Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x16

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. steuert langsam auf die Zielgrade der zweiten Staffel zu und wir erinnern uns, welche Auswirkungen die 17. Folge im letzten Jahr hatte. Ob das auch diesmal so sein wird? Einige Weichen werden jedenfalls schon dahingehend gestellt. Bis es dazu kommt, muss sich so manche Figur fragen, zu wem sie halten wird oder ob die Gegenseite vielleicht doch einige stichhaltige Argumente fĂŒr einen Seitenwechsel parat hat.
Coulson und Hunter auf Achse
Das Team bestehend aus Coulson (Clark Gregg) und Hunter (Nick Blood) ist, wie man es sich im Vorfeld hĂ€tte denken können, ein sehr spaĂiges Duo. Ob nun beim Gebrauchtwagenklau, weil die Mittel fehlen, oder als sie sehen, dass Skye (Chloe Bennet) ihre KrĂ€fte gegen das echte S.H.I.E.L.D. eingesetzt hat. Dann versuchen sie nĂ€mlich, deren Truppen auszutricksen und greifen dabei auf Hologrammtechnologie zurĂŒck. Generell ist aber auch ihr sonstiges Geschnatter amĂŒsant. Die beiden gefallen mir im Zusammenspiel besonders gut, das kann man schon fast „Bromance“ nennen. Dabei zeigt Coulson mal wieder, dass er ein ziemlich guter Typ ist, als er Gonzales (Edward James Olmos) und seine Errungenschaften fĂŒr S.H.I.E.L.D. in ein positives Licht rĂŒckt.
Zwar geht der erste Versuch, einen Flieger zu kapern, schief, doch Coulson hat noch sein Ass im Ărmel und das heiĂt Mike Peterson aka Deathlok (J. August Richards). Mit dessen Hilfe schaffen sie es dann auch, den nĂ€chsten Schritt ihrer Mission in Angriff zu nehmen, auch wenn es ein riskanter ist: Agent Ward (Brett Dalton) ist nun ausgerechnet der Mann, der helfen soll. Denn Deathlok hat einen Hydra-AnfĂŒhrer in Ăbersee beobachtet, der ein Interesse an Experimenten an Wesen mit SuperkrĂ€ften hat. Ob sich der Deal mit dem Hydra-VerrĂ€ter bezahlt machen wird?
Das Wiedersehen mit Deathlok ist ebenfalls eine schöne Ăberraschung, die ich so nicht unbedingt erwartet hĂ€tte, obwohl es spĂ€testens bei dem Wort VerstĂ€rkung wohl hĂ€tte klick machen mĂŒssen. Mit den Upgrades hat Coulson nun erst einmal eine Waffe in seinem Arsenal, die sein kleines Team auf jeden Fall bereichern wird.
Skye im Afterlife
Skye findet sich wĂ€hrenddessen im Inhuman-RĂŒckzugsort mit dem Namen „Afterlife“ wieder, wo sie sich einer Akupunktur unterzieht, die sie mit ihren KrĂ€ften in Einklang bringen soll. Der junge Inhuman Lincoln (Luke Mitchell) nimmt sich ihrer an und hilft ihr als „Transitioner“ bei der Gewöhnung an ihre KrĂ€fte. Dabei kommt heraus, dass Skye nun schon zwei Tage dort und (gemeinsam mit Raina) die erste seit vielen Jahren ist, die auf die altmodische Weise (mit Diviner und Kree-Temple) durch die „Terrigenesis“ gegangen ist und dabei ihre Gabe erhalten hat.

Die Geheimhaltung scheint bei den Inhumans oberstes Gebot zu haben, denn lediglich Teleporter Gordon (Jamie Harris) weiĂ, wo der Ort mit dem chinesischen Namen liegt. Damit schĂŒtzt man sich optimal vor ungebetenen GĂ€sten und Eindringlingen. Skye ist wegen der gesamten Struktur skeptisch und hinterfragt, wie man es von ihr gewohnt ist, wer die Macht und das Sagen hat. Doch Lincoln scheint so sehr mit ihr zu harmonieren, dass das bald nebensĂ€chlich wird, zumal er eine der ersten Personen ist, die sie nicht fĂŒr ein alles zerstörendes Monster hĂ€lt.
AuĂerdem unterstreicht er noch einmal die Besonderheit der Situation: Die Personen im „Afterlife“ sind allesamt wohl handverlesene Nachkommen, die auf ihre Chance warten, durch den transformierenden Prozess zu gehen, wĂ€hrend Skye und Raina (Ruth Negga) sĂ€mtliche Regeln gebrochen haben.
Was ist mit Raina?

Bislang dachte Skye wohl, dass sich ihre VerĂ€nderung noch einmal umkehren lasse. Doch Lincoln klĂ€rt sie darĂŒber auf, dass das ein permanenter Wandel ist - da hilft dann auch das Versprechen einer aus Chicago teleportierten Deep-Dish-Pizza nicht weiter. Immerhin macht Lincoln ihr Mut damit, dass auch er einst groĂe Schwierigkeiten mit seinen FĂ€higkeiten hatte und inzwischen Skye damit zum Abheben bringen kann. Eine Nachricht an ihre Freunde muss hingegen zunĂ€chst mit den Ăltesten besprochen werden, genauso wie die Frage, ob ihr Vater Cal (Kyle MacLachlan) sie sehen darf. Der zerlegt nĂ€mlich derweil das Inventar in seinem fensterlosen GefĂ€ngnis und versucht, Gordon in die Finger zu kriegen, jedoch ohne Erfolg.
Immerhin erhĂ€lt er die Genugtuung, dass er nun weiĂ, dass Skye auch bei ihnen ist. Wie Gordon ihn auflaufen lĂ€sst, ist auf der einen Seite witzig, weil es etwas vom Trollen hat, aber ein ganz kleines bisschen tut Cal einem vielleicht auch leid. Aber eben nur ein ganz kleines bisschen. Aufgrund seiner fehlenden Selbstkontrolle darf er sie jedenfalls vorerst nicht sehen, wobei Gordons Aussage, dass er selbst auch Skyes Schicksal bestimmt hat, nachdenklich stimmt. HĂ€lt er Skye fĂŒr einen aussichtslosen Fall?
BezĂŒglich Raina verplappert sich Lincoln jedenfalls, was Skye erzĂŒrnt - und zwar so sehr, dass sich ihre KrĂ€fte aktivieren. NatĂŒrlich ist Raina auch vor Ort und leidet, allerdings anders als Skye. Die beiden Frauen sind Kehrseiten voneinander. Raina leidet unter ihrem Aussehen und an AlbtrĂ€umen, wĂ€hrend Skye sich durch das ZurĂŒckhalten ihrer KrĂ€fte selbst verletzt, gleichzeitig aber glaubt, dass Raina fĂŒr ihre Taten bĂŒĂen mĂŒsste. Hat sie das vielleicht schon durch ihr neues ĂuĂeres? Bei den Inhumans glaubt man jedenfalls, dass jeder eine Chance verdient und so greift auch eine Person ein, die man ebenfalls nicht auf dem Schirm hatte.
Neben dem Auftauchen von Deathlok ist der zweite „WTF?!?“-Moment der Episode die Tatsache, dass Skyes Mutter Jiaying (Dichen Lachman) doch irgendwie ĂŒberlebt hat, allerdings einige Narben im Gesicht davongetragen hat. Sie bietet Skye an, sie unter ihre Fittiche zu nehmen, dabei ahnt Skye natĂŒrlich nicht, mit wem sie es zu tun hat. Jiaying jedenfalls weiĂ ganz genau, wen sie da vor sich hat, wie sich bei ihrer spĂ€teren Interaktion mit Cal herausstellt.
Allerdings hĂ€lt sie ihn dort ebenfalls auf Distanz. So richtig vermag ich es nicht zu glauben, dass wir es hier mit Skyes Mutter zu tun haben. Die Möglichkeit eines Gestaltwandlers, vor allem inmitten der Inhumans, ist sehr hoch. Dass sie eine hohe Position innerhalb der Gruppe innehat, kann durchaus sein, doch wie erklĂ€rt man dann die Szene, in der Whitehall sie umgebracht hat und dass die die Grundlage fĂŒr Cals Rachefeldzug war? Sie scheint jedenfalls am lĂ€ngeren Hebel zu sitzen, was den weiteren Geschichtsverlauf offen und spannend lĂ€sst.
Wo steht Bobbi?
Auch Bobbis (Adrianne Palicki) LoyalitĂ€t ist vielleicht nicht so klar definierbar, wie zuvor gedacht. Im GesprĂ€ch mit Gonzales, nennt er sie ein âDingâ und zeigt sich feindselig, wĂ€hrend sie eher rational agiert und fĂŒr Skye Partei ergreift. Auch sonst scheint sie nicht unbedingt unumstöĂlich auf der Seite des echten S.H.I.E.L.D. zu sein.
FitzSimmons gegen den Rest der Welt
GegenĂŒber FitzSimmons versucht Gonzales, sich ebenfalls einzuschmeicheln, denn einer von beiden - und eigentlich sieht das nach einem Job fĂŒr Fitz (Iain De Caestecker ) aus - soll dabei behilflich sein, den Kubus zu hacken. Gonzales hat schon wĂ€hrend ihrer Zeit bei der Academy ein Auge auf die beiden geworfen, doch Coulson kam ihm zuvor. Doch auf Kooperation hat Fitz keine Lust, wenn ihm die Sache freigestellt wird. Und nach einem debriefing ist es ihm ĂŒberlassen, zu gehen oder zu bleiben. Das lĂ€sst sich Fitz nicht zweimal sagen und packt schon mal seine Sachen.
ZunĂ€chst wirkt es so, als wĂŒrde Simmons (Elizabeth Henstridge) in die Bresche springen und dem Team rund um Gonzales den entscheidenden Hinweis geben, indem sie meint, dass es ein biologisches Problem sein könnte, mit dem man an die Geheimnisse kommt.
FintSimmons
Doch, wie sich am Episodenende herausstellt, stecken die beiden wieder wie frĂŒher unter einer Decke und Fitz kann beim Gehen den echten Kubus entwenden. So kann er ihn wieder Coulson zuspielen, wĂ€hrend Jemma ihm sogar ein paar seiner Lieblingssandwiches mit auf den Weg gibt. Somit wĂ€re Bobbi Morse nun schon mindestens zum zweiten Mal in kurzer Zeit auf eine Finte Jemmas reingefallen, die vorher mit als eine der schlechtesten LĂŒgnerinnen galt - was schon ein starkes StĂŒck wĂ€re. In der Krise jedenfalls halten FitzSimmons zusammen, was eine schöne, wenn auch etwas plötzliche Entwicklung ist. Sie ist aber eben auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass sie frĂŒher so ein eingespieltes Team waren - und dass Mack als Bezugsperson Fitz hintergangen hat.
May und der Platz im inneren Kreis

Die Person, die Coulson bisher so gut wie immer loyal gegenĂŒber war, wenn sie denn nicht einen Auftrag von Fury hatte, ist May (Ming-Na). Sie ist auch fĂŒr Gonzales eine besonders harte Nuss, die er nicht mit Worten zu knacken vermag. Dabei fragt er sie, ob sie Coulson oder S.H.I.E.L.D. gegenĂŒber loyal ist, woraufhin sie die passende Antwort in petto hat: Das sei nĂ€mlich ein und dasselbe.
SpĂ€ter versucht er, sie mit der Geschichte ĂŒber die Pistole seines Vaters, der damit im Zweiten Weltkrieg 100 Nazis getötet hatte, auf seine Seite zu locken. Da klingt sein Argument schon besser. Er wird sich nicht davon abbringen lassen, Coulson gefangen zu nehmen, ob sie nun dabei ist oder nicht.
Er schiebt ihr die Pistole zu und bietet ihr die Gelegenheit, ihn auszuschalten, doch May glaubt, dass das eine Finte ist, was sich jedoch nicht bewahrheitet. Da er sich einer Mehrheitsentscheidung beugen muss, bietet er May einen Sitz in der FĂŒhrungsspitze an. Gonzales will das Fundament von S.H.I.E.L.D. verstĂ€rken und die internen GrabenkĂ€mpfe beenden, damit man sich den echten Feinden da drauĂen widmen kann. Diese Argumentation ist plausibler als die zuvor etablierten GrĂŒnde, dennoch bleibt die Frage, warum das eine S.H.I.E.L.D. „echter“ als das andere ist und warum die GeheimniskrĂ€merei und die neuerlichen Feindseligkeiten dann nötig waren.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass May das Angebot annimmt, auch wenn damit nicht gegeben ist, dass sie Coulson hintergeht. Eher prĂŒft sie, was es damit auf sich hat. Zudem ist so eine Person, die, wenn es so weit ist, im inneren Kreis sitzt, dann Gold wert.
Fazit
Zwei sehr schöne Ăberraschungscomebacks, die coole „Bromance“ zwischen Hunter und Coulson, mehr HintergrĂŒnde zu den Inhumans, das Wiedererstarken der Bindung zwischen Fitz und Simmons und eine mögliche gefĂ€hrliche Allianz. Das alles sorgt dafĂŒr, dass Afterlife eine ĂŒberzeugende Episode darstellt, die die Weichen fĂŒr extrem vielversprechende zukĂŒnftige Entwicklungen stellt.
Videopromo zu Melinda (2x17) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 8. April 2015Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x16 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x16)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x16
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?