Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x17

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Die Episode Melinda fĂŒhlt sich wie ein kleiner charakterbezogener Einschub an, der das Tempo von der Haupthandlung nimmt. Im Zentrum stehen diesmal die Figur Melinda May (Ming-Na) und die Ereignisse in Bahrain, die ihr vor sieben Jahren den Spitznamen „Kavallerie“ eingebracht haben.
Bahrain
Sieben Jahre zuvor ist fĂŒr Melinda May die Welt noch in Ordnung. Sie lebt glĂŒcklich mit ihrem Mann, dem Psychologen Drew (Blair Underwood) zusammen und plant mit ihm schon den Nachwuchs. Der Tag fĂ€ngt normal an und der Einsatz, zu dem Phil Coulson (Clark Gregg) sie abholt, wirkt zunĂ€chst nicht auĂergewöhnlich, bis klar wird, dass es sich um ein Wesen mit SuperkrĂ€ften handelt, das Autos mit bloĂen HĂ€nden zu einem Totalschaden machen kann. Wenn Eva Belyakov (Winter Ave Zoli) nicht kooperiert, soll es nĂ€mlich die „Kavallerie“ richten - nur ist hier eben noch nicht May gemeint, sondern die bewaffneten S.H.I.E.L.D.-MĂ€nner.
Die Lage spitzt sich zu, als das GesprĂ€ch von Coulson in eine Geiselnahme umschlĂ€gt und es heiĂt, dass die Geiselnehmer Schmerz verbreiten wollen („Bring the pain“).
Coulson zögert ein wenig, die VerstĂ€rkung reinzuschicken und May bietet an reinzugehen, ohne zu wissen, was sie dort erwartet. Die MĂ€nner sind alle fremdgesteuert und wirken wie eine Art Sachwarmintelligenz. Bald sieht es so aus, als wĂŒrde Eva sie steuern und May versucht, die ĂŒberstarke Frau auszuschalten und das entfĂŒhrte Kind zu retten. Doch der Mord an der gesuchten Frau ist nicht des RĂ€tsels Lösung und das Kind insgeheim fĂŒr den Mord an einem Dutzend Agenten verantwortlich. Schweren Herzens schaltet May das Kind aus und lĂ€sst sich spĂ€ter aufgrund der traumatischen Erlebnisse an den Schreibtisch versetzen.
Da die umstehenden Agenten glauben, dass May 30 MĂ€nner mit bloĂen HĂ€nden ausgeschaltet hat, entsteht die Legende der „Kavallerie“. FĂŒr May ist das Ganze traumatisch und sie wird so kalt und distanziert, wie wir sie in der Serie kennen. Und man sieht auch erste Anzeichen fĂŒr das Zerbrechen ihrer Ehe. Erneut kann Ming-Na mehrere Seiten von sich zeigen, wie zuletzt etwa, als sie die Doppelrolle von Agent-33 spielte. DafĂŒr ein groĂes Lob an die „Kavallerie“.

May hat das Kommando
In der Gegenwart scheint May das Angebot von Gonzales angenommen zu haben und wird nun von Bobbi (Adrianne Palicki) ĂŒber die Zusammenarbeit von Coulson und Deathlok (J. August Richards) sowie das Theta-Protokoll befragt. Allerdings scheint sie in beiden Belangen recht ratlos zu sein, was bedeutet, dass Coulson auch vor ihr einige Geheimnisse bewahrt.
Im GesprĂ€ch mit Simmons (Elizabeth Henstridge) fordert May sie auf, den Cube von Coulson zu knacken (obwohl der ja gar nicht mehr in ihrem Besitz ist) und sie gibt Simmons zu verstehen, dass sie die Basis beziehungsweise die Operation rund um Coulson anfĂŒhrt, was gut fĂŒr den Fall ist, dass sie ihn aufspĂŒren. Als Simmons behauptet, im Fall Deathlok keine Ahnung zu haben, muss man inzwischen annehmen, dass sie nicht die ganze Wahrheit sagt - so gut kann sie mittlerweile lĂŒgen.
Dennoch sitzt Simmons ein wenig zwischen den StĂŒhlen. Sie ist sowohl Coulson als auch May gegenĂŒber loyal und erzĂ€hlt ihr, dass Coulson auf Achse viel Geld ausgibt, sich heimlich mit ihrem Exmann Drew trifft und offenbar einige Betten kauft, um eine Basis fĂŒr Superwesen zu bestĂŒcken, wie Mack (Henry Simmons) schlussfolgert. Wo der geheimnisumwobene Kubus ist, wird jedoch erst am Ende der Episode offenbart.
Skye can move a mountain
Skye (Chloe Bennet) wird derweil von ihrer Mutter Jiaying (Dichen Lachman) unter ihre Fittiche genommen und erhĂ€lt von ihr weitere Hinweise zur Funktion ihrer KrĂ€fte. Dabei geht es um das GespĂŒr der Frequenzen einzelner GegenstĂ€nde, Objekte, Elemente und Körper, welche Skye abtasten und dann manipulieren kann. So kommt es, dass sie tatsĂ€chlich einen ganzen Berg fĂŒhlen und bewegen könnte, wenn sie wollte.
Skye ist beeindruckt von der ruhigen und doch bestimmten Art der Frau und fragt alsbald Lincoln (Luke Mitchell) nach ihrer Rolle, nur, um zu erfahren, dass sie das Sagen hat. AuĂerdem merkt sie bald, dass sie eine Sonderbehandlung erhĂ€lt, denn, zumindest seit er dabei ist, hat sie noch niemandem eine Einzelunterweisung gegeben. SpĂ€ter versuchen Mutter und Tochter, die Frequenzen von GlĂ€sern so zu steuern, dass eine schöne Melodie entsteht. Skye findet es schön, dass endlich jemand da ist, der sie versteht, sie befĂŒrchtet aber, dass sie wieder enttĂ€uscht wird und zum wiederholten Mal ihren Familienersatz verliert.
AuĂerdem macht sie sich Luft darĂŒber, dass sie nie eine richtige Familie hatte, geschweige denn ihren Geburtstag kennt. Jiaying kann ihre Tochter nicht auf emotionaler Ebene leiden sehen, wenn sie schon von Angesicht zu Angesicht neben ihr steht, und verrĂ€t ihr sowohl ihren Geburtstag als auch die Tatsache, dass sie ihre Mutter ist. So erzĂ€hlt sie vom Tag ihrer Geburt.
Offenbar war ihr Treffen mit Whitehall doch nicht so tödlich, wie es zunĂ€chst aussah, und Cal (Kyle McLachlan) konnte sie noch einmal zusammenflicken. Wie wir wissen, hat er durchaus medizinisches Geschick, wenn er seine Wut denn kontrollieren kann. Dennoch ist das keine vollends befriedigende ErklĂ€rung dafĂŒr, dass Cal seinen Feldzug fortgesetzt hat - und fĂŒr den Hass auf Coulson erst recht nicht.
Skyes Eltern haben, laut ihrer Aussage, unaufhörlich nach ihr gesucht und konnten sie nirgends finden. Demzufolge ist bei Cal die Sicherung durchgebrannt, weil er das einfach nicht wahrhaben wollte. Skyes Mutter hat sich, als sie das akzeptiert hat, der Hilfe anderer gewidmet und wurde so Teil von „Afterlife“, wo es jedoch strenge Regeln gibt, an die es sich zu halten gilt. Darum bittet sie Skye, ihre Verwandtschaft geheim zu halten, denn auch hier könnte Skye als Gefahr angesehen werden.
Das GestĂ€ndnis ist fĂŒr mich ein wahrer GĂ€nsehautmoment, der mich tief berĂŒhrt, da ich es Skye als Figur sehr gegönnt habe, in dieser Angelegenheit endlich einmal etwas Gewissheit und Abschluss zu bekommen. SchlieĂlich glaubte sie fast ihr gesamtes Leben, dass sie keine Eltern hat oder dass sie umgekommen sind.
Raina: VerbĂŒndete oder Gefahr fĂŒr den Frieden?

Apropos Gefahr: Die Entscheidung, Raina (Ruth Negga) dorthin zu bringen, könnte sich in diesem Zusammenhang noch rĂ€chen. SchlieĂlich ist sie lebensmĂŒde, unglĂŒcklich und hat nichts mehr zu verlieren. Gordon (Jamie Harris) versucht sein Bestes, um sie davon zu ĂŒberzeugen, dass sie ihre Bestimmung nur finden und ihre âGabeâ akzeptieren muss. Doch Raina sieht nur den Schmerz und die Dornen, die sie Ă€uĂerlich verschandeln und depressiv machen. Ganz besonders, da sie meint, dass Skye alles hat, was sie sich gewĂŒnscht hat und nicht so leiden muss wie sie. Gordon versucht weiter, sie zu ĂŒberzeugen, wĂ€hrend sich Lincoln einmischt und meint, dass sie einmal richtig Dampf ablassen mĂŒsste.
DarĂŒber hinaus kann Raina nicht erkennen, was ihre Bestimmung oder ihre besondere Gabe sein soll. FĂŒr Gordon ist das nebensĂ€chlich. Er will ihr Dinge und Orte zeigen, die nur sein Volk ihr durch ihre KrĂ€fte und Mittel bieten kann. Es scheint, als dringe er zu ihr durch - und vielleicht haben sich hier zwei Seelenverwandte gefunden. Denn: Obwohl sie anders leben mĂŒssen als andere Menschen, hĂ€lt die Welt erstaunliche Dinge parat.
Jiaying ist schuld an der Kavallerie
Wie sich herausstellt, ist Jiaying nicht ganz unschuldig an Mays Traumata. Denn Eva hatte vor Jahren einige der Kristalle gestohlen, die zur Transformation fĂŒhren können, und dann in Bahrain fĂŒr Chaos gesorgt. Damals wurde versĂ€umt, ihr Machtlevel zu erkennen und sie zu stoppen, was zum Tod beider Frauen fĂŒhrte. Katya (Ava Acres) kam wahrscheinlich viel zu frĂŒh mit den Kristallen in Kontakt und wurde mit einer Kraft ausgestattet, die sie mit ihren jungen Jahren nicht kontrollieren kann. Denn mit einer BerĂŒhrung kann sie wie ein Egel die Emotionen anderer Menschen absorbieren, was sehr unheimlich ist. Die Kinderdarstellerin muss man in diesem Fall auch ganz ausdrĂŒcklich loben, denn sie macht ihren Job wirklich sehr ĂŒberzeugend - anders, als man es etwa in manchem Arrow-Flashback zuletzt zu sehen bekam.
Abendessen mit Mr. Hyde

Jiaying möchte ein Abendessen mit Cal und Skye arrangieren, weil sie glaubt, dass er, was sie angeht, nie aufgegeben hat und sich deswegen zumindest ein Treffen verdient hat. Wenn sie dann doch nicht möchte, bietet sie an, ihn fortschaffen zu lassen. Also sagt Skye zu.
TatsĂ€chlich hat er sich auch groĂe MĂŒhe gegeben, seinen Aufenthaltsraum ansprechend herzurichten. Neben dem GestĂ€ndnis von Skyes Mutter ist das die zweite groĂe Highlightszene, da Skye hier etwas nachholen kann, was sie die letzten 26 (und nicht, wie sie annahm, 25 Jahre) ihres Lebens nie hatte. Auch Cal erzĂ€hlt die Geschichte vom Tag ihrer Geburt am 2. Juli 1988 aus seiner Sicht und von der Tatsache, dass es nur ein Auto im Ort gab und sein Chinesisch schrecklich war. Derweil sieht Lincoln, dass eine von Rainas Aussagen wahr wird: Denn beim Abendessen befindet sich ein Bouquet mit GĂ€nseblĂŒmchen (Daisies) auf dem Tisch, ganz wie sie es prophezeit hat. Kann Raina also in die Zukunft sehen? Wird sie selbst zum âHellseherâ (Clairvoyant), dem sie noch zur Anfang der Serie diente - und was wird Lincoln unternehmen?
Fitz und der geheime Cube
Fitz (Iain De Caestecker) hat sich derweil ausgerechnet die Toilette eines Diners ausgesucht, um sich einzusperren und den Cube von Fury zu knacken. Das gelingt ihm tatsĂ€chlich und er kann Hunter (Nick Blood) und Coulson erreichen, die sich mit ihm treffen wollen. Doch dazu mĂŒsste er erst einmal wissen, wie er seine Verfolger loswird. Doch Hunter hat schon eine Idee, die einen Handtrockner involviert. Das Dreierteam aus Coulson, Hunter und Fitz ist vielversprechend und wurde in der Serie bislang auch noch gar nicht so oft im Zusammenspiel gezeigt. Spannend wird nun zu sehen sein, ob Coulson sich wirklich an Ward (Brett Dalton) wenden wird, wenn Fitz in der NĂ€he ist, da er seine Traumata aus der ersten Staffel zwar immer besser verarbeitet, aber eben noch immer nicht ganz damit abgeschlossen hat.
Fazit
Die Episode Melinda kĂŒmmert sich vor allem um Skye und May und die offenen Fragen aus ihrer Vergangenheit. Dabei wird ein wichtiges Kapitel aus Melindas Vorgeschichte behandelt und abgeschlossen. AuĂerdem erhĂ€lt Skye einen vorlĂ€ufigen emotionalen Abschluss, der aber bestimmt nicht allzu lange anhalten wird. Nicht zu vergessen ist natĂŒrlich der weitere Aufbau rund um Raina, die nun wohl zunĂ€chst mit Gordon beschĂ€ftigt sein wird.
Gerade die emotionalen und dramatischen Szenen treffen dabei ins Schwarze, wĂ€hrend die staffelĂŒbergreifende Handlung ein bisschen pausiert.
Videovorschau auf die Episode The Frenemy of My Enemy (2x18):
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 15. April 2015Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x17 Trailer
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Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x17
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