Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x17

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x17

Wer dachte, die vorherige Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. war wendungsreich und stark, der wird in Turn, Turn, Turn eines Besseren belehrt. Hier haben wir es mit der großen Sternstunde der ABC-Begleitung des Marvel Cinematic Universe zu tun.

Szenenfoto aus der Episode „Turn, Turn, Turn“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Turn, Turn, Turn“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Ein letztes Mal gebe ich die Warnung, sich „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ anzugucken, ehe man sich die aktuellen Episoden der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. zu Gemüte führt. Spätestens mit dieser Episode, die auf den Namen Turn, Turn, Turn hört, wird hier nicht mehr auf Nachzügler Rücksicht genommen. Und das ist vielleicht die beste Entscheidung, die die Serienmacher treffen konnten. Endlich fühlt sich die Serie eindeutig wie ein Teil des Marvel Cinematic Universe an, endlich fühlt sie sich wie etwas an, das aus der Joss-Whedon-Familienschmiede kommt. Und endlich ist nicht mehr alles eitel Sonnenschein.

Wer ist der Maulwurf? Wer lügt?

Agent May (Ming-Na) steht aufgrund ihrer geheim gehaltenen direkten Leitung im Verdacht, ein Maulwurf zu sein. Auch die Tatsache, dass sie auf Fitz (Iain De Caestecker) geschossen hatte, hat sie von diesem Verdacht nicht gerade befreit. Allerdings rückt sie bald mit der Sprache heraus, wer am Ende der Leitung sein soll. Dabei handelt es sich um einen direkten Draht zu Nick Fury (Samuel L. Jackson), den sie über etwaige Nebenwirkungen von Coulsons (Clark Gregg) Lebensrettung immer auf dem Laufenden halten soll. Gleichzeitig wird der Bus, wie das Flugzeug des Teams bekanntlich heißt, von Agentin Victoria Hand (Saffron Burrows) umgeleitet - mit dem Befehl, alle an Bord zu töten, außer Coulson. Damit hat sich Hand schnell zur Hauptverdächtigen gemacht, was die Identität des Clairvoyants angeht.

Nebenbei wird auch Agent Gareth (Bill Paxton) von S.H.I.E.L.D.-Drohnen unter Beschuss genommen. Erfolgreich kann er aber zumindest eine alleine abwehren und die andere mithilfe Coulsons loswerden, um dann zum Rest des Teams zu stoßen. Das Team hat aber auch schon bessere Zeiten gesehen: Ward (Brett Dalton) ist nach dem Vorfall um den Mord an Thomas Nash, den er für den Hellseher gehalten hat, immer noch in der Verhörzelle eingesperrt. Agent Simmons (Elizabeth Henstridge) ist quasi auf eigene Faust ins Hub gereist, um dort Skyes (Chloe Bennet) Blutprobe auf molekularer Ebene untersuchen zu lassen - obwohl Coulson das explizit untersagt hatte und eine interne Lösung wollte, bis man den nächsten Schritt wagt. Denn: Ganz eindeutig stimmt bei S.H.I.E.L.D. etwas nicht. Sehr wahrscheinlich ist ein ranghoher Agent der große Feind, der sich mit dem Team angelegt hat.

So steht diese Folge auch unter dem Motto: „Wem kann man noch trauen?“ Simmons etwa ist paranoid, was ihren geheimen Verehrer Agent Triplet (B. J. Britt) angeht, der im Hub wissen möchte, woran sie arbeitet. Tatsächlich weiht sie ihn auch ein und erhält so sein Vertrauen und seine Unterstützung. Auch wenn es hier lauter schöne Suspensemomente gibt, in denen man seine Motive anzweifeln kann... Etwa, als Anne Weaver (Christine Adams) die beiden von dem Angriff auf die S.H.I.E.L.D.-Academy berichtet. Danach schließt Triplet, begleitet durch spannende Musikuntermalung, verdächtig die Tür ab und zückt sein Messer, nur um Simmons zu versichern, dass er keine bösen Absichten hat. Solche Momente gibt es in der Episode auch zwischen anderen Figuren und sie tragen zur allgemeinen Qualität dieses Kapitels bei.

Coulson kann jedenfalls einer Person nicht mehr trauen: Agent May. Die schießt er daher mit dem Icer bewusstlos und verfrachtet sie in die Arrestzelle, um sich eine Taktik zurechtzulegen. Der an Bord kommende Gareth weiß, dass es möglich ist, das Flugzeug von der Zentrale fernzulenken. Darüber hinaus will er auch das Ziel wissen: „The Hub“. Also direkt zu Victoria Hand. Gleichzeitig zweifelt Gareth an der Theorie, dass Hand der Clairvoyant ist, weil er viele Jahre lang mit ihr zusammengearbeitet hatte. Die Möglichkeiten für eine Reaktion des Teams werden besprochen: Einen Fluchtweg aus dem Flugzeug sprengen oder den Hub angreifen sind dabei die zwei vielversprechendsten Optionen. Allerdings befinden sich im Hub Simmons und Triplet, die man vorher noch aus den Fängen des potentiellen Hellsehers befreien müsste. Der wahre Feind gibt sich nur kurze Zeit später selbst zu erkennen: „Out of the shadows, into the light“. Heil Hydra! Die Naziorganisation galt nach dem Zweiten Weltkrieg als besiegt, doch, wie sich nun herausstellt, hat sie die Geheimdienstorganisation seitdem systematisch infiltriert und wichtige ranghohe Agenten einschleusen können.

Heil Hydra!

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Turn; Turn; Turn%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Das Crossover zu „Return of the First Avenger“ ist damit komplett. Auch hier ist der große Twist die Unterwanderung von S.H.I.E.L.D. durch Hydra und wie die Protagonisten rund um Cap, Nick Fury und Co. damit umgehen. May beteuert in dieser Folge etwa, dass sie sich stets nur an Furys Befehle gehalten habe. Die Leitung zu ihm wird wiederhergestellt, doch dabei kommt heraus, dass Fury für tot gehalten wird, was auch May sichtlich überrascht - genauso wie der plötzliche Beschuss. Beim anschließenden Verarzten erzählt May ihm die Wahrheit. Nicht nur, dass sie von Tahiti wusste, sondern dass sie es - und nicht Coulson - war, die die Teamzusammensetzung zu verantworten hatte und stets ein Auge auf Coulson halten sollte. Als Vorsichtsmaßnahme wird May auch erst einmal in Handschellen gesteckt.

In einem Gespräch, was sie zuvor in der Zelle mit Ward führt, zeigt dieser sich enttäuscht über ihren Betrug und hält sie für eine Opportunistin und Lügnerin, die ihm immer sagte, er solle seine Gefühle im Zaum halten. Ein Fehler, den sie ihm noch einmal unter die Nase reibt, weil er Nash kaltblütig umgebracht hat. Zwar legitimiert er das damit, dass er zum Wohle des Teams gehandelt habe. Eigentlich passierte es aber wohl eher, um Skye zu schützen, wobei er aber den falschen Mann erwischt hat.

Wo steht Victoria Hand?

Kurze Zeit später ist Victoria Hand den Agenten Simmons und Triplet auf die Spur gekommen. Sie unterbreitet den beiden ein Ultimatum, Hydra beizutreten oder zu sterben, was sie aber dadurch ablehnen, dass Triplet ihre Leute angreift. Doch, wie sich herausstellen soll, war das nur ein Test von Hand, um ihre Loyalität zu prüfen, bei dem bisher viele Kandidaten durchgefallen sind. Bisher konnte sie nur sieben anderen Menschen ihr Vertrauen schenken. Hand scheint also doch nicht der Clairvoyant zu sein und auch nicht Teil von Hydra.

Diese Dynamik wird von den Autoren hier sehr geschickt gewoben. Bis fast zum Schluss der Episode kann man sich bei einer so undurchsichtigen Figur wie Victoria Hand nicht klar sein, wo ihre Loyalität liegt. Allerdings glaubt Hand, dass Coulson Teil von Hydra ist. Was wie ein weiterer Test wirkt, basiert von ihrer Seite aus auf einer Liste von plausiblen Taten, die Außenstehende durchaus mit Coulson in Verbindung bringen könnten. Beispiele hierfür sind die Eye-Spy-Problematik, die Geschichte rund um Mike Peterson, die Verletzung von Agent Blake, der allgemeine Ungehorsam und das Brechen von internationalen Gesetzen.

Doch so einfach ist es in dieser Episode nicht. Man kann sich hier nie wirklich sicher sein, ob Figuren manipuliert werden, sich die Wahrheit zurechtbiegen oder tatsächlich ehrlich zueinander sind. Das macht die Episode fast vom Anfang bis zum Ende durchgehend spannend. Hand hat in der Vergangenheit schon Bereitschaft gezeigt, Agenten aus Coulsons Team zu opfern. Also liegt es wohl gar nicht so fern, dass sie in einer solchen Situation, in der viele hochrangige Agenten sich als Hydra-Schergen entpuppen, nun auch Coulson im Verdacht hat.

Team Coulson strikes back

Coulson, Gareth, May und Fitz gelingt es, sich Zugang zum Hub zu erschleichen, indem Gareth so tut, als hätte er den Rest nach einem harten Kampf verhaftet. Nebenbei haben sich Ward und Skye versteckt und wollen das Rechenzentrum per Bombe außer Gefecht setzen. Da überall allerdings S.H.I.E.L.D.-Soldaten nach den Verdächtigen suchen, liegt es an Ward, den Weg freizuräumen. Bevor er sich in Gefahr begibt, nutzt er die Gelegenheit, um Skye nach einem Date zu fragen - sie stimmt zu. Gegen zwölf Angreifer hat sogar Ward seine Schwierigkeiten. So kommt es, dass es in diesem vorzüglich choreografierten Kampf fast so aussieht, als würde er scheitern. Überhaupt ist zu loben, wie sehr die Chancen ständig gegen Coulson und sein Team stehen. Die Herausforderungen wirken in dieser Folge echt und die Gefahr scheint hoch.

Kill or be killed

Der Rest des Teams kann Hand aufspüren, was zu einer Diskussion zwischen Coulson und Gareth führt. Gareth plädiert hier klar dafür, sie zu töten, während Coulson an die nicht tödliche Lösung und eine Festnahme glaubt. Allerdings verplappert sich Gareth bei seinem Argumentationsversuch auf pikante Weise. Er spricht nämlich davon, dass Raina - aka „The girl in the flower dress“ - in der Gedankenlesemaschine war, die Coulson die Erinnerungen an seine Wiederbelebung zurückgegeben hat. Nur hatte Coulson niemandem je davon erzählt... Bei Coulson fällt nun langsam der Groschen. Auch eine Aussage von Quinn darüber, dass er den Clairvoyant direkt zum Heilmittel führen wird, gibt Coulson ein weiteres Indiz, dass Gareth ein Geheimnis verbirgt...

Nun kann er sich jedoch nicht mehr herausreden und gibt sich zu erkennen: Auch er ist Teil von Hydra und sehr wahrscheinlich der wahre Clairvoyant. Ein Striketeam kommt hinzu, das teilweise ebenfalls durch Hydra unterwandert wurde. Plötzlich hat Gareth also die Oberhand, was er nun dazu nutzt, einen schurkenhaften Vortrag zu halten. Sowohl Coulson und Gareth als auch Ward und Gareth haben eine gemeinsame Vergangenheit. Sie haben dabei von Fury selbst gelernt, was diesen Verrat noch schmerzhafter und persönlicher macht.

Nun, da Nick Fury und Captain America in „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ der Verschwörung innerhalb S.H.I.E.L.D. auf die Spur gekommen sind und so den Zorn der Hydra-Agenten im Inneren auf sich gezogen haben, zeigt Hydra sein wahres Gesicht. Das erklärt auch Nick Furys Verschwinden.

Gareth bietet allen Mitgliedern aus Coulsons Team an, Hydra beizutreten. Doch alle lehnen bestimmt ab. Fitz weint sogar aufgrund dieses Schocks. Gutes Timing für eine Explosion also, die Coulson und dem Rest die Möglichkeit bietet, zurückzuschlagen und Gareth zu überwältigen. Auch dieser Kampf kann sich sehen lassen und hat einige gute Stunts zu bieten.

Ende gut, alles gut?

Es gelingt dem fast schon traurigen Rest des nicht unterwanderten S.H.I.E.L.D.-Teams, die Verschwörer festzunehmen. Und nun ist auch klar, dass Victoria Hand und Agent Coulson wirklich zwei der wenigen ranghohen Agenten sind, die sich nicht korrumpieren ließen oder gestorben sind. Ward würde nach diesem Schock gerne derjenige sein, der dafür sorgt, dass Gareth auch tatsächlich in die Icebox wandert und dort für immer eingesperrt wird. Dies sollte nach seinem Verhalten in der letzten Episode bereits stutzig machen... Dennoch wird ihm dies gestattet, als er sich die Mitschuld gibt, weil er nicht erkannt hat, dass sein Supervising Officer alle betrogen hat.

Der wahre Schock der Episode folgt ganz am Ende. Victoria Hand bietet Ward an, auch mit Gareth das zu tun, was er bereits mit Nash gemacht hat. Statt ihn in eine Zelle zu sperren, soll er nun den echten Clairvoyant beseitigen. Stattdessen erschießt Ward allerdings Hands treue Begleiter und anschließend mit mehreren Schüssen Hand selbst. Der Betrug ist perfekt - Ward ist ein Maulwurf, der gemeinsame Sache mit Hydra macht. „WTF!?!

Schade um Hand, aber drei Schüsse aus nächster Nähe sollten eigentlich eindeutig sein. Der finale Twist in einer ohnehin schon sehr wendungsreichen Episode ist allerdings ganz schön heftig und muss erst einmal verdaut werden. Die Frage ist nun, wie Ward das Ganze verkaufen wird. Bleibt er beim Team und tut so, als hätte Gareth ihn überwältigen können? Wird er eine Geschichte erfinden, dass Hand die wahre Verräterin war? Ist das Ganze vielleicht doch nur ein weiteres Täuschungsmanöver und alle sind eingeweiht?

Auf diesen Schlussspurt der ersten Staffel kann man sich fast nur freuen. Diese Episode sorgt nämlich dafür, dass die Serie ihr volles Potential entfaltet und für das Marvel Cinematic Universe in der Zeit nach „Captain America 2“ zum „Must-See-TV“ wird. Gerade, wenn man wissen will, was aus dem gefallenen S.H.I.E.L.D.-Team wird.

Fazit

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Die Episode Turn, Turn, Turn der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. greift nicht nur ganz direkt die Folgen aus „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ auf, sondern fühlt sich beim Anschauen wie eine Mischung aus „Mission: Impossible“ und den spannendsten Momenten aus „Star Wars: Episode V“ an. Niederlage und Triumph liegen hier sehr nah beieinander und mittlerweile weiß man nicht mehr, wem man trauen kann. Dazu kommt, dass es so aussieht, als müsse sich Coulsons Team im Folgenden auf sehr begrenzte Mittel und immer weniger Verbündete gefasst machen, da man bei einer Organisation wie Hydra nie sicher sein kann, wer ihr angehört. Ganz nach dem Motto: „Schlage einen Kopf ab und zwei weitere werden wachsen“.

Selten habe ich persönlich bei einer „S.H.I.E.L.D.“-Folge so mitgefiebert wie hier. Nun freue ich mich umso mehr auf die verbleibende Handvoll Episoden. Gerade auch, weil Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. nun bis mindestens „Guardians of the Galaxy“, wenn nicht sogar „The Avengers 2: Age of Ultron“, die Quelle ist, um zu erfahren, wie es mit S.H.I.E.L.D. weitergeht.

Videovorschau auf die Episode Providence (1x18) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 9. April 2014

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x17 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 17
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x17)
Deutscher Titel der Episode
Der Feind an unserer Seite
Titel der Episode im Original
Turn, Turn, Turn
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 8. April 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 23. Mai 2014
Autoren
Jed Whedon, Maurissa Tancharoen
Regisseur
Vincent Misiano

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x17

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