Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x18

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x18

In der Episode Providence der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. müssen die Ereignisse aus der vorherigen Episode erst einmal verarbeitet werden. Die beiden Lager machen ihre jeweils nächsten Schritte und Coulsons Team tappt erst einmal im Dunkeln.

Szenenfoto aus der Episode „Providence“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Providence“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Providence heißt die 18. Episode der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. und sie setzt den Handlungsbogen um die Hydra-Infiltration bei S.H.I.E.L.D. nahtlos fort. Noch immer herrscht im Team und auch bei den Zuschauern eine Frage vor: „Wem kann man trauen?“

Blieben am Ende der 17. Episode Zweifel darüber, ob Agent Ward (Brett Dalton) wirklich zu Hydra gehört oder nicht, scheint es zumindest in dieser Folge so, als bestünde daran vorerst kein Zweifel. Dafür wirkt eine andere zurückkehrende Figur so, als könnte sich ihre Loyalität noch ändern.

Die Rückkehr des „Girl in a flower dress“

Ward befreit nämlich Raina (Ruth Negga) aus ihrer Gefangenschaft - diese ist überrascht, als sie die Person sieht, die sie herausholt. Wards Doppelagentenstatus ist also wirklich ein gut gehütetes Geheimnis. Gemeinsam reisen sie nach Kuba, wo sich Agent Garrett (Bill Paxton) als Clairvoyant zu erkennen gibt. Überraschend ist die Reaktion Rainas, die enttäuscht darüber scheint, dass sie es nicht mit einem echten Hellseher, sondern nur mit einem charmanten ranghohen S.H.I.E.L.D.-Agenten zu tun hat, der in Wirklichkeit Hydra angehört. Neugierig ist sie dennoch darüber, was nun von ihr erwartet wird. Mit einer kleinen Aufmerksamkeit wurde sie schon geködert: ein neues Kleid mit Blumenmuster.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Providence%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Raina ist ohnehin schon immer eine rätselhafte Figur gewesen, deren Motive nie ganz klar in Schwarz und Weiß einteilbar waren. In dieser Episode wird man - vor allem nach der letzten Episode - das Gefühl nicht los, dass vielleicht auch sie mehr ist, als alle von ihr denken. Wäre es nicht möglich, dass sie ebenfalls undercover ist und es sich hierbei um eine S.H.I.E.L.D.-Agentin handelt?

Trotzdem vertraut Garrett ihr ein wichtiges Projekt an. Bei seinem Einsatz mit Coulson in der S.H.I.E.L.D.-Einrichtung „Guest House“ ist es Garrett gelungen, einige der Seren einzustecken, doch diese hatten keinerlei positive Auswirkungen auf seine Versuchskaninchen: Raina Phase drei fortsetzen und die Arbeit von Simmons im Fall von Skyes Genesung überprüfen. Dazu hat Ward eine Festplatte eingesteckt, die ihre Fortschritte protokolliert hat. Allerdings stellt sich bald heraus, dass Skye die Festplatte so kodiert hat, dass nur sie selbst die Verschlüsselung öffnen kann, damit die Daten nicht in die falschen Hände geraten. Das bedeutet, dass Skyes Anwesenheit unabdingbar ist, um mit dem geheimen Plan voranzukommen.

Im Erzählstrang um Raina, Garrett und Ward sticht ein Dialogaustausch zwischen Ward und dem girl in the flower dress besonders hervor. Raina verhört, wenn auch sehr charmant, Ward förmlich, wie es zu seinem Verrat kam. Dieser hat auch keinerlei Bedenken ob der Loyalität Rainas und plaudert frei von der Leber. Etwa darüber, dass er das Vertrauen des Teams gewinnen konnte, weil er Simmons bei ihrem Sprung aus dem Flugzeug gerettet hatte oder - im Falle von May - durch eine Affäre. Außerdem brauchte Coulson (Clark Gregg) angeblich jemanden, den er unter seine Fittiche nehmen konnte und Skye wäre die härteste Nuss gewesen.

Raina hört sehr gespannt zu und gibt selbst unverblümt zu, dass sie Sympathien gegenüber Coulson hatte und einen Betrug nur schwer nachvollziehen kann. Doch Ward hat seinem Mentor Garrett offenbar mehr zu verdanken als Coulson, warum genau kriegen wir vielleicht noch zu sehen. Ebenso dann die Antwort auf den geheimen Plan, den die beiden aushecken.

Die andere Seite Wards, nämlich die vermeintlich echte, zu Gesicht zu bekommen, ist durchaus faszinierend. Der bad boy steht ihm gut und seine gesamte Mimik und Körperhaltung ist nun eine andere. Kompliment an die Autoren, dem bisher blassesten Charakter mit einem Mal sehr viel mehr Reiz zu geben.

Der Angriff auf die Fridge

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Garrett und Ward planen gleich mehrere Schritte auf einmal. Dazu gehört ein gezielter Angriff auf die S.H.I.E.L.D.-Einrichtung „The Fridge“, wo nicht nur viele konfiszierte Artefakte liegen, sondern auch gefährliche Gefangene eingesperrt werden. Über eine Finte, in die wohl nicht einmal Ward eingeweiht war - einen fingierten Hubschrauberbeschuss -, verschaffen sie sich nach einigem Zögern der Wachagenten doch noch Eintritt. Mit einem mächtigen Plasmagewehr, das Garrett vor Ort findet, befreien sie die Gefangenen, darunter einige alte Bekannte, die nun Coulsons Team wohl erneut das Leben schwer machen sollen.

Zusätzlich nutzt Ward sein Insiderwissen, um Garrett auf ein tief verborgenes Geheimnis zu stoßen. Aufmerksame Zuschauer können sich bereits denken, dass es hier um das Graviton aus einer der frühen Episoden (The Asset) geht. Bestätigt wird dies in der letzten Sequenz dieser Episode, in der es ein Wiedersehen mit Ian Quinn (David Conrad) gibt. Nach einigen Beschwerden über das Einfrieren seiner Mittel, seiner Gefangenschaft und der Tatsache, dass Garrett und nicht ein echter Hellseher der Clairvoyant ist, freut er sich, eines seiner Investments wieder zu sehen.

Nebenbei baut sich Garrett natürlich auch ein ansehnliches eigenes Team auf: Quinn, Ward, Raina, vielleicht der eine oder andere Gefangene und - nicht zu vergessen - Deathlok (J. August Richards) stehen wohl in seinen Diensten. Da wird es schwer für das dezimierte S.H.I.E.L.D.-Team rund um Coulson mitzuhalten.

Agents of Nothing?

Coulson versucht derweil, die kläglichen Überreste von S.H.I.E.L.D. zusammenzutrommeln und zu koordinieren. Weniger als eine Handvoll Einrichtungen sind noch operationsfähig und zu allem Überfluss meldet sich dann auch noch das US-Militär in Form von Glenn Talbot (Adrian Pasdar) und plant, ein Team vorbeizuschicken, um nach dem Rechten zu sehen. Für Coulson ist dies das Stichwort, sich in den Bus, das Teamflugzeug, zu verziehen. Eine direkte Konfrontation mit dem Militär will er vermeiden und hält Skye (Chloe Bennet) dazu an, ihre Identitäten zu löschen, was aber wohl eine Lösung ist, die kaum bis gar nicht wieder rückgängig zu machen ist.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Providence%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Die Zwietracht im Team ist nach wie vor präsent: Coulson hat zumindest Skye und Fitz (Iain De Caestecker) auf seiner Seite, traut aber selbst May (Ming-Na) nicht mehr, da sie ihn im Auftrag Nick Furys ausspioniert hat. Agent Triplett (B. J. Britt) bietet seine Dienste als Ersatz für Ward an, von dem das Team glaubt, dass er Garrett in seine Zelle bringt, allerdings eigentlich nun mal mit ihm unter einer Decke steckt. Coulson will Triplett zunächst nicht an Bord haben, bis sich Simmons (Elizabeth Henstridge) für ihn starkmacht, da er seine Loyalität beim Test von Victoria Hand bewiesen hatte. Der Bund zwischen Simmons und Fitz ist hingegen etwas geschwächt, wie es scheint.

Dazu kommt, dass das Flugzeug bereits bessere Tage gesehen hat. Zwar funktioniert die Internetverbindung, aber die Treibstoffleitung hat ein Leck, was erst bei der nächsten Landung repariert werden kann. Außerdem weiß Coulson auch nicht, wohin die Reise führen soll.

Als er kurz davor ist, die gesammelten S.H.I.E.L.D.-Abzeichen in einen Tresor zu sperren, fällt Skye ein merkwürdiges Blinken auf. Plötzlich erscheinen Koordinaten, die Coulson für ein Zeichen Nick Furys hält. Den hält die Welt jedoch für tot. May führt weiterhin Coulsons Beobachtung im Auftrag Furys aus und erbittet seine Waffe von ihm, da sie glaubt, er benehme sich verdächtig. Könnte vielleicht sogar Hydra etwas mit seiner Wiederbelebung und seiner Programmierung zu tun haben? Das zumindest befürchtet May. Dabei rutscht ihr heraus, dass es nicht Fury war, der das Projekt T.A.H.I.T.I. verantwortet hat. Wer aber sonst das Sagen hatte, kann oder will sie nicht verraten. Das wiederum bringt Coulson auf die Palme und lässt ihn noch mehr nach Antworten suchen. Dafür weiht May immerhin Skye in ihren Sonderauftrag durch Nick Fury ein.

Willkommen Agent Coulson. Wir haben sie erwartet!

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Dennoch klammert sich Coulson an den Koordinatenhinweis, der das Team in die verschneite kanadische Wildnis bringt - schließlich ist das auch die einzige Chance. Dort angekommen bringt erst das Wegwerfen seines Abzeichens einen Hinweis auf die extrem geheime S.H.I.E.L.D.-Basis „Providence“, wo sie von Agent Eric Koenig (Patton Oswalt) empfangen werden, der das Team über Nick Furys Ableben anlügt. Außerdem teilt er ihnen mit, dass die Fridge kompromittiert wurde, was Skye dazu bewegt, Ward anzurufen. Ohnehin hält sie ihn mehrfach unbewusst auf dem Laufenden, weil sie nicht ahnen kann, dass Ward ein Doppelagent ist.

Die Geheimniskrämerei geht auch in Providence weiter, denn außer Coulson nimmt Koenig niemanden seines Teams ins Vertrauen. Dafür weiht er ihn darüber ein, dass Nick Fury (Samuel L. Jackson) noch am Leben ist. Dessen genauer Aufenthaltsort sei jedoch streng geheim, da nur die wenigsten davon wissen - Captain America und Maria Hill etwa. Dies darf er allerdings niemandem sonst verraten, obwohl Coulson langsam genug von den ewigen Geheimnissen hat...

Dafür wissen nun Ward und Garrett von der Basis und sind dem Rest wieder einen Schritt voraus. Da sie Skye für das Entschlüsseln der Festplatte brauchen, kehrt Ward zum Team zurück und schließt sich ihnen in Providence an. Um seine Story glaubhaft zu machen, schlägt Garrett ihm außerdem ins Gesicht. Über diesen erfahren wir außerdem, dass er körperlich offenbar ebenfalls verändert ist. Was ist das Metall an seinem Torso? Ist es Deathlok-Technologie? Liegt er im Sterben und wollte deswegen über Coulsons Wiederbelebung erfahren? Und was haben sie mit dem Graviton vor?

Sind Wards Gefühle für Skye wirklich echt oder sind auch diese nur gespielt? Beispielweise beschwert er sich bei Garrett darüber, dass Skye angeschossen wurde, weil das nicht abgemacht war. Außerdem scheinen sich die beiden auf die Option geeinigt zu haben, Skye nicht mit Gewalt zur Kooperation zu bringen, sondern sie einlullen oder gar verführen zu wollen.

Verdächtig erscheint in diesem Zusammenhang ein Kommentar, den ich aber vielleicht auch einfach überinterpretiere. Wie schon im Serienpiloten kommt Agent Romanoff (Scarlett Johansson) zur Sprache, denn Garrett vergleicht Ward mit ihr und sagt, dass nicht mal sie zu so etwas fähig war. Für Ward wäre Skye nun schon die zweite Verführung innerhalb des Teams. Gibt es vielleicht ein Black-Widow-Programm (bei Hydra oder einer ähnlichen Organisation), das Agenten beibringt, so an Informationen zu kommen? In den Comics basiert Black Widows Heldenidentität nämlich zu großen Teilen auf genau diesem Fakt, der ans Tierreich angelehnt ist. Die Schwarze Witwe tötet ihren Sexualpartner auch nach dem Akt. Vielleicht greift das aber auch zu weit.

Im Telefonat mit Skye, das Garrett mithört, macht Ward deutlich, wie tief er in einer Rolle steckt, als er beispielsweise Tom Brady, den Namen eines Footballers als neue Identität nennt, obwohl er dessen Verein hasst. Wer hätte gedacht, dass Agent Ward so überzeugend schauspielern kann? Oder ist das nicht nur geschauspielert?

Dadurch und durch das Gespräch mit Raina wird deutlich, dass die Verschwörung schon sehr lange im Gange ist und noch vor seinem Beitritt zum Team geplant war. Vielleicht etwas zu dick aufgetragen sind nun die verdächtigen Blicke Wards, die unterstreichen sollen, dass er zu den Bösen gehört. Natürlich halten die Autoren sich hier die Möglichkeit frei, die endgültige Offenbarung möglichst dramatisch für Skye zu machen, wenn diese davon erfährt. Das läuft dann aber Gefahr, die gegenteilige Wirkung der wendungsreichen 17. Episode zu haben. Dort war der Schock ja deshalb so effektiv, weil kaum einer mit diesem Verrat gerechnet hatte. Wir werden sehen. Inzwischen haben die Autoren jedenfalls wieder etwas Vertrauen verdient, denn auch diese Episode ist kurzweilig und unterhaltsam.

Nach so vielen einfachen Siegen für die Guten ist es zur Abwechslung einmal erquicklich, dass auch die Bösen mehrere Schritte nach vorne gehen und vorerst am längeren Hebel sitzen. Dann ist es beim unvermeidlichen Sieg ein umso schönerer und verdienterer Erfolg für die „Agents of Nothing“.

Fazit

Die vorherige Episode ist schwer zu toppen - das versucht Providence allerdings auch gar nicht. Vielmehr werden die Ereignisse verarbeitet und die nächsten Schritte in die Wege geleitet. Bedrohungen erscheinen an mehreren Fronten. Nicht nur Hydra agiert nämlich weiter, sondern auch das Militär ist Coulson und Co auf den Fersen und die Ausrüstung und die Ressourcen waren auch schon einmal deutlich besser, ebenso wie der Teamzusammenhalt.

Trotz aller Dramatik bleiben auch Momente des Humors, etwa durch Patton Oswalt und seine Freude für Lanyards, aber auch durch die Verballhornung des „Hail Hydra“-Rufs durch Garrett. Sehr spannend bleibt außerdem die Frage nach der Loyalität der Widersacher: Ist Raina wirklich mit Hydra im Bunde oder hat sie eine eigene Agenda? Könnte sie überlaufen? Wir werden es hoffentlich bald erfahren.

Vorschau auf die Episode The Only Light in the Darkness (1x19) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 16. April 2014

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x18 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 18
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x18)
Deutscher Titel der Episode
Das Odyssee-Protokoll
Titel der Episode im Original
Providence
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 15. April 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 30. Mai 2014
Autor
Brent Fletcher
Regisseur
Milan Cheylov

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x18

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