Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x08

© .H.I.E.L.D.-Episode After, Before (c) ABC
After, Before
Nachdem uns Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. letzte Woche auf die Reise von Mack (Henry Simmons und Deke (Jeff Ward) durch die 80er mitnahm und dabei in erster Linie auf Spaß setzte, stehen diese Woche Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) und May (Ming-Na Wen) im Fokus, die Jiaying (Dichen Lachman) aufsuchen, damit Yo-Yo (hoffentlich) ihre Fähigkeiten zurückerhält. Denn die werden benötigt, um den außer Kontrolle geratenen Zeitreisen Einhalt zu gebieten.
Mit Blick auf den Anfang der Episode (vor den Credits) ließ sich zunächst befürchten, dass wir diese Woche bloß zu sehen bekommen, was die Crew der Zephyr parallel zu Mack und Deke in der Zwischenzeit erlebt hat - was mich vermutlich wenig begeistert hätte. Stattdessen werden wir Zeugen des neuesten Problems, denn der Zeitreiseantrieb - beschädigt durch den Beschuss der Zephyr - sorgt für immer kürzere Zeitsprünge, die Schiff und Besatzung schließlich ins Oblivion (ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein) schicken werden. Während der Crew letztlich nur zwanzig Minuten für eine Lösung bleiben, liegt die Hoffnung auf Yo-Yo, der zwei Tage zur Verfügung stehen, um mit Hilfe ihrer (hoffentlich zurückgewonnenen) Fähigkeiten den Antrieb außer Kraft zu setzen.
Die Spielerei mit unterschiedlich schnell verlaufenden Handlungen weiß dabei zu gefallen. Die Zeit an Bord der Zephyr ist zwar knapper bemessen, liefert aber dennoch ein paar Einblicke in unsere Figuren (ungleich letzter Woche), während das Hauptaugenmerk auf May und Yo-Yo liegt - eine ähnlich ungewöhnliche Kombination wie bei Mack und Deke, aber doch unvorhersehbarer, was den Verlauf angeht. Denn immerhin startet hier durch die Einführung von Kora (Dianne Doan) und den späteren Auftritt von Nathaniel (Thomas E. Sullivan) die nächste Bedrohung durch Strippenzieherin Sibyl (Tamara Taylor) - die jetzt auf menschliche Verbündete beziehungsweise Inhumans setzt, um ihr Ziel noch zu erreichen.
May und Yo-Yo
Die Reise zu Jiaying, welche aktuell noch nicht zum Bösewicht geworden ist, wird durch ihre rechte Hand Li (Byron Mann) ein wenig verkompliziert, der unsere beiden Neuankömmlinge direkt als Bedrohung sieht. Dank Mays weiterentwickelten Fähigkeiten - sie muss jetzt niemanden mehr berühren, um die Gefühlswelten anderer wahrzunehmen - können unsere beiden Damen aber dennoch auf Jiayings Hilfe setzen. Wie sich später herausstellt, hat das auch mit Kora zutun, die zunächst den Eindruck einer Gefangenen macht.

Aber bleiben wir vorerst bei May und Yo-Yo. Mir hat diese Kombination durchaus gefallen, wird doch eine Entwicklung beider Figuren bemerkbar, die auf gegenseitiges Vertrauen setzt. Erinnern wir uns kurz an Alien Commies From the Future!, als May ihre Panikattacke hatte und Yo-Yo abermals ihre Fähigkeit nicht einsetzen konnte - da wollte keiner von beiden über die Probleme reden. Jetzt wird anfangs drüber gewitzelt, dass May wahrnehmen konnte, wie Mack und Yo-Yo ihre „Wiedervereinigung“ hatten und im weiteren Verlauf eine zunehmende Vertrauensbasis aufgebaut. Stets mit einer kleinen Portion Humor, aber den Fokus doch auf das Problem richtend. Ein Problem, welches nicht physischer Natur ist, sondern von Yo-Yos Kopf ausgeht - wie wir von Jiaying erfahren.
Die kleine Reise in Yo-Yos Vergangenheit, wo die Ursache für ihre Schuldgefühle und Ängste liegen, die ihre Fähigkeit blockieren, soll Abhilfe schaffen. Aus der eingangs meditativen Sitzung dabei ein kleines Kampftraining zu machen, scheint stimmig und passt zu beiden Figuren. Wobei ich mir aber nicht sicher bin, was ich von der Kindheitsgeschichte halten soll, die schließlich als Ursache herangezogen wird. Oder weshalb die Shrike das alte Trauma wieder hochgebracht und die Blockade ausgelöst haben - das hätte schließlich bereits beim Tod von Agent Keller (Lucas Bryant) passieren müssen, aber wenn ich nicht ganz daneben liege, hat Yo-Yo später noch von ihrer Geschwindigkeit Gebrauch machen können, oder? Und so ganz habe ich auch nicht verstanden, weshalb die „bounce back“ - Bemerkung von May schließlich die Blockade auflöst. Ihr?
Aber wie auch immer, Yo-Yo hat am Ende ihre Fähigkeit wieder und kann das Schlimmste verhindern. Schade nur, dass dieser persönliche Erfolg direkt im Anschluss wieder leicht eingeschränkt wird und uns Enoch (Joel Stoffer) mit einem „It didn't work.“ zurücklässt, ehe der Zeitreiseantrieb zu neuem Leben erwacht. Oder steckt diesmal vielleicht wieder Fitz (Iain De Caestecker) dahinter? Abwarten.
An Bord der Zephyr
Nachdem wir letzte Woche kaum jemanden vom Rest des Teams zu sehen bekamen, sind wir diesmal zumindest immer wieder kurz an Bord der Zephyr. Einige unserer Figuren sind noch angeschlagen beziehungsweise im Wiederaufbau, wie Daisy (Chloe Bennet) und Coulson (Clark Gregg), Sousa (Enver Gjokaj) erhält von Simmons (Elizabeth Henstridge) ein kleines Upgrade und Enochs trockene Bemerkungen laden zum Schmunzeln ein.
Mit anderen Worten: unserem Team geht es den Umständen entsprechend gut. Der Countdown zum letzten Zeitsprung läuft zwar unaufhaltsam und ein Versuch, der Gefahr entgegenzuwirken, schlägt fehl. Aber es gibt auch diverse kleinere Gespräche und Momente, die ich letzte Woche vermisst habe. Beispielsweise der kleine Dialog zwischen Daisy und Coulson oder auch die Szene, in der Simmons ihre Nachricht an Fitz aufnimmt und Deke dabei zuschaut. Sousa wird derweil mehr und mehr in unsere „Familie“ integriert, was sich nicht zuletzt auch durch seinen Umgang mit Simmons widerspiegelt.

Insgesamt ist es mal wieder beeindruckend, wie das große Ensemble hier miteinander umgeht und aus der kurzen Screentime ein Maximum herausholt. Mit nur noch wenigen, ausstehenden Folgen habe ich da jetzt schon ein bisschen Bammel vor dem Ende, denn ich weiß genau, dass ich jeden einzelnen unserer Agenten vermissen werde. Apropos vermissen, Fitz fehlt jetzt schon viel zu lange!
Kora
Durch Kora wird unsere und auch die Aufmerksamkeit von May und Yo-Yo ein wenig vom akuten Problem abgelenkt. Der erste Eindruck lässt sie uns als Gefangene wahrnehmen, die gegen ihren Willen von Jiaying und Li festgehalten wird. Die Hintergründe offenbaren sich uns nur langsam, ergeben aber durchaus Sinn, wenn uns Koras Dilemma schließlich vollends präsentiert wird.
Denn sie kann ihre (zerstörerischen) Fähigkeiten nicht kontrollieren und wenn Nathaniel nicht eingegriffen hätte, hätte sie bei ihrem letzten Fluchtversuch wohl Selbstmord begangen. Das erklärt natürlich auch, weshalb Li und Jiaying ein gewisses Interesse daran haben, herauszufinden, wie man die Fähigkeiten eines Inhuman blockieren kann. Insofern weiß dieser Twist um Kora zu gefallen, wird er doch sehr direkt mit der Geschichte von Yo-Yo verknüpft. Bis zum Auftritt von Nathaniel, der kurz nach der Überraschung folgt, bin ich da an Bord.
Die weiteren Geschehnisse lassen allerdings mit der Stirn runzeln. Denn mir wird trotz einer gewissen Überredungskunst von Nathaniel nicht wirklich klar, weshalb Kora - die sich gerade noch die Kugel geben wollte, um eben niemanden mehr zu gefährden - eine Drehung um 180 Grad machen sollte. Dieser Sinneswandel kommt einfach zu plötzlich und wirkt im direkten Anschluss an die vorherigen Szenen unglaubwürdig. Ein längerer Prozess wäre da vonnöten gewesen, um Kora ins Lager der Gegenspieler zu holen.
Aber gut, Nathaniel erhält eine neue und gefährliche Verbündete, verfügt nun selbst über Daisys Fähigkeiten und Sibyl gibt den weiteren Kurs an. Da werden unsere Agenten noch einiges zutun haben, um diese Bedrohung aufzuhalten, die zudem noch weiterwachsen könnte. Außerdem bin ich auf das nächste Treffen von May und Jiaying gespannt.
Fazit
Letzte Woche ging es fraglos spaßiger zu, dennoch hat mir diese Folge etwas mehr „Freude“ bereitet. Mir erscheint zwar - vor allem gegen Ende - einiges unplausibel oder schlicht ein wenig gehetzt (was den Wandel von Yo-Yo oder Kora betrifft), aber im Großen und Ganzen hat mir After, Before mehr zugesagt als „Mack and the D“. Geschuldet ist das vor allem den kleineren Momenten an Bord der Zephyr, aber auch der Kombo aus Yo-Yo und May sowie dem allgemeinen Episodenaufbau. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?
Hier abschließend der Trailer zur S.H.I.E.L.D.-Episode As I Have Always Been (7x9):Hier kannst Du „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.: Staffel 7 im OV-Stream“ bei Amazon.de kaufen
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 19. Juli 2020Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x08 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x08)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x08
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