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Kommt jetzt das Aus für Wow? RTL stellt die Sky-Marke infrage

Kommt jetzt das Aus für Wow? RTL stellt die Sky-Marke infrage

Aus für Wow? RTL stellt die Sky-Marke infrage.
Aus für Wow? RTL stellt die Sky-Marke infrage. © IMAGO/Steinach

RTL lässt Wow in den Hintergrund treten, Produzenten klagen über das härteste Jahr seit Langem. Außerdem: Fast 90 Milliarden Dollar Schulden drücken den neuen Hollywood-Riesen. Jetzt steigt Elon Musk ein, und vor Gericht droht neuer Ärger.

Nach den großen Fusionen des Jahres trifft sich die deutsche Branche in München und zieht Bilanz. Wer gewinnt, wer verliert, und wohin fließt das Geld? Gleichzeitig sucht Skydance frisches Kapital und findet es bei einem fragwürdigen Investor, Comcast baut einmal mehr um und die BBC muss sparen, koste es was es wolle. Dazu kommen ein Übernahmeangebot für Lionsgate, ein neuer Streamer aus Berlin und viele Personalwechsel.

Medientage München: Wow tritt in den Hintergrund

Beim Streaming-Gipfel der Medientage München hat RTL offen über die Zukunft seiner neuen Sky-Marken gesprochen. Streamingchef Henning Nieslony erwartet, dass WOW perspektivisch in den Hintergrund tritt, weil der Dienst zwischen RTL+ und Sky steht. RTL+ schreibt 2026 schwarze Zahlen. ProSiebenSat.1 will ZDF-Inhalte noch vor Jahresende auf Joyn bringen. Skydance zieht für HBO Max in Deutschland eine positive Bilanz und setzt auf lokale Produktionen wie „4 Blocks Zero“.

Netflix spart nicht in Deutschland

Trotz weltweiter Entlassungen beim Streamer bleibt Netflix hierzulande auf Kurs. Contentchefin Katja Hofem kündigte beim TV-Gipfel an, 2027 mindestens genauso viel in Deutschland zu investieren wie in diesem Jahr. Entschieden werde weiter in Berlin, auch Partnerschaften nach dem Vorbild von TF1 seien denkbar. Weniger entspannt klingen die Produzenten. Leonine-Chef Fred Kogel spricht vom härtesten Geschäftsjahr, seit Mai gebe es kaum neue Aufträge. Die Produktionskosten liegen seit Corona um 20 bis 25 Prozent höher.

RTL verlängert, die ARD will eine ESC-Allianz

RTL-Contentchefin Inga Leschek nutzte die Bühne für zwei Ansagen. „Die Verräter“ bekommt 2027 eine fünfte Staffel, und der MMA-Deal mit Oktagon läuft bis 2031, künftig auch bei Sky. Nach der Fusion wertet RTL seine Inhalte über 113 Kanäle aus. ARD-Programmdirektorin Christine Strobl wirbt für einen gemeinsamen ESC-Vorentscheid mit RTL und ProSiebenSat.1 im Jahre 2028. Beide Privatsender zeigten sich offen für das Thema. Ob das ZDF mitmacht, ist noch unklar, der Vorentscheid 2027 läuft bereits unter Federführung des SWR.

Vaunet: Streaming überholt das lineare Geschäft

Laut einer Herbstprognose des Privatsenderverband Vaunet wachsen die Audio- und Bewegtbildumsätze in Deutschland 2026 um 1,8 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Streaming kommt mit 8,6 Milliarden Euro erstmals auf 52 Prozent. Das Geld landet aber vor allem bei Big Tech. 72 Prozent der Werbung im Video-Streaming gehen an Alphabet, Amazon, das durch die CCP kontrollierte ByteDance und Meta. Die klassische TV-Werbung schrumpft dagegen um sechs Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Netflix: Malones Vorwurf an Trump und neue Partnerschaften

Hat Washington den Warner-Deal von Netflix verhindert? John Malone behauptet, die Trump-Regierung habe dem Streamer signalisiert, eine Übernahme habe keine Chance auf Genehmigung. Daraufhin habe Netflix sein Gebot zurückgezogen. Strategisch will der Konzern das Modell mit dem französischen Sender TF1 wiederholen, dessen Programm komplett im Netflix-Angebot läuft. Mit Globo in Brasilien gelang zudem der bisher größte Lizenzdeal. Co-CEO Greg Peters deutet Zusatzabos für Partnerdienste an.

Skydance: Musk steigt mit einer Milliarde ein

Skydance sucht nach dem teuren Kauf von Warner Bros. Discovery reiche Einzelinvestoren, um die Schuldenlast von knapp 90 Milliarden Dollar zu drücken. Elon Musk hat eine Milliarde Dollar Eigenkapital investiert, wie Deadline unter Berufung auf Semafor berichtet. Laurene Powell Jobs steckte 250 Millionen Dollar in Aktien und erhielt einen Sitz im Board. John Malone hatte zuvor sogar einen Deal mit SpaceX über acht bis zehn Milliarden Dollar vorhergesagt. Die Aktie notiert derweil unter sieben Dollar und sinkt weiter.

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Klage gegen die Streamer-Fusion, Jon Stewart bleibt

Fünf Abonnenten wollen vor einem US-Bundesgericht durchsetzen, dass HBO Max und Paramount+ bis zu einem Urteil getrennt bleiben. Die Anhörung ist für den 3. Dezember beantragt, David Ellison will beide Dienste langfristig zusammenlegen, wie SERIENJUNKIES berichtete. Im Programm setzt Skydance auf Kontinuität. Jon Stewart bleibt per Zweijahresvertrag bis 2028 Montagsmoderator von „The Daily Show“. Käufer für die über 50 Kabelsender zeichnen sich nicht ab. Versant-Chef Mark Lazarus winkt ab, mehr Kabelsender würden den Niedergang nur verlängern.

Comcast: Peacock wieder im Plus

Peacock kommt, nach Jahren mit roten Zahlen, zum zweiten Mal hintereinander auf ein positives Ergebnis. Laut Hollywood Reporter erzielte der Streamer 261 Millionen Dollar Gewinn bei 1,8 Milliarden Dollar Umsatz, ein Jahr zuvor stand noch ein Minus von 217 Millionen. Die Zahl der Abonnenten blieb bei 48 Millionen. Rückenwind kam von der Fußball-WM und Christopher Nolans „Die Odyssee“ mit knapp 1,9 Milliarden Dollar weltweit. Mutterkonzern Comcast liefert damit gute Argumente für die geplante Abspaltung.

Comcast baut um, Sky geht mit NBCUniversal

Im verbleibenden Kabel- und Internetgeschäft stehen dagegen deutliche Stellenstreichungen an. Comcast rechnet im vierten Quartal mit Umbaukosten von über einer Milliarde Dollar, NBCUniversal ist davon ausgenommen. Die steuerfreie Abspaltung von NBCUniversal samt Sky soll Mitte 2027 abgeschlossen sein. Co-CEO Mike Cavanagh führt dann das eigenständige Unternehmen. Für Großbritannien ist das doppelt relevant, denn Sky übernimmt parallel die TV-Sparte von ITV für knapp 1,6 Milliarden Euro.

BBC: Zwei Sender verlieren ihren Sendeplatz

Die BBC stellt im Frühjahr 2027 die linearen Kanäle BBC Three und BBC Scotland ein, dazu den Radiosender Radio 4 Extra. Beide TV-Marken bleiben im iPlayer erhalten. Für BBC Three ist es nach 2016 bereits das zweite Aus als klassischer Sender. Hinter den Schließungen steht ein Sparziel von 500 Millionen Pfund, bis zu 2.000 Stellen sind gefährdet. Allein BBC News streicht rund 100 Jobs. Weitere Vorschläge der Nachrichtensparte kommen Anfang 2027. Parallel verhandelt die BBC mit der Regierung über die Verlängerung ihrer Betriebsgenehmigung.

BBC legt Fernsehen und Radio zusammen

Auch beim Programm wird es enger, der Entwicklungsetat sinkt um rund 15 Prozent. Content-Chefin Kate Phillips legt ab Januar die Auftragsvergabe für Fernsehen und Radio in Comedy, Kunst und Klassik zusammen und baut rund 100 Stellen ab. Bis März 2028 fallen 100 bis 150 Stunden eigenproduziertes Fernsehen weg, abgesetzt sind etwa „RuPaul's Drag Race UK“ und „Live at the Apollo“. Donald Trump muss sich in seiner Klage über zehn Milliarden Dollar gegen die BBC bis 11. Dezember unter Eid befragen lassen.

Legendary will Lionsgate übernehmen

Nach Skydance bahnt sich in Hollywood die nächste Übernahme an. Laut Bloomberg hat Legendary Entertainment ein Übernahmeangebot für Lionsgate abgegeben, die Aktie stieg daraufhin um 15 Prozent. Legendary gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Apollo und bekäme einen eigenen Verleih sowie eine Bibliothek mit rund 20.000 Film- und TV-Titeln. Der aktivistische Investor Anson Funds drängt Lionsgate ohnehin zum Verkauf. Beide Unternehmen schweigen, am 5. November legt Lionsgate neue Zahlen vor.

Wem gehören die Rechte?

Wie viel Streamer an Produzenten abgeben müssen, wird gerade auf zwei Kontinenten verhandelt. In den USA fordert eine neue Allianz aus CAA, WME, UTA und Blumhouse eine Quote von 50 Prozent für unabhängig produzierte Originals. Banijay-Chef Marco Bassetti hält den Brüsseler Streit um Investitionsquoten für sinnlos und verlangt stattdessen Rechte für die Produzenten. In München warnte Skydance-Manager Matthias Heinze, die deutsche Investitionsverpflichtung könne den Standort eher schwächen.

JustWatch wird Streamer, die FIFA vergibt die WM

Die Berliner Streaming-Suchmaschine JustWatch, Hallo Nachbarn!, startet mit „JustWatch TV“ einen eigenen Streaming-Dienst in elf Ländern, darunter Deutschland und Österreich. Es gibt eine kostenlose AVoD-Stufe, einen Leih-Store und eine werbefreie Variante für 3,99 Dollar, deutscher Partner ist Leonine. In den USA schreibt die FIFA die Rechte an der WM 2030 aus. Neben Fox und NBCUniversal gelten Netflix und YouTube als Bieter, erwartet werden 1,5 bis 2 Milliarden Dollar. Gebote sind bis 19. November fällig.

Mikrodramen: Die KI übernimmt

Im Hochkantformat geht es rasant. Laut einer Studie von Owl & Co. waren im dritten Quartal zwei Drittel aller neuen Mikrodramen außerhalb Chinas KI-generiert. Im ersten Quartal lag der Anteil noch bei drei Prozent. TikToks Gratis-App PineDrama liefert mehr als die Hälfte der 63 Milliarden Abrufe. Sony Pictures Television setzt auf Menschen und holt Creatorin Thea Von Engelbrechten per First Look Deal. Hier gibt es eine Anleitung, wie man ein Abo bei Mikrodrama-Anbietern wieder loswerden kann.

Großbritannien und Australien

UKTV startet bis Jahresende acht neue FAST-Kanäle für BBC-Marken wie „EastEnders“ und „Top Gear“, wie C21 meldet. Bei den „Paramount UK Upfronts“ wurde bestätigt, dass Paramount+ ab 2027 die Champions League in Großbritannien und Deutschland zeigt. In Australien erhöht Amazon Prime Video den Monatspreis von 9. Tabcorp-Chef Gillon McLachlan sprach laut Financial Review mit DAZN über eine Übernahme von Foxtel. DAZN hatte Foxtel erst vor 18 Monaten gekauft und dementiert jeden Verkaufsplan.

Deutschland und Österreich: glomex, Disney+, DFB.TV

ProSiebenSat.1 verkauft den Video-Marktplatz glomex an den Münchner Dienstleister 3Q. Verbraucherschützer aus mehreren EU-Ländern fordern von Disney+ mindestens fünf Euro Erstattung im Monat, weil 4K und HDR wegen eines Patentstreits eingeschränkt sind. Hierzulande gibt es ein Sonderkündigungsrecht. DFB.TV läuft jetzt auch bei MagentaTV. Laut Financial Times interessiert sich Axel Springer für das Europageschäft von TikTok. Österreich beschließt ein Medienpaket über 50 Millionen Euro im Jahr.

Was sonst noch geschah

Banijay hat seine Führungsriege nach der All3Media-Fusion festgelegt, alle berichten an Marco Bassetti. In den USA erreichte YouTube im August laut Nielsen einen Rekordanteil von 15,8 Prozent an der TV-Nutzung. Starz ist nach einem Streit über Einspeisegebühren wieder bei Verizon Fios zu sehen. FCC-Chef Brendan Carr droht Sendern wegen gefälschter Umfragen mit Konsequenzen. Alle fünf Staffeln von „Orphan Black“ laufen in den USA künftig parallel bei HBO Max und Peacock, ein weiteres Beispiel für geteilte Lizenzen.

Personalkarussell

Christiane Amanpour verlässt CNN nach 43 Jahren, ihr Abschied ist für Juni 2027 geplant. Auch Bianna Golodryga geht nach neun Jahren. Bei SBS in Australien wird Kathryn Fink Chief Content Officer, Carol Choi folgt bei Disney Asia Pacific auf Luke Kang. Fox macht Nicholas Trutanich zum Chefjuristen, er begleitet die Übernahme von Roku. Sony Pictures Television holt die frühere YouTube-Managerin Lauren Glaubach für den Digitalvertrieb. Foxtel bekommt mit Peter O'Connell einen neuen Chef.

Wer kommt, wer geht in Deutschland

Alexander Krawczyk verlässt ProSiebenSat.1 im Januar. Karin Kessler übernimmt das Audiogeschäft, Sven Hanke führt Studio71 allein. Bei ProSiebenSat.1Puls4 in Österreich werden alle Führungsposten der Info-Redaktion neu ausgeschrieben. Gerhard Zeiler gründet nach seinem Abschied von Warner Bros. Discovery in Wien den Thinktank Institut 2035. Paul Ronzheimer gibt seinen Posten in der Bild-Chefredaktion ab und wird Creator bei Axel Springer. Caroline Bernhardt soll laut The Spot ab November den Kinovertrieb von Amazon MGM in Deutschland verantworten.

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Mariano Glas

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