Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x05

© arvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (c) ABC
A Trout in the Milk
Bislang ist jede Folge der siebten Staffel ein kleines Fest. Das Abklappern der verschiedenen Zeiten - ob nun die 30er, 50er oder 70er Jahre - bringt jedes Mal eine Unmenge an Referenzen mit sich, die sich mit dem MCU oder Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. im Besonderen befassen. Wir lernen etwas über diverse Entwicklungen der Vergangenheit oder freuen uns darüber, dass wir einen Wink verstehen, einen Namen kennen oder gar jemanden wiedererkennen, den wir lange nicht mehr gesehen haben. Das Ganze eingebettet in eine übergreifende Geschichte quer durch die Zeit (ob der nächste Stopp in den 80ern oder 90ern ist? Mal schauen…), mit einem größeren Gegner, einigen Rätseln und natürlich nie die jeweiligen Charaktere aus den Augen lassend, die das Herz der Serie bilden.
Mit anderen Worten: Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. bereitet mit der siebten Staffel jede Menge Spaß und Unterhaltung, wobei A Trout in the Milk dem Ganzen vorerst die Krone aufsetzt. Auch hier mag nicht alles perfekt sein, einige Kritikpunkte fallen schon ins Auge, aber allein der coole Vorspann (diesmal länger und angelehnt an die TV-Serien der 70er Jahre) bereitet schon dermaßen viel Vorfreude auf die Episode, dass kaum die Chance besteht, enttäuscht zu werden.
Bei all dem Klamauk, Namedropping und Gastauftritten sticht aber dennoch der menschliche Faktor hervor. Die Chronicoms lernen durch Wilfred Malick (Neal Bledsoe) - der sich drei Jahre nach seiner Beerdigung noch bester Gesundheit erfreut - dass Blut dicker ist als Wasser und Freddy somit nicht bereit ist, seinen Sohn Nathaniel (Thomas E. Sullivan) zu opfern. Das wollen unsere Missetäter drei Jahre später gegen Mack (Henry Simmons) nutzen und haben zumindest teilweise Erfolg. Die Rakete wird zwar trotzdem vernichtet, aber dadurch gibt die Zephyr ihre Position preis und am Ende befinden sich sowohl May (Ming-Na Wen) und Coulson (Clark Gregg) als auch Daisy (Chloe Bennet) und Sousa (Enver Gjokaj) in Gefangenschaft. Ein netter Cliffhanger, der die Wartezeit auf nächste Woche doch sehr lang gestaltet.
Daniel Sousa
Eine Konfrontation mit der zwanzig Jahre entfernten Zukunft ist nicht unbedingt leicht. Das muss auch Daniel Sousa bemerken, der doch einige Schwierigkeiten mit den 70ern hat. Anfangs sicher zu unserer Belustigung, was sich stets auch bei seinen Interaktionen mit Daisy bemerkbar macht, aber wenn sich ihm im weiteren Folgenverlauf die Entwicklungen von S.H.I.E.L.D. und HYDRA eröffnen, wird es ernst. Zunehmend hinterfragt er, wie die aktuellen Veränderungen passieren konnten und stellt schließlich die gesamte Mission in Frage, die aus seiner Sicht viel zu unkontrolliert abläuft.
Und er hat recht. Auch ich frage mich, weshalb die Zephyr überhaupt in die 70er gesprungen ist, wenn doch der offenbare Anführer der Chronicoms (Tobias Jelinek) in den 50ern blieb, um Malick wegweisend zur Seite zu stehen und das „Project Insight“ voranzutreiben. In meinen Augen hätte die Zephyr höchstens bis ins Jahr 1970 reisen dürfen - um dort sicherzustellen, dass Freddy und Nathaniel nicht weiter ihr „Unwesen“ treiben. Wobei eine solche Mission - sicherzustellen, dass bestimmte Leute tatsächlich ableben - sehr diskussionswürdig gewesen wäre. Ähnlich halt, wie die Wahl von Deke (Jeff Ward) in der zweiten oder auch der aktuellen Episode, wo er Freddy doch noch aus der Gleichung nimmt.

Aber gut, für Sousa hat die ganze Zeitreiseangelegenheit auch noch einen persönlichen Faktor, der nur allzu verständlich ist. Er konnte sich nicht verabschieden, die Geschichte hält ihn für tot (übrigens schön nachgefragt von seiner Seite, ob die Geschichte nicht schon immer so abgelaufen ist - der Gedanke kam mir auch) und da ist es nur verständlich, dass er Simmons (Elizabeth Henstridge) angreift, die den Durchblick haben sollte. Aber hat sie den wirklich? Deke muss jedenfalls Einschreiten und seine Worte lassen Daniel da bestimmt die Lage überdenken, zumal es der Wahrheit entspricht, dass keiner vom Team in der Zeit ist, in die er oder sie sein sollte. Insofern sitzen alle im gleichen Boot, was Sousa schlicht akzeptieren muss.
Letzte Anmerkung meinerseits hier wäre noch, dass es mich gefreut hat, dass Daniel Sousa wohl noch länger dabei ist. Seine und Daisys Lage mag zum Episodenende nicht berauschend sein, aber offenbar haben die Macher noch mehr mit ihm vor. Ich bin gespannt.
Jemma Simmons
Wenn Simmons sich anfangs in den Nacken greift, sieht das noch nach einer Verspannung aus - bis wir da drei rote Punkte Leuchten sehen. Aus dem Gespräch mit Deke wird derweil deutlich, dass ihr sein Spitzname von Fitz (Iain De Caestecker) - Bobo - nichts mehr sagt. Simmons selbst erwähnt später Enoch (Joel Stoffer) gegenüber, dass sie Dinge vergisst.
Wir dürfen uns jetzt also Sorgen machen, können vorerst aber nur wild spekulieren, was mit ihr los ist oder was uns die drei Punkte im Nacken sagen sollen. Haben wir wirklich unsere Jemma Simmons vor uns? Hat sie vielleicht von Enoch eine Art technisches Upgrade erhalten, damit sie die Mission durchführen kann? Und was ist mit Fitz? Letzte Frage beschäftigt auch Deke, wobei Jemmas Antwort trotz allem ein bisschen beruhigt, schließlich heißt es, dass wir da bald etwas erfahren werden.
Enoch bekommt in der Episode derweil einen sehr schönen Auftritt (der bereits in der letzten Vorschau angeteasert wurde) und ist endlich wieder im Team. Ich hatte zwar kurz Zweifel, ob er beim Zeitsprung von 1973 nach 1976 wirklich an Bord der Zephyr ist, aber die waren unbegründet. Hoffen wir mal, dass er Jemma helfen kann und nächste Woche wieder ein paar nette Einsätze bekommt.
Mack und Yo-Yo
Das kleine „Date“ von Mack und Yo-Yo im eigentlich verlassenen Leuchtturm fördert zu Tage, dass diese S.H.I.E.L.D. - Basis nicht verlassen wurde. Von hier soll die Rakete starten, die das „Project Insight“ in den Orbit bringt - gut 40 Jahre vor den Ereignissen aus „Captain America: The Winter Soldier“ (2014). Ereignisse, die damals auch sehr große Auswirkungen auf die Serie hatten.
Doch bevor ich abdrifte, ein paar Worte zu Mack und Yo-Yo. Letztere bleibt vorerst ein Sorgenkind. Sie schließt zwar die richtigen Schlüsse aus den Männern in den blauen Anzügen, aber ihre Nützlichkeit fürs Team wird erneut geschmälert, als sie ihre Fähigkeiten abermals nicht nutzen kann. Mich stört das jetzt nicht unbedingt, unter anderem auch, weil sie sich damit auseinandersetzt und mit Mack drüber spricht. Aber sie sollte bald einen dringend benötigen Schub erhalten, damit sie nicht wie das fünfte Rad am Wagen wirkt. Vielleicht ergibt sich nächste Woche eine Gelegenheit dazu, schließlich gehört sie jetzt zu den wenigen, die nicht in Gefangenschaft sind.

Bei Mack sehe ich derweil kaum Anlass zur Kritik. Seine Rolle als Anführer mag in der sechsten Staffel besser gehandhabt worden sein, als er mehrere kleine Ansprachen halten durfte und Coulson als Sarge unterwegs war. Klar, jetzt ist Coulson (als LMD) zurück, womit bei uns Zuschauern die Frage aufkommt, wer jetzt das Team anführen sollte. Aber für mich macht Mack weiterhin einen guten Job, was die Einteilung der Teams, die Prioritäten der Mission und so weiter angeht. Dass er sich zu Beginn die Zeit nimmt, sich Yo-Yo zu widmen und ihr gut zuredet oder Deke erstmal zwecks Kampftraining an Bord lässt, halte ich für passende Entscheidungen. Über den Abbruch der Sprengung gegen Ende lässt sich da schon eher streiten, aber auch diese Entscheidung bleibt für mich nachvollziehbar, zumal die Rakete trotzdem noch abgeschossen wird. Die Konsequenzen daraus, dass die Zephyr damit ihre Position preisgibt, bleiben derweil noch abzuwarten - aber an seiner Stelle wäre ich dieses Risiko wohl auch eingegangen.
Coulson und May
Coulson und May agieren diese Woche bei fast allen Einsätzen zusammen und ich würde meinen, dass sie trotz Mays Einschränkungen (so nenne ich es mal) ein gutes Team abgeben. Mays Emotionslosigkeit ist ein passender Gegensatz zu Coulsons Begeisterung für die Ära oder diverse Personen, denen sie begegnen - wobei da an erster Stelle Rick Stoner (Patrick Warburton) genannt werden sollte, den wir zuletzt in Option Two gesehen haben.
Mays neue Fähigkeit wird derweil genutzt, um die Mission voranzubringen, aber auch, um uns hier und dort ein wenig Schmunzeln zu lassen. Es bleibt zwar die Frage, was letztlich aus ihr und Coulson wird. Aber dass die beiden am Ende in der Basis gefangengenommen werden, bereitet kaum Sorgen. Coulsons Überkräfte zusammen mit Mays Kampfkünsten werden den Aufenthalt dort schon recht kurz gestalten. Da dürfen wir uns eher um Daisy und Daniel Sorgen machen.
Sonstiges
Habt ihr alle Referenzen mitbekommen? Bruce Banner (Mark Ruffalo), Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Peggy Carter (Hayley Atwell) stehen auf Malicks Liste, aber auch andere Namen wie Victoria Hand (Saffron Burrows) oder Robert Gonzales (Edward James Olmos) sollten uns bekannt vorkommen. Freddys prominentere Sohn Gideon (Cameron Palatas), bekannt durch seine Verkörperung in der Serie durch Powers Boothe, erhält einen kurzen Auftritt. Und am Ende dürfen wir natürlich bei der Erwähnung von Daniel Whitehall (Reed Diamond) alias Werner Reinhardt kräftig schlucken.
Das war aber noch nicht alles. Welche Namen sind euch noch aufgefallen, welche Easter Eggs habt ihr mitbekommen, die vielleicht nicht direkt ins Auge fallen (wie ein gewisses alkoholisches Getränk, das „Bendeery English Ale“)? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.
Fazit
Mein bisheriges Highlight der Staffel. Nicht frei von Kritik, aber bislang die unterhaltsamste Folge der Staffel, gespickt mit Referenzen und Easter Eggs, die zum Suchen einladen oder direkt ein paar Aha-Momente bescheren. Der beziehungsweise die Cliffhanger lassen außerdem mit Spannung auf die nächste Episode warten. Von mir gibt es diese Woche 4,5 von 5 Sternen. Und von euch?
Trailer zur S.H.I.E.L.D.-Episode Adapt or Die (7x6): Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 28. Juni 2020Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x05 Trailer
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Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x05
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