Pretty Little Liars 5x25

Nach den schon Wochen vor dem gestrigen Staffelfinale gemachten Ankündigungen seitens der Autoren von Pretty Little Liars dürften die Erwartungen der Zuschauer sehr groß gewesen sein. Doch nicht nur deshalb, weil es angeblich zum big A reveal kommen sollte, also zur Auflösung der Frage, wer A ist. Die fünfte Staffel schwankte oftmals stark zwischen Langeweile und Spannung, zwischen mehr als eindeutigen Füllerepisoden und dann doch recht interessanten Storylines. Sicher, es muss, kann und darf auch gerne die eine oder andere Atempause eingelegt werden - gleichzeitig war und ist die Ungeduld auf Antworten ebenso verständlich.
Mit Welcome to the Dollhouse gelingt den Autoren dann aber tatsächlich ein kleines Kunststück. Ganz dem leicht übertriebenen, gruselig-dramatischen Stil der Serie folgend, kommt es zwischen A und den Liars zum großen Showdown, der einem wahren Albtraum gleicht. Natürlich schließen sich auch an dieser Stelle wieder tausend unbeantwortete Fragen an - doch das bedeutet gleichzeitig, dass die sechste Staffel durchaus Potential haben könnte.
Welcome to the Dollhouse
Angesichts dessen, was Hanna (Ashley Benson), Aria (Lucy Hale), Spencer (Troian Belissario) und Emily (Shay Mitchell) in As hauseigenem Gruselkabinett - besser: lebensechten Puppenhaus - erwartet, wären die vier wohl lieber tatsächlich im Gefängnis gelandet. Doch so wird ihre größte Angst zur grausamen Realität: A hat sie endlich vollends in seiner Gewalt, die Fahrt in die Vollzugsanstalt endet in den Wahnvorstellungen eines Verrückten. Rückblickend erscheint all das eigentlich nur logisch. Seit Beginn der Serie spielte A mit originalgetreuen Puppen der Mädchen - und schon das mutete mehr als bedenklich an. Den Traum der perfekten kleinen Puppenhausidylle hat sich A nun also erfüllt.
Und erschreckenderweise scheint all das gar nicht einmal so unrealistisch - was den Schock nur noch verstärkt. Das bis ins kleinste Detail ausgestattete Haus wird natürlich komplett videoüberwacht, die Türen und Fenster sind zubetoniert, eine mechanische Computerstimme gibt Anweisungen über einen Lautsprecher: Willkommen in der Hölle. Allein die ersten Minuten dieser Episode konnten durch die klaustrophobische Atmosphäre überzeugen. Und dann kommt das Mädchen am Klavier.
Dass sich alles, was in dieser Episode gezeigt und inszeniert wird, mehr als nur offensichtlich an klassischen (Trash-)Psychothrillern bedient, ist klar, trotzdem wird die Wirkung nicht verfehlt. Mona (Janel Parrish) lebt! Als die vier von der Lautsprecherstimme schließlich in eine Art Salon geführt werden, treffen sie auf ein Mädchen am Klavier - das aussieht wie Alison (Sasha Pieterse). Und Mona scheint sich auch für Alison zu halten. Die Freude über ihre „Unversehrtheit“ wird schnell getrübt, als das Lookalike ziemlich überzeugt behauptet, nicht Mona zu sein. Das Psychospiel wird aber dann doch recht schnell durchschaut: A wünscht sich offenbar Alison in sein Puppenhaus - und das scheint der erste Hinweis zu sein.
A has a name - A has a soul
Viel wichtiger als der fehlgeschlagene Fluchtversuch der Mädchen ist letzten Endes nämlich das, was Spencer währenddessen in Erfahrung bringt. Wir erinnern uns: Die kryptische Nachricht in Monas Handspiegel schien ein Anagramm zu sein, das demnach „Charles DiLaurentis“ lauten müsste. Und tatsächlich scheint sich diese Annahme zu bestätigen. Die Spielzeugwürfel in einem der Räume bringen Spencer immer näher an die Wahrheit und, als sie schließlich in As Privatgemächern auf alte Videoaufnahmen stößt, dürfte das der zweite große Schock in dieser Episode gewesen sein. Wobei, letztlich waberte es diesbezüglich schon lange in den Fanforen: Allem Anschein nach gibt es wirklich einen Zwilling.
Die Aufnahmen vor der kleinen Apfelfarm, auf der auch die Polizei mit Tanner (Roma Maffia) und Toby (Keegan Allen) später den verlassenen Gefängnistransporter findet, zeigt Mrs. DiLaurentis (Andrea Parker). Auf dem Arm hält sie die kleine Alison, umringt von ihren kleinen Brüdern Jason und - Charles. Ist Charles also das verstoßene Kind der DiLaurentis Familie, Sohn von Mrs. DiLaurentis und Mr. Hastings (Nolan North)? Auch bleibt die Frage nach dem Warum. Warum dieser Hass auf Alison, weshalb die jahrelange Folter? Aus Eifersucht auf das Lieblingskind der Mutter? Die Nachricht, die Mona von A erhält - und in seinem Wahn wohl Alison gelten sollte - scheint diese Mutmaßung insbesondere zu stützen: „Because you're my favourite.“ („Weil du mein Liebstes bist.“)

We know about A
Neben der wirklich gelungen inszenierten Atmosphäre rund um den wahr gewordenen Traum eines Kontrollfreaks sind auch die Handlungsstränge um die Hastings und die Freunde der Mädchen positiv zu bewerten. Endlich werden die Eltern informiert und, wie es scheint, glaubt sogar Lt. Tanner und die Polizei die Geschichte um A. Zwar stellt sich immer noch die Frage, wieso dieser Schritt nicht schon längst gegangen wurde. Da sich all das aber sehr passend in die Dramaturgie der Episode einfügt, können die Logiklücken verschmerzt werden.
Nachdem sich Tanner schließlich von den Hastings und Caleb (Tyler Blackburn) überzeugen lässt, wird der Gefängnistransporter vor der Apfelfarm, die die befreundeten Familien vor Jahren gemeinsam besuchten, gefunden. Als Tanner und Toby dann in einer Art verstecktem Keller auf As Überwachungsraumschiff stoßen, zeigt sich Tanner sichtlich schockiert. In dieser Szene stellte sich fast ein kurzer Moment der Genugtuung ein, der natürlich nicht allzu lange anhält. Denn, so wie es scheint, kommt die Polizei zu spät. Der wide shot am Ende der Episode zeigt das Puppenhaus inmitten eines riesigen Waldes. Außerdem könnte Andrew (Brandon W. Jones) das Ganze erschweren, da er gegen die Polizei und die Angehörigen zu arbeiten scheint, immerhin hört er die Telefongespräche von Mrs. Hastings ab. Vielleicht versucht er aber auch „nur“ in seiner Besessenheit in Bezug auf Aria, auf seine Art zu helfen?
Fazit
Das Finale der fünften Staffel von Pretty Little Liars ist geschafft. Mit Welcome to the Dollhouse gelingt es den Autoren dabei einerseits, viele Erwartungen zu erfüllen, andererseits aber noch mehr als genug an Fragen unbeantwortet zu lassen, um die Spannung auf die sechste Staffel zu erhöhen.
Beachtenswert ist in dieser Episode vor allem der Sinn fürs Detail und für die Atmosphäre. Die Inszenierung eines lebensechten Puppenhauses, die sich an Horror- und Psychothrillern à la „Shining“ zu orientieren scheint, bestimmt maßgeblich den Ton des Finales. Denn A landet seinen bislang größten Erfolg: Er hat die Mädchen vollends in seiner Gewalt. Im Anschluss daran werden nun auch endlich erstmals drängende Fragen beantwortet.
So scheinen sich viele der letzten Theorien zu bestätigen. Bei Monas Nachricht handelte es sich tatsächlich um ein Anagramm, womit A einen Namen erhält: Charles DiLaurentis. Doch damit nicht genug. Spencer findet auf alten Videoaufnahmen Hinweise dafür, dass Charles der verstoßene/verschollene (Halb-)Bruder von Alison und Jason sein könnte. Fast noch mitreißender als die großen Fortschritte hinsichtlich der Auflösung um A ist dennoch der Moment, als das Mädchen am Klavier seine Maske abnimmt. Es war zwar nie ganz ausgeschlossen, dass Mona noch am Leben ist, die Bestätigung überrascht und erfreut aber trotzdem - vor allem mit Blick auf die kommende Staffel.
Am Ende bleiben aber trotzdem wie immer Fragen, allen voran die nach dem Warum. Kann Eifersucht auf die Zuneigung der Mutter Grund genug sein, viele Menschen über Jahre hinweg zu foltern, zu quälen und zu ermorden? Laut I. Marlene King sollen viele dieser Fragen bereits in der ersten Hälfte der sechsten Staffel geklärt werden.
Verfasser: Hannah Klein am Mittwoch, 25. März 2015Pretty Little Liars 5x25 Trailer
(Pretty Little Liars 5x25)
Schauspieler in der Episode Pretty Little Liars 5x25
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