Parks and Recreation 4x19

Es gibt Serien, bei denen man sich durch eventuell anfallende Nebengeschichten guckt, nur um zu erfahren, wie es mit der Hauptfigur weitergeht. Parks and Recreation ist keine davon. Auch wenn viele sicher zu Beginn eingeschaltet haben, weil sie Amy Poehler an anderer Stelle zu schätzen gelernt haben. Oder natürlich Fans von The Office sind.
Aber mit dem Ende der ersten Staffel sind einem alle Charaktere ans Herz gewachsen. Die zweite Staffel resultierte in der Unmöglichkeit, eine Lieblingsfigur zu wählen. Auch Live Ammo schenkt uns wieder drei unterschiedliche Erzählstränge, die wie gewohnt detailreich erzählt und urkomisch gespielt sind.
Tom und Ann: Update
Kurz etwas vorweg: Jetzt ist es amtlich! Leider (noch) nicht Leslies Wahl, sondern die Beziehung von Ann (Rashida Jones) und Tom (Aziz Ansari). Während die letzten Folgen mit einer „Speed-On & Off“-Beziehung gespielt haben, treffen wir Ann zu Beginn von Live Ammo alleine in Toms Wohnung, wie sie selbiger eine Liebeserklärung macht. Weiterhin treten die beiden in dieser Episode nicht mehr als Paar auf. Aber gerade das scheint zu untermauern, dass es jetzt halt so ist. Punkt.
Stirnrunzeln beim Zuschauer ruft jedoch Chris´ nachdenklicher Blick auf Ann hervor. Dieser Blick kam schon in den letzten Episoden so oft vor, dass ein Showdown zwischen Ann, Tom und Chris (Rob Lowe) nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint.
Mit Kreativität und Optimismus gegen die Realität
Der erste Erzählstrang folgt Leslie, die das Parks-Department vor Kürzungen retten will und damit eine Lawine unglücklicher Konsequenzen auslöst. Doch wie erwartet will Leslie weder die Kürzungen noch die Schließung des Tierheims und Anns Kündigung hinnehmen. Und wie gewohnt findet sie einen Weg aus der Misere.
Die Welt von Pawnees Lokalregierung kann natürlich nicht daran gemessen werden, wie realitätsgetreu sie ist. Dennoch sind die Wege, auf denen Leslie sich aus Miseren befreit, selten übertrieben oder unglaubwürdig. Zumindest fügen sie sich in die Welt der Serie so logisch ein, dass der Zuschauer nicht genervt davon ist, dass wie durch Zauberhand plötzlich doch alles funktioniert.
Um die Budgetkürzung zu verhindern, muss sie sogar große Rückschritte hinnehmen. Sie stellt ihren Wahlkampf hinter die Interessen ihrer Freunde und des Parks-Departments. Doch nicht ohne Ausweg. Ihre Hintertür ist eine Debatte mit ihrem Gegner Bobby Newport (Paul Rudd), auf die man sich wohl in der kommenden Episode freuen darf.
Meditation á la Swanson
Wie schon abzusehen war, bietet Chris Ron (Nick Offerman) den ehemaligen Job von Ben (Adam Scott) an. Seine einzige Bedingung ist, dass Ron ihn in ein Meditationszentrum begleitet. Wunderbar, wie Ron anschließend beschreibt, was er dort gemacht hat und eine Definition von Meditation damit einführt, dass er nicht meditiert habe.
Die drohende Kündigung von Chris bringt Ron dazu, diesen in seine Art der Entspannung einzuführen - Whiskey. Hier zeigt sich eine Stärke der Parks and Recreations- Macher: Grundsätzlich verschiedene Charaktere so zusammenführen, dass der Zuschauer sich lachend und gleichzeitig gerührt vor dem Fernseher rollen kann.
Ein Projekt, wert sich zu engagieren
April (Aubrey Plaza) kämpft damit, Leslie zu ersetzen und schlägt sich zunächst nicht gut. Ein kurzes Hoch - als sich ein Projekt gefunden zu haben scheint, dass sie interessiert - endet mit einer Enttäuschung. Doch Tom bringt sich als Mentor ein. Damit sind die zwei Angestellten, die am wenigsten an der Department-Arbeit interessiert sind, plötzlich diejenigen, die den Laden am Laufen halten.
Fazit
Sehenswert sind alleine schon die urkomischen Details dieser Episode: Leslies amouröse Anspielungen auf Bens Körper, Donna (Retta), die Lebensläufe für Tiere erfindet, und wie immer Andy (Chris Pratt), der stolz ein Schiffsmodell aus einer Flasche holt und umringt von Dutzenden echten Tieren auf dem Sofa liegt und ein Kuscheltier streichelt.
Immer wieder einen Lacher wert sind auch die Nebenfiguren. In diesem Fall sind das (Kathryn Hahn) als Bobby Newports Wahlkampfmanagerin, die sich in Pawnee wie in einer absurden Sozialstudie bewegt, und Bradley Whitford, der einen Gastauftritt als Stadtrat Pillner hat.
Und das ist nur der Bonus neben drei amüsanten Erzählsträngen. Live Ammo ist nicht die beste Parks and Recreation- Episode, aber alles, was diese Serie so großartig macht, ist dabei. Als Fazit bleibt nur mit Leslies Worten zu sagen: eine der coolsten Episoden, seit N´Sync, Aerosmith und Nelly gemeinsam in der Superbowl Halftime Show aufgetreten sind.
Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 21. April 2012(Parks and Recreation 4x19)
Schauspieler in der Episode Parks and Recreation 4x19
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?