Pretty Little Liars 7x18

© hay Mitchell, Sasha Pieterse, Tyler Blackburn, Troian Bellisaro und Ashley Benson in der Serie „Pretty Little Liars“ / (c) Freeform
Nicht nur für die Zuschauer/-innen von Pretty Little Liars läuft der Countdown - nur noch zwei Episoden trennen uns vom mit Spannung erwarteten Serienfinale. Auch Spencer (Troian Bellisario), Alison (Sasha Pieterse), Emily (Shay Mitchell) und Hanna (Ashley Benson) werden vor ein Ultimatum gestellt, von dem Aria (Lucy Hale) hingegen ob ihres halbherzigen Seitenwechsels verschont bleibt.
Choose or Lose kann die sich seit mehreren Episoden zuspitzende Spannung nicht nur halten, sondern erreicht sogar einen neuen Höhepunkt. Dieser besteht tatsächlich weniger in dem titelgebenden Ultimatum, das A.D. den Liars stellt: Entweder eine, oder slle gehen ins Gefängnis. Dank der Rückkehr einer wie gewohnt herrlich misstrauischen Lt. Tanner (Roma Maffia) wird die Lage immer aussichtsloser; der eigentliche Clue dieser Episode besteht allerdings vielmehr in der Dekonstruktion von Arias Lügengebäude, das durch Mona (Janel Parrish) wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt und allem Anschein nach verheerende Konsequenzen mit sich tragen wird.
Leider machen die Autor/-innen bislang noch nicht allzu viel aus der großen Wut und Enttäuschung, die sich in Bezug auf Arias Einlassungen mit A.D. ergibt. Die Kehrseite der großen Handlungsfortschritte und der ebenso dichten Erzählweise besteht notwendig darin, dass nicht überall, wo es interessant oder wichtig wäre, in die Tiefe gegangen wird. Arias Verrat und die Frage nach ihrer Schuld geriert demnach auch eher zum parallel zum Game laufenden Handlungsstrang, der weniger die Frage nach Motiven, Schuld und zwingenden Umständen stellt, als dass die Konsequenzen des Verrats an ihren Freundinnen im Zentrum stehen - spannungstechnisch sicher die richtige Entscheidung; gerade in den Finalepisoden wäre eine ausgewogenere Erzählweise allerdings aus naheliegenden Gründen besonders wichtig.
Denn schon zu Beginn der siebten Staffel leiteten die Autor-/innen einen sehnsuchtsvollen Bogen zu den Anfängen dieser Serie ein. Diesem Vorhaben wurde insofern Rechnung getragen, als dass sich die Freundinnen inzwischen allesamt wieder in ihren ursprünglichen Beziehungskonstellationen befinden - und ja, dazu zählen nun auch Toby (Keegan Allen) und Spencer. Ob und inwiefern gerade letzteres gelungen inszeniert wurde, bleibt zu diskutieren.
Choose or Lose
Der Verweis auf die romantische Nostalgie könnte darüber hinaus aber auch in Hinsicht auf das vordergründige Thema dieser Episode, gar der ganzen Staffel und Serie von Bedeutung sein: Wäre es allzu abwegig anzunehmen, dass sich die Person, die sich hinter dem Pseudonym A.D. verbirgt, in Wahrheit aus dem altbekannten Team A zusammensetzt? Dagegen spricht seit den jüngsten Episoden zwar so einiges: Lucas' Verwicklung scheint abschließend geklärt zu sein; Mona macht sich zwar nach wie vor mehr als verdächtig, kann aber immer noch nicht eindeutig in das Gewirr aus Lügen und Erpressung eingeordnet werden. Davon abgesehen stellte sich nach wie vor die Frage nach der Motivation beider Figuren, die zumindest mir nicht unmittelbar auf der Zunge liegt.
Im Rahmen der allumgreifenden Rückbesinnung auf die Anfänge kann diese Spekulation aber noch nicht vollends verworfen werden. Auch das muss man dem letzten Drittel und insbesondere den letzten zwei oder drei Episoden hoch anrechnen: Monas Integration in das Geschehen verleiht der Handlung eine Ambivalenz, die man sonst oft vergebens sucht. In Choose or Lose sehen wir sie erneut in ihrem Mastermind-Office, mal mit dem Game vor Augen (ob es das Gegenstück zu jenem der Liars ist, bleibt offen), mal mit Kopfhörern vor dem Laptop. Die Inszenierung dieser Momente lässt dabei bewusst offen, ob Mona einfach ihre Hausaufgaben gemacht hat - sprich, ob sie A.D. und in diesem Fall Aria an den Fersen klebt - oder ob sie es ist, die für den bedenklichen Geniestreich des Spiels verantwortlich ist.
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse aber ohnehin. Arias Selbstaufopferung kommt zu spät; der Countdown ist abgelaufen, Spencer zerschlägt das Smartphone mit einem Pflasterstein. Während diese Entscheidung nur begrüßt werden kann, kann auf das ausgeschlagene Angebot von Lt. Tanner nur mit ungläubiger Sprachlosigkeit reagiert werden. Die Chance, der Ermittlerin, die sie vor Jahren aus dem Doll House rettete, die also anders als Detective Furey zu großen Teilen von ihrem Martyrium weiß, schlicht und ergreifend die Wahrheit zu sagen, würde einem spannenden Finale nicht im Wege stehen. Schließlich wäre die gemeinsame Suche nach A.D. noch immer relevant, auch wenn die Kräfteverhältnisse zugegebenermaßen etwas ungleicher verteilt wären.
I do
Wie und warum allerdings nun Archer Dunhills Leiche in Arias Kofferraum geraten konnte, bedarf einer einigermaßen großen Gedankenakrobatik. Laut A.D. hat sie im Gegensatz zu ihren Freundinnen das Spiel gewonnen, der Preis: Freiheit. So schnell, wie Aria Ezras Wohnung nach dem letzten Anruf verlässt und ins Auto springt, um Spencer und den anderen einen Rettungsplan zu eröffnen, kann A.D. kaum reagiert haben; deshalb muss davon ausgegangen werden, dass er oder sie Aria nun doch nicht aus dem Spiel entlässt oder hat vielleicht Mona, vor deren Augen sich kurz zuvor ein Miniaturgefängnis in die Höhe schiebt, im Alleingang für die Rettung der anderen gesorgt?
Kurz bevor der Countdown abläuft, bevor Aria die besagte Leiche im Kofferraum entdeckt und Caleb und Ezra (Ian Harding) sich per GPS auf die Suche nach dem Spiel machen, zelebrieren die Freundinnen im Stillen noch einmal die Zeit mit ihren Liebsten. Die breite Collage spart dabei keineswegs an idyllischer Romantik: Während Emily und Alison ein Mondschein-Picknick am Ort ihres ersten Kusses begehen, werden Caleb und Hanna nur in Anwesenheit von Ashley (Laura Leighton) getraut; und auch Ezra und Aria schlafen miteinander. Über die absehbare, allerdings mindestens genauso abwegige Wiedervereinigung von Toby und Spencer lässt sich eigentlich kaum ein Wort sagen. So grandios misslungen Tobys Zusammenbruch nach dem Tod von Yvonne gespielt und inszeniert wurde, so sehr ist die unvermittelte Annäherung zwischen dem ehemaligen Paar an den Haaren herbei gezogen.
Fazit
Auch Choose or Lose vermag die Erwartungen hinsichtlich des bevorstehenden Serienfinales ein weiteres Mal zu erhöhen. Während die nun komplettierte Reunion sämtlicher Paare leider alles andere als nachvollziehbar erzählt wurde, kommt auch die angemessene Verhandlung von Arias Verrat an ihren Freundinnen auf der emotionalen Ebene bislang zu kurz.
An anderer Stelle bereitet Monas undurchsichtiges Verhalten abermals große Freude. Inwiefern auch in dieser Hinsicht bald der sprichwörtliche Vorhang fällt, lässt die nächste Episode mit Spannung erwarten.
Tailer zu der nächsten Episode der US-Serie Pretty Little Liars, Farewell, My Lovely (7x19):
Verfasser: Hannah Klein am Mittwoch, 14. Juni 2017Pretty Little Liars 7x18 Trailer
(Pretty Little Liars 7x18)
Schauspieler in der Episode Pretty Little Liars 7x18
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?