Pretty Little Liars 6x05

Nach der gröĂtenteils ereignisreichen Episode aus vorangehender Woche, besteht She's NO Angel vor allem aus FĂŒllerszenen - trotz der RĂŒckkehr von Mona Vanderwaal (Janel Parrish) und Lesli Stone (Elizabeth McLaughlin). Bezeichnenderweise sind eben jene FĂŒllerszenen dann allerdings interessanter, als sĂ€mtliche Wirrungen um Mona und Lesli: Maddie Zieglers Gastauftritt als âscary girlâ in einer Traumsequenz von Spencer (Troian Bellisario) gleich zu Beginn der Episode ist an dieser Stelle besonders positiv hervorzuheben. Die 13-jĂ€hrige sorgte zuletzt gemeinsam mit Shia LaBeouf in einem Musikvideo fĂŒr Sia fĂŒr ordentlich Wirbel in den Medien. Und auch hier erstaunt das auĂergewöhnliche Talent der jungen TĂ€nzerin - zumal die exorzismus-Ă€hnliche Tanzszene wohl mit das Unheimlichste und Seltsamste sein dĂŒrfte, das wir in dieser Serie bislang zu sehen bekamen.
A is a girl?
Mona kehrt zurĂŒck nach Rosewood, und mit ihr Lesli Stone. Die Erkenntnisse dieser Episode werfen dann zumindest andeutungsweise so ziemlich alles ĂŒber den Haufen, was sich die Liars (und die Zuschauer) bisher zusammenreimen durften (so zumindest der Anschein): Offenbar verbrachte Lesli nicht nur eine beachtliche Zeit in Radley, sie teilte sich darĂŒber hinaus ihr Zimmer sogar mit einer gewissen Bethany Young - und hatte folglich auch Kontakt zu Charles DiLaurentis. Zusammen mit Arias (Lucy Hale) zufĂ€llig geglĂŒcktem Foto von A, das die Umrisse eines weiblichen Körpers erahnen lĂ€sst, ergibt sich fĂŒr Spencer, Hanna (Ashley Benson), Emily (Shay Mitchell) und Aria eine neue A-Theorie.

Dass diese mit groĂer Wahrscheinlichkeit hinfĂ€llig sein wird, ergibt sich wie so oft allein aus dem Umstand, dass sie den Zuschauern auf dem Tablett prĂ€sentiert wird - und abgesehen davon eine (gelinde gesagt) durchaus unbefriedigende Auflösung darstellen wĂŒrde. Nichts desto trotz sind Leslis Verwicklungen in Radley und ihre Kontakte zu Charles und Bethany durchaus von Interesse. Ein echtes Ărgernis stellten in diesem Zusammenhang aber vor allem die Szenen und Implikationen um Mona dar. So bleibt es schlicht unverstĂ€ndlich, weshalb es fĂŒr notwendig erachtet wurde, sie erneut verdĂ€chtig erscheinen zu lassen. Als VerbĂŒndete der vier ist das Potential ihrer Figur noch lĂ€ngst nicht ausgeschöpft, als A (beziehungsweise VerdĂ€chtige) dagegen schon. Gerade in fünfte Staffel retteten die Szenen um Mona so manche Episode.
Die eher mĂ€Ăig erfreulichen Handlungsfortschritte gleichen sich allerdings vor allem durch die Szenen um Hanna und Spencer aus. So darf Hanna endlich wieder durch ihren bissig-zynischen Humor amĂŒsieren, und auch in Bezug auf Spencers Drogenproblem deutet sich ein Kurswechsel an. Letztgenanntem Handlungsstrang wurde dankenswerter Weise die Schwere genommen - die Szenen um Dean und die Selbsthilfegruppe fĂŒr DrogenabhĂ€ngige fielen vor allem durch zurĂŒckhaltenden Humor, denn durch den erhobenen Zeigefinger auf.
Scary girls and bad tattoos
Nahezu spannender, mindestens aber interessanter (beziehungsweise amĂŒsanter) als die eigentlichen Handlungsfortschritte von She's No Angel dĂŒrften wohl sĂ€mtliche FĂŒllerszenen gewesen sein. Allen voran ist in diesem Zusammenhang der vielleicht peinlichste Moment dieser Serie zu nennen: Emily und Sara (Dre Davis) lassen sich tĂ€towieren. Wer schon bei Saras VogelkĂ€fig-Motiv dachte, dass es jetzt nur noch an einem wahnsinnig ausgefallenen Zitat Ă la âCarpe Diemâ mangelt, wurde nachfolgend eines Besseren belehrt. Denn wĂ€hrend Emily sich allen Ernstes fĂŒr ein chinesisches Zeichen (âMutâ) entscheidet, fragt man sich unweigerlich, ob die Autoren in den 90ern hĂ€ngen geblieben sind (dann bitte auch gleich das sogenannte Arschgeweih). Wie dem auch sei - und schlieĂlich, um dem Ganzen etwas objektiver zu begegnen, ist all das ja letzten Endes Geschmackssache - die spontane Aktion der beiden soll sinnbildlich fĂŒr Saras Loslösung und neu gewonnene Freiheit stehen. In diesem Kontext erschlieĂt sich die Sinnhaftigkeit von Saras Vorhaben, eine rechtliche Emanzipation von ihren Eltern zu erwirken, zwar nicht so ganz (schlieĂlich wĂ€re diese mit der bevorstehenden VolljĂ€hrigkeit ohnehin vorhanden) - die Symbolik der spontanen Tattoosession ist dennoch insgesamt als netter Einfall zu bewerten.
Ironischerweise befindet sich Alison momentan in eben jenem goldenen KĂ€fig, aus dem sich Sara nun auch bildhaft befreien konnte. Die Stimmung bei den DiLaurentis' ist angespannt bis feindlich, Ken (Jim Abele) untersagt seiner Tochter praktisch nahezu jeden Kontakt zur AuĂenwelt. Auch, wenn die EinfĂŒhrung eines neuen love interest hinsichtlich seiner Notwendigkeit zur Charakterentwicklung bemĂ€ngelt wurde, eröffnet die zaghafte AnnĂ€herung zwischen Alison und Lorenzo (Travis Winfrey) (sie kĂŒssen sich) neue Möglichkeiten: Eine verliebte (Ex-)Queen Bee ist demnach wirklich einmal etwas Neues. Und auch zwischen Aria und Clark (Titus Makin Jr.), den sie im Fotolabor kennenlernte, scheint etwas in der Luft zu liegen - auch, wenn Aria seine vorsichtigen BemĂŒhungen bislang zurĂŒckweist. Das Augenmerk dieser Szenen lag allerdings erneut auf Arias Puppenfotografien. Bislang ist noch immer nicht absehbar, ob die Autoren ihre Zuschauer in diesem Zusammenhang einfach nur verwirren wollen (Aria als A), oder ob doch mehr hinter den seltsamen Szenen steckt.
Auch die bereits erwĂ€hnte Eingangsszene um Spencer und âScary Girlâ - Maddie Ziegler ist als FĂŒller zu bewerten, wenngleich sie wohl zu den besten dieser Episode zĂ€hlt. Sicherlich erinnert die Performance nicht zufĂ€llig an âThe Grudgeâ oder Ă€hnliche Horrorfilme. In Verbindung mit der Musikauswahl erhĂ€lt sie allerdings etwas einzig- und neuartiges - vor allem innerhalb der Serie Pretty Little Liars. Verwirrend ist in diesem Zusammenhang indessen, dass Spencer die RĂ€umlichkeiten aus ihrem Traum spĂ€ter in Radley wiederfindet, mitsamt eines Plakats, auf dem das Gesicht des MĂ€dchens zu erkennen ist. Mona scheint in dieser Hinsicht auch mehr zu wissen, als sie auf Nachfrage Spencers zugibt...
Fazit
Mit She's No Angel kehrt Mona Vanderwaal, und mit ihr Lesli Stone zurĂŒck nach Rosewood. Wie sich herausstellt, saĂ Letztgenannte selbst lange in Radley ein, und hatte ĂŒberdies nicht nur Kontakt zu Bethany Young, sondern auch zu Charles DiLaurentis - so zumindest die Annahme der Liars. Die in diesem Zusammenhang erdachte Vermutung, mit Lesli nun A enttarnt zu haben, ist mit groĂer Wahrscheinlichkeit hinfĂ€llig. Nichtsdestotrotz werden die vier durch sie hoffentlich an wichtige Informationen kommen. WĂ€hrend klar wird, dass Mona wie immer mehr weiĂ, als sie vorgibt, stört trotzdem die Ăberbetonung dieses Umstandes. So wĂ€re es wĂŒnschenswert, wenn alles Folgende nicht auf eine abermalige âMona-ist-Aâ Theorie hinauslaufen wĂŒrde.
Abseits dieser Ereignisse fielen vor allem die wirklich gelungenen FĂŒllerszenen auf: Sei es Maddie Zieglers unheimliche, aber ebenso beeindruckende Performance, die unfreiwillig amĂŒsante Tattoosession von Emily und Sara, oder der vielversprechende Kuss zwischen Alison und Lorenzo. Die Figuren scheinen nach und nach erwachsender zu werden (aber nicht zwangslĂ€ufig vernĂŒnftiger). Die damit einhergehende, zunehmende Themenvielfalt stellt durchaus eine Bereicherung fĂŒr die Serie dar.
Promo zur Episode 6x06 der Serie âPretty Little Liarsâ: Verfasser: Hannah Klein am Mittwoch, 1. Juli 2015Pretty Little Liars 6x05 Trailer
(Pretty Little Liars 6x05)
Schauspieler in der Episode Pretty Little Liars 6x05
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