Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x14

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x14

In der neuen Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Love in the Time of HYDRA verbringen wir viel Zeit mit Ward und Agent 33, aber auch die weitere Herangehensweise rund um Skye wird vorangebracht und mehr zu einem neuerlichen Geheimnis offenbart.

Szenenfoto aus der Episode „Love In The Time Of HYDRA“ der US-Serie „Marvel's Agent of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Love In The Time Of HYDRA“ der US-Serie „Marvel's Agent of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Die neue Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode hat den griffigen englischen Titel Love In The Time Of HYDRA und beschert uns ein Wiedersehen mit Grant Ward (Brett Dalton) und Agent 33 (ĂŒber weite Teile der Episode Ming-Na).

Face Off

Im Midseason-Finale gab es das letzte Lebenszeichen der beiden Ex-S.H.I.E.L.D.-Agenten und nun sehen wir, dass sie sich blendend verstehen und einander geholfen haben. Bei Ward muss man seit seinem Hydra-Outing natĂŒrlich immer seine Motive hinterfragen und da bildet diese Episode absolut keine Ausnahme. Ward ist zumindest teilweise aufrichtig, weil er ihr seine eigene Gesundung verdankt. DafĂŒr revanchiert er sich nun, indem er veranlasst, dass ihr entstelltes Gesicht repariert wird. Um das zu erreichen sorgen sie in einem Diner fĂŒr eine Überfallszene, die an „Pulp Fiction“ erinnert. Mit der eingebauten Tarntechnologie kann Agent 33 dann per Scantechnologie neue Gesichter nachahmen, auch wenn es mit der Stimme noch Nachholbedarf gibt und sie (vorerst) nur drei Gesichter auf einmal speichern kann.

Problematisch ist nur, dass sie sich nicht an ihr Originalgesicht erinnert, wogegen Ward allerdings auch etwas unternehmen will. FĂŒr die Hilfe möchte sie sich revanchieren, doch sie hat nichts, womit sie ihm entschĂ€digen kann - außer ihrem Körper. Ward beteuert, dass er das nicht tut, um selbst davon zu profitieren (was zu beweisen wĂ€re), lĂ€sst sich aber dennoch kurzzeitig von ihr bezirzen, da sie sich Skye (Chloe Bennet) als Gesichtsavatar herausgepickt hat.

Dass die Autoren Agent 33 als fleischgewordene Versuchung fĂŒr Ward prĂ€sentieren ist gleich auf doppelte Hinsicht brisant, denn mit May hatte er einst eine AffĂ€re und Skye ist diejenige, fĂŒr die er GefĂŒhle hegt, auch wenn er inzwischen einsieht, dass das nicht (mehr) auf Gegenseitigkeit beruht. SpĂ€testens als sie auf ihn geschossen hat, dĂŒrfte ihre Abneigung klar geworden sein. Man muss sowohl Bennet als auch Ming-Na loben, denn beide spielen hier gleich zwei Rollen und liefern dabei ordentliche verletzliche Leistungen ab.

Ward selbst bleibt bei gewissen ZusammenhĂ€ngen verblendet, denn die FamilienzusammenfĂŒhrung von der er spricht, hat so natĂŒrlich nicht stattgefunden, aber er macht sich seine Welt, frei nach Pippi Langstrumpf, eben wie sie ihm gefĂ€llt. Das Ziel der beiden ist Bakshi (Simon Kassianides) also derjenige, der Agent 33 ĂŒberhaupt erst ihrer Umprogrammierung unterzogen hat und dem sie verdankt, dass sie mit dem falschen Gesicht gestraft ist. Da dieser sich in MilitĂ€rhaft befindet, versuchen sie also in seine Zelle vorzudringen, um an ihn heranzukommen, damit die Agentin ihre Vergangenheit bewĂ€ltigen kann. Ähnlich wie es Brent Ward mit seinem Bruder Christian getan hat.

Mit ihrer neuen FÀhigkeit kann sie sich nÀmlich prima als Glenn Talbots (Adrian Pasdar) Frau ausgeben oder andere Damen und auch einen Herren nachahmen.

Interessant ist, dass der Plan ziemlich raffiniert ist, daTalbot der Sache scheinbar auf die Schliche kommt und an die VerdÀchtigen einige Fangfragen stellt - im Endeffekt ist das auch nur als elaborierte Ablenkung zu sehen, um an Bakshi heranzukommen, wÀhrend ein Spion in den eigenen Reihen vermutet wird, denn genau dann wechselt Agent 33 das Geschlecht.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Love In The Time Of HYDRA%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agent of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Bakshi freut sich jedenfalls zu frĂŒh ĂŒber das Wiedersehen mit 33 und muss nun seine eigene Medizin in Form der Hypnoseprozedur schlucken. Wir werden sehen, was die beiden mit ihm vorhaben. Will Ward sich vielleicht an die Spitze von Hydra hieven? Zuzutrauen wĂ€re es ihm. Nur was dann?

Talbots Auftritt stellt die Figur typisch pseudo-fĂ€hig dar. Zwar riecht er den faulen Braten und hat einige gute AnsĂ€tze beim AufspĂŒren seiner Gegner, wird jedoch trotzdem ĂŒbertölpelt, was nun schon ziemlich oft geschehen ist. Und nun hat er auch noch eine kleine Ehekrise zu verkraften, da er so fahrlĂ€ssig und kaltschnĂ€uzig mit seiner Frau umspringt.

The Real S.H.I.E.L.D.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Love In The Time Of HYDRA%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agent of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Hunter (Nick Blood) und Mack (Henry Simmons) sind derweil beim angeblichen echten S.H.I.E.L.D., das damals, unter anderem, von Robert Gonzales (Edward James Olmos) gegrĂŒndet wurde, um eine transparente Alternative zu Nick Furys (Samuel L. Jackson) zu bieten. Denn das andere S.H.I.E.L.D. hat sich viel zu sehr in Geheimnissen und doppelten Böden verloren und wurde zu undurchsichtig, so Gonzales. Dass das echte S.H.I.E.L.D. nicht den Durchblick hat, erkennt man beispielsweise daran, dass sie Fury tatsĂ€chlich fĂŒr tot halten und Coulson aufgrund seines Interesses fĂŒr Alien-Kultur fĂŒr eine Gefahr und BĂŒrde klassifizieren, wie sich schon mehrfach gezeigt hat, zuletzt etwas in Puerto Rico. Hunter kauft ihnen ihre Mission aber nicht ab, da er Coulson, trotz kleinerer Fehler fĂŒr den besten Mann in der FĂŒhrungsrolle hĂ€lt. Sie versuchen Hunter damit zu ĂŒberzeugen, dass Gonzales eng mit Isabel Hartley (Lucy Lawless) befreundet war und ihr ableben hĂ€tte verhindert werden können - ebenso wie die Transformation von Skye und Raina. Trotz einiger ErklĂ€rungen, bleibt doch ungesagt, warum genau Coulson nun unbedingt aus dem Verkehr gezogen werden muss und sich nicht schwerwiegenderen Problemen gewidmet wird, etwa der restlosen Ausrottung von Hydra oder anderen Bedrohungen.

Muss es wirklich schlecht sein, wenn Mensch und Alien-DNA aufeinandertreffen? Das scheint nĂ€mlich ein Problem zu sein, was das echte S.H.I.E.L.D. beschĂ€ftigt und so setzen sie alles daran ihn zu entmachten. Hunter wird ebenfalls zum Problem, denn die AusfĂŒhrungen und die Worte von Bobbi (Adrianne Palicki) ĂŒberzeugen ihn ĂŒberhaupt nicht. Da Bobbi allerdings von ihrer Sache ĂŒberzeugt ist und sich eben nicht dazu verleiten lĂ€sst mit ihm zu verschwinden, tritt er die Flucht an, trifft jedoch auf einigen Widerstand und entdeckt bald, dass er sich auf eine Art FlugzeugtrĂ€ger befindet. Allerdings gelingt ihm doch irgendwie den Flucht auf einem Vehikel und nun hat die Organisation zwölf Stunden, bevor er seine Kollegen warnen kann. Ob man sich Bobbis LoyalitĂ€t hundertprozentig sicher sein kann, muss sich ebenfalls noch zeigen. Ihren Ex Hunter hat sie zumindest schon einmal entkommen lassen.

Die Storyline muss noch mehr Fahrt aufnehmen, um mich vollends zu ĂŒberzeugen, dazu gehört auch klar zu machen, was genau das Ziel hinter der Gegenorganisation ist. Baut man eine mehr oder minder subtile Alien-Rassismus-Kritik ein, könnte es vielleicht interessant werden, wenn man Coulson allerdings nur „Aus GrĂŒnden“ absetzen will, hĂ€tte man hier einiges Potential liegen lassen. Außerdem mĂŒssen wir noch weitere Ressourcen sehen, die diese S.H.I.E.L.D. hat und ob der Name tatsĂ€chlich auf lange Sicht der gleiche bleiben wird. Denn manche von uns wissen, wie gut es funktioniert hat Coke und New Coke oder Pepsi und Crystal Pepsi parallel auf den Markt zu bringen.

Wie soll es mit Skye weitergehen?

Auf Anraten von Mays Ex Andrew (Blair Underwood) soll Skye aus dem aktiven S.H.I.E.L.D.-Dienst entfernt werden. Diese EinschĂ€tzung teilt auch ihre Ausbilderin May (Ming-Na), die sich von der Situation ĂŒberfordert fĂŒhlt. Besonders da niemand damit hĂ€tte rechnen können, dass sie sich selbst solche Verletzungen zufĂŒhrt. SuperkrĂ€fte plus Aliens sind eben noch unbekanntes Terrain fĂŒr Coulsons Team. Der ewige Optimist Coulson (Clark Gregg) glaubt daran, dass man eine Lösung findet, bis man etwas Konkretes hat, unternimmt er jedoch einen Ausflug mit der jungen Frau und bringt sie in einem Safe House fĂŒr Superwesen unter, wo auch schon der gute Steve Rogers (Chris Evans) nach seinem Auftauchen war.

Auf den Weg dorthin erzĂ€hlt Coulson ihr von seinem angespannten VerhĂ€ltnis zu seinem Vater mit dem ihm hauptsĂ€chlich das Autoschrauben, an Lola verbunden hat, wĂ€hrend Skyes Vater ein manipulativer GrĂ¶ĂŸenwahnsinniger ist, der ĂŒber Leichen geht.

In ihrem temporĂ€ren Zuhause wird Skye videoĂŒberwacht und May wird alle Tage vorbeischauen. Dazu kriegt sie Handschuhe, die ihre KrĂ€fte unterdrĂŒcken und von Simmons geschaffen wurden, allerdings soll es dabei noch ein paar Nebenwirkungen geben.

Wenn die Autoren hier nicht etwas rund um Agent 33 und Ward aufbauen, was dann? Und dann wÀren ja da noch die Inhumans, die im Hintergrund agieren und sicherlich auch noch das ein oder andere Auge (nicht beleidigend gemeint lieber Inhuman-Gordon) auf sie werfen.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Ein Thema dieses Staffelabschnitts von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ist ohne Frage der Umgang mit Fremdartigkeit und Außerirdischen. Das Real-S.H.I.E.L.D.-Lager und Simmons (Elizabeth Henstridge) scheint gewisse Zweifel an allem, was irgendwie fremdartig ist, auch wenn die Angst teilweise ĂŒberzogen oder unbegrĂŒndet scheint. Fitz (Iain De Caestecker) und Coulson sind da schon optimistischer, empathischer und offener und verurteilen vor allem nicht vor. Allerdings ist Coulson im Falle Skyes relativ ĂŒberfragt und muss selbst in sich gehen und nach einem Lösungsansatz suchen, denn statt Skyes Vertrauter zu sein, ist er der Vollzeit-Direktor.

Am Ende wird es zwischen den Lagern auf einen Kompromiss hinauslaufen, denn wegen eines solchen Konflikts wird das Team sicherlich nicht zerbrechen, auch wenn beispielsweise die Beziehung zwischen FitzSimmons sehr darunter leidet, dass die Sichtweisen miteinander kollidieren.

ZunĂ€chst jedoch soll sich Bobbi wieder in die Reihen von Coulson eindringen und ihn und seine Geheimnisse aus dem Verkehr ziehen, statt den veranschlagten zwölf Stunden will sie ihre Mission in sechs erfĂŒllen, denn Hunter könnte sie jederzeit auffliegen lassen. Wir werden sehen, was genau sie also unternehmen wird.

Denn gleichzeitig wollen auch May und Coulson Mack befragen, dem beide nach ihren Unterredunden mit ihm nicht vertrauen. Talbot hat Coulson darĂŒber informiert, dass Ward und 33 bei ihm eingedrungen sind und dabei zwei seiner Mitarbeiter getötet haben, wĂ€hrend Mack weitergegeben hat, was Coulson mit Skye getan hat. Es brennt also gleich wieder an mehreren Fronten.

Fazit

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Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Love In The Time Of HYDRA%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agent of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC

Love In The Time Of HYDRA ist eine solide, aber keine herausragende Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.. Schön ist es, Ward und 33 wiederzusehen und weiterhin bleiben seine PlĂ€ne undurchsichtig, auch wenn ich diesmal Vermutungen habe, wo die Reise der beiden hingehen könnte. Die Handlung der beiden und vor allem das Spiel von Ming-Na, Chloe Bennet und kurz auch Maja Stojan ist fĂŒr mich das Highlight der Episode.

Die Handlung um das vermeintliche echte S.H.I.E.L.D. weiß hingegen nicht ganz zu ĂŒberzeugen, weil die Motivation der Organisation noch besser ausgearbeitet werden muss. Vielleicht Ă€ndert sich das ja schon in der nĂ€chsten Episode, doch bislang wirkt das echte S.H.I.E.L.D. nur wie ein Abziehbild der Fury/Coulson-Variante mit fadenscheinigen und verblendeten Motiven. Da können auch die netten Gaststars - neben Olmos auch Kirk Acevedo (Fringe, The Walking Dead) nur bedingt Abhilfe schaffen.

Skye wird aktuell in Stellung gebracht, damit sie demnĂ€chst wahrscheinlich entweder in Wards HĂ€nde oder zu den Inhumans gespielt wird. Nach etwa drei Episoden in den Chloe in Zellen eingesperrt war und sich selbst bemitleidet, ist es nun Zeit fĂŒr die nĂ€chste Entwicklungsstufe.

Trailer zur Episode One Door Closes (2x15):

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 25. MĂ€rz 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x14 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 14
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x14)
Deutscher Titel der Episode
Liebe in Zeiten von HYDRA
Titel der Episode im Original
Love In The Time Of HYDRA
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 24. MĂ€rz 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 11. September 2015
Autor
Brent Fletcher
Regisseur
Jesse Bochco

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x14

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