Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x03

© zenenfoto aus der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Folge „Fear and Loathing on the Planet of Kitson“ (c) ABC
Fear and Loathing on the Planet of Kitson
Nach dem Ende von Window of Opportunity ließ sich in der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. mit einem Abenteuer in den Tiefen des Weltalls rechnen. Der Planet Kitson wurde von Enoch (Joel Stoffer) vorgeschlagen, um der arbeitenden Besatzung des Schiffes die Möglichkeit eines Neuanfangs zu bieten. Aber Boyle (Scott Kruse) und Toad (T.J. Alvarado) zeigen sich recht undankbar und so stehen Fitz (Iain De Caestecker) und Enoch anfangs fast mittellos auf einem Planeten, der neben Freudenhäusern und einem Casino scheinbar nicht viel zu bieten hat. Obendrein sind die beiden auf dem Radar des Jägers Malachi (Christopher James Baker) aufgetaucht, womit im Hintergrund eine Uhr tickt.
Unsereins ist nach Sichtung der Folge noch immer hin- und hergerissen. Fraglos ist Fear and Loathing on the Planet of Kitson eine sehr unterhaltsame Episode, die vor allem Spaß bereiten soll und anhand des Drogentrips von Jemma (Elizabeth Henstridge) und Daisy (Chloe Bennet) doch stark an Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas" (1998) erinnert. Aber handlungstechnisch wird einfach zu wenig geboten, als dass man am Ende zufrieden sein könnte. So enden alle Bemühungen von Fitz und Enoch, sich das nötige Kleingeld für die nächste Reise zu besorgen, in einer Sackgasse. Am Schluss wird Fitz sogar noch von Malachi entführt, womit seine Lage sich im Vergleich zur Ausgangsposition verschlechtert hat. Ganz zu schweigen davon, dass Jemma erneut knapp am Ziel vorbeischießt und das Wiedersehen von FitzSimmons wieder verschoben wird. Einmal ist solch ein Schachzug nett anzusehen, aber bei zwei Folgen am Stück nutzt sich das bereits ab - dann doch lieber vorerst von einer Vermischung der Handlungsstränge absehen.

Charakterlich wird da schon besser aufgefahren. So wird Jemmas Alleingang kritisiert - vor allem von Davis (Maximilian Osinski) und Piper (Briana Venskus) - und die Crew der Zephyr somit von einem Konflikt geprägt. Allerdings nur kurz (was schade ist), denn Inspektor Price (Clark Middleton) greift ein und ermöglicht unserer Crew nur einen Weg, der die Rückreise zur Erde nicht zulässt. Daisys und Jemmas Drogentrip liefert neben Witz und Halluzinationen derweil schöne Einblicke in das Verhältnis der beiden, welches nicht so zerrüttet ist, wie es zu Beginn der Folge noch scheint. Piper und Davis kommen vielleicht etwas kurz, aber können auch bei den kleinen gemeinsamen Szenen recht gut überzeugen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Enoch und Fitz, deren Abenteuer im Casino durch zahlreiche persönliche Momente miteinander geprägt sind. Das Thema „beste Freunde" wird hier gekonnt in die Handlungen der beiden eingeflochten, womit es mehr als nur oberflächlichen Humor zu sehen gibt. Da wird ein ungewöhnliches Team weiter ausgebaut und das ist stets eine gute Sache.
Chronicom

Die Rolle von Malachi sieht eingangs nach der eines gewöhnlichen Kopfgeldjägers aus. Der Eindruck, dass Fitz und Enoch deshalb einen Steckbrief erhalten, weil sie Viro (Paul Telfer) ins All entsorgten, hat aber nur kurz Bestand. Da steckt eben noch mehr dahinter, wie Malachis Wissen über Fitz bereits an Bord der Zephyr preisgibt. Hätte man seinen Namen in der Folge genannt, hätte uns vermutlich schon eher gedämmert, welche Rolle dieser Jäger einnimmt - schließlich sind die Chronicoms stets nach biblischen Figuren benannt.
Enochs Abschaltung und auch die technischen Möglichkeiten von Malachi und dessen (synthetischen) Körper zeigen derweil auf, dass die größere Bedrohung dieses Handlungsstrangs von den Chronicoms herrührt. Offenbar sind sie nur so lange stille Beobachter, wie niemand den zeitlichen Ablauf der Geschehnisse beeinträchtigt und senden ihre Jäger aus, wenn jemand wie Fitz vorhat, in eben diesen Ablauf einzugreifen. Wie das mit Enochs Eingriff in den Extinction Level Event aus der letzten Staffel zusammenpasst - welcher als Ausnahme dargestellt wurde - bereitet allerdings ein paar Kopfschmerzen.
Mir erschließt sich jedenfalls noch nicht, weshalb Malachi unser ungewöhnliches Team überhaupt jagt. Es kann schließlich nicht darum gehen, die Ereignisse der fünften Staffel zu verhindern - die sind bereits passiert und lassen sich nicht mehr abändern, wofür sich leicht der Tod von Fitz vor über einem Jahr heranziehen lässt (den Malachi selbst erwähnt). Bleibt eigentlich nur, dass in der neuen Zeitlinie eine Veränderung durch Fitz bevorsteht, die es aus Sicht der Steckbrief-Ersteller zu verhindern gilt. Vielleicht zielt es auf das ab, was Sarge (Clark Gregg) und seine Leute auf der Erde vorhaben? Mögen die Spekulationen beginnen.
Auf der Erde
Die letzten Szenen der Episode zeigen uns, wie Sarge ein Gerät abfeuert und anschließend zusammen mit Jaco (Winston James Francis) auf einer Karte mehrere Punkte (im Ley-Linien Netz?) erblickt, die von großer Bedeutung für die Mission zu sein scheinen. „Let's go make a mess.“
Abgesehen von diesem Teaser kriegen wir leider nichts von der Erde zu sehen. Ein bisschen schade ist das schon, zumal handlungstechnisch auch auf Kitson nicht wirklich viel passiert. Aber gut, die Worte von Sarge bekräftigen noch einmal, dass sein Team nichts Gutes für unseren Planeten im Schilde führt und zeigen abermals auf, dass sie schon zahlreiche andere Planeten der mysteriösen Prozedur unterzogen haben. Der Spannung auf den weiteren Verlauf ist das nicht abträglich und ein Blick auf die Vorschau zur nächsten Folge zeigt, dass Code Yellow wieder verstärkt auf der Erde spielen wird.
Sonstiges

Im Grunde genommen könnte ich an dieser Stelle noch etwas mehr zu den Ereignissen auf Kitson oder an Bord der Zephyr schreiben. Schließlich hatte ich trotz der kritischen Anmerkungen da oben jede Menge Spaß - sei es dabei, Fitz und Enoch bei ihren Versuchen zu beobachten, den großen Gewinn zu erlangen oder Jemma und Daisy während des Drogentrips und mit darauffolgender Action. Da gibt es sicher zahlreiche Details, die sich hier noch anführen ließen. Aber ich mache es diese Woche mal kurz, denn besonders wichtig erscheint mir da nicht viel. Hier also nur ein paar humoristische Highlights, die mich unterhalten haben:
- „Little Monkey Fitz" auf Jemmas Strohhalm. Ähnlich witzig wie die Bemerkung, ihre Eltern wären Mäuse, woraufhin Daisy meint, dass das Sinn ergibt. Wobei der gesamte Trip die Lachmuskeln strapaziert.
- Enochs Enttäuschung (und Gesicht), nachdem er beim Poker-artigen Spiel auf den Bluff seines Gegenspielers reingefallen ist. Nicht wirklich lustig, weil ihn diese Erfahrung auch in Bezug auf Fitz ins Zweifeln bringt. Aber dennoch amüsant zu sehen, wie die gerade gewonnene Selbstsicherheit mit einem Schlag wieder verschwindet.
- Die Suche nach Fitz und Enoch: „On this planet it could be one of two places. The casino or the brothels - depending on how well they did in the casino.“ - einfache Entscheidung. Vielleicht etwas zu einfach und auch schade, dass Kitson sonst scheinbar nichts zu bieten hat. Trotzdem musste ich bei diesem simplen Hinweis grinsen.
- Enochs kleine Existenzkrise plus seine Bemerkung an Fitz, nachdem dieser ihn wieder eingeschaltet hat: „I'm not comfortable with this level of intimacy. Even with my best friend.“
- „Crapatolian". Oder war es „Craptolian"? Interessanter Name für eine Spezies.
Fazit
Eine Spaß-Folge, mit der sich erst später in der Staffel rechnen ließ. Fraglos unterhaltsam und mit Blick auf das Zusammenspiel der beteiligten Figuren zumindest charakterlich fundiert. Handlungstechnisch passiert aber nicht viel, denn abgesehen davon, dass Enoch jetzt zur Crew der Zephyr stößt und mit Malachi ein neuer Gegner etabliert wird, ist die Lage quasi unverändert. Von der Erde gibt es derweil nur einen Teaser auf die nächste Episode, was etwas dürftig ist. Mir ist die Folge 3,5 von 5 Sternen wert. Und euch?
Vorschau auf die Folge „Code Yellow:
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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 26. Mai 2019Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x03 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x03)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x03
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