Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x13

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x13

Mit den Folgen The End Is at Hand und What We're Fighting for endet die siebte und letzte Staffel der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. Die Agenten stehen mit dem Rücken zur Wand, während die Chronicoms ihr Ziel fast erreicht haben. Werden unsere Helden ihre letzte Mission überstehen?

Szenenfoto aus den letzten Episoden der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC
Szenenfoto aus den letzten Episoden der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC
© zenenfoto aus den letzten Episoden der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC

One problem at a time.“ - Mack (Henry Simmons).

The End Is at Hand

Das Ende ist tatsächlich nahe, denn die Lage wirkt nach dem Cliffhanger der letzten Woche aussichtsloser denn je. Die „neue“ Zeitlinie hat gerade die Zerstörung aller S.H.I.E.L.D.-Stützpunkte erlebt, mit Ausnahme des Leuchtturms, für dessen Zerstörung John Garrett (James Paxton) aber noch sorgen soll. Daisy (Chloe Bennet), Mack und Daniel Sousa (Enver Gjokaj) können zwar an der Zephyr andocken, finden sich aber sogleich innerhalb eines der Schiffe der Chronicoms gefangen. Jemma (Elizabeth Henstridge) und Deke (Jeff Ward) sind noch immer gefangen, wobei Jemmas Gedächtnis durch Sibyl (Tamara Taylor) noch weiter durcheinandergewürfelt wird. Und von Fitz (Iain De Caestecker) fehlt noch immer jede Spur.

Ein Problem nach dem anderen ist in der Tat die einzige Vorgehensweise, die unserem aufgesplitteten Team bleibt. Dabei rührt die Spannung sowohl aus den einzelnen Handlungssträngen, als auch aus dem großen Ganzen her, sowie aus der Frage, wie die Autoren der letzten beiden Episoden, Jeffrey Bell und Jed Whedon, da noch einen guten Abschluss finden wollen. The End is at Hand bringt dabei unsere Figuren trotz aller Widrigkeiten wieder zusammen und beginnt, das große Puzzle (im wörtlichen Sinne) zusammenzusetzen, wobei das wichtigste Puzzlestück, Fitz, endlich zum Vorschein kommt. What We're Fighting For offenbart uns anschließend den genauen Plan von FitzSimmons und Enoch (Joel Stoffer), schließt den Bogen zum letzten Staffelfinale (sehr gekonnt) und liefert neben Showdowns und kleinen bis großen Überraschungen schließlich einen emotionalen Abschied von unseren Figuren. Inklusive eines kleinen Ausblicks in die Zeit danach.

Vom Budget haben sich die Macher offenbar einen großen Teil für die letzten beiden Episoden aufgespart, denn hier hat die Effekteabteilung doch einiges zu tun gehabt. Explosionen, Raumschiffe (von innen und außen), Daisys Showdown mit Malick (Thomas E. Sullivan), Yo-Yos (Natalia Cordova-Buckley) Sprint durch die Chronicoms, Lola (!) - optisch wird eine Menge geboten, wobei sich diese Aufzählung noch erweitern ließe. Vielleicht wirkt nicht alles so kinoreif, wie bei einigen der neueren Budgetmonster von Serien da draußen, aber ich musste meine Kinnlade doch mehr als einmal vom Boden aufheben.

What We're Fighting for

Letzte Woche hatte ich mich ein wenig darüber beschwert, dass die Prämisse der Staffel - die Bewahrung der eigentlichen Zeitlinie - plötzlich grundlegend verändert wurde. Mit Blick auf die Erklärung, die Jed Whedon hier durch Fitz abliefert, war das wohl etwas vorschnell geurteilt. Denn es war nie der Plan, diese (jetzt neue, parallele) Zeitlinie zu bewahren. Sinn und Zweck war es vielmehr, dass unsere Figuren bis zum Ende des ersten Teils durchhalten und Kora (Dianne Doan) ins Boot holen, damit man zur ursprünglichen Zeitlinie zurückkehren kann. Dieser Plan mag nicht direkt aufgehen beziehungsweise mit ein paar Komplikationen daherkommen, die unser Team noch überwinden muss, aber die letztlich präsentierte Auflösung fühlt sich doch sehr stimmig an. Und zwar nicht nur, weil damit der Bogen zum Ende der sechsten Staffel so wunderbar geschlossen wird.

Es sind vielmehr zwei wesentliche Aspekte, die mir durch diese Überraschung positiv auffallen. Zunächst einmal ist unser Team nicht bereit, die angreifenden Chronicoms in der parallelen Zeitlinie zurückzulassen und dadurch die dortige Menschheit ihrem Schicksal zu überlassen. Das mag laut Fitz die Wahrscheinlichkeit für einen positiven Ausgang um 85% reduzieren, entspricht aber genau dem, was wir von unseren Helden erwarten würden: Sie wählen nicht den vermeintlich einfacheren Weg, sondern nehmen ihr Problem mit in die andere Zeitlinie.

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ABC - © ABC

Der zweite Punkt betrifft Kora, die durch ihr Handeln nie großartige Sympathien wecken konnte und bei vielen Zuschauern (mir inklusive) sicher auf der Liste der entbehrlichen Figuren stand. Zumal Daisy bereits anmerkte, dass sie schon eine Schwester (Jemma) hat. Aber beim Aufeinandertreffen der beiden versucht Daisy dennoch, Kora auf die gute Seite zu holen. Entsprechend wehrt sie die Angriffe nur ab und geht nicht in die Offensive über - ein Schlüsselpunkt, von dem das gesamte Team schließlich noch profitieren soll. Gleichzeitig aber auch eine Veranschaulichung, weshalb die guten hier die guten sind. Denn Daisy gibt Kora trotz allem eine zweite Chance, wie es gute Menschen nun einmal tun sollten (gerade, wenn es sich um ein Familienmitglied handelt).

Zuletzt (und quasi als dritter Punkt) weiß der Sieg über Sibyl und die Chronicoms zu gefallen. Die werden nicht einfach alle ausgelöscht oder irgendwo ins Exil geschickt, sondern erhalten von May (Ming-Na Wen) eine ordentliche Portion Empathie. Ein, wie ich finde, schöner Schachzug, der zu einer friedlichen Koexistenz zwischen Menschen und Chronicoms führt. Ob Sibyl diesen Ausgang wohl jemals gesehen oder in Erwägung gezogen hat? Rückblickend womöglich eine sehr einfache Lösung für das große Staffelproblem. Aber doch eine stimmige, die sich mit Blick auf den sympathischen Enoch vielleicht hätte kommen sehen lassen (nicht alle Chronicoms sind böse) und doch positiv überrascht.

Verluste

Es gibt überraschend wenige Verluste im Finale zu verbuchen, während wir schließlich Zeugen von einer Vielzahl an Happy Endings (oder was dem nahekommt) werden. Stellenweise lässt sich im Verlauf der beiden Folgen Nägel kauend dasitzen und es gibt insgesamt vermutlich nur einen großen Schockmoment (Daisy), aber am Ende wird doch (fast) alles gut.

Der Verlust von Enoch ist etwas, was ich gerade mit Blick auf die dieswöchigen Szenen (alles Rückblicke) noch immer schade finde. Da ist es gut, wenn wir ihn im Finale doch noch einmal (oder öfter) zu Gesicht bekommen und dazu noch mit seiner charmanten, trockenen Art. Ohne ihn hätte unser Team zudem Fitz nicht zurückholen können, womit noch einmal betont wird, wie wichtig er für die Mission war.

Der einzige „echte“ Verlust fürs Team im Finale bleibt derweil Deke, der in der anderen Zeitlinie zurückbleibt, um dem Rest die Reise „nach Hause“ zu ermöglichen. Als es hieß, dass einer zurückbleiben muss, habe ich auch gleich an ihn (oder Coulson (Clark Gregg)) gedacht. Der Plan von FitzSimmons erhält hier eine kleine Unüberlegtheit, aber das, sowie die Tatsache, dass Deke sich dafür bereiterklärt, lässt sich verschmerzen. Denn Dekes weiterer Werdegang könnte sich durchaus auch als Happy End betrachten lassen: neuer Anführer vom Rest von S.H.I.E.L.D., die 80er als für ihn passender Ausgangspunkt („Honestly, I'm kind of a rock god here anyway.“) und dann wäre da noch die Aussicht, dass er die anderen später in seiner Zeitlinie wiedersieht (auch wenn er wesentlich älter sein wird und sie ihn nicht kennen).

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ABC - © ABC

Ein paar Worte zu John Garrett, der erkennen muss, dass er für Nathaniel auf der Liste der entbehrlichen Figuren steht. Sein Abgang kommt sehr plötzlich und ist vielleicht etwas unverdient, nachdem er gerade Coulson, May und Yo-Yo aus dem Leuchtturm befreit hat. Eine zweite Chance wie bei Kora wäre eventuell angebracht gewesen, zumal er in dieser Zeitlinie noch „formbar“ ist. Aber unter uns: dass er von Victoria Hand (Rachele Schank, in früheren Episoden von Saffron Burrows gespielt) ausgeschaltet wird, ist so eine Art ausgleichende Gerechtigkeit, die gut ins Bild passt.

Zuletzt noch zu Daisys Opfer. Wenn es einen Kritikpunkt beim Finale gibt, dann ist es der, dass man Daisy kurzzeitig sterben lässt, um sie ein paar Sekunden später wiederzubeleben. Ein solches Opfer hat keinerlei Bedeutung und spielt der beabsichtigten Dramaturgie entgegen. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich, dass Daisy im Anschluss wiederbelebt wird. Aber vielleicht hätte sich da eine andere, ähnlich spektakuläre Lösung finden lassen, auch wenn der Tod in dieser Serie (siehe Coulson) nicht immer endgültig sein muss.

Happy Endings

Yo-Yo und Mack mögen nicht die beliebtesten Figuren unseres Teams sein (wie ich diversen Kommentaren der letzten Woche entnehmen konnte), aber sie sind fraglos ein wichtiger Teil unserer kleinen Familie und liefern (wie alle anderen auch) ihren Beitrag zum Erfolg dieser letzten Mission. Die Szenen mit Mack und Sousa im ersten Teil des Serienfinales stechen da besonders hervor, denn diese Art von Zusammenspiel ist eine der Säulen der Serie, wenngleich Sousa (den ich seit Marvel's Agent Carter mag) natürlich noch relativ neu im Team ist. Cast und Crew schaffen es aber immer irgendwie, die jeweiligen Dialoge natürlich wirken zu lassen, wobei die Darsteller in guter Chemie miteinander auftreten (jedenfalls, was die Darsteller unseres Teams angeht). Yo-Yo erhält (abgesehen von der oben erwähnten Szene oder der, in der sie John Garrett die Fesseln anlegt) zwar keine besonders herausragenden Auftritte - die sind anderen Figuren vergönnt, die mehr im Fokus stehen -, aber ich finde es schön, dass wir ihren weiteren Werdegang, der natürlich mit dem von Mack in Verbindung steht, zu sehen bekommen. Die beiden sind nach wie vor im Geschäft tätig und unsereins hat da jetzt keine Bedenken, was die Zukunft der beiden betrifft.

Daisy, Daniel und Kora haben sich in die Weiten des Weltalls begeben, was ein bisschen nach Spin-off riecht. Zugegeben, Kora hätte ich jetzt nicht unbedingt auf dem Schirm gehabt und Sousa nicht auf der Erde wirkt ein wenig befremdlich. Aber andererseits wird der Familienfaktor deutlich betont, ich kann mich erleichtert wähnen, dass Daisy und Daniel zusammen sind und dieses Happy End wäre tatsächlich spannend genug, um es weiter zu verfolgen.

FitzSimmons haben derweil Nachwuchs, was uns als kleine Überraschung präsentiert wird und die Zeit, ehe sie sich auf den Weg machen, um im sechsten Staffelfinale aufzutreten, deutlich länger als erwartet gestaltet. Eine kleine Frage wäre, was es denn jetzt mit den Blutergebnissen auf sich hatte, denn die wird nicht beantwortet (oder habe ich was verpasst?). Ansonsten passt aber alles sehr gut ins Bild und wirkt stimmig. Das wohl verdienteste Happy End der Serie, denn diese beiden Figuren konnten zuvor nie wirklich auskosten, dass sie zusammen sind. Obwohl, mit Blick auf das zusammengesetzte Puzzle natürlich schon, aber was sind schon ein paar Jahre, wenn man jetzt das gesamte restliche Leben miteinander verbringen kann?

Coulson und May bleiben derweil getrennt, womit das Ende hier etwas weniger „happy“ wirkt. Vielleicht ein wenig schade, aber mit Blick auf die Veränderungen, die die beiden durchgemacht haben, irgendwo verständlich. Beide erhalten während des Finales gute und auch lustige Szenen. Meine Favoriten sind sicher „The Cavalry“ und „Oh, a creepy smile. That's new.“ Außerdem passend, dass die „Phil Coulson Show“ mit ihm endet, als er Macks Geschenk entgegennimmt. „Cool.

Sonstiges

Es gibt noch so vieles, was sich zum Finale, den Figuren und der Story schreiben ließe. Aber ich belasse es mal in diesem Absatz mit ein paar Anmerkungen und komme anschließend zum Fazit.

Davis (Maximilian Osinski), Piper (Briana Venskus) und Flint (Coy Stewart) sind mit Gastauftritten dabei.

Wie sich die gesamte Geschichte in den beiden Episoden zusammenfügt, ist tatsächlich toll gelöst. Schon deshalb, weil der Grund für die Ausführungen von Fitz über diese Zeit mit Simmons und Enoch darin liegt, Jemmas Gedächtnis wieder auf die Sprünge zu helfen. Mitunter wird vielleicht ein bisschen zu viel erzählt und zu wenig gezeigt. Ich wäre auch lieber dabei gewesen, aber dieser erzählerische Kompromiss fügt sich eben sehr gut ins Finale ein.

Ob an den Gerüchten einer „Agents of S.W.O.R.D.“-Serie was dran ist? Die Gerüchteküche brodelt gerade und die Möglichkeit scheint nicht unwahrscheinlich. Gut möglich, dass wir noch nicht das letzte von unseren Agenten gesehen haben - einfach mal nach „Agents of S.W.O.R.D.“ googeln...

Leider auch im Finale keine Verbindung mehr zu den letzten Filmen des MCU. Aber mit Blick auf das Finale nicht weiter schlimm, weil die Serie sich gekonnt auf sich selbst fokussiert.

Fazit

Ich bin mehr als zufrieden, regelrecht begeistert. Was für ein gelungenes Ende und abgesehen von diesem einen (kurzen) Schockmoment wirkt alles stimmig. Danke für die beiden zusätzlichen Staffeln und danke für sieben Jahre gute Unterhaltung mit tollen Geschichten, tollen Figuren und einer außergewöhnlichen Balance zwischen Drama und Humor, wie man sie sonst nur selten findet. Dafür gibt es natürlich die volle Punktzahl: Fünf von fünf Sternen. Und wie hat Euch das zweiteilige Finale gefallen?

Hier noch die Reaktionen des Casts zu den letzten Episoden der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. im Video:

Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 13. August 2020

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x13 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 13
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x13)
Deutscher Titel der Episode
Wofür wir kämpfen
Titel der Episode im Original
What We're Fighting For
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 12. August 2020 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Autor
Jed Whedon
Regisseur
Kevin Tancharoen

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x13

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