Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x04

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„Well, it is easier to let a bad man live than to let a good man die.“ - Mack (Henry Simmons).
Out of the Past
Letzte Woche konnte man sich noch fragen, ob das Abenteuer in den 50ern nicht schon abgeschlossen ist. Immerhin wurde der Plan der Chronicoms bereits vereitelt und eine der wenigen offenen Fragen blieb der Zustand von Coulson (Clark Gregg), der als LMD vom elektromagnetischen Impuls ausgeknockt wurde. Wir sehen jedoch bereits in den ersten Minuten, dass Coulson wohlauf ist. Ebenso sehen wir allerdings, dass die Folge größtenteils in schwarzweiß gehalten ist und hören Coulson als Erzähler zu, der uns zu Beginn das Dilemma der Woche präsentiert: denn Daniel Sousa (Enver Gjokaj) soll noch am aktuellen Tag - dem 22. Juli 1955 - sterben und sein (Helden-)Tod als Inspiration zahlreicher S.H.I.E.L.D. - Agenten dienen.
Unverkennbar bedient sich Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. hier am Film noir - ein Genre oder vielmehr Stil, der in den 40er Jahren mit „Die Spur des Falken“ (1941) startete und mit „Im Zeichen des Bösen“ (1958) vorerst endete. Dazu passt das schwarzweiße Bild ebenso wie der Erzähler aus dem Off, aber eben auch die gesamte Vorgehensweise rund um Daniel Sousa und dessen (vermeintlichen) Tod. Erst nachdem Simmons (Elizabeth Henstridge) gegen Ende Coulsons Zustand genauer unter die Lupe nimmt und Sousa durch einen Trick gerettet wurde, gehen wir wieder ins farbige Bild über und sehen, dass das Abenteuer bestanden ist. Wirklich ein schön eingesetztes Mittel, um dieser Episode einen besonderen Touch zu verleihen. Ein wenig befremdlich oder unpassend kommen mir lediglich die Szenen mit der Zephyr vor - denn dort hätte sich etwas Farbe sicher nicht schlechtgemacht.
Daniel Sousa
Hand auf's Herz - wer hätte den Tod von Daniel in Kauf genommen, um die Geschichte nicht zu gefährden? Für mich waren die ersten Szenen jedenfalls ein gewaltiger Schlag in die Magengrube, auch wenn die Frage, was mit Sousa nach Marvel's Agent Carter passiert ist, sicher beantwortet wird. Aber eine solche Antwort gefällt nur selten und falls unser Team sich an den geschichtlichen Verlauf gehalten (und Sousa „geopfert“) hätte, wäre das eine sehr billige Rechtfertigung gewesen. Ich weiß, keine Wellen, wir dürfen nur etwas plätschern. Aber ich habe von Anfang an drauf gehofft, dass unser Team eine Möglichkeit findet, Daniel eine zweite Chance zu geben und bin somit sehr froh über das Ergebnis.
Da sollte ich auch gleich anmerken, dass mir die Parallelen zwischen Coulson und Sousa sehr zugesagt haben, die sich durch die gemeinsame Reise mitsamt den Gesprächen der beiden ergeben. Es wird sich über diverse Themen ausgetauscht, was auch den jeweiligen love interest beinhaltet oder jemanden wie Howard Stark (Dominic Cooper), dessen Auftritt leider nicht stattfindet. Aber es kristallisiert sich eben heraus, dass Coulson und Sousa nicht gerade wenig gemeinsam haben, was eine gute Grundlage für weitere Abenteuer mit den beiden ist. Sehr treffend ist auch Macks Bemerkung, dass Coulsons Tod in „The Avengers“ (2012) die MCU Helden erst zusammengeführt hat - und nebenbei eine schöne Referenz.
Enoch
Als Running Gag sind Enochs (Joel Stoffer) Auftritte nicht schlecht. Immer, wenn einer unserer Agenten die Zephyr kontaktieren möchte, leitet unser geduldiger Chronicom den Anruf weiter - denn er war die letzten Jahre nicht untätig und ist auf eine Rückkehr des Teams vorbereitet. Seine Hoffnung darauf, wieder zum Team hinzuzustoßen und somit dem Gast (Larry Clarke) zu entkommen, dessen Geschichte er erstaunlich ruhig erträgt, verfliegt aber mit jedem weiteren Anruf.
Unterm Strich sind die Auftritte von Enoch zwar amüsant, aber als Zuschauer wünscht man sich doch, dass das Team ihn am Ende wieder einsammelt. Oder wenigstens, dass einer der Anrufer mal ein bisschen Smalltalk mit ihm betreibt, auch wenn die Zeit stets drängt. Denn wie es aussieht, wird die Zephyr erst wieder in den 70ern auftauchen, womit Enoch wieder gut zwanzig Jahre warten muss. Armer Kerl.
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Yo-Yo und May
Bei Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) gibt es diese Woche leider keine Fortschritte zu verzeichnen. Mal wieder kann sie ihre Fähigkeiten nicht nutzen und diesmal trägt die Folgen Deke (Jeff Ward), dessen Entführung durch Malicks (Neal Bledsoe) Schergen nicht verhindert werden kann. Yo-Yo nimmt zwar die Verfolgung auf, aber verzögert damit bloß die Übergabe des wichtigen Köfferchens, womit Coulson improvisieren muss. Bei ihr würde ich mir einfach wünschen, dass die derzeitige Krise um ihre Fähigkeiten schnell wieder beigelegt wird.
May (Ming-Na Wen) gefällt da mit der aktuellen Erklärung zu den Panikattacken wesentlich besser. „Empathie durch Berührungen“ ist eine nette, zusätzliche Fähigkeit, mit der sich was anstellen lässt und die in Zukunft noch nützlich sein kann. Das Potenzial ist jedenfalls groß, wenngleich es natürlich schade ist, dass sie gerade bei Coulson nichts empfindet. Das wird sich bis zum Serienfinale hoffentlich noch ändern, aber für den aktuellen Stand der Staffel empfinde ich diese „Krise“ weit brauchbarer als Yo-Yos Zustand.
Sonstiges
Dekes Entführung - ob nun vermeidbar oder nicht - liefert derweil eine Konfrontation mit Wilfred Malick. Diese Szenen würde ich als gelungen betrachten, denn Dekes Redekunst wird auf die Probe gestellt und er kann sich in der Tat verbal aus seiner misslichen Situation befreien. Ich würde den Austausch mit Freddy jedenfalls positiv werten, wenngleich es riskant ist, Malick darauf aufmerksam zu machen, dass Deke genau der Deke ist, der Freddy einst das Leben gerettet hat.

Womit wir auch zu Malick und dem bekannten Chronicom (Tobias Jelinek) kommen, der ihm am Ende einen Besuch abstattet. Auf mich wirken diese abschließenden Szenen ein wenig erzwungen, zumal unser Team die 50er bereits verlassen hat. Die Pläne der Chronicoms in Bezug auf Malick dürften somit längerfristig angelegt sein und frühestens in etwa zwanzig Jahren zu einem kritischen Moment führen - warum also schon jetzt anteasern und uns Zuschauern eine potenzielle Überraschung nehmen? Schließlich sind wir so oder so schon gespannt auf die Zeit, wenn die Klänge von Alice Coopers No More Mr. Nice Guy über die Lautsprecher der Zephyr ertönen.
Zuletzt glänzt auch in der vierten Folge Fitz (Iain De Caestecker) durch Abwesenheit. Schon seltsam und ich bin nach wie vor gespannt, wann und wo er gerade ist und was er dort macht. Allerdings geht diese Spannung allmählich in Ungeduld über, denn mir fehlt einfach dieses wichtige Teammitglied, welches seit der ersten Stunde dabei ist.
Fazit
Ich bin mal wieder recht begeistert von der neuen Episode und positiv überrascht von der Präsentation, die diese Woche doch einiges ausmacht. Die Lösung für das Dilemma um Daniel Sousa gefällt mir ebenso, wie dessen Gemeinsamkeiten mit Coulson. Ganz ohne Kritik geht es zwar nicht, aber ich bin weiterhin spendierfreudig und vergebe abermals vier von fünf Sternen. Und ihr?
Der Trailer zur nächsten Episode (7x05) von Agents of S.H.I.E.L.D:
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 20. Juni 2020Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x04 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x04)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 7x04
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