Pretty Little Liars 5x24

© asha Pieterse als Alison DiLaurentis in âI'm a Good Girl, I Amâ. / (c) ABC Family
Entgegen sĂ€mtlicher vorangegangener Episoden der fünften Staffel von Pretty Little Liars wird in I'm a Good Girl auf gelungene Weise Spannung aufgebaut, und auch der (zwar einigermaĂen vorhersehbare) Cliffhanger erhöht die Erwartungen an das bevorstehende Staffelfinale.
Dank einer unerwarteten, aber nicht unbekannten Zeugin auf Seiten der Anklage verschlechtert sich die Lage fĂŒr Alison (Sasha Pieterse) und Hanna (Ashley Benson) zusehends. Doch auch Emily (Shay Mitchell), Spencer (Troian Belissario) und Aria (Lucy Hale) geraten immer tiefer in die FĂ€nge von A, sodass die Situation beinahe aussichtslos erscheint. Parallel zum Geschehen vor Gericht wird Mike (Cody Allen Christian) auf brutale Weise bedroht - doch steckt hinter alldem tatsĂ€chlich A? Kurz vor dem Staffelfinale macht sich Andrew (Brandon W. Jones), Arias neuer love interest weiterhin verdĂ€chtig. Zwischen Toby (Keegan Allen) und Spencer kommt es dagegen vorerst zur Versöhnung.
Schon in den ersten Verhandlungstagen in Alisons Fall schien die Beweislast erdrĂŒckend und die Lage so gut wie aussichtslos. Der Staatsanwalt zaubert in dieser Episode jedoch ein weiteres Ass aus dem Ărmel, indem er eine neue Zeugin benennt: Lesli (Elizabeth McLaughlin), die Hanna und den anderen einige Zeit zuvor einen Besuch in Rosewood abstattete (und sich dort noch ĂŒberschwĂ€nglich dafĂŒr bedankte, dass die MĂ€dchen Mona und ihrer Mutter zur Seite standen), belastet die MĂ€dchen, allen voran Alison und Hanna, schwer.

Is this kid going down, down, down?
Das wichtigste BeweisstĂŒck ist demnach eine Postkarte, die Mona Lesli angeblich einige Wochen vor ihrer Ermordung schickte, und in der sie ihrer Freundin ihre Angst vor Alison schilderte. AuĂerdem sei sie von Mike bedroht, und Hanna verfolgt worden - arbeitet Lesli also mit A zusammen? Oder ist ihr trĂ€nenreicher Vortrag vor Gericht als tatsĂ€chliche Anteilnahme an der Ermordung Monas zu deuten?
Schockiert von den neusten Entwicklungen versuchen Spencer und Emily daraufhin wieder fieberhaft, eindeutige Beweise fĂŒr Alisons (und Hannas) Unschuld zu finden. Zwar wird in diesem Zusammenhang nicht wirklich schlĂŒssig erklĂ€rt, weshalb sich Alison ausgerechnet jetzt (erst) daran erinnert, eine Person gehört zu haben, wĂ€hrend sie auf Cyrus wartete - aber gut. Letztlich stellt sich Kendras Aussage dann auch als wertlos heraus, da die verschĂŒchterte Freiwillige einer Hilfsorganisation zur besagten Zeit unter Drogeneinfluss stand. Auch, wenn dieser Handlungsstrang rĂŒckblickend als FĂŒller betrachtet werden kann, so wurde dennoch gelungen Spannung aufgebaut, obwohl er letzten Endes ins Leere fĂŒhrt. Allerdings ist nicht auszuschlieĂen, dass Alisons AnwĂ€ltin Rebecca (Lauren Tom) angesichts des Urteils noch einmal auf Kendra zurĂŒckgreifen muss.
Kurzzeitig schien es, als könne Rebecca durch die Vorladung von Alison als Zeugin tatsĂ€chlich etwas erreichen, denn zunĂ€chst wirkt ihre Argumentation durchaus plausibel. Indem sie der Jury beweist, dass Alison aufgrund eines nie verheilten Bruches ĂŒberhaupt nicht in der Lage gewesen sein kann, Mona zu ermorden, scheint sich das Blatt zu wenden. Die vernichtenden Gegenfragen des Staatsanwalts dĂŒrften aber schlieĂlich maĂgeblich zum schlussendlichen Urteil der Jury beigetragen haben: Alison DiLaurentis wird am Mord von Mona Vanderwaal schuldig gesprochen. Die in TrĂ€nen aufgelöste Alison, so wie der Anblick ihrer schockierten Freundinnen, die nun allesamt polizeilich erfasst und in Untersuchungshaft genommen werden, rahmen das Ende dieser Episode.
In diesem Zusammenhang fiel vor allem das ein oder andere Detail positiv auf. So zum Beispiel die glaubhafte Darstellung der Verzweiflung beziehungsweise Resignation sowohl von Alison, als auch von Hanna, die man den beiden nicht nur Ă€uĂerlich ansehen konnte. Im Gegensatz dazu hinterlieĂen die Szenen um ihre selbst zugefĂŒgten Verletzungen eher auf UnverstĂ€ndnis. Allem Anschein nach diente diese Aktion lediglich dazu, einen Zettel (mit Ăberlegungen zu Monas kryptischer Nachricht) auszutauschen. HĂ€tte die Zeit, wĂ€hrend sich Alison mit dem BĂŒgeleisen selbst verbrennt und Hannas Hand im Trockner eingeklemmt, nicht fĂŒr eine Ăbergabe mehr als genĂŒgt?

He's just a kid
Dagegen stellte sich beim brutal niedergeschlagenen Anblick von Mike echte Anteilnahme ein. Nach der lautstarken Auseinandersetzung zwischen Caleb (Tyler Blackburn) und Ezra (Ian Harding) in Bezug auf Mikes Zeugenaussage, beschlieĂt dieser kurzerhand, selbst zurĂŒck nach Rosewood zu fahren, um sein ausschlaggebendes Wissen endlich der Polizei mitzuteilen. Als Ezra und Caleb ihm folgen, geraten sie unter Beschuss - und finden schlieĂlich den völlig verĂ€ngstigten und gefesselten Mike vor. Einhergehend mit diesem Handlungsstrang waren zwei Dinge besonders auffĂ€llig. So ist nach dieser Episode wohl kaum mehr zu ĂŒbersehen, dass Lt. Tanner (Roma Maffia) und die Polizei von Rosewood irgendwie in das ganze Geschehen verwickelt sind - denn Tanner wollte offensichtlich nichts von dem Ăberfall auf Mike wissen und setzt Caleb darĂŒber hinaus auch noch unter Druck.
In anderer Hinsicht halten sich die Autoren in I'm a Good Girl mit ihrem Wink mit dem Zaunpfahl nicht mehr zurĂŒck: Andrew macht sich mehr als verdĂ€chtig. Seine merkwĂŒrdigen, eifersĂŒchtigen Kommentare in Bezug auf Ezra lieĂen schon aufhorchen, und als er gegen Ende der Episode Aria auch noch von seiner Zeit als Pfadfinder erzĂ€hlt, dĂŒrfte klar sein, dass der Verdacht hier eindeutig auf ihn gerichtet werden soll. Eigentlich störte bereits in der vorangegangenen Episode, dass der Verdacht erneut auf eine Nebenfigur gelenkt wird. In Verbindung mit der letzten Vernehmung des Staatsanwalts ist den Autoren nun aber eine interessant-verwirrende VerknĂŒpfung gelungen. Die Anklage argumentiert mit Alisons BogenschieĂen-FĂ€higkeiten, die sie, wie sich spĂ€ter herausstellt, aber eigentlich nicht hat. Also bleibt die Frage, wer fĂŒr sie den Preis gewonnen hat. War es vielleicht tatsĂ€chlich Andrew? Oder eine weitere Person, vielleicht sogar eine Zwillingsschwester?
Work-love-balance
Mit dem wenn auch kurzen Handlungsstrang hinsichtlich der Versöhnung von Toby und Spencer wurde sich in dieser Episode allerdings ein wenig zu viel zugemutet. Nach dem mittlerweile schon lĂ€nger wĂ€hrendem On/Off zwischen den beiden hĂ€tten die Autoren der Versöhnung oder Aussprache gerne mehr Raum geben können. So wirkten diese Szenen schlicht dazwischen gequetscht und gingen unter der FĂŒlle von Ereignissen fast wieder verloren.
Interessanter und passender hĂ€tte es in diesem Zusammenhang sein können, Tobys Situation auf der Polizeiwache nĂ€her zu beleuchten. Es ist zwar schön zu sehen, dass er sich gegen den Job und fĂŒr Spencer entschieden hat, die MĂ€dchen nun also wieder von der âanderenâ Seite aus unterstĂŒtzen wird. Doch da davon auszugehen ist, dass die groĂe Auflösung, beziehungsweise der Freispruch mit Sicherheit nicht im Staffelfinale kommen wird, hĂ€tte man all das auch weiter nach hinten verschieben können.

Fazit
Selbst bei Guilty-Pleasure - Zuschauern dĂŒrfte nach I'm a Good Girl die Spannung auf das Staffelfinale gestiegen sein. So gelingt es den Autoren in dieser Episode mehrfach, selbst die ins Leere fĂŒhrenden Hinweise zu einem oft mitreiĂenden Puzzle zu montieren, beispielsweise in Bezug auf den Handlungsstrang um Kendra. Lediglich einige Details irritieren beziehungsweise stören. Neben kleineren Ungereimtheiten, wie Alisons plötzliche Erinnerung an eine Zeugin auf dem Spielplatz, hĂ€tten sich die Autoren auch mit der Storyline um Toby und Spencer gerne mehr Zeit lassen dĂŒrfen - auch ohne sie wĂ€re die Episode sehr dicht erzĂ€hlt gewesen.
Die schlussendliche Verurteilung von Alison und die scheinbare Verhaftung der MÀdchen kam indessen unerwartet schnell. Daher bleibt an dieser Stelle fast nichts mehr zu sagen - einige drÀngende Fragen werden hoffentlich im Staffelfinale endlich geklÀrt.
Verfasser: Hannah Klein am Mittwoch, 18. MĂ€rz 2015Pretty Little Liars 5x24 Trailer
(Pretty Little Liars 5x24)
Schauspieler in der Episode Pretty Little Liars 5x24
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