Pretty Little Liars 5x22

Auf den letzten Metern zum Staffelfinale kann man sich die Spannungskurve der vorangegangenen Episoden fast wellenförmig vorstellen. Zwischen totaler Windstille und Sturmböe war so ziemlich alles dabei; in To Plea or Not to Plea schreitet die Handlung glücklicherweise wieder in großen Schritten voran.
Gleich zu Beginn der Episode werden dafür in Form eines Gesprächs zwischen Alison (Sasha Pieterse) und ihrer Anwältin die ersten Weichen gestellt. Rebecca (Lauren Tom) schlägt ihr nämlich einen verhängnisvollen Deal mit der Polizei vor: Bekennt sie sich schuldig am Mord von Mona Vanderwaal, erhält sie vermutlich „nur“ zehn Jahre Gefängnis. Der Haken ist allerdings ein erwartungsgemäß großer. Sie muss eine Komplizin benennen, und da hat die Polizei von Rosewood auch schon längst die Verdächtige im Visier. Ob es Hanna (Ashley Benson) da noch helfen wird, Lt. Tanner endlich die ganze Wahrheit über A zu erzählen?
Take the plea
Versucht man einmal, das ganze Wirrwarr aus Lügen, Geschehnissen, Drohungen und Mord von außen zu betrachten, stellt man sich schnell die Frage, wie es denn der Jury und dem Richter ergehen soll, blicken doch die Mädchen schon selbst nicht mehr so ganz durch. Allein dieser Umstand dürfte die Lage für Alison DiLaurentis gehörig erschweren, neben zahllosen Verstrickungen und Widersprüchen, in die sich die ehemalige Queen Bee verwickelt hat. Diese Tatsache vor Augen, schlägt Anwältin Rebecca Alison eine Art Deal, eine Vereinbarung mit dem Gericht und der Polizei, vor.
Alison soll sich unter Mithilfe einer Komplizin (in dem Fall Hanna) für schuldig an dem Mord von Mona bekennen - einen Mord, den sie begangen hat. Die Alternative, nämlich die „Wahrheit“ vor Gericht zu sagen, sei laut Rebecca hinfällig, da Alison niemanden habe, der ihre Angaben bestätigen könne. Das turmhohe Kartenhaus, an dessen Spitze sich aktuell Mike mit dem Wissen um Mona befindet, wird momentan noch durch die eigenen Lügen stabilisiert - fällt es, fällt auch Mike, und das würde Alison Aria (Lucy Hale) niemals antun. Oder?
Nachdem Hanna und ihre Mutter Ashley (Laura Leighton) von Veronica Hastings (Lesley Fera) über den Stand der Dinge informiert werden, wird deutlich, wie dringlich die Situation wirklich ist. Denn die Polizei hat Hanna längst im Visier und konstruiert mittels der Beweise einen Fall um die gesamte Geschichte, der von außen betrachtet eindeutig und wasserdicht zu sein scheint. Zwar sind noch immer die Ergebnisse der DNA-Analysen aus dem Fass abzuwarten, doch gegen Ende der Episode reicht es trotzdem für eine Festnahme: Die von A manipulierten Kleidungsstücke von Mona weisen Spuren von Hannas Blut auf.
So traute man fast seinen Augen nicht, als Hanna und Caleb (Tyler Blackburn) zunächst angesichts der aussichtslosen Lage beschließen, Lt. Tanner die ganze Wahrheit über A und Mona zu erzählen. Es hätte kaum verwundert, wäre das Polizeirevier direkt vor ihren Augen explodiert, jemand hätte die beiden überfahren oder Caleb wäre von seinen seltsamen Ravenswood-Glühwürmchen entführt worden - aber nein, sie schaffen es tatsächlich in das Gebäude und auch beinahe zu Lt. Tanner. Doch es kommt, wie es kommen muss, und das in zweierlei Hinsicht. Schon als Caleb betonte, dass Hannas Geschichte ja eindeutig durch die SMS von A bewiesen werden könne, war eigentlich klar, dass es so einfach nicht werden wird. Als Hanna schließlich ihr Handy zückt, löschen sich sämtliche Nachrichten punktgenau von alleine. Wen wundert's?
Vielmehr wundert, warum in aller Welt keines der Mädchen die SMS gespeichert hat (auch ihre Nachrichten zerstören sich von selbst) - zumindest Informatik- und Technikgenie Caleb hätte auf die Idee kommen können. Gut, zugegebenermaßen wundert selbst das nicht mehr. Hanna jedenfalls darf ab jetzt vorerst gemeinsam mit Alison im Gefängnis wohnen. Einziger Lichtblick bietet dann Alisons Entscheidung am Ende der Episode: Sie lehnt den vorgeschlagenen Deal trotz der Bedrohung durch die Insassen ab. In der Konsequenz bedeutet das einerseits, dass sie versuchen wird, ihre und Hannas Unschuld zu beweisen - doch zu welchem Preis? Der wichtigste Zeuge ist in diesem Fall noch immer Mike Montgomery.
It's probably best, if we split up
Noch vor der Festnahme versuchen Emily (Shay Mitchell), Aria (Lucy Hale) und Ezra (Ian Harding), gemeinsam herauszufinden, wer Varjak ist und was er oder sie über A weiß. Alison kennt angeblich keine Person mit diesem Namen - hat Varjak also Cyrus bezahlt, um Alison hereinzulegen? Ezra kommt jedenfalls auf die Idee, Monas Anwalt nach der mysteriösen Person zu befragen. Als die drei James Neilan (Charles Carpenter) schließlich verfolgen, findet Emily auf dem Gelände des Hauses einen Bon mit Varjaks Namen und Telefonnummer - vielmehr allerdings nicht.
Fast ein wenig interessanter war daher die Hinführung zur Trennung des einstigen Traumpaars Ezra und Aria. Die „unmögliche“ Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin, Ezras Roman über Alison und die Mädchen, der Streit mit Arias Eltern - all das bot zumindest zeitweise den Input. Doch bereits gegen Ende der vorangegangen Staffel drohte dieser Konstellation langsam aber sich der Atem auszugehen, sodass die endgültige Trennung der beiden in dieser Episode mehr als berechtigt erscheint. Abgesehen von Hanna sind nun alle erstmals ohne feste Beziehung - und das darf auch gerne einfach mal so bleiben.
Denn auch Spencer schaut sich in London anderweitig um, zumindest was einen unverbindlichen Flirt betrifft. Colin (Oliver Kieran-Jones), Melissas (Torrey DeVitto) Mitbewohner, scheint mit seinem britischen Akzent, seinem Interesse für Kunst und Literatur sowie seiner Einladung zu Hamlet die perfekte Ablenkung vom Drama in Rosewood darzustellen. Schön zu sehen war darüber hinaus auch die Versöhnung zwischen Spencer und Melissa, die jedoch schnell ein jähes Ende findet. Wie sich herausstellt, hatten Melissa und Veronica Hastings Spencer nur scheinbar ein weiteres Vorstellungsgespräch an einer Elite-Universität verschafft. Vielmehr diente diese Aktion dem Schutz Spencers vor dem Deal mit der Polizei, denn Veronica befürchtete, Alison könne womöglich auch Spencer als Komplizin benennen. In diesem Zusammenhang war Spencers Wut zwar ansatzweise nachvollziehbar; dennoch hätte sie durchaus auch Verständnis für die Sorge ihrer Mutter und ihrer Schwester aufbringen können.

Fazit
In To Plea or Not to Plea scheinen sich die Ereignisse wieder einmal fast zu überschlagen. Während Alison ein unmoralisches Angebot erhält, beschließen Caleb und Hanna, der Polizei die gesamte Wahrheit zu erzählen. A ist den Freundinnen jedoch wie immer einen Schritt voraus, sodass Hanna letzten Endes festgenommen wird und bis zur Verhandlung im Gefängnis bleiben muss. In diesem Zusammenhang störte leider erneut die oft erwähnte Naivität der Mädchen; in diesem Fall ihre Unvorsichtigkeit in Bezug auf die Textnachrichten von A.
Im Anschluss an diese Entwicklungen sind die Erwartungen groß, zumindest in Bezug auf die Gerichtsverhandlung. In Konfrontation mit einer Jury und einer/m Richter/in dürften sich die Mädchen vielleicht erstmals gezwungen sehen, die volle Wahrheit zu sagen - auch, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass es so weit nicht kommen wird. Trotzdem scheint sich zusammen mit den beiden vorangegangenen Episoden langsam aber sicher eine Art Showdown aufzubauen - der große Knall wäre mehr als wünschenswert.
Promo zu „Pretty Little Liars“ (5x23) Verfasser: Hannah Klein am Samstag, 7. März 2015Pretty Little Liars 5x22 Trailer
(Pretty Little Liars 5x22)
Schauspieler in der Episode Pretty Little Liars 5x22
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