sich so an, als würde die Serie vor dem großen Aufbruch noch einmal auf die Bremse treten, aber der kleinere Rahmen erlaubt es, sich in einem intimeren Setting um die Charakterentwicklung zu kümmern. Aus dem, was bisher wie harmloses Geflirte wirkte, scheint nun jedenfalls ernst geworden zu sein und das Liebesdreieck ist errichtet. Wollen wir hoffen, dass auf diesem Altar nicht die übrigen Charaktermotivationen der weiblichen Hauptfiguren geopfert werden.
Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 20. Januar 2016(The Shannara Chronicles 1x04)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 1x04
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