Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x02

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x02

In der Folge Window of Opportunity der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. planen die Neuankömmlinge einen Überfall auf ein Juweliergeschäft, während unsere Agenten nur langsam zu ihnen aufschließen können. Fitz ist derweil als Mechaniker getarnt auf einem Raumschiff unterwegs.

Szenenbild der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Window of Opportunity“ (c) ABC
Szenenbild der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Window of Opportunity“ (c) ABC
© zenenbild der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Window of Opportunity“ (c) ABC

Window of Opportunity

Mit Missing Pieces wurden einige neue Figuren kurz vorgestellt. Darunter auch die Antagonisten Jaco (Winston James Francis), Pax (Matt O'Leary), Butterfly (Brooke Williams) und Sarge (Clark Gregg), die in Window of Opportunity unser Hauptaugenmerk haben. Wer ist die Gruppe, weshalb sind sie auf die Erde gekommen und warum sieht Sarge wie Coulson aus?

Letztere Frage dürfte das größere Mysterium (der Staffel) sein. Neuzugang Benson (Barry Shabaka Henley) gelingt es anhand einer DNA-Probe tatsächlich, Coulsons Erbgut unter einer Lage alienhaften Zeugs zu identifizieren - 100% Übereinstimmung. Sarge selbst zögert beim Anblick von May (Ming-Na Wen) kurz, kann mit dem Namen Coulson aber nichts anfangen, obwohl - „it rings a bell“ - irgendetwas Bekanntes da bei ihm mitschwingt. Die Frage nach der Vergangenheit von Sarge wird sicher die Lösung zu Tage fördern, aber wie er gegenüber Pax bereits einen Bogen darum macht, zeigt auf, dass er entweder nicht sehr auskunftsfreudig ist oder aber selbst nicht genau weiß, wer er einmal war.

Etwas mehr erfahren wir hingegen über die Motive der Reisenden, die sich nicht zum ersten Mal auf einem fremden Planeten befinden. Kleine Bemerkungen über die Währung, das Vorhandensein zahlreicher benötigter Komponenten (unter anderem Kristalle) für ihre Mission, die Art der Waffen, etc. lassen darauf schließen, dass sie schon viele Welten besucht haben. Und offenbar jeden Planeten in Schutt und Asche zurückließen, wie das von Benson bei Tinker (Xavier Jimenez) gefundene Video zeigt. Es wird somit klar, dass die Anwesenheit dieser Gruppe nichts Gutes für den Planeten Erde bedeuten kann und sie gestoppt werden müssen. Aber Sinn und Zweck ihrer zerstörerischen Mission bleibt vorerst im Dunkeln. Da kann nur spekuliert werden, ob sie für eine andere Partei arbeiten, die erst noch vorgestellt werden muss und was da auf dem Video wirklich zu sehen ist. Wird der Planet da umgewandelt und falls ja, in was? Ideen gerne in den Kommentaren.

Charakterlich erhalten wir derweil zahlreiche Einblicke in das „Mad Max" Team. Butterfly hat psychopathische Züge. Wo ihr Name herkommt, wird schnell geklärt, wenn sie mit potenziellen Opfern spricht. Jaco scheint vorrangig wegen seiner Statur und für „Muskelarbeit" dabei zu sein, erhält aber auch ein Minimum an Hintergrundgeschichte, als er nach neun Jahren wieder etwas Atmosphäre seines Heimatplaneten inhalieren darf. Pax war offensichtlich gut mit Tinker befreundet, dessen Tod zu Spannungen innerhalb der Gruppe führt. Vor allem Sarge wird da in Frage gestellt und hätte laut Pax das Ableben von Tinker verhindern können. Ein Konflikt, der sicher noch Folgen haben wird - und zwar für Pax. Denn Sarge zieht schon jetzt in Erwägung, Ersatz für ihn zu suchen. Zum knallharten Anführer der Gruppe muss weiter nicht viel gesagt werden, den mimt Gregg sehr überzeugend. Unser Interesse ist hier auch eher auf sein Aussehen ausgerichtet, wie oben bereits angesprochen.

Kurzum erhalten wir nicht irgendeine dahergelaufene Truppe von Bösewichten, sondern Individuen mit eigenen (mehr oder weniger ausgereiften) Persönlichkeiten. Das zeigen die Autoren James C. Oliver und Sharla Oliver geradezu spielerisch auf und liefern neben Badass-Momenten eben jene wichtigen Charakterzüge, die uns diese (wenn auch nur bedingt sympathischen) Figuren auf menschlicher Ebene näherbringen. Da lässt sich mit Spannung erwarten, wie es nächste Woche weitergeht.

Szenenbild der Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Window of Opportunity
Szenenbild der Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Window of Opportunity - © ABC

Agents of S.H.I.E.L.D.

Die Ankunft von Sarge hat Agent Fox (Levi Meaden) das Leben gekostet, womit vor allem Keller (Lucas Bryant) fertig werden muss, der Fox erst zu S.H.I.E.L.D. brachte. Hier zeigt sich ein kleines Problem des quasi Neustarts der Serie und des Zeitsprungs, denn wir kennen Fox nicht gut genug, als dass wir da adäquat seinen Verlust betrauern könnten. Keller muss uns - oder vielmehr Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) - erst noch erzählen, wie weit die Freundschaft mit dem Verstorbenen zurückreicht. Dass beide letzte Woche auf die Idee mit den Ley-Linien kamen, zeigte zwar auf, dass sie ein Team waren. Aber uns Zuschauer trifft der Tod einer Figur erst dann so richtig, wenn wir schon länger mit ihr zu tun hatten.

Die Beziehung von Keller und Yo-Yo wird derweil auch von anderen Figuren angeschnitten. Überraschenderweise ist Mack (Henry Simmons) bereits im Bilde darüber, während die Neuigkeit für May unerwartet kommt und sie Yo-Yo eine Warnung zukommen lässt. Letzteres erscheint merkwürdig, ist aber vermutlich auf Mays eigenes Gefühlsleben zurückzuführen, welches durch Sarge gewaltig auf die Probe gestellt wird. Hier lässt sich anhand der bekannten Vorgeschichte von Coulson und May sehr gut nachvollziehen, wie sie reagiert, als sie Sarge schließlich gegenübersteht.

Mack schlägt sich weiterhin sehr gut als Anführer von S.H.I.E.L.D. und lässt durchblicken, wie gut er seine Leute kennt. Das macht sich nicht nur durch die Liaison von Yo-Yo und Keller bemerkbar, über die er Bescheid weiß, sondern kommt auch bei den Gesprächen mit Benson zum Vorschein - im Speziellen als dieser eine Erklärung zu Coulson fordert, was selbstredend auch May involviert. Mit Benson werde ich derweil noch nicht so richtig warm. Er muss noch viel nachholen und darf einige Stories aus der Vergangenheit der Serie ansprechen, aber ist vorerst noch nicht ganz im Team angekommen. Da müssen sich die Macher noch mehr ins Zeug legen, um ihn sympathischer zu gestalten - und nein, es reicht da nicht, wenn er Mack einen Drink anbietet und selbst ins Glas schaut. Da kommt eher ein gegenteiliger Effekt zum Vorschein.

In Sachen Story sind unsere Agenten bislang noch stark im Nachteil. Die Technologie, die Sarge & Co. zur Verfügung steht, trägt einen großen Anteil daran, schließlich lässt sich ein unsichtbarer LKW nur schwer aufspüren und wer Portale erzeugen kann, um von A nach B zu gelangen, hat ohnehin einen sehr großen Vorteil. Lediglich May gelingt es da kurzzeitig, sich der Truppe zu stellen und diese ordentlich aufzumischen. Schöne Kampfsequenzen, in denen sie Pax, Jaco und Butterfly in Schach hält. Garniert werden die mit dem Einsatz des Portals, welches recht kreativ im Kampf Anwendung findet. Gerne mehr davon.

Insgesamt müssen unsere Helden sich folglich noch mehr ins Zeug legen. Es gibt zwar bereits jetzt in paar Fortschritte zu verbuchen und tatsächlich hätte es May gelingen können, den zerstörerischen Plänen vorzeitig ein Ende zu bereiten. Aber unser Team muss noch viel aufholen, um den technologischen Vorteil der Bösewichte wett zu machen. Es bleibt daher spannend.

Szenenbild der Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Window of Opportunity
Szenenbild der Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Window of Opportunity - © ABC

Fitz

Während das Team um Jemma (Elizabeth Henstridge) und Quake (Chloe Bennet) nur einen kurzen Auftritt am Ende erhält, um Fitz (Iain De Caestecker) knapp zu verpassen, darf dieser uns im zweiten Handlungsstrang der Episode zeigen, was er seit dem Crash getrieben hat. Mit Enochs (Joel Stoffer) Hilfe hat er die Sprache der Sivosianer gelernt und tarnt sich als Mechaniker auf einem der Raumschiffe. Er fliegt allerdings auf und muss sich anschließend mit Viro (Paul Telfer) rumschlagen, der kein angenehmer Zeitgenosse ist.

Zunächst einmal freut es sehr, dass Enoch wieder mit von der Partie ist. Den hätte man nach der letzten Folge schon abschreiben können, als das Schiff mit der Kryokammer in zweiten Hälften geschnitten wurde. Bereits sein erster Auftritt zaubert mir hier ein Grinsen ins Gesicht (nettes Versteck) und seine trockene Art in Kombination mit Stoffers Mimik ist ohnehin immer sehenswert und oft amüsant. Außerdem kann Fitz die Unterstützung sicher gebrauchen, denn der Plan sieht tatsächlich vor, dass er sich wieder in eine Kryokammer begibt, um in der über 70 Jahre entfernten Zukunft aufzuwachen.

Seine Reaktion auf die „Xandorian Snail" - eine Delikatesse, die an Bord des Schiffes gezüchtet wird - führt zu einer kleinen, aber verräterischen Befragung durch eine Kollegin (Keelin Woodell), womit seine Tarnung auffliegt und Viro ihn zusammen mit Enoch zur Luftschleuse begleitet. Dass die beiden sich vorerst noch rausreden und ihre Nützlichkeit (kostenlos) anbieten können, sorgt für einen Aufschub. Aber bei Viro ist relativ schnell klar, dass nicht gut Kirschen essen mit ihm ist - schließlich will er anschließend den Rest der arbeitenden Crew ausschleusen. Denn wer braucht die noch, wenn man Fitz hat?

Die weitere Handlung zeigt auf, dass wir es hier mit der älteren Version von Fitz zu tun haben, die noch dabei ist, die Ereignisse der vierten Staffel zu verarbeiten. Wir erinnern uns kurz an seine Rolle in der virtuellen Realität, für die er sich noch schuldig fühlt. Folglich kann er Jemma nicht unter die Augen treten, wenn er jetzt zur eigenen Rettung die Leben von Unschuldigen in Kauf nimmt. Außerdem kann sich seine Situation bei Viro schnell wieder ändern, selbst wenn Fitz sich anstrengen sollte, um auf dessen Sonnenseite zu stehen. Der Trick mit der Luftschleuse ist da eine nette Überraschung und der anschließend in Kauf genommene Umweg zum eigentlichen Ziel die richtige Entscheidung.

Schade nur, dass Jemma ihn so knapp verpasst. Aber das gibt uns natürlich die Gelegenheit, noch mehr von den Abenteuern von FitzSimmons in den Tiefen des Weltraums zu sehen. Und ein bisschen Space Opera kann ohnehin nie schaden.

Fazit

Nicht ganz so stark wie der Staffelauftakt, aber Window of Opportunity ist weiterhin auf dem richtigen Weg. Die Gruppe der frisch eingetroffenen Bösewichte um Sarge wird gut in Szene gesetzt, wir erhalten genug Informationshappen, um am Ball zu bleiben und mitzurätseln und unsere Agenten werden ordentlich auf Trab gehalten. Fitz erhält derweil sein eigenes kleines Abenteuer, welches ebenfalls Lust auf mehr macht. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von euch?

Serientrailer zur Episode Fear and Loathing on the Planet of Kitson der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (6x03):

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Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 20. Mai 2019

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x02 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 2
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x02)
Deutscher Titel der Episode
Neuronale Fenster
Titel der Episode im Original
Window of Opportunity
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 17. Mai 2019 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. Februar 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 26. Februar 2021
Autoren
James C. Oliver, Sharla Oliver
Regisseur
Kevin Tancharoen

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x02

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