Parks and Recreation 4x21

Nachdem die letzten Episoden doch eher getrennte Erzählstränge gezeigt haben, ist es mal wieder richtig schön, alle Parks and Recreation-Charaktere auf einem Haufen zu sehen - oder in einem Bus besser gesagt. Und es gibt noch mehr Grund zur Freude. Denn diese Episode - die letzte vor dem großen Staffelfinale mit der Wahl - präsentiert sich als rundum gelungene 20 Minuten. Man kann laut lachen, mitfühlen, sich freuen, die Haare raufen und zu guter Letzt sogar richtig gerührt sein.
Paartausch
Ach, es war am Ende auch ein bisschen zu viel, es fühlte sich irgendwie nicht richtig an. Das „Minidrama“ - auch bekannt als Tom und Ann und Chris - spielt in dieser Episode zum Glück keine Rolle, zumindest keine zwischen den dreien.
Dafür rückt schon mit den ersten Sekunden ein Paar wieder in den Mittelpunkt, das in letzter Zeit zwischen den Anforderungen und Tragödien des Wahlkampfes ein bisschen zu kurz kam: Leslie (Amy Poehler) und Ben (Adam Scott). Die körperliche Anziehungskraft, der Funke, der zwischen den beiden hin- und herspringt, ist urkomisch umgesetzt.
Irgendwie freut man sich aufrichtig für die beiden, nimmt sie als perfektes Serienpaar wahr und kann doch herzlich mit, aber auch über sie lachen. Es ist eine Liebesgeschichte ohne Kitsch.
Gute Presse, böse Presse
Kann sich noch jemand an Shauna Malwae-Tweep (Alison Becker) erinnern, die sympathisch-unkomplizierte Vertreterin der lokalen Zeitung, die Leslie oft interviewt hat als es noch um Müllbeseitigung und hiesige Sektentreffen ging? Es war eine Zeit, als Joan Callamezzo (Mo Collins) der fieseste Hai im Fischbecken der Medien war.
Doch diese Mittel reichen jetzt nicht mehr. Voller Doppelmoral, Verwegenheit, Dämlichkeit und Intrigen ist sie, die Medienwelt, in die Leslie mit Beginn ihres Wahlkampfes eingetreten ist. Perd Hapley (Jay Jackson) macht immerhin noch seine offene Naivität sympathisch. Die meist namenlosen Vertreter der Pressemeute, die den Wahlkampf verfolgen, sind jedoch ein anderes Kaliber. Immer auf einen Skandal bedacht, lassen sie sich zu willenlosen Zugpferden für die Intrigen der Newport-Kampagne machen.
Probleme einer Wahlkämpferin
Leslie hatte generell bis jetzt wenig Glück in ihrem Wahlkampf. Und auch dieses Mal läuft sie Jennifer (Kathryn Hahn) wieder ins offene Messer. Ein bisschen eigene Schuld ist allerdings dabei. Sie hätten wirklich nicht mit dem Bus zu den Newports fahren sollen.
Hahn als göttlich zynischer Profi aus der großen Stadt bekommt in dieser Episode viel Platz und viele Lacher. Gegen die Abgebrühtheit von Jennifer haben Ben und Leslie keine Chance. Noch dazu haben sie mit Ann (Rashida Jones) eine moralische Fußfessel dabei.
Und das Gute siegt doch
Und genau Ann ist es, die Leslie den Ratschlag gibt, der am Ende zur glücklichen Wendung verhilft.
Es ist manchmal unglaublich, wie die Autoren von Parks and Recreation es schaffen, große Comedy zu schreiben, ohne dabei eine Grundglaubwürdigkeit aus den Augen zu verlieren oder die Charaktere für einen guten Witz brechen müssen.
Bobby Newport (Paul Rudd) - schon von Beginn an ein sehr seltsamer Gegner - zeigt sich als großer Retter. Ob ihm das überhaupt bewusst ist, niemand weiß es. Doch nach dieser Episode wäre es wirklich schade, wenn das Staffelfinale sein letzter Auftritt bei Parks and Recreation sein würde.
I'm with the FBI
Das Beste zum Schluss: Er ist wieder da, wie haben wir ihn vermisst: „Burt Macklin, FBI“, Andys Alter Ego. Er ist im allerbesten Sinne zum Schreien lächerlich - und löst am Ende doch einen Fall. Andy (Chris Pratt) ist immer ein Garant für Lacher, aber als Burt Macklin setzt er dem Ganzen noch die Krone auf. Chris Pratt hat sich zu einer echten Entdeckung entwickelt. Natürlich nur für die, die ihn nicht schon in Everwood oder The OC lieben gelernt haben.
Fazit
Es war ein Gagfeuerwerk, ein Gefühlschaos, ein Augenschmaus.
Die Story um Donna (Retta), Tom (Aziz Ansari), Ron (Nick Offerman) und die Mietwagen war noch die unauffälligste und trotzdem wirklich gut. Rührend zu sehen, was gerade Ron und Donna bereit sind, für den Wahlkampf zu geben. Und Toms Fake-Weinen zu sehen, ist auch einen Lacher wert.
Die vorletzte Episode der vierten Staffel ist ein bisschen ein gefühlter Höhepunkt. Kann der eigentliche Gewinn beziehungsweise die Niederlage noch besser, witziger, ans Herz gehender werden? Bus Tour hat die Messlatte hoch angelegt, aber Enttäuschungen ist man als Fan von Parks and Recreation eigentlich nicht gewöhnt.
Und: Der Wahlkampf ist vorüber. Falls das der Abschied von Jennifer war, es war sicher einer der besten Abgänge einer Gastdarstellerin. Sie hat Chris (Rob Lowe) zu einem freudestrahlenden und alle vor der Mattscheibe zu einem herzlichen Lachen verholfen. Hoffentlich haben sie ein leeres Schlafzimmer gefunden.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 6. Mai 2012(Parks and Recreation 4x21)
Schauspieler in der Episode Parks and Recreation 4x21
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