Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x01

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x01

Mit der Folge Missing Pieces startet die sechste Staffel der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. Während Daisy, Jemma, Piper und Davis in den Weiten des Weltraums nach Fitz suchen, hat Mack auf der Erde das Kommando übernommen, wo rätselhafte Anomalien auftauchen.

Szenenfoto aus der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Folge „Missing Pieces“ (c) ABC
Szenenfoto aus der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Folge „Missing Pieces“ (c) ABC
© zenenfoto aus der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Folge „Missing Pieces“ (c) ABC

TV und MCU getrennt?

Bevor es um Missing Pieces geht, eine kurze Anmerkung zur möglichen Verknüpfung der Ereignisse aus „Infinity War" und „Endgame" mit der sechsten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.. In der Vergangenheit hat sich die Serie (zumindest in den ersten Staffeln) noch sehr bemüht, die Ereignisse des Cinematic Universe aufzugreifen und zu verarbeiten. Am präsentesten ist da noch die Offenbarung, dass S.H.I.E.L.D. von Hydra unterwandert wurde - aber auch andere Ereignisse im MCU wurden in der Serie angesprochen oder gar angeteasert.

Wie steht es nun um den „Thanos Snap"? Dieser könnte natürlich ebenfalls Folgen für die Serie und deren Figuren haben, aber wird (zumindest vorerst) außen vorgelassen. Berichten (Beispiel) zufolge liegt das darin begründet, dass die Macher um Jed Whedon und Jeph Loeb nicht wussten, ob ABC die sechste Staffel schon im Januar ins Programm nimmt oder erst ab Mai (wie nun geschehen). Insofern soll die sechste Staffel (zunächst?) vor dem berüchtigten „Snap" spielen - ob das zeitlich Sinn macht, sei mal dahingestellt. Vor allem der Zeitsprung von einem Jahr zum Staffelauftakt bereitet da Kopfzerbrechen. Aber der Punkt ist, dass die Ereignisse aus den letzten beiden Avengers-Filmen keine Rolle in der sechsten Staffel spielen.

Deep Space

Nachdem uns der Rückblick noch einmal kurz ins Bild über die wesentlichen Ereignisse gesetzt hat, bekommen wir in den ersten Szenen zu sehen, wie die Reise von Fitz (Iain De Caestecker) und Enoch (Joel Stoffer) in die über 70 Jahre entfernte Zukunft durch ein einschneidendes Ereignis unterbrochen wird. Das Schiff wird zerteilt und wir bekommen die Einblendung vor den Latz geknallt, dass alle Ereignisse nun ein Jahr später stattfinden.

Dieser Zeitsprung gibt den Machern die Gelegenheit, den Tisch neu zu decken. Die Reise der Zephyr mit Jemma (Elizabeth Henstridge), Quake (Chloe Bennet), Piper (Briana Venskus) und Davis (Maximilian Osinski) an Bord, welche nach Fitz suchen, kann ein wenig abgekürzt werden. Gleichzeitig sind alle Figuren von der monatelangen Suche gekennzeichnet und wurden entsprechend weiterentwickelt. Die Crew hat bereits einiges hinter sich, als sie endlich die leere Kryokammer von Fitz entdeckt und somit in einer Sackgasse landet. Darüber hinaus wird uns die Größe des Weltraums präsentiert, der eine ganze Reihe von Bewohnern zu bieten hat.

Figurentechnisch wird hier gute Arbeit geleistet, einzig die Folter von Trok (Glenn Keogh) will mir nicht so ganz schmecken, weil sich da sicher ein anderer Weg hätte finden lassen können. Das Hauptaugenmerk liegt auf Jemma, schließlich ist die Wiedervereinigung des Gespanns FitzSimmons für sie mehr als nur eine Rettungsmission und lässt auch uns gut mitfiebern. Mein persönliches Highlight sind die Szenen mit ihr allein und der leeren Kammer, wo sie um Fitz trauern kann und schließlich einen Hoffnungsschimmer erblickt. Aber auch die restliche Crew erhält schöne Momente, die uns wissen lassen, wie viel Energie bereits in die Suche gesteckt wurde und vor allem, dass sich hier ein Team gefunden hat, welches wunderbar zusammen funktioniert. Zuletzt ist es noch gut zu wissen, dass Quake ihre Fähigkeiten besser kontrollieren kann, was bereits zu Beginn für einen netten Badass-Moment sorgt.

Die weitere Reise der Zephyr wird schließlich von Jemma festgelegt, obwohl die anderen für eine Rückkehr zur Erde gestimmt haben. Ihre Unermüdlichkeit und Risikobereitschaft für Fitz wird somit für Spannungen innerhalb der Gruppe führen, wenngleich wir uns sicher sein können, dass letztlich doch alle am selben Strang ziehen werden. Als Zuschauer bekommen wir am Episodenende außerdem Fitz zu sehen, der eine fremde Sprache spricht und sich hoffentlich auf dem Planeten befindet, auf dem Simmons ihn vermutet. Der Staffelauftakt macht hier definitiv Lust auf mehr und lässt uns gespannt auf die weiteren Abenteuer in den Tiefen des Alls warten.

Auf der Erde

ABC
ABC - © ABC

Coulson (Clark Gregg) ist tot und hat Mack (Henry Simmons) das Kommando über S.H.I.E.L.D. gegeben. Auch hier muss zunächst etabliert werden, was mit unseren Charakteren in der Zwischenzeit passiert ist, welche neuen Figuren es gibt und nebenbei die aktuelle Mission vorgestellt werden. Eine Aufgabe, die die Autoren Jed Whedon und Maurissa Tancharoen mit scheinbarer Leichtigkeit bewältigen. Das Tempo passt, die Einblicke in die Charaktere sind stimmig und die neue Prämisse mit den Realitätsanomalien, aus denen mehrere Besucher hervortreten, ist nicht nur wegen „Sarge" - der Coulson wie ein Ei dem anderen ähnelt - faszinierend.

Mack gibt in der Tat einen guten Anführer ab. Er mag sich selbst zwar nicht als würdigen Ersatz für Coulson sehen, dessen Ratschläge er in Hologrammform noch immer abruft, aber was er in der Zwischenzeit auf die Beine gestellt hat, ist mehr als beachtlich. Es gibt jede Menge neue Agenten, er wirkt in den Briefings souverän und investiert seine gesamte Zeit in die aktuelle Mission und den weiteren Aufbau von S.H.I.E.L.D. Die Beziehung zu Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) scheint darunter allerdings gelitten zu haben und ist nun rein professioneller Natur.

Was unserer Organisation noch fehlt, sind die klugen Köpfe von FitzSimmons. Agent Keller (Lucas Bryant) und Agent Fox (Levi Meaden) geben mit den Ley-Linien zwar einen guten Hinweis, um den neuen Problemen auf die Spur zu kommen, aber für einen adäquaten Ersatz muss erst noch gesorgt werden. Hier kommt Dr. Marcus Benson (Barry Shabaka Henley) ins Spiel, der von May (Ming-Na Wen) und Mack nach einigem Widerstand angeheuert wird und unter anderem eine Akademie für S.H.I.E.L.D. aufbauen soll. Große Pläne für die Zukunft eben, wobei Benson sich aber auch mit dem aktuellen Fall befasst.

Beziehungstechnisch hat es zwischen Keller und Yo-Yo bereits gefunkt, die sich alle Mühe geben, ihre Liaison vor den anderen (vor allem Mack) zu verbergen. May wittert zwar was und ermutigt Yo-Yo sogar zu einer Beziehung mit Keller, aber hier werden sich bestimmt noch private Rangeleien ergeben - ohne die würde dem Handlungsstrang auf der Erde auch was fehlen.

Die neue Prämisse um die Realitätsanomalien (oder -Verzerrungen) wird derweil schön in Szene gesetzt und stellt unsere Protagonisten vor große Herausforderungen. Noch sind uns die Motive von Juco (Winston James Francis), Pax (Matt O'Leary), Butterfly (Brooke Williams) und Sarge nicht bekannt, aber sie hinterlassen schon jetzt eine Spur der Zerstörung und scheinen dem Aussehen nach aus einem Mad Max Film zu stammen. Interesse wird natürlich auch durch das Aussehen von Sarge geweckt, welches nicht nur unseren Figuren Rätsel aufgibt. Somit lässt sich auch hier mit Spannung auf die nächste Folge warten.

Sonstiges

ABC
ABC - © ABC

Das Budget scheint noch einmal erhöht worden zu sein oder aber die kürzere Episodenanzahl lässt mehr Geld für die Effekte zu. Ich bin von den Special Effects (sowohl im All als auch auf der Erde) jedenfalls beeindruckt.

Es bleibt fast überall noch Zeit für den typischen Humor der Serie und deren Figuren. Manchmal ist man kurz davor, die Meta-Ebene zu betreten - beispielsweise, wenn über das Wort „Anomalie" diskutiert wird - aber, dass dieser Schritt nicht vollzogen wird, lockert das Geschehen stets ungemein auf, ohne tatsächlich ins Lächerliche abzudriften. Vielleicht einer der Gründe, weshalb diese Marvel-Serie weiterhin so beliebt und Staffel sieben bereits bestellt ist?

Über ein mögliches Paradoxon bei der Rettung von Fitz - der ja zeitlinientechnisch noch in der Zukunft gebraucht wird - zerbreche ich mir lieber nicht den Kopf. Das Problem verschiebe ich einfach in eine Parallelwelt.

Fazit

Ein gelungener Auftakt zur sechsten Staffel. Der Zeitsprung von einem Jahr wird genutzt, um uns eine Art Neuanfang der Serie zu liefern. Die Etablierung der neuen Prämissen gelingt den Machern ebenso spielend wie Einbindung unserer bekannten Figuren und den neuen Gesichtern. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wohin die Reise in der sechsten Staffel gehen wird und vergebe 4,5 von 5 Sternen. Und ihr?

Serientrailer zur Episode Window of Opportunity der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (6x02):

Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 13. Mai 2019

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x01 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 1
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x01)
Deutscher Titel der Episode
Ein neues Team
Titel der Episode im Original
Missing Pieces
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 10. Mai 2019 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. Februar 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 26. Februar 2021
Autoren
Jed Whedon, Maurissa Tancharoen
Regisseur
Clark Gregg

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x01

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