Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x06

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x06

In der Folge Inescapable der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. dreht sich alles um FitzSimmons. In einem Gedankengefängnis sollen sie einen Weg finden, um die Zerstörung des Heimatplaneten der Chromicons rückgängig zu machen. Aber in der Gedankenwelt der beiden lauern auch innere Dämonen.

Szene aus der MAOS-Folge „Inescapable“ (c) ABC
Szene aus der MAOS-Folge „Inescapable“ (c) ABC
© zene aus der MAOS-Folge „Inescapable“ (c) ABC

Inescapable

Ungleich der Vorwoche gibt es in Inescapable nur einen Handlungsstrang. Dieser befasst sich ausgiebig mit Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge), die sich in der Gewalt von Altarah (Sherri Saum) befinden und trotz der aktuellen Umstände Gelegenheit erhalten, das Wiedersehen zunächst ein wenig zu genießen, ehe die Auswirkungen des Gedankengefängnisses sich bemerkbar machen. Schließlich hat diese Version von Fitz noch kein Wissen über die Ereignisse aus Staffel fünf der Serie - inklusive des eigenen Todes - und muss von Jemma auf den aktuellen Stand gebracht werden. Nur, wie will sie ihm das alles schonend beibringen? Und, wenn die Gedankenwelten der beiden verbunden sind, welche dunklen Geheimnisse und Ängste der beiden können da noch zum Vorschein kommen und sich in diesem Gedankengefängnis manifestieren?

Inescapable nimmt uns mit auf eine Reise, die sich intensiv mit FitzSimmons, deren gemeinsamen Werdegang, den vielen scheinbar ausweglosen Situationen der zwei und vor allem den beiden Persönlichkeiten beschäftigt, die trotz der widrigsten Umstände immer wieder zusammenfinden. Letzteres muss auch hier gelingen, damit sie das Abenteuer „Gedankengefängnis" bestehen können. Dass ihnen das gelingen wird, steht hier für mich schon von Beginn an außer Frage. Aber es ist das „Wie", worauf es ankommt und so ein bisschen auch das „Was", welches uns dabei erwartet. Mit altbekannten Ereignissen und einem gewissen Leopold aus dem Framework ließ sich rechnen, aber die Folge hat auch genug Neues an Bord, um die Einblicke auf unser Forscherpärchen zu festigen und zu erweitern.

ABC
ABC - © ABC

Moment mal, werden da jetzt einige fragen, was ist denn mit den anderen Handlungssträngen auf der Erde? Nun, abgesehen von einer kleinen Szene am Ende der Folge pausieren die diese Woche und selbst Enoch (Joel Stoffer) und Altarah erhalten nur wenige Auftritte. Insofern ließe sich hier leicht von einer Füllfolge reden, die nur für diejenigen interessant ist, denen Fitz und Simmons ans Herz gewachsen sind. Aber das trifft es aus meiner Sicht nicht wirklich. Das Wiedersehen der beiden verlangt geradezu nach einem intensiven, gegenseitigen Austausch und einem (erneuten) Zusammenfinden der beiden Figuren auf persönlicher Ebene. Hätte man das in einer Nebenhandlung unterbringen können? Vielleicht. Aber ich kann es den Machern wirklich nicht verübeln, sich diese Woche fast ausschließlich mit FitzSimmons zu beschäftigen - das haben die beiden sich nach den ganzen Strapazen (auch der letzten Staffeln) ohnehin mal verdient. Außerdem sind es ja bloß etwas mehr als fünf Minuten gewesen, die die beiden in dem Gedankengefängnis verbracht haben - somit hat Mack (Henry Simmons) sich wohl gerade 100 Dollar verdient.

FitzSimmons

Es ist heutzutage nicht unbedingt mehr etwas Besonderes, wenn sich eine, zwei oder mehr Figuren in einer Episode in einer Gedankenwelt wiederfinden und dort ein Abenteuer bestehen müssen. Wer die aktuelle Staffel von The 100 verfolgt oder die erste Staffel von Doom Patrol gesehen hat, wird sicher wissen, was ich meine. Derartige Folgen mögen nur vereinzelt vorkommen, sind aber in einigen Genres schon fast zum Pflichtprogramm geworden. Für mich als Zuschauer stellt sich dann immer die Frage, wie stimmig die Handlung in der Gedankenwelt gestaltet ist, ob das Gezeigte zu den Figuren passt und natürlich auch, ob der Unterhaltungsfaktor hoch genug ist.

Bei Fitz und seinem „inneren Dämon" ergeben sich bei mir da keinerlei Probleme. Hier wird durch einen Schock etwas losgetreten, was für ihn nur schwer zu verarbeiten war/ist und entsprechend in seiner Gedankenwelt begraben wurde. Altbekanntes eben, was bei Fitz wieder hochkommt und zur Bedrohung wird. Jemmas „Monster" ist da weniger greifbar und durchaus problematischer zu betrachten, denn hier betritt Autor DJ Doyle charakterliches Neuland und das ist immer mit Gefahren verbunden, ähnlich wie die Einführung des Kinderzimmers mit einer jungen Jemma (Ava Mireille) als gedanklichen Zufluchtsort. Sowas kann schnell in die Hose gehen und mit Blick auf die Art des Abenteuers zu verwirrend werden, wenn an entsprechenden Erklärungen oder Erklärungsansätzen gespart wird, was hier glücklicherweise nicht der Fall ist. Denn ein Zufluchtsort ergibt Sinn, genau wie ein Monster, welches aus unterdrückten Erinnerungen entstanden ist. Bei genauer Betrachtung können wir sogar eine dieser Erinnerungen (oder mehr - was habt ihr noch gesehen?) ausmachen, denn Jemmas Monster hat goldene Farbe auf der Stirn - ein Wink auf die fünfte Staffel, als sie unter der Kontrolle von Kasius (Dominic Rains) stand.

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Sehr schön eingebaut sind übrigens die anderen Teammitglieder, die sich natürlich auch in den Gedanken von FitzSimmons wiederfinden. Sei es bei den Rückblicken - ob nun zur Leiche von Fitz in der Zentrale oder zum Einstellungsgespräch mit Coulson (Clark Gregg) - oder später, als sie vor ihren Monstern gerettet werden müssen. Ich habe auch nur einen klitzekleinen Kritikpunkt in Sachen Rückblicken und der betrifft die hier (sehr kurz) präsentierte gemeinsame Forschung der beiden, bevor sie zu S.H.I.E.L.D. kamen. Da fehlt mir die Betonung der unterschiedlichen Forschungsrichtungen, schließlich ist Fitz eher Ingenieur und Simmons (was uns durchgehend auch präsentiert wird, nicht nur im Kinderzimmer) eher in der biochemischen Schiene tätig. Ich weiß, Jammern auf hohem Niveau und die Szene, in der Jemma und Fitz Freunde werden, zielt nicht darauf ab, Unterschiede aufzuzeigen.

Alles in allem hat mir das Abenteuer der beiden jedenfalls sehr gut gefallen. Manchmal vielleicht ein bisschen zu sprunghaft im Szenenwechsel, aber es wird sehr viel Wert auf beide Figuren und deren Beziehung gelegt und die „Lücke" der langen Trennung sehr schön geschlossen. Zu Gute kommt der Handlung außerdem, dass nicht nur das Drama im Vordergrund steht, sondern auch an Humor nicht gespart wird. Das kann manchmal bitterböse sein, wie in der Szene, als Monster-Jemma Fitz das eigene Herz überreicht („I'm asking you - *heart in hand* -Jemma Simmons, will you marry me?“) oder manchmal auch ein wenig schmutzig - „Didn't know you like that“ - „Didn't know you do that“ - aber gerade diese kleinen Portionen Humor steigern den Unterhaltungsfaktor ungemein und lassen die Folge tatsächlich in gefühlt fünf Minuten vergehen.

Rahmenhandlung

Enoch liefert sich mit Altarah ein paar Debatten, während FitzSimmons im Gedankengefängnis festsitzen. Offensichtlich ist er nicht gerade erbaut über die Methode, die Altarah da bei unseren Figuren anwendet und versucht, sie davon zu überzeugen, einen anderen Ansatz zu wählen. Vergebliche Mühe, die ihn schließlich dazu bewegt, einen für ihn ungewohnten Schritt zu tun.

Ich bin tatsächlich positiv überrascht, dass FitzSimmons erst gar nicht dazu kommen, sich mit dem Zeitreiseproblem auseinanderzusetzen. Wobei ich es eigentlich mag, wenn die beiden ein Problem angehen und schließlich eine Lösung dafür finden. Gut möglich aber, dass das Problem in Zukunft noch einmal angesprochen und dann womöglich auch gelöst wird (Enoch würde ich es gönnen). Aktuell würde ich allerdings vermuten, dass die drei erstmal versuchen, zur Erde zu flüchten. Alles weitere muss man abwarten, wobei die Möglichkeit, Zeitreisen durchzuführen, vielleicht auch ein bisschen zu viel des Guten wäre - denn dann ließe sich so ziemlich alles rückgängig machen, was wir bisher erlebt haben.

Fazit

Mir fällt es diese Woche sehr leicht, eine Wertung zu vergeben. Eine Folge, die sich (fast) voll und ganz FitzSimmons widmet, habe ich schon erwartet und wurde mit Inescapable nicht enttäuscht. Natürlich bin ich auch gespannt darauf, wie es auf der Erde weitergeht und ein bisschen enttäuscht, dass dahingehend pausiert wurde. Das schlägt sich aber nur marginal in der Wertung nieder, ebenso wie die klitzekleinen, möglicherweise kritischen Anmerkungen da oben. Von meiner Seite gibt es jedenfalls 4,5 von 5 Sternen. Und von Euch?

Trailer zur nächsten Episode 6x07:

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 23. Juni 2019

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x06 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 6
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x06)
Deutscher Titel der Episode
Unvermeidlich
Titel der Episode im Original
Inescapable
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 21. Juni 2019 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. Februar 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 26. Februar 2021
Autor
Daniel J. Doyle
Regisseur
Jesse Bochco

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x06

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