Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x09

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x09

In der Folge As I Have Always Been der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. steckt die Zephyr in einem Zeitsturm fest und steuert auf ihr Ende zu. Es liegt an Daisy und Coulson, das Schlimmste zu verhindern, doch die Umstände erschweren die Aufgabe, während der Countdown unaufhaltsam weiterläuft.

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC
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© arvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC

As I Have Always Been

Die Vorschau ließ es bereits erahnen und in den ersten Minuten erhalten wir Gewissheit: As I Have Always Been ist eine „Time Loop“ - Folge. Wer jetzt nicht so genau weiß, was das ist, kann sich gerne mal „… und täglich grüßt das Murmeltier“ (engl.: „Groundhog Day“) von Harold Ramis und mit Bill Murray sowie Andie MacDowell in den Hauptrollen ansehen - diese Komödie aus dem Jahre 1993 beschäftigt sich ausgiebig mit dem Thema, welches öfter im Bereich Science Fiction (ob nun Film oder Serie) angewendet wird.

Dass unser Team nun in einer solchen „Zeitschleife“ steckfest, hat mich anfangs nicht gerade begeistert. Man kennt halt die übliche Prämisse, bei der ein bis zwei Figuren - in diesem Fall Daisy (Chloe Bennet) und Coulson (Clark Gregg) - im Bilde über die Situation sind, alle anderen davon überzeugen und schließlich eine Lösung finden müssen. Die übergeordnete Geschichte bleibt dabei oft auf der Strecke, um etwas Spaß mit den verschiedenen Zeitschleifen zu haben, die sich zu Beginn oftmals wiederholen und daher schnell repetitiv wirken können, ehe die Lösung plötzlich vom Himmel fällt (oder in besseren Fällen schwer erarbeitet wurde) und alles wieder gut ist.

Aber das ist hier nicht der Fall. Denn die aktuelle Episode über unsere Agenten geht doch merklich eigene Wege, die vom eben erwähnten Standard deutlich abweichen. So haben Daisy und Coulson beispielsweise nicht beliebig viele Versuche, um das Dilemma zu lösen - Dekes (Jeff Ward) Angaben zur Entfernung vom „Ende“ werden immer kürzer. Jedes Mal, wenn Daisy in einer der Zeitschleifen stirbt, sind auch ihre Erinnerungen wieder weg - womit ebenfalls Zeit verloren geht. Zeit übrigens, die Coulson dann erstmal wieder auf Eis liegen lässt, ehe Daisy ihn aus seinem Nickerchen befreit. Und zuletzt ist am Ende eben nicht alles gut, weil Enoch (Joel Stoffer) sich opfert, damit das Team die Situation in den Griff bekommt.

Kurz gesagt ging meine anfängliche Skepsis schnell wieder flöten, denn das Skript von Drew Z. Greenberg und die Regie von Elizabeth Henstridge - übrigens das erste Mal, dass sie auf dem Regiestuhl platznimmt - wissen schnell zu fesseln und lassen kaum Wünsche offen. Abgesehen von dem einen Wunsch natürlich, der gleich aber noch ein eigenes Kapitel erhält.

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Figuren

Wir haben in dieser Staffel bereits einige Charakterfolgen erhalten, die ein bis zwei Figuren in den Fokus stellten und tiefere Einblicke in die jeweiligen Persönlichkeiten und deren Gemütszustände gewährten. Diese Woche ist Daisy fraglos im Fokus, denn sie ist es, der wir durchweg folgen - ist sie doch die einzige Person, die das gegenwärtige Problem lösen kann (Coulson nehme ich hier raus, weil er ohne sie im Standby bleiben würde).

Die Episode würde aber nicht funktionieren, wenn nicht auch mehrere andere Teammitglieder einbezogen würden. Mack (Henry Simmons), May (Ming-Na Wen) und Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) sind dabei nur am Rande vertreten, während Sousa (Enver Gjokaj), Deke, Simmons (Elizabeth Henstridge), Coulson und Enoch deutlich tragende Rollen einnehmen - sie sind es, mit denen Daisy hauptsächlich interagiert, um die Geschichte voranzutreiben.

Wobei aber stets der familiäre Aspekt der Serie gewahrt wird - ohne den hätte das Team hier auch keine Hoffnung auf einen positiven Ausgang. Insofern können wir mit den Figuren mitfiebern, zusammen mit ihnen lachen oder am Ende auch weinen, wenn Enoch in die ewigen Jagdgründe eingeht. Letzteres lässt die Staffel zudem sehr „final“ wirken, wobei meine Hoffnung auf diverse Happy Endings weiterhin besteht.

Sousa

Eins davon wäre ein Happy End mit Daisy und Daniel Sousa als Pärchen. Wie die Beziehung der beiden in dieser Episode angegangen wird, ist schlicht herzallerliebst. Denn auffällig ist bereits zu Beginn der Folge, dass Daniel nicht von Daisys Seite gewichen ist. Diesen „Wink“ erkennt Daisy auch im Folgenverlauf und stellt Daniel zur Rede, der daraufhin sehr schön ausführt, woher seine Attraktion zu ihr stammt (wer musste da nicht an Peggy Carter (Hayley Atwell) denken?) - wobei die Ausführungen sehr spezifisch und somit auch eindeutig werden.

Den Kuss sehe ich da als Bestätigung, dass Daisy diese „Erklärung“ willkommen heißt und ähnlich empfindet. Schade natürlich, dass Daniel sich nicht mehr daran erinnern wird - auch nicht an sein Opfer, damit sie ihre Erinnerungen behält oder die Erklärung, die er ihr gegeben hat. Somit ist es an Daisy, ihrerseits dieser möglichen Beziehung nachzugehen, was ich doch sehr hoffe.

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Coulson

Hier bin ich noch skeptisch, was ein Happy End angeht. Coulson und May gehören in meinen Augen zusammen und sollten eben zusammen noch ein langes Leben haben. Muss nicht Tahiti sein, aber nach all den Strapazen wäre ein Happy End wünschenswert - von mir aus auch im Ruhestand und ohne den Stress von neuen Missionen. Aber nach der aktuellen Folge bleibt es mehr als fraglich, ob Coulson ein Happy End beschert sein wird.

Warum? Nun, ganz offensichtlich hat er wenig Spaß daran, ständig Mitglieder des Teams sterben zu sehen. Und er hat da einen wesentlichen Punkt gegenüber Daisy, wenn er meint, dass die Zeitschleife da nur an der Oberfläche kratzt. Denn als LMD kann er quasi ewig leben und nur Enoch wäre in Frage gekommen, um ihn dauerhaft zu begleiten - aber Enoch nimmt diese Woche seinen Abschied. Was wird also aus Coulson? Und macht es überhaupt Sinn, ihm ein Happy End zu verpassen?

Ich bin da ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite möchte ich nicht, dass er endgültig (aus dem MCU) ausscheidet - weitere Auftritte in folgenden Filmen würde ich begrüßen, gerne auch zusammen mit May, sofern sich da irgendwelche Chancen ergeben. Auf der anderen Seite und unter den passenden Voraussetzungen hätte ich aber auch kein Problem damit, wenn mit dem Ende der „Phil Coulson Show“ (mein Titel der Serie) auch Phil Coulson sein Ende findet. Aber was meint ihr? Sollte uns (und May) Coulson auch nach Serienende noch erhalten bleiben, auch wenn er mit seiner aktuellen Situation nicht glücklich ist?

Enoch

Mir ist es zwar ein kleines Rätsel, dass selbst das gesamte Team mit allen Kräften nicht in der Lage ist, diesen Chromicon aufzuhalten, aber Joel Stoffer beschert uns hier die lustigsten und emotionalsten Momente der gesamten Episode - womit sein Abschied sehr würdig erscheint.

Und ich bin echt kein Freund von Abschieden, gerade wenn es eine Figur betrifft, die die Serie in meinen Augen sehr bereichert hat. Seine Freundschaft mit Fitz (Iain De Caestecker) ist da nur ein Beispiel, aber auch gleichzeitig das wichtigste, weshalb es sehr schade ist, dass Enoch in seinen letzten Momenten keinen Abschied von seinem besten Freund nehmen kann. Dass Coulson und Daisy bis zuletzt an seiner Seite bleiben, veranschaulicht uns nochmals, dass er zur Familie gehört. Und wie wichtig ihm diese Familie geworden ist, zeigt sich in der Szene, als die anderen noch darüber diskutieren, ob sie Enoch überhaupt danach fragen sollten, sein „Herz“ für sie zu geben - er überreicht es einfach und opfert sich damit fürs Team.

Enochs letzte Worte über Tod, Einsamkeit, Familie und auch die Zukunft unseres Teams berühren da sehr und drücken auf die Tränendrüse. Ich werde ihn vermissen. Gleichzeitig frage ich mich auch, was passieren wird (und Enoch bereits gesehen hat), denn seine Worte betonen noch einmal, dass das Team sich auf der letzten Mission befindet.

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Wir müssen über Fitz reden

Die Abwesenheit von Fitz in dieser Staffel wurmt einige schon länger. Als Jemmas Implantat entfernt wird, steuert sie die Lösung zum aktuellen Problem bei, erinnert sich aber noch an mehr. Ein schmerzhafter Moment, der sie zum Weinen bringt und mehrfach die Worte „what have I done“ vernehmen lässt. Da macht sich jetzt die böse Vorahnung breit, dass Fitz bereits tot sein könnte - denn was sonst könnte Jemma derart aus der Fassung bringen? Dazu könnte auch das Implantat passen, was vielleicht verhindern soll, dass sie sich an den Tod von Leopold Fitz erinnert - ohne den sie die aktuelle Mission niemals hätte angehen können.

Soweit die Theorie, die ich aufgeschnappt habe. Mir erscheint diese Vermutung zwar halbwegs plausibel, aber ich hoffe inständig, dass sie sich als falsch entpuppt. In erster Linie, weil ein offscreen-Tod von Fitz schlicht ein No Go seitens der Macher wäre. Wahrscheinlicher erscheint mir, dass Fitz sich an einem Ort (und zu einer Zeit) befindet, der quasi unmöglich zu erreichen ist - was Jemma realisiert, als sie ihre Erinnerungen zurückerhält und daher in Tränen ausbricht. Außerdem gibt es noch einen wesentlichen Punkt, der nicht zum Tod von Fitz passt. Denn wer hat die Zeitreisen der Zephyr dann gesteuert? Jemma mit den blockierten Erinnerungen wohl kaum und Enoch blieb für vier Jahrzehnte auf der Strecke. Da bleibt erstmal nur Fitz übrig - wo immer er auch gerade ist.

Fazit

Nach anfänglicher Skepsis machte sich bei mir Begeisterung breit. Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. liefert hier eine der besten „Time Loop“ - Folgen ab, die ich bis dato gesehen habe. Spannend, lustig, berührend und stets mit dem Blick auf die Figuren, die nur gemeinsam eine Lösung für das Problem der Woche finden können. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen. Und von Euch?

Trailer zur Episode 7x10:

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 26. Juli 2020

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x09 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 9
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x09)
Deutscher Titel der Episode
Zurück in die Zeitschleife
Titel der Episode im Original
As I Have Always Been
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 22. Juli 2020 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Autor
Drew Z. Greenberg
Regisseur
Elizabeth Henstridge

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x09

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