Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x02

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x02

Die zweite Episode der zweiten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. bestätigt den guten Ersteindruck. Heavy Is the Head dringt tiefer in die Seelenwelt der Figuren ein und vergisst dabei die Veränderungen im Team nicht.

Szenenfoto aus der Episode „Heavy Is the Head“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Heavy Is the Head“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D“ / (c) ABC

Heavy is the Head setzt die Geschichte von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. nahtlos fort und das nur wenige Augenblicke nach dem Staffelauftakt. Wir erhalten über bereits vermutete Aussagen Gewissheit und sehen neue Dynamiken zwischen den Mitgliedern des veränderten Teams.

Verrät Hunter das Team?

Hartley (Lucy Lawless) und Idaho (Wilmer Calderon) sind tot und Hunter (Nick Blood) lebt. May (Ming-Na) findet ihn im Wrack und will wissen, was vorgefallen ist. Hunter sagt ihr, dass sie lieber Creel (Brian Patrick Wade) verfolgen soll, als sich um ihn zu kümmern. Mit einer Art Minischweißer kann er sich selbst befreien, wird jedoch bald vom Militär aufgesammelt und gerät so bald an Glenn Talbot (Adrian Pasdar). Dieser bietet ihm alles an, was er will. Nach kurzem Geplänkel stellt sich letzteres als zwei Millionen Dollar und eine anständige und öffentliche Beerdigung für Hartley heraus. Das Geld für die Hatz nach Coulson (Clark Gregg), den Talbot gerne auf dem Silbertablett serviert bekommen würde, stammt von einem wohlhabenden Senator.

Obwohl May die Verfolgung von Creel aufgenommen hat, befiehlt Coulson ihr, nicht den Kampf mit dem Absorbing Man zu suchen, da der Direktor wissen möchte, wer ihm seine Befehle erteilt. Triplett (B. J. Britt) und Skye (Chloe Bennet) verstehen sich auch in dieser Episode wieder blendend. Wird hier angedeutet, dass aus ihrer Freundschaft mehr werden könnte? Das Team versucht jedenfalls, den Bus wieder voll funktionstüchtig zu bekommen, um mit den begrenzten Mitteln effektiver arbeiten zu können und auch aus dem Verborgenen heraus zu agieren.

Skye findet bei ihrer Recherche heraus, dass auf dem Obelisk einige der gleichen Symbole zu finden sind wie bei Coulsons zu knackender Botschaft, die womöglich außerirdischen Ursprungs ist. Fitz (Iain De Caestecker) ist nach wie vor in seiner eigenen kleinen Welt, in der Simmons (Elizabeth Henstridge) nicht das Team verlassen hat und ihm stattdessen als unterstützender Engel zur Seite steht. Das fällt irgendwann auch Mac (Henry Simmons) auf, der daher beschließt, ihm unter die Arme zu greifen. Von Ward fehlt in der Episode jede Spur.

Dafür taucht Raina (Ruth Negga) aka das faszinierende „Girl in a flower dress“ wieder auf, die sich nicht mehr im Lohn und Brot von Hydra befindet, sondern mit dem mysteriösen Mann (Kyle McLachlan) kooperiert. Sie versucht, Creel, den es in ein Diner verschlägt, von Hydra abzuwerben, indem sie ihm den Stoff Carbyne anbietet. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der dreimal so hart wie ein Diamant ist, aus Sternenstaub gewonnen wird und sogar Energie einlagern kann, was Creel durchaus nützlich sein könnte. Der Obelisk lässt nämlich seine Kräfte verrücktspielen. Creel ist jedoch unschlüssig, da ihn Hydra zusichert, dass man sich um ihn kümmern würde. Dennoch entwendet er kurzerhand Rainas Geschenk, was sich aber noch rächen soll, denn sie hat eine Peilvorrichtung darin versteckt und gibt daraufhin Coulson den Tipp, dass man ihn damit orten könnte.

FitzMac

Obwohl Fitz nicht im Vollbesitz seiner Fähigkeiten ist, hat er doch noch einige gute Ideen. Es ist ohnehin interessant, was mit dieser Figur gemacht wird. Wenn man es sich nämlich recht überlegt, leistet er im Moment Arbeit für zwei. Er ist FitzSimmons in Personalunion, denn er bildet sich ihren Wissensstand ein oder kann zumindest mit der vorgestellten Simmons so manche Kopfnuss knacken. Er kommt etwa auf die Idee, nach einem Gadget zu suchen, das Creels Fähigkeiten unterbrechen kann. Im Endeffekt muss Mac ihm beim Suchen helfen, aber in dem Fundus an bisherigen Erfindungen lässt sich schnell das richtige Gerät orten und auch die Thematik rund um das Thema cloaking wird aufgelöst.

Währenddessen hat Coulson ein Team, bestehend aus May, Skye und Triplett, zusammengestellt und das soll nun Creel überlisten. Diesem schließt sich auch der rachsüchtige Hunter an, bei dem nicht ganz klar ist, ob man ihm vertrauen kann oder ob er das Team ans Messer liefert. Und so kommt es auch, dass er zuerst May und Skye mit dem Icer (also der Betäubungspistole) schlafen legt und danach den als Sniper postierten Triplett ebenfalls betäubt, nur um dann mit dessen Scharfschützengewehr auf Creel zu schießen. Der trifft sich mit seinem neuen Hydra-Verbindungsmann, um das weitere Vorgehen zu klären.

Bei Hunters Versuch, Creel zu töten, verwandelt der sich aber wieder in eine metallische Version seiner selbst und verprügelt den überraschten Hunter nach Strich und Faden. Erst durch Coulsons persönliches und überraschendes Eingreifen mit dem von Fitz entwickelten Gerät (welches wohl fertig herumliegen musste oder durch Mac superschnell gebaut werden konnte) gelingt es, Creel dingfest zu machen.

Im Anschluss übergibt Coulson seinen Gefangenen an Talbot und schlägt ihm vor, die Zusammenarbeit auf diese Art und Weise fortzusetzen: S.H.I.E.L.D. nimmt Schurken hoch und liefert sie ab, während Talbot sich Hoffnungen auf Ruhm und Beförderungen machen kann. Außerdem demonstriert Coulson mit dem Bus und dem Quinjet, deren Tarnvorrichtung inzwischen funktioniert, dass S.H.I.E.L.D. durchaus noch einige Asse im Ärmel hat.

Raina und der mysteriöse Mann

Allerdings fällt der Obelisk doch in Rainas Hände. Ihr Auftraggeber mit den blutverschmierten Händen fordert sie auf, das 0-8-4, das bisher fast alle getötet hat, die es berührt haben, in die Hand zu nehmen - und tatsächlich überlebt sie die Erfahrung. Allerdings leuchtet es wild auf und offenbart eine unerklärliche Lichtshow. Ich muss an dieser Stelle wohl noch vorsichtig sein, was die wahre Identität von McLachlans Figur angeht, doch, dass er Raina und seiner Tochter das Objekt erklären will, spricht wohl Bände, zumal bereits im Staffelfinale angedeutet wurde, in wessen Auftrag Raina handelt.

Hintergründe zu Hunter, Fragezeichen bei Coulson

Die Geschichte rund um Hunter stellt diese neue Figur recht gut vor. Schnell gibt es Hintergrundinfos, damit den Zuschauern die Figur nicht egal ist. Das dauerte in der ersten Staffel in manchen Fällen noch zu lang. Wir wissen nun, wo er und Izzy sich kennenlernen, wissen um die tragische Hintergrundgeschichte von Izzys Schwester und deren Mutter, um die Bewandtnis des Anhängers und wahrscheinlich ist uns auch bekannt, dass man Hunter nicht hundertprozentig trauen sollte. Coulson gibt ihm im Endeffekt alles, was er haben möchte. Außer den von Talbot zugesicherten zwei Millionen Dollar. Obwohl Hunter das Team auf Eis gelegt hat, bietet Coulson ihm einen Platz im Team an, vor allem, weil er sich selbst als neuer Direktor zurückhalten muss - und weil mit ihm etwas nicht stimmt.

Zwar hat er sich seit 18 Tagen nicht mehr in Mays Obhut zum Testen begeben, als er es dann aber tut, schnitzt er folglich wieder eine Wand mit den mysteriösen Botschaften voll. Mit dem Tempo, mit dem die Serie aktuell vorprescht, dauert es hoffentlich nicht allzu lange, bis hierzu Aufklärung folgt.

Hunters Dialog mit Skye, die S.H.I.E.L.D. als ihre Berufung ansieht, gehört zu den stärksten der Episode. Das Vertrauen in die Autoren ist seit der Hydra-Offenbarung so stark, dass solche Hinweise nun besonders die Alarmglocken schlagen lassen, besonders, wenn im Hintergrund schon die mysteriöse Figur aufgebaut wird.

Figurenentwicklung

Inzwischen macht es bei „Agents of S.H.I.E.L.D.“ wegen der Figuren Spaß zuzusehen und nicht trotz der Figuren, die teilweise eine halbe Staffel und länger den Weg ins Herz des Zuschauers finden mussten. Skye sorgt durch ihren Humor (die Yogaunterhaltung mit Coulson) für Lockerheit und hat einen gewissen Reifeprozess durchgemacht. Dieser sorgt dafür, dass einen als Zuschauer interessiert, was passiert, wenn sie endlich mehr über ihren Vater erfährt und Coulsons Botschaften knacken kann. Gleichzeitig ist sie hungrig auf Außeneinsätze. Fitz ist als tragische Figur einfach nur faszinierend und die Autoren finden hier die Balance zwischen Herzschmerz und Liebenswürdigkeit. Mit Mac stellt man ihm nun einen neuen Unterstützer an die Seite, der seine nicht ganz fertigen Ideen umsetzen kann und ihm vielleicht auf die Sprünge hilft, wenn es darauf ankommt.

Weiterhin will man unbedingt wissen, wohin Simmons gegangen ist und was sie dort tut. May, der im letzten Review vielleicht etwas Unrecht getan wurde, ist Skyes Mentorin sowie der Fels in der Brandung und die rechte Hand Coulsons, die ihn gleichzeitig prüfen muss, auch wenn er sich lange Zeit dagegen wehrt. Coulson selbst darf wieder ein paar witzige Sprüche reißen (Cake Boss und die Anspielung auf die Pfadfinderehre etwa) und sieht ein, dass er auch die Hilfe anderer annehmen muss und nicht alles mikromanagen darf.

Dazu kommt das Comeback von Raina, die sich - wie regelmäßige Reviewleser wissen - ohnehin einen Platz in meinem Herzen erspielt hat. Ihr toller Spruch zum Thema Welteroberungspläne sitzt und die Zusammenarbeit fernab von Hydra macht sie wieder einmal zu einem Faszinosum.

Überhaupt ist die Idee, mehrere Fraktionen (Militär, S.H.I.E.L.D., Hydra, Raina und Auftraggeber) zu etablieren, eine gute und birgt viel Storypotential. Etwa, wenn sich herausstellen sollte, dass der Senator von dem Talbot spricht, auch Dreck am Stecken hat und beispielsweise mit Hydra unter einer Decke stecken sollte. Oder, wenn Talbot endlich einsieht, dass Coulson ein guter Mann ist. Talbot selbst wirkt durch seine uneinsichtige Art wie J. Jonah Jameson aus dem „Spider-Man“-Universum und verkompliziert die Lage rund um den Underdogstatus von S.H.I.E.L.D. auf angenehme Weise. Ein bisschen kann das gerne noch weitergehen, aber hoffentlich steckt hier noch ein Plan oder eine Offenbarung dahinter.

Fazit

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So kann es gerne weitergehen. Heavy Is the Head ist die zweite ordentliche „MAOS“-Folge hintereinander und macht beim Zuschauen Spaß, weil man inzwischen mit den Figuren mitfiebert. Diesmal gibt es das Comeback einiger faszinierender Figuren aus der Vergangenheit und das offizielle Debüt eines neuen potentiellen Schlüsselspielers, der die Balance der Serie ordentlich auf den Kopf stellen könnte. Die Absorbing-Man-Effekte waren erneut okay, es schadet aber auch nicht, in der nächsten Episode einen neuen Feind zu präsentieren. Die Mischung aus Humor, Spannung und Charakterentwicklung weiß zu gefallen und es werden genug Rätsel angeschnitten und aufrechterhalten, so dass das Interesse bei mir konstant hoch bleibt.

Dazu wird den neuen Castmitgliedern (Hunter und Mac) ausreichend Zeit eingeräumt, um sie etwas besser kennenzulernen. Ich freue mich - vor allem nach dem Teaser - schon sehr auf die nächste Folge.

Trailer zur Episode Making Friends and Influencing People der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 1. Oktober 2014

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x02 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 2
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x02)
Deutscher Titel der Episode
General Talbot
Titel der Episode im Original
Heavy is the Head
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 30. September 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 19. Juni 2015
Autor
Paul Zbyszewski
Regisseur
Jesse Bochco

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x02

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