Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x16

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x16

In der Episode End of the Beginning der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. wird ein großes SerienrĂ€tsel wohl aufgelöst. Daneben wĂ€chst das Misstrauen untereinander stark an. Wem kann man noch trauen?

Szenenfoto aus der Episode „End of the Beginning“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „End of the Beginning“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Das Timing dieser Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode bei ihrer US-Premiere ist durchaus interessant. Hat man etwa schon „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ gesehen, was dem deutschen Zuschauer bereits möglich ist - und hierzu folgen nun keine konkreten Spoiler - werden doch zumindest einige Fragezeichen aufgeworfen, was die Serienzukunft angeht. In den USA kommt der Film am Ende der gleichen Woche wie die aktuelle Folge heraus, so dass es diese Auswirkungen noch nicht zu spĂŒren gibt - dafĂŒr aber vielleicht beim nĂ€chsten Kapitel. Die weiteren Episoden sollen ohne große Wiederholungsunterbrechung gezeigt werden, wodurch es nun hoffentlich mehr Momentum gibt. Das zeichnet sich aber bereits in End of the Beginning ab, wo durchaus wichtige Geheimnisse offenbart werden.

Coulson lÀdt wichtige Agenten zu sich ein

In der Episode sorgt Deathlok (J. August Richards) wieder fĂŒr großen Ärger, wenn auch nicht ganz freiwillig, weil der Clairvoyant seinen Sohn insgeheim in seiner Gewalt hat und dessen Leben bedroht. Die beiden Agenten Gareth (Bill Paxton) und Triplett (B. J. Britt) begegnen dem kybernetisch verĂ€nderten Mann in einem safe house. Ihre Angriffe bleiben aber wirkungslos und Deathlok flieht durch die Decke.

Coulson (Clark Gregg) beschließt, dass er die lĂ€ngste Zeit passiv gewesen ist und bestellt im Kampf gegen den Clairvoyant einige S.H.I.E.L.D.-Agenten, die wir in der Vergangenheit schon gesehen haben, zum mobilen Hauptquartier. Dazu gehören sowohl Gareth und Triplett, als auch Sitwell (Maximiliano Hernandez), Blake (Titus Welliver) und Victoria Hand (Saffron Burrows) und auch die Agenten May (Ming-Na) und Ward (Brett Dalton).

Der Plan ist, den angeblichen Hellseher zu ĂŒberlisten, indem man sich in Teams aufteilt, welche einzelnen Spuren nachgehen und niemals die ganzen Informationen haben, sollten sie dem Feind in die Klauen fallen. Bald wird auch Skye (Chloe Bennet) in den Plan eingeweiht, die bei dieser Gelegenheit offiziell zur vollwertigen S.H.I.E.L.D-Agentin wird. Sie hat außerdem den Einfall, dass man das Ganze als double blind gestaltet und so die Agenten ĂŒber die Informationen selbst ein wenig im Dunkeln lĂ€sst, falls man es mit einem wortwörtlichen Gedankenleser zu tun haben sollte. Noch tappt man nĂ€mlich im Dunkeln, was die IdentitĂ€t des Clairvoyant angeht.

Die Teams sind Gareth und Coulson, Blake und May sowie Ward und Triplett, die jeweils heißen Spuren nachgehen. Blake und May begegnen alsbald auf ihrer Suche nach einem gewissen Steven Nash auch Deathlok. Der ĂŒberrascht Blake mit seiner neuen Erweiterung, die der Clairvoyant ihm zukommen ließ. Es handelt sich um ein kleines Raketensystem, mit dem er Agent Blake prompt lebensgefĂ€hrlich verletzt. Obwohl sein Zustand kritisch ist, ist es doch Blakes offenbar geistesgegenwĂ€rtiges Zielen, welches sie auf Deathloks Spur bringt und die Recherchen in Richtung Nash intensivieren lĂ€sst. Coulson und Gareth gedenken derweil alter Zeiten und werden verdĂ€chtig von Autos eingekesselt. Triplett spricht mit Ward ĂŒber Rachegedanken, weil dessen Partner durch den Clairvoyant zu Tode kam. Der Anschlag auf Blake veranlasst Victoria Hand, die sich gemeinsam mit Sitwell schon vorab in Richtung Hub verabschiedet hatte, die Strategie in Frage zu stellen. Angeblich waren die Teams unzureichend vorbereitet und eigentlich hĂ€tten sie viel mehr VerstĂ€rkung gebraucht. Mit besserer Technik und mehr MĂ€nnern konzentriert man sich auf Nash, der offenbar an ein BeatmungsgerĂ€t gefesselt ist und ĂŒber den sonst wenig zu erfahren ist.

Drahtzieher oder nicht?

Dank der Drohnen von Fitz (Iain De Caestecker) kommt man Deathlok bald wieder auf die Spur, allerdings gelingt ihm die Flucht in die Kanalisation. DafĂŒr wird Nash gefunden, der sich in einem katatonischen Zustand befindet, vor einer Monitorwand platziert ist und sich schnell freiwillig stellt. Über eine Computersoftware kann er mit den anwesenden Agenten kommunizieren und gibt auch bereitwillig die Taten der Vergangenheit zu. Das ist Agent Ward genug, um seinen langen schurkenhaften Monolog durch eine gezielte Kugel zu stoppen und ihn zu töten. Wards Tat ist voreilig, unĂŒberlegt und zieht den Unmut seiner Begleiter, allen voran Coulson und Gareth, auf sich. Sofort steht fest, dass es ein Verhör und eine Untersuchung dazu geben wird. Wer sagt, dass dies wirklich der Clairvoyant ist und nicht eine ferngesteuerte Strohpuppe, die als Ablenkung vom wahren Drahtzieher operiert? Gerade auch bei jemandem, dessen gesundheitlicher Zustand sich so perfekt ausnutzen lĂ€sst...

AutoritÀten sollte man immer anzweifeln

Sein Verhalten sorgt auch beim inzwischen schon recht paranoiden Coulson dafĂŒr, dass er seine LoyalitĂ€t in Frage stellt. Bald schließt er durch Skyes Recherche aus den psychologischen Agentenprofilen und den Geheimnissen, die darin stehen, dass der Clairvoyant nicht unbedingt ein Hellseher im eigentlich Sinn sein muss. Eigentlich könne er nur ĂŒber eine entsprechende S.H.I.E.L.D.-Freigabe verfĂŒgen, denn die Geheimdienstorganisation sammelt wie eine vorbildliche Datenkrake intimste Informationen ĂŒber alle.

Es liegt in der Situation nahe, dass Coulson nun Ward als Maulwurf verdĂ€chtigt, obwohl wir als Zuschauer vom Ende der vorherigen Episode wissen, dass es May ist, die eine geheime, per Fingerabdruck ausgelöste Leitung zu noch unbekannten S.H.I.E.L.D.-Vorgesetzten hat und diese ĂŒber Coulsons AktivitĂ€ten auf dem Laufenden hĂ€lt. Ward scheint bei der direkten Konfrontation aber nur als Vollstrecker gehandelt zu haben, der seinem GefĂŒhl als Agent gefolgt ist. Er operiert - wie er zumindest beteuert - nicht im Auftrag anderer und ist außerdem bereit, die Disziplinierung durch die S.H.I.E.L.D.-Verantwortlichen auf sich zu nehmen.

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Auch FitzSimmons widersetzen sich den Befehlen ihres Vorgesetzten Coulson, was in diesem Fall allerdings einen positiven Nebeneffekt hat. Simmons (Elizabeth Henstridge) kann ihre Neugierde bezĂŒglich des Wunderserums GH-325 und des positiven Heilungseffekts, den es bei Coulson und Skye hatte, nicht in Zaum halten. Mit Fitz' Hilfe wĂŒrde sie eine Probe gerne im Hub auf molekularer Ebene untersuchen lassen - mit dem Hintergedanken, daraus eventuell ein Heilmittel fĂŒr viele weitere Menschen zu generieren. Das Vorhaben erzĂ€hlen sie ausgerechnet May, die sich erbittet, ĂŒber Nebenwirkungen oder merkwĂŒrdiges Verhalten der beiden bisherigen Probanden auf dem Laufenden gehalten zu werden. Bei einem geheimen Besuch im Serverraum entdeckt Fitz, dessen Telefonat mit Simmons von StörgerĂ€uschen begleitet wird, den geheimen Draht von Agent May. Diese ertappt Fitz dabei jedoch fast auf frischer Tat. Nur mit einigen Ausreden kann er sich davonschleichen.

Wer ist der Clairvoyant?

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Als er Skye von der geheimen Leitung erzĂ€hlt, weiß sie, was zu tun ist: die Leitung kappen, um zu verhindern, dass sie erneut Kontakt aufnimmt. May merkt, dass sie aufgeflogen ist und greift zur BetĂ€ubungswaffe - sie ist bereit, Fitz zum Schweigen zu bringen. Allerdings befindet er sich hinter Schutzglas und wird von Coulson und Skye gerettet, die nun nach Antworten von May verlangen. Mehr als „Es ist nicht so, wie du denkst“ und „Ich kann es erklĂ€ren, aber nicht hier“ erfahren wir dazu jedoch nicht. Ist sie also ein Maulwurf oder steckt mehr hinter der Sache?

Bevor sie Coulsons Frage nach der IdentitĂ€t des echten Clairvoyant beantworten kann, wobei sie nicht so aussieht, als wĂŒrde sie die Antwort kennen, gerĂ€t das Flugzeug in Turbulenzen, Ă€ndert seinen Kurs und wir sehen auch schon bald, wer dahintersteckt. Agent Victoria Hand beordert die Ausschaltung von Coulsons Team, bis auf dessen AnfĂŒhrer. Damit dĂŒrfte nun der wahre Drahtzieher innerhalb S.H.I.E.L.D. also klar sein. Nachfolgend kann nur noch einmal der Hinweis gegeben werden, dass man besser damit fĂ€hrt, wenn man sich „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ im Kino anguckt, um in den vollen Genuss aller ZusammenhĂ€nge zu kommen. Die Serie MUSS nĂ€mlich eigentlich darauf Bezug nehmen und die ersten Anzeichen sind ganz klar am Episodenende zu finden.

Das Ende vom Anfang?

Nun merkt man wirklich, dass es schnurstracks auf das erste Staffelfinale der Serie zugeht. Wollte ich mich kurz damit abfinden, dass eine weitere Offenbarung sich als enttĂ€uschend erwiesen hat - Nash als Bösewicht, der dann einfach erschossen wird -, bin ich von der zweiten EpisodenhĂ€lfte doch positiv ĂŒberrascht gewesen. Der einfache Grund: Der Konflikt ist greifbar.

Es gibt Reibungspunkte im Team, etwa FitzSimmons, die gegen Coulsons Befehl handeln, May, die eine eigene Agenda hat, und Ward, der viel zu kurz denkt und glaubt, dass sich ein Gegner mit einem kaltblĂŒtigen Mord ausschalten lĂ€sst. Ob Ward diszipliniert wird oder nicht, muss sich zeigen. Wahrscheinlich wird er als Opfer des Strippenziehers schnell rehabilitiert. Was May im Schilde fĂŒhrt, ist hingegen sehr viel unklarer und damit umso spannender, weil dieses Problem eben nicht mit einem Gadget aus der Welt gerĂ€umt wird. Man greift auf typische Phrasen, die in den letzten Episodenminuten verbraten werden und die Zuschauer auf die nĂ€chste Episode vertrösten. Gut gefallen hat, dass man lange nicht ausschließen konnte, ob nicht vielleicht sogar May und Ward als VerrĂ€ter unter einer Decke stecken, was auf ihre Liebesbeziehung zurĂŒckzufĂŒhren wĂ€re. Langsam, aber sicher belohnt die Serie ihre Zuschauer durch solche PuzzlestĂŒcke, die nur aufmerksame Beobachter zusammensetzen und darĂŒber spekulieren können.

Die Welt der S.H.I.E.L.D.-Agenten ist außerdem durch Gareth und Triplett um einige Facetten reicher geworden. Bei Triplett ist es fast etwas ironisch, dass er derjenige ist, der nach blinder Rache fĂŒr den Mord an seinem Partner sucht. Ward nimmt ihm das hier jedoch ab - wenn es auch die falsche Zielperson getroffen hat. Dass Triplett an Simmons interessiert ist, wird ebenfalls aufrechterhalten. Außerdem wird noch einmal die Tatsache betont, dass Gareth Ward Exausbilder beziehungsweise Supervising Officer ist und dass Coulson und er sich sehr gut kennen, weil Coulson bei dessen „legendĂ€ren“ EinsĂ€tzen natĂŒrlich dabei war. Sucht man hier schon nach einem May-Ersatz oder können die beiden koexistieren? Schön sind auch die Wiedersehen mit Blake und Sitwell, auch wenn sie teilweise nur von kurzer Dauer sind. Die beiden waren sowohl in der Serie als auch in den Marvel-One-Shot-Kurzfilmen schon zu sehen.

Dass Skye nun ein S.H.I.E.L.D.-Mitglied ist, wirkt fast ein wenig ĂŒberstĂŒrzt, auch wenn sie durch ihren Einsatz und ihre Nahtoderfahrung bewiesen hat, dass man ihr wohl trauen kann. Dort mĂŒssen wir mal sehen, was die unmittelbare Zukunft bringt. FĂŒr ein paar coole Momente sorgte diesmal die Einbindung der Deathlok-Figur, besonders der Röntgenblick auf seinen SchĂ€del, der der Comicfassung recht nahekommt.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;End of the Beginning%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Fazit

Die Episode End of the Beginning gewinnt durch eine deutlich stĂ€rkere zweite HĂ€lfte an Relevanz. Ohne diesen Teil wĂ€re die Wertung wohl niedriger ausgefallen. Erneut bleibt mir nichts anderes, als zu hoffen, dass es auf solch ordentlichem Niveau nun in die finale Phase der DebĂŒtstaffel gehen wird.

Dass Victoria Hand Dreck am Stecken haben könnte, passt hervorragend (auch zur Comicvorlage der Figur) und beugt einer weiteren ernĂŒchternden Offenbarung vor. Sollte sich Hand als wahrer Clairvoyant bestĂ€tigen, kann ich das persönlich nur begrĂŒĂŸen. Gespannt warten alle Marvel-Cinematic-Universe-Fans nun auf die genauen Auswirkungen vom aktuellen Blockbuster „Return of the First Avenger“ auf die Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.. Es ist zu hoffen, dass der große Plan der Marvel-Studios nun so aufgehen könnte, wie es sich mancher Fan vielleicht nach dem Genuss des zweiten Captain-America-Films vorstellt.

Wer den Film „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ inzwischen gesehen hat oder sich dazu spoilern lassen möchte, kann gerne unserem Podcast dazu lauschen:
- oder alternativ die recht spoilerfreie Filmkritik nachlesen.

Videovorschau auf die Episode 1x17 Turn, Turn, Turn der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 2. April 2014

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x16 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 16
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x16)
Deutscher Titel der Episode
Die Köpfe der Hydra
Titel der Episode im Original
End of the Beginning
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 1. April 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 16. Mai 2014
Autor
Paul Zbyszewski
Regisseur
Bobby Roth

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 1x16

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