Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x06

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x06

In der Folge Adapt or Die der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. finden sich mehrere Mitglieder unseres Teams in einer misslichen Lage wieder. Das gilt auch für die Zephyr und mindestens zwei unserer Gastfiguren, womit der Überlebenskampf diese Woche dominiert.

Szenenfoto aus der Folge Adapt or Die von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC/Marvel TV
Szenenfoto aus der Folge Adapt or Die von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC/Marvel TV
© zenenfoto aus der Folge Adapt or Die von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC/Marvel TV

Adapt or Die

Adapt or Die schließt den Aufenthalt unseres Teams in den 70ern ab, wobei uns vier Handlungsstränge präsentiert werden, die hauptsächlich auf Spannung und Action setzen. Nicht jeder dieser vier Stränge will dabei so richtig funktionieren, obwohl die Ansätze nicht schlecht sind und ich die Folge zwar gut, aber doch weniger mitreißend als die bisherigen Episoden der siebten Staffel betrachten würde. Liegt vielleicht auch daran, dass der Humor von letzter Woche ein gutes Stück zurückgeschraubt wurde, was mit Blick auf die jeweiligen Handlungen zwar passend erscheint, aber eben die sonst vorhandene „Leichtigkeit“ größtenteils missen lässt.

Auf der anderen Seite werden ein paar Dinge - wie Coulsons (Clark Gregg) Opfer - auf die leichte Schulter genommen und nach dem Motto „der kommt schon wieder“ oder „dying is kind of my superpower“ abgehandelt. Dass Coulson sich bei der Sprengung des Chronicom-Schiffes opfert, hinterlässt bei mir jedenfalls kaum die Sorge, wir könnten ihn nicht wiedersehen - und bei May (Ming-Na Wen) offenbar auch nicht, was im Grunde genommen noch schlimmer ist. Denn wenn schon die Person, die Phil am nächsten stehen sollte, seinen möglichen (erneuten) Tod ohne mit der Wimper zu zucken abtut, wie sollen wir dann dadurch geschockt werden?

Mack

Die Priorität von Mack (Henry Simmons) liegt diese Woche darauf, seine Eltern John (Sedale Threatt Jr.) und Lilla (Paulina Lule) zu befreien. Verständlich und ein sehr persönliches Ziel, bei dem ihn Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) natürlich unterstützt. Für meinen Geschmack verliert er dabei aber die anderen Mitglieder des Teams zu sehr aus den Augen, die sich aktuell noch in einer misslichen Lage befinden. Zwar wird nach Sousa (Enver Gjokaj) und Daisy (Chloe Bennet) gesucht, aber dass auch May und Coulson Hilfe benötigen könnten, wird gar nicht erst erwähnt. Überhaupt müssen sich alle, die anfangs nicht an Bord der Zephyr sind, aus eigenen Kräften befreien, womit in meinen Augen die Anführerrolle von Mack diese Woche in Frage gestellt werden kann.

Dass seine Eltern sich schließlich als Chronicoms entpuppen, ist selbstverständlich bitter für Mack, der sich jetzt einer persönlichen Krise gegenübersieht. Diese unangenehme Überraschung habe ich nicht kommen sehen, auch wenn Yo-Yo eingangs eine Falle vermutet oder beide anschließend relativ einfach zu den Gefangenen vordringen und diese aus ihrer Zelle befreien können. Der Weg zurück zur Zephyr ist allerdings schwer genug gestaltet, so dass (zumindest bei mir) nie die Vermutung aufkam, dass es sich bei John und Lilla um Chronicoms handeln könnte. Ich sehe darin auch einen inhaltlichen Haken, denn dieser Plan B von Sibyl (Tamara Taylor) setzt mehrere erfolgreiche Ergebnisse unseres Teams voraus, welches bis dahin schon längst nicht mehr existieren könnte (erfolgreicher Abschuss der Zephyr oder zuvor eben ein erfolgreicher Start des Projekts „Insight“ - weshalb Macks Eltern überhaupt entführt wurden). So wirklich rund wirkt es da nicht, wenn John und Lilla die Aufgabe haben, das Team zu infiltrieren und sei es auch nur als Notfallplan.

Coulson und May

Die Handlung um Coulson und May weiß da wesentlich besser zu gefallen. Die müssen sich ordentlich ins Zeug legen, um Rick Stoner (Patrick Warburton) zu überzeugen, was sich als schwierig herausstellt und erst gelingt, als Stoner selbst das nächste Opfer der Chronicoms werden soll. Den Gedanken, dass die Chronicoms sich anpassen und jetzt nicht nur die Gesichter, sondern auch die Persönlichkeiten übernehmen, finde ich spannend. Der Feind entwickelt sich damit weiter, so dass es fast unmöglich wird, Menschen von Chronicoms zu unterscheiden. Hier wird Mays neue Fähigkeit passend eingesetzt und treibt die Story recht elegant voran.

Den Austausch zwischen Coulson und Sibyl würde ich als Highlight der Woche bezeichnen. Coulsons lockere Art ist ohnehin ein Merkmal der Serie und macht sich selbst bei diesem ernsteren Gespräch positiv bemerkbar. Beispielsweise, wenn er nach Daisy fragt und mit Blick auf ihre Überlebenschancen kurz ein „That's my girl“ von sich gibt. Die „Phil Coulson Show“ - so nenne ich es mal - ist schließlich auch das, was jede Woche die beste Unterhaltung für uns Zuschauer generiert.

Wobei ich oben bereits etwas angesprochen hatte, was mir weniger gefällt und im Anschluss an das Gespräch kommt. Coulsons Opfer kommt mir schon deshalb unnötig vor, weil er die Tasche mit den Sprengsätzen auch einfach hätte liegenlassen und wenig später fernzünden können. Dazu hätte er vielleicht an ein paar Chronicoms vorbeigemusst, aber das sollte keine zu schwierige Aufgabe für ein LMD sein. Und zuletzt natürlich die Konsequenzlosigkeit seines Opfers - oder glaubt hier irgendjemand, dass Coulson nicht zurückkehren wird?

Sousa und Daisy

ABC/Marvel TV
ABC/Marvel TV - © ABC/Marvel TV

Recht brenzlig wird die Lage derweil für die Gefangenen von Nathaniel Malick (Thomas E. Sullivan). Unter Drogen gesetzt, vermag Daisy ihre Fähigkeiten nicht zu benutzen und Sousas Leben steht deshalb auf dem Spiel, weil er keine besonderen Fähigkeiten hat, die Nathaniel sich einverleiben könnte. Dieser Handlungsstrang ist für mich auch der spannendste der Episode, obwohl inhaltlich vergleichsweise wenig passiert.

Sousas Sorge um Daisy wird jedenfalls sehr gut veranschaulicht und überträgt sich auch auf uns. Spätestens, als er seine kleine Geschichte erzählt, um die nach den Experimenten mitgenommene Daisy bei Bewusstsein zu halten. Ist da vielleicht sogar noch mehr zwischen den beiden vorhanden? Ich meine da den einen oder anderen Funken vernommen zu haben. Und ihr? Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn sich da eine Beziehung draus entwickelt.

Was leider ausbleibt, ist ein Gastauftritt von Daniel Whitehall (Reed Diamond) alias Werner Reinhardt. Aber das erklärt vielleicht, weshalb Nathaniel so dumm ist und an sich selbst experimentiert - was zum Glück für unsere Protagonisten in die Hose oder vielmehr in die Knochen geht. Vielleicht nicht der beste Abschluss für Nathaniel, aber irgendwie gefällt mir die Ironie dahinter.

Jemma, Deke und Enoch

An Bord der Zephyr ist nach dem Treffer einiges kaputt und Jemma (Elizabeth Henstridge) leidet noch immer unter Gedächtnisschwund, was die Reparaturen erschwert. Enoch (Joel Stoffer) nimmt sich ihr an, was Deke (Jeff Ward) zu einem voreiligen Einschreiten bringt und uns schließlich ein paar Antworten auf die Fragen von letzter Woche beschert.

Auch hier mag unterm Strich nicht sonderlich viel passieren und Dekes Einsatz kommt viel zu vorschnell. Vielleicht hätte er mal einen Blick auf den Monitor werfen oder schlicht mit einem „What are you doing to Nana?“ nachfragen sollen, was los ist. Er kennt Enoch ja nun auch nicht erst seit gestern, da kam mir der Elektroschock doch eher unpassend vor. Aber gut, wir erfahren jetzt von „Diana“ und erhalten ein besseres Bild von den Vorgängen hinter den Kulissen, die Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons zusammen mit Enoch in Angriff genommen haben, um den Chronicoms Paroli zu bieten. Fitz fehlt mir aber noch immer.

Sonstiges

Mit Blick auf die Vorschau (siehe unten) und den Titel der nächsten Woche bin ich relativ gespannt, was uns erwartet. Sieht lustig aus (der Bart!), aber lässt halt auch vermuten, dass nur zwei bis drei unserer Teammitglieder auftauchen werden. Mal schauen.

Weshalb ist die Zephyr jetzt gleich zweimal in der Zeit gesprungen? Komisch, zumal Coulson ja das Schiff der Chronicoms gesprengt hat und man eben diesem gefolgt ist. Sibyl mag noch irgendwo da draußen sein und neue Pläne schmieden, aber an sich entstand jetzt doch eher der Eindruck, dass die große Gefahr vorerst gebändigt wurde. Oder?

Fazit

ABC/Marvel TV
ABC/Marvel TV - © ABC/Marvel TV

Ich bin nicht so ganz überzeugt, obwohl mir Adapt or Die unterm Strich wieder gut gefallen hat. Einerseits gelingt unserem Team ein beträchtlicher (Teil-)Sieg über die Chronicoms, andererseits soll das Ende aber bitter sein, was nur bedingt funktioniert. Ich lasse mal 3,5 von 5 Sternen springen. Und ihr?

Der Trailer zur Episode The Totally Excellent Adventures of Mack and the D der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (7x07):

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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 5. Juli 2020

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x06 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 6
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x06)
Deutscher Titel der Episode
Wir gehen nach Hause
Titel der Episode im Original
Adapt or Die
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 1. Juli 2020 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Autor
Daniel J. Doyle
Regisseur
Aprill Winney

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x06

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